Aktien kaufen und verkaufen – Die Online-Checkliste für Anfänger

Aktien kaufen und verkaufen für Anfänger: Vom Brokervergleich bis zur Order

Über ein Depotkonto können Privatanleger Aktien kaufen und verkaufen – so weit, so gut. Doch wie wird ein Depot eröffnet? Welche Unterschiede gibt es zwischen den zahlreichen Anbietern? Und wie können Einsteiger bei einem Broker ohne persönliche Beratung Aktien kaufen lernen? Und nicht zuletzt: Was passiert eigentlich nach dem Kauf?

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Inhaltsverzeichnis

  • Schritt I: Den richtigen Broker finden
  • Schritt II: Ein Aktiendepot eröffnen
  • Schritt III: Die Basics lernen
  • Schritt IV: Eine Strategie festlegen
  • Schritt V: Ein Wertpapier auswählen
  • Schritt VI: Eine Kauforder aufgeben
  • Schritt VII: Das Wertpapier im Blick behalten
  • Broker Gebühren: Warum Aktien kaufen und verkaufen online günstiger ist

Schritt I: Den richtigen Broker finden

lupeBevor Sie Aktien kaufen und verkaufen können, benötigen Sie ein Depot. Was ist ein Aktiendepot? Ein Aktiendepot ist ein Girokonto, auf dem anstelle der Auslieferungsansprüche auf Bargeld Auslieferungsansprüche auf Wertpapiere verbucht werden. Als Gegenkonto zum Depot dient ein Verrechnungskonto, auf das initial Geld eingezahlt wird. Wenn Sie Aktien kaufen, wird der benötigte Geldbetrag von diesem Verrechnungskonto abgebucht. Wenn Se Aktien verkaufen, wird der Erlös dem Konto gutgeschrieben.

Bemühen Sie eine einschlägige Suchmaschine mit ebenso einschlägigen Suchwörtern, schlägt Ihnen eine gewaltige Menge an Anbietern entgegen. Doch worin unterscheiden sich die dutzenden Broker und ihre Depots eigentlich?

Die für den Anfang wichtigste Antwort lautet: Durch die Gebühren. Auf vier Gebührenposten müssen Sie im Vergleich besonders achten:

  • Pauschale Depotführungsentgelte
  • Ordergebühren Inland
  • Ordergebühren Ausland
  • Sparplan-Konditionen

Pauschale Depotführungsentgelte fallen an, ohne dass Sie Aktien kaufen und verkaufen – einige Broker verlangen 30 EUR pro Jahr, andere 200 EUR. Die Depotgebühren entfallen bei einigen Anbietern unter bestimmten Bedingungen – etwa bei zwei Transaktionen pro Quartal, einem Gesamtvermögensbestand ab 10.000 EUR oder bei gleichzeitiger Führung eines Girokontos. Wenn Sie selten bis gar nicht handeln, sind die pauschalen Depotgebühren zumindest bei Depotgrößen bis ca. 10.000 EUR das wichtigste Kriterium im Online Aktiendepot Vergleich.

Wenn Sie häufiger handeln, ist dagegen ein Ordergebühren Vergleich unerlässlich. Dabei müssen Sie ggf. zwischen den Ordergebühren an deutschen Börsen und den Entgelten im Ausland unterscheiden – es sei denn, Sie wissen schon jetzt, dass Sie ausschließlich in Deutschland gelistete Aktien kaufen werden.

Themenicon HandelsplattformDie meisten Broker verlangen für den Handel an ausländischen Börsenplätzen mehr. Ein Tipp: Falls Sie vorwiegend US-Aktien kaufen möchten, sollten Sie einen Broker mit angelsächsischer Prägung bevorzugen. Ein Beispiel dafür ist LYNX: Hier fallen pro US-Order 0,01 USD pro Aktie bei 5,00 USD Mindestgebühr an.

Ansonsten müssen Sie im Vergleich die Gebührenmodelle mehrerer Broker mit Ihren (absehbaren) Handelsgewohnheiten abgleichen. Einige Broker verlangen eine Pauschale (z. B. 5,00 EUR pro Inlandsorder bei flatex), andere setzen die Gebühr abhängig vom Ordervolumen fest (z. B. 5,99 EUR + 0,23 % + Handelsplatzentgelt bei der OnVista-Bank).

