flatex erhöht Preise – lohnt der Handel noch & welche Alternativen gibt es?

Flatex-Kunden müssen auf höhere Preise einstellen. Zum 1. November 2017 wurde die Orderprovision erhöht. Nun müssen flatex-Kunden 5,90 Euro für den Handel an der XETRA Frankfurt zahlen. Dazu kommen noch Börsengebühren. Bislang verlangte der Broker nur fünf Euro Orderprovision von Neu- und Bestandskunden. Die Preiserhöhung liegt damit bei 18 Prozent. Seit Monatsbeginn fallen damit für jede XETRA-Order Gesamtkosten in Höhe von 8,14 Euro an.

Inhaltsverzeichnis

  • Erst im Frühling Negativzinsen eingeführt
  • Aktien im Depot verwalten
  • Unterschiede zwischen Brokern
  • Anbieter im CFD- und Wertpapierhandel
  • Fazit

Erst im Frühling Negativzinsen eingeführt

Erst im März machte flatex mit der Einführung von Negativzinsen auf sich aufmerksam. Der Broker berechnet seit dem Frühjahr Strafzinsen in Höhe von 0,4 Prozent auf das Guthaben seiner Trader. Zum 1. Januar 2018 will flatex nochmals an der Preisschraube drehen. Dann sollen laut der Servicehotline des Anbieters auch Bestandskunden 5,90 Euro plus Börsengebühren bei einer XETRA-Order zahlen. Dies ist bislang vonseiten des Unternehmens allerdings noch nicht bestätigt.

Weitere Preissteigerungen

Neben den Ordergebühren steigen auch weitere Kosten bei flatex. So war bislang die Umschreibung von Namensaktien provisionsfrei. Nun müssen Kunden beim Kauf eine Namensaktie für eine börslich ausgeführte Order 0,60 Euro zahlen. Bei Auslagen und Nebenkosten für Gold gibt es ebenfalls Veränderungen. Für XETRA Gold müssen Trader nun 0,025 Prozent im Monat zahlen. Die Berechnung erfolgt quartalsweise rückwirkend.

Auch Inlands- und Auslandsorders an Börsenplätzen in den USA und Kanada werden teurer. Bislang mussten Trader bei flatex für den Kauf und den Verkauf einen Provisionssatz von 9,90 Euro entrichten, nun wird bei einem Ordervolumen von über 25.000 Euro eine zusätzliche Gebühr in Höhe von 0,04 Prozent fällig. Wer beispielsweise Aktie im Wert von 50.000 Euro ordert, muss nun statt 9,90 Euro 19,90 Euro zahlen.

Aktien im Depot verwalten

Um bei einem Onlinebroker mit Wertpapieren handeln zu können, müssen Anleger zunächst ein Depot bzw. ein Konto bei einem Anbieter eröffnen. Auf diesem Depot, dass nicht für alltägliche Bankgeschäfte verwendet wird, verwaltet ein Anleger seine Wertpapiere. Bei einem Onlinebroker wird diese Kontoform in der Regel für Aktien, Fonds, Zertifikate oder Optionsscheine angeboten. Wenn ein Anleger beispielsweise eine Aktie kauft, wird diese ins Depot eingebucht und bei einem Verkauf wieder ausgebucht. In einem Transaktionsbeleg sieht der Anleger, zu welchem Kurs er die Aktie gekauft oder verkauft hat und welche Kosten ihm dabei entstanden sind.

Alles über die günstigen Handelskonditionen

Alles über die günstigen Handelskonditionen

Flexibler Handel

Wer ein Depot über das Internet bei einem Onlinebroker einrichtet, ist sehr flexibel und kann selbst entscheiden, mit welchen Aktien er handeln möchte. In der Regel sind die Kosten hier deutlich günstiger, als bei einem Depot bei einer Hausbank. Wer jedoch mehr Beratung und persönlichen Kontakt wünscht, ist bei einer klassischen Bank besser aufgehoben. Eine gute Beratung vor Ort hängt jedoch häufig von den Erfahrungen der Bank und deren Angeboten ab.

Transaktionskosten beim Aktienkauf und -verkauf

Beim Kauf und Verkauf von Aktien spielen die sogenannten Transaktionskosten eine große Rolle, die sich von Broker zu Broker unterscheiden. Diese Gebühren fallen bei jeder Transaktion an und sind immer vom Anleger zu tragen. Neben der Orderprovision werden häufig Handelsplatzgebühren und eine Provision für den Börsenmakler berechnet. Viele Broker berechnen die Orderprovision abhängig vom Ordervolumen. Je mehr Aktien ein Anleger ordert, umso höher wird die Provision. Neben Aktien bieten viele Broker auch ETFs, Fonds oder Sparpläne an. Auch hier sollte man vorab die Konditionen genau prüfen. So kann es sein, dass die sogenannten Orderaufschläge für gute Fonds sehr teuer sind.

