Wie funktionieren Börse & Aktienhandel? Wir erklären, was 2018 zu beachten ist

Die Kurse an der Börse steigen und fallen. Aber warum eigentlich? Wie funktionieren Börse und Aktienhandel heute wirklich? Und welche Rolle spielen dabei Broker und Depot? Und Bulle und Bär hatten nochmal welche Bedeutung? Diese und weitere Fragen rund um Aktien und Börse werden an dieser Stelle beantwortet.

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Inhaltsverzeichnis

  • Was ist eine Börse?
  • Der Aktienhandel erfüllt eine wichtige Funktion
  • Warum steigen und fallen die Aktienkurse?
  • Wie kommt Ihre Order an die Börse?
  • Warum brauchen Sie einen Broker und ein Depot für den Aktienhandel?
  • Welche Börsen gibt es?
  • Wie platzieren Sie eine Order bei Ihrem Broker?
  • Was sind Stop Limit, Stop Loss und andere „Ordertypen“?
  • Welche Unterschiede gibt es zwischen Brokern?

Was ist eine Börse?

frageEine Börse ist ein Marktplatz für den Handel mit Wertpapieren wie z. B. Aktien, Anleihen oder Optionsscheinen. Theoretisch wäre es denkbar, dass Aktien über Auktionshäuser wie Ebay gehandelt werden – das verstieße allerdings erstens gegen das Gesetz und wäre zweitens für Käufer und Verkäufer mit vielen Risiken verbunden.

Zunächst ein paar Grundlagen. Wie funktioniert der Aktienhandel? Aktien sind Anteile an einem Unternehmen. Emittiert ein Unternehmen Aktien, verkauft es Anteile an sich selbst gegen Geld. In der Betriebswirtschaftslehre wird dies als „Eigenkapitalfinanzierung“ bezeichnet, weil das Unternehmen von seinen (neuen) Aktionären keinen Kredit erhält, sondern eine Beteiligung verkauft.

Der Aktienhandel erfüllt eine wichtige Funktion

Themenicon StrategieDie Emission von Aktien erfolgt auf den so genannten Primärmarkt zwischen Unternehmen und Investoren, die neu emittierte Papiere zeichnen. Der Aktienhandel ist Gegenstand des Sekundärmarktes: Hier trennen sich die Investoren von ihren Aktien, indem sie die Stücke an andere Investoren verkaufen.

Auch wenn in den Medien manchmal ein anderer Eindruck entsteht: Der Aktienhandel erfüllt eine zentrale volkswirtschaftliche Funktion. Könnten Aktionäre ihre Aktien nicht an einer regulierten Börse mit regem Handel (und damit fairen Preisen) weiterverkaufen, wäre die Investition in Aktien sehr viel riskanter als sie es heute ist. Dies würde zu einer verringerten Investitionstätigkeit und damit langsamerem Wirtschaftswachstum, höherer Arbeitslosigkeit etc. führen.

Warum steigen und fallen die Aktienkurse?

Themenicon HandelsplattformModerne Wertpapierbörsen wie z. B. die elektronische Handelsplattform Xetra zählen zu den effizientesten Märkten der Welt: Es dauert meistens nur wenige Minuten, bis Angebot und Nachfrage zusammengeführt (im Jargon: gematched) werden. Außerdem können alle Marktteilnehmer damit rechnen, dass der Preis, der aktuell am Bildschirm angezeigt wird, auch relevant ist und sich in den nächsten Minuten nur geringfügig ändert.

Doch auch die effizientesten aller Märkte sind Märkte und funktionieren nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage. Der Kurs einer Aktie fällt nicht, weil die Zahlen des Unternehmens schlechter als erwartet ausgefallen sind. Der Kurs fällt auch nicht, weil die Konjunktur sich eintrübt oder Gerüchte über eine Gewinnwarnung umlaufen. Der Kurs einer Aktie fällt einzig und allein, weil mehr Aktien verkauft als gekauft werden.