Sofern Sie sich für Wertpapiersparpläne interessieren, lohnt auch hier ein Blick ins Preisverzeichnis. Einige Broker rechnen z. B. jede Sparplanausführung in ETFs mit 0,90 EUR ab, andere verlangen neben 2,50 EUR Grundgebühr auch noch eine Provision. Achten Sie hier auf Sonderkonditionen: Mitunter entfällt die Sparplangebühr für eine Palette von ETFs dauerhaft komplett. Vorteilhaft sind Broker, bei denen die monatliche (oder halbjährliche, jährliche) Sparrate auf mehrere Wertpapiere aufgeteilt werden kann, ohne dass die Sparplangebühr mehrfach berechnet wird.
Wenn Sie nicht nur die Gebühren, sondern auch die Handelsplattformen verschiedener Broker miteinander vergleichen möchten, ist ein Aktien Demokonto Vergleich empfehlenswert. Ein Demokonto ist mit derselben Benutzeroberfläche ausgestattet wie das tatsächliche Depot. Auch Orders können (bei einigen Anbietern) aufgegeben werden – allerdings nur mit Spielgeld.

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Schritt II: Ein Aktiendepot eröffnen

kontoeroeffnungDie Eröffnung eines Aktiendepots ist nicht wesentlich komplizierter als die Eröffnung eines Girokontos. Der Broker verlangt die Angabe der persönlichen Daten und führt eine Identifikationsprüfung durch – je nach Anbieter und Kundenwunsch mittels Postident- oder Videoident Verfahren und bei einigen Brokern auch durch SOFORTÜBERWEISUNGEN.

Der Gesetzgeber verlangt von Brokern, ihren Kunden einig Fragen zu den wirtschaftlichen Verhältnissen und den bisherigen Erfahrungen zu stellen. Geben Sie an, über keinerlei Erfahrung zu verfügen, wird ihnen umfangreiches Informationsmaterial inklusive Risikobelehrungen zur Verfügung gestellt, dessen Erhalt Sie bestätigen müssen. Einen Ausschluss vom Handel aufgrund mangelnder Erfahrung kommt müssen Sie jedoch nicht befürchten.

s-broker-Kontoeröffnung-Formular

Die Eröffnung eines Aktiendepots ist einfach

Innerhalb weniger Tage ist das Depot freigeschaltet: Der Broker teilt Ihnen eine Kontonummer mit, zu deren Gunsten Sie die erste Einzahlung tätigen. Gleichzeitig erhalten Sie die Zugangsdaten zum geschützten Login-Bereich (wie bei einem Girokonto) und ggf. eine TAN-Liste (ebenfalls wie bei einem Girokonto). Mit den TANs (Transaktionsnummern) autorisieren Sie später Aufträge. Viele Broker versenden anstelle einer TAN Liste einen Generator und/oder bieten das Mobile TAN Verfahren an. Passwörter dienen nur noch vereinzelt zur Autorisierung von Orders und anderen Aufträgen durch den Depotinhaber.

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Schritt III: Die Basics lernen

Themenicon WissenAktien kaufen für Anfänger ist theoretisch nicht wesentlich komplizierter als die Aufgabe einer Überweisung im Zeitalter von IBAN und TAN Generator. In der Praxis werden Sie sich aber sehr viel wohler fühlen, wenn Ihnen die Handelsumgebung und ihr Nutzen etwas vertrauter sind. Nutzen Sie deshalb alle dargebotenen Möglichkeiten, um sich an einem Nachmittag zumindest die Basics über den Wertpapierhandel anzueignen.

Schritt IV: Eine Strategie festlegen

Themenicon tradingWenn Sie die Suchmaske Ihres Brokers bemühen, stellen Sie fest, dass es eine schier unüberschaubare Anzahl von Wertpapieren gibt. Doch welche sollten Sie kaufen? Das entscheidet Ihre Strategie, die Sie unbedingt vor dem ersten Kauf auswählen sollten.

Sie welche Aktien verkaufen sollten. Ein sehr anschauliches Beispiel für einfache Aktienstrategien ist die DAX Dividendenstrategie. Dabei ermitteln Sie einmal pro Jahr die im Deutschen Leitindex DAX gelisteten Aktien mit der höchsten Dividendenrendite. Im ersten Jahr kaufen Sie z. B. die zehn Aktien mit dem höchsten Wert in dieser Kennzahl und am Beginn des zweiten Jahres tauschen Sie Aktien, wenn sich an der Rangliste etwas verändert hat. Diese Strategie lässt sich nach demselben Prinzip um Aktien des EuroStoxx50, Dow Jones, S&P 500 usw. erweitern bzw. Selbiges gilt für die Orientierung an einer anderen Kennzahl wie z. B. dem KGV.