Unterschiede zwischen Brokern

Zudem unterscheiden sich Broker hinsichtlich der Depotkosten. Viele Banken und Broker berechnen noch immer Depotführungsgebühren, obwohl in diesen Bereich aufgrund der elektronischen Verwaltung sehr kostengünstig gearbeitet werden kann. Darüber hinaus bieten viele Onlinebroker eine breite Produktpalette an. Neben Wertpapieren kann man häufig auch mit CFDs oder Währungen handeln. Auch hier ist es wichtig, sich vorab die Bedingungen und Kosten des Brokers genau anzuschauen.

Handelsplätze variieren

Ein weiteres Kriterium ist, an welchen Handelsplätzen Anleger aktiv werden können. Neben dem börslichen Handel wird für viele Produkte auch der außerbörsliche Direkthandel angeboten. Hier fallen keine Gebühren für Börsen oder Makler an. Viele Broker bieten neben deutschen Handelsplätzen auch den Handel an ausländischen Börsen an. Die wichtigen internationalen Börsen wie NYSE oder die London Stock Exchange haben vielen Broker in der Auswahl.

Außerdem sollte Anleger bei der Wahl ihres Brokers darauf achten, welche Ordertypen und Limits angeboten werden. Häufig wird zum Handel mit Limits geraten, um beim Aktienkauf keinen überteuerten Preis zahlen zu müssen. Einige Broker berechnen jedoch zusätzliche Gebühren für Limits oder das Streichen eines Limits.

Einlagensicherung der Broker

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Einlagensicherung eines Brokers. Eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2009 schreibt vor, dass Einlagen in der EU in Höhe von  bis zu 100.000 Euro pro Anleger und Kreditinstitut abgesichert sein müssen. Viele Anbieter sind auch freiwilliges Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Darüber werden Kundeneinlagen nochmal über diese gesetzliche Summe hinaus abgesichert. Wertpapiere gehören zum sogenannten Sondervermögen, dass gesondert geschützt ist und bei einer Insolvenz des Anbieters nicht zur Konkursmasse gehört.

Konto online eröffnen

Die Eröffnung eines Kontos bei einem Onlinebroker erfolgt in der Regel sehr schnell über das Internet. Viele haben dafür ein entsprechendes Formular auf ihrer Webseite, wo unter anderem Name und Adresse, aber auch die bisherigen Erfahrungen im Wertpapierhandel angegeben werden müssen. Zudem gibt man ein Referenzkonto an. Nach dem Ausfüllen des Eröffnungsantrags muss man sich in der Regel per PostIdent- oder VideoIdent-Verfahren identifizieren.

Anbieter im CFD- und Wertpapierhandel

Flatex bietet seinen Kunden den Handel mit Aktien, Fonds, Zertifikaten, Anleihen, Optionsscheinen, Devisen und CFDs an. Der Broker bietet fixe und von der Höhe des Ordervolumens unabhängige Ordergebühren an. Die Depotführung ist kostenlos. Zur Kontoeröffnung wird keine Mindesteinlage benötigt. Trotz der aktuellen Preiserhöhung legt flatex Wert auf eine transparente Preisgestaltung mit einheitlichen Gebühren. Für Limits erhebt flatex keine zusätzlichen Gebühren. Die anfallenden Börsengebühren werden transparent in den Wertpapierabrechnungen ausgewiesen.

Weltweites Handelsunternehmen stellt sich vor

Weltweites Handelsunternehmen stellt sich vor

Handel im In- und Ausland

Flatex verzichtet auf Anlage- und Vermögensberatung sowie Niederlassungen. Dennoch legt flatex Wert auf einen kompetenten Kundenservice sowie einen umfassenden FAQ-Bereich und Schulungsangebote zum Handelsangebot. Der Handel ist an allen deutschen Börsenplätzen sowie elf Auslandsbörsen und über 19 Handelspartner im außerbörslichen Direkthandel möglich. Außerdem arbeitet flatex mit vier Premiumpartnern, vor allem im Fondshandel, zusammen. 2008 Jahren bot flatex als erster Onlinebroker den vollintegrierten Handel mit CFDs an, der seit 2011 auch über den MetaTrader 4 möglich ist. Damit können CFDs, Wertpapiere und Forex über nur eine Handelsplattform gehandelt werden.

Broker der FinTech Group Bank AG

Hinter flatex steht die FinTech Group Bank AG. Die flatex GmbG ist von der BaFin als vertraglich gebundener Vermittler zur Erbringung von Finanzdienstleistungen lizenziert. Der Broker wurde 2006 gegründet und ging drei Jahre später als flatex Holding AG an die Börse. Die FinTech Group AG ist heute im Open Market der Frankfurter Börse notiert.

Fazit

Flatex erhöht seine Preise. Seit dem 1. November werden für den Handel an der XETRA 5,90 Euro statt fünf Euro Ordergebühren fällig. Auch für den Kauf von Namensaktien und Gold steigen die Kosten. Für den Handel an Börsen in Kanada und den USA wird in Zukunft eine zusätzliche Gebühr von 0,04 Prozent fällig. Trader, die sich nach einem Anbieter umschauen, sollten einen Blick auf DEGIRO werfen.

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