Apple-Chart-Tradingview

Der Kurs der Apple Aktie schwankte zuletzt stark

An der Börse gibt es für jede Aktie einen Markt. Jeder Markt tendiert stets zum Gleichgewicht. Ist die Nachfrage zum aktuellen Preis höher als das Angebot, können zum aktuellen Preis nicht alle Käufer Aktien erhalten. Steigt nun der Preis, werden einige Kaufinteressenten abwinken und ihre Order löschen. Gleichzeitig wird der steigende Kurs einige Aktienbesitzer auf den Plan rufen, ihre Aktien auf den Markt zu werfen. Zum neuen Preis ist die Nachfrage geringer und das Angebot größer – der Markt ist (für den Moment) geräumt.

Wie funktioniert die Börse bzw. wer legt fest, welcher Kurs gerade angemessen ist? Früher haben menschliche Börsenhändler die Preise nach einem festgelegten Regelwerk angehoben oder gesenkt, wenn es einen Angebots- oder Nachfrageüberhang gab. Heute wird der optimale Preis (das ist in etwa der Preis, bei dem es zum höchsten Handelsumsatz kommt) durch vollautomatische Handelsplattformen ermittelt.

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Wie kommt Ihre Order an die Börse?

Wie funktioniert die Börse? Sie können nicht einfach an der Börse anrufen und dort den Auftrag zum Kauf einer Aktie erteilen – diese Möglichkeit besteht nicht einmal theoretisch. Der Börsenbetrieb funktioniert nach sehr detaillierten Regelwerken. So wird z. B. festgelegt, dass nur registrierte Börsenteilnehmer Orders ins Orderbuch einstellen können. Bei diesen Börsenteilnehmern handelt es sich um Banken und Broker.

xetra-orderbuch1

Xetra-Orderbuch-Continental

Nach dem Absenden einer Order erscheint diese im Orderbuch

Broker können Orders von Privatkunden via Internet, Telefon und prinzipiell auch per Brief entgegennehmen und in ihrem eigenen Namen an die Börse weiterleiten. Der Broker ist gewissermaßen die Schnittstelle zwischen Endkunden und Börse.

kontoeroeffnungDie Abbildung oben zeigt das Orderbuch der elektronischen Handelsplattform Xetra für die Aktie der Continental AG. Wenn Sie über ihren Broker eine Order in dieser Aktie erteilen, erscheint die Order ebenfalls im Orderbuch – allerdings nicht mit Ihren Namen, sondern lediglich mit der georderten Anzahl und auf der jeweiligen Seite. Wenn Sie eine Aktie kaufen, erscheint Ihre Order auf der „bid“-Seite, bei einem Verkauf auf der „ask“-Seite.

Das Kürzel „bid“ steht für Geldkurs, „ask“ für Briefkurs. Der Briefkurs ist höher als Geldkurs, weil Verkäufer mehr für ihr Papier erhalten möchten, als Käufer bereit sind zu bezahlen. Im Orderbuch sind verschiedene Geld- und Briefkurse aufgelistet. Daneben ist jeweils für die Käufer- und Verkäuferseite die Zahl der Orders zu jedem Geld- bzw. Briefkurs sowie das kumulierte Volumen (Stückzahl) zu sehen. Ganz oben stehen der höchste Geldkurs und der niedrigste Briefkurs. Die Differenz zwischen diesen beiden Kursen wird als „Spread“ bezeichnet.

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Warum brauchen Sie einen Broker und ein Depot für den Aktienhandel?

Um über einen Broker Orders erteilen zu können, muss zunächst ein Vertrag zwischen Ihnen und dem Broker abgeschlossen werden: Der Vertrag über die Eröffnung und Führung eines Aktiendepots. Was ist ein Aktiendepot? Ein Aktiendepot ist wie ein Girokonto, auf dem statt Geld Wertpapiere verbucht werden. Für die im Depot verbuchten Wertpapiere besteht Ihrerseits ein Auslieferungsanspruch, so wie Sie einen Anspruch gegenüber ihrer Hausbank auf Auszahlung des Guthabens auf Ihrem Konto besitzen.

Welche Börsen gibt es?