Schritt V: Ein Wertpapier auswählen

Um ein Wertpapier zu kaufen, öffnen Sie im geschützten Bereich ihres Brokers die Ordermaske. Dort sehen Sie meistens jeweils einen Kauf- und einen Verkaufsbutton. Für eine Kauforder wählen Sie trivialerweise den „Kaufen“-Button aus. Damit ist die „Richtung“ der Order festgelegt.

Ordermaske-Kauf-Suchen

Wertpapiere haben eine ISIN und sind damit leicht auffindbar

Das reicht aber noch nicht: Damit der Broker die Order an eine Börse weiterleiten kann, muss zunächst das zu kaufende Wertpapier zweifelsfrei eingegeben werden. Dies erfolgt durch die Angabe von WKN (Wertpapierkennnummer) oder ISIN (International Securities Identification Number). Die Aktie der Allianz wird z. B. anhand der WKN 840400 bzw. der ISIN DE0008404005 identifiziert. Schließlich muss noch die gewünschte Stückzahl eingegeben werden.

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Schritt VI: Eine Kauforder aufgeben

Wo kaufe ich Aktien? Im nächsten Schritt wird der Handelsplatz ausgewählt, an den die Order geleitet werden soll. In den meisten Fällen ist dies „Xetra“- dies ist die umsatzstärkste deutsche Börse. Umsatz ist an der Börse gleichbedeutend mit „besseren Preisen“. Zugleich wird die Ordergültigkeit angegeben. Diese ist für den Fall relevant, dass Ihre Order an der Börse nicht sofort ausgeführt werden kann und legt fest, zu welchem Zeitpunkt eine nicht ausgeführte Order wieder gelöscht wird. Sofern sie große Aktien über Xetra handeln, können Sie allerdings von einer sehr schnellen Ausführung innerhalb weniger Minuten ausgehen.

Kauforder-Maske-Eingabe

Für eine Kauforder braucht es ISIN, Stückzahl, Orderart und Handelsplatz

Es fehlt noch etwas, das Sie sich vom ersten Trade an angewöhnen sollten: Erteilen Sie niemals eine unlimitierte Order. Mit einem Limit legen Sie bei einer Kauforder den höchsten Preis fest, zu dem Ihre Order ausgeführt werden darf. Ist eine Ausführung zu diesem oder einem niedrigeren Preis nicht möglich, verfällt die Order ggf. Bei einer Order ohne Limit riskieren Sie die Ausführung zu einem deutlich höherem als dem gewünschten Preis – Ihre Aktie wird dann teurer.

Themenicon handelnDazu ein kleiner Exkurs: Wie funktioniert die Börse eigentlich? Die Börse ist ein Marktplatz für den Handel von Wertpapieren. Daran hat sich seit dem Entstehen der ersten Börsenplätze im 15. Jahrhundert wenig geändert – allerdings werden die Preise heute nicht mehr vorwiegend durch Makler, sondern durch elektronische Handelsplattformen festgestellt.

Das Zentrum jeder Börse ist das Orderbuch: Hier werden Kauf- und Verkaufsaufträge der Marktteilnehmer gesammelt. Nur Börsenteilnehmer – das sind im Wesentlichen Banken und Broker – können Orders an die Börse leiten. Die Börsenteilnehmer ermöglichen ihren Kunden die Eingabe von Orders in hauseigene Systeme, die dann in Sekundenbruchteilen eine gegenüber der Börse wirksame Order platzieren.

Die Aktienkurse sind die Preise von Aktien und erfüllen an der Börse dieselbe Funktion wie Preise in jedem anderen Markt auch: Der Preis führt zum Ausgleich von Angebot und Nachfrage und „räumt“ dadurch den Markt. Gehen mehr Kauf- als Verkaufsorders ein, steigt der Kurs – entweder durch Interventionen des Maklers oder durch die Algorithmen der vollelektronischen Handelsplattform. Der steigende Preis führt zu sinkender Nachfrage und steigendem Angebot, bis der Markt ausgeglichen ist.

Wenn Sie aktiv handeln, reichen Market- und Limit Orders nicht aus. Machen Sie sich in diesem Fall zumindest mit den Ordertypen Stop Loss (Verlustbegrenzung), Stop und Stop Limit vertraut.

Themenicon Wissen_varianteMit einem Stop Loss definieren Sie ein Kursniveau unterhalb des aktuellen Aktienkurses, bei dessen Erreichen eine Verkaufsorder ausgelöst wird – und zwar auch dann, wenn Sie gerade nicht am Rechner sitzen.

Eine Stop Order definiert ein Kursniveau über dem aktuellen Kurs, bei dessen Erreichen eine Kauforder automatisch ausgelöst wird. Stop Buy Orders sind z. B. relevant, wenn Sie Aktien mithilfe der Technischen Analyse einschätzen und einen signifikanten Widerstand im Chart ausmachen, bei dessen Überschreiten Sie weiteres Kurspotenzial sehen. Mit einer Stop Buy Limit Order sichern Sie sich zusätzlich gegen einen zu hohen Einstandskurs ab.

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Schritt VII: Das Wertpapier im Blick behalten

Nach der Orderausführung sehen Sie in Ihrem Depot mehrere Buchungen. Der Kaufpreis zzgl. Transaktionskosten wurde Ihrem Verrechnungskonto belastet, die georderte Stückzahl Wertpapiere wurden ins Aktiendepot eingebucht. Ab diesem Moment sollten Sie ihre Aktien zumindest lose im Blick behalten – es sei denn, Ihre Strategie zielt auf Buy & Hold ab.

Watchlist-DAX-Werte

Mit einer Watchlist lassen sich interessante Wertpapiere beobachten

Sofern Sie eine mehr oder weniger aktive Strategie (z. B. Dividenden- oder Kennzahlenstrategie) verfolgen und z. B. einmal pro Jahr Ihr Depot umschichten, werden Sie Aktien verkaufen lernen müssen.

Themenicon kontoeroeffnung2Technisch ist das nicht schwieriger als Aktien kaufen – mental aber für viele Einsteiger hart, wenn die Aktie im Verlust notiert und dieser durch den Verkauf realisiert wird. Nutzen Sie diesbezüglich z. B. Webinar Angebote Ihres Brokers zum Thema Investmentpsychologie und lernen Sie, mit Verlusten umzugehen – Verluste sind die Bedingung für Gewinne.

Ein Tipp: Beschaffen Sie sich ein Standardwerk aus dem Bereich „Mentale Börsenkompetenz“ oder „Behavioral Finance“. Die 30-40 EUR Anschaffungskosten bewahren Sie möglicherweise vor deutlich teureren Anfängerfehlern. Einer davon besteht im Kauf von weiteren Aktien nach Kursverlusten mit dem Ziel eines niedrigeren durchschnittlichen Einstiegspreises (Einstandsverbilligung).

Broker Gebühren: Warum Aktien kaufen und verkaufen online günstiger ist

Es spricht vieles dafür, Aktien online zu handeln – in erster Linie der Preis. Filialbanken verlangen für eine einzelne Order noch immer bis zu 100 EUR und mehr – bei den günstigeren Onlinebrokern kostet ein Auftrag dagegen im besten Fall weniger als 10 EUR. Es ist trivial: Je mehr Sie für Ihren Broker bezahlen, desto geringer fällt schlussendlich Ihre persönliche Rendite aus.

Warentest-Screenshot-Ordergebührenvergleich

Die Stiftung Warentest sieht bei Brokern seit Jahren Sparpotenzial

Die Stiftung Warentest hat unter anderem im Jahr 2011 die Konditionen im deutschen Wertpapiergeschäft untersucht und eine enorme Bandbreite festgestellt. So verlangten die teuersten Anbieter in dem Test von einem Modellkunden mehrere tausend Euro mehr pro Jahr als der günstigste Broker.

Themenicon geldsackRechnen Sie nach: Bei einer Dividendenstrategie mit 30 Aktien im Portfolio müssen Sie etwa zehn Titel pro Jahr austauschen. Jeder Austausch geht mit dem Verkauf von Wertpapier A und dem Kauf von Wertpapier B einher, so dass 20 Transaktionen zur Adjustierung des Depots im Sinne der Strategie notwendig sind.

Bei sehr günstigen Brokern bezahlen Sie für 20 Inlandsorders in etwa 150 EUR inklusive Börsengebühren. Das entspricht bei einem Depotwert von 30.000 EUR (1.000 EUR pro im Depot befindlicher Aktie) einer Kostenquote in Höhe von 0,50 % und ist damit durchaus vergleichbar mit den laufenden Verwaltungskosten eines börsengehandelten Indexfonds (ETF).

Bei einer Filialbank bezahlen Sie im günstigsten Fall 45 EUR pro Order und somit 900 EUR für 20 Inlandsorders. Das entspricht bezogen auf 30.000 EUR Depotwert einer Kostenquote von 3,0 % – das ist deutlich mehr als die durchschnittlichen Verwaltungskosten für einen aktiv verwalteten, konventionellen Investmentfonds.

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