Themenicon kontoeroeffnung2Fast der gesamte Wertpapierhandel in Deutschland findet an der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) statt, zu der die Handelsplätze Börse Frankfurt und die elektronische Handelsplattform Xetra gehören. Außerdem gibt es noch so bezeichnete „Regionalbörsen“, deren Geschäftsgebiet allerdings ganz Deutschland ist: Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover und Stuttgart. Der Handelsplatz in Stuttgart ist besonders für den Handel mit verbrieften Derivaten (Zertifikate und Optionsscheine) über das Handelssegment Euwax bekannt. Außerdem gibt es noch einige Börsen, an denen keine Wertpapiere gehandelt werden – etwa die Eurex, an der Terminkontrakte gelistet sind.

Xetra-Mainhatten-Skyline

Xetra ist die wichtigste deutsche Handelsplattform

Aktiengesellschaften entscheiden selbst, ob ihre Titel an einer bestimmten Börse gelistet werden sollen oder nicht. Die meisten Aktien sind an mehreren Börsen gelistet. An deutschen Börsen sind auch viele ausländische Aktien handelbar. Umgekehrt können Sie auch an Börsenplätzen im Ausland handeln, sofern Ihr Broker dies ermöglicht. Relevant sind dann z. B. NYSE Amex und NASDAQ in den USA.

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Wie platzieren Sie eine Order bei Ihrem Broker?

Das Platzieren einer Order ist nicht wesentlich komplizierter als eine Überweisung im Onlinebanking. Sie benötigen für eine Kauforder:

  • Die ISIN der Aktie
  • Die gewünschte Stückzahl
  • Den gewünschten Handelsplatz
  • Die gewünschte Orderart
  • Ein Verrechnungskonto mit genügend Liquidität
  • Eine TAN zur Autorisierung der Order

Gehen Sie wie folgt vor:

  1. Loggen Sie sich in Ihr Depot ein
  2. Rufen Sie die Ordermaske Ihres Brokers auf
  3. Geben Sie die ISIN und die Stückzahl ein
  4. Wählen Sie das gewünschte Verrechnungskonto (sofern mehrere vorhanden)
  5. Wählen Sie den Handelsplatz aus (z. B. Xetra)
  6. Wählen Sie den Ordertyp aus (z. B. Limit)
  7. Klicken Sie auf „Kaufen“
  8. Bestätigen Sie den Auftrag mit einer TAN

Führen Sie noch am heimischen Bildschirm einen Aktien App Test durch, wenn Sie auch von unterwegs aus handeln möchten. Nicht in allen Apps sind auch alle Funktionen der Desktopversion verfügbar. Es ist besser, dies frühzeitig zu wissen…

Was sind Stop Limit, Stop Loss und andere „Ordertypen“?

Themenicon tradingMerken Sie sich eines: Geben Sie niemals (!) eine Order ohne Limit in den Markt. Sonst kann es zu beträchtlichen Preisabweichungen kommen. Für den Kauf einer Aktie zahlen Sie dann womöglich viel mehr als geplant und für den Verkauf erhalten Sie viel weniger als gedacht.

Eine Limit Order definiert bei einer Kauforder den maximalen Kurs, zu dem Sie bereit sind, zu kaufen. Zu einem höheren Kurs darf die Order nicht ausgeführt werden. Bei einer Verkaufsorder definiert das Limit den minimalen Preis, zu dem eine Order ausgeführt werden darf – darunter verkaufen Sie nicht.

Verlustbegrenzung gilt als eine der wichtigsten Maßnahmen für den langfristigen Erfolg im Aktienhandel: Sie definieren einen maximalen Verlust pro Aktie, den Sie gerade noch in Kauf nehmen. Auf diesem Kursniveau platzieren Sie eine Stop Loss Order. Diese löst automatisch eine Verkaufsorder aus, wenn das festgelegte Kursniveau einmalig unterschritten wird.

Eine abgewandelte Variante von Stop Loss Orders sind Trailing Stops. Stellen Sie sich vor, eine Aktie steigt nach dem Kauf und Sie überlegen, das Papier zu verkaufen um den Gewinn zu sichern. Damit verstoßen Sie gegen eine goldene Börsenregel („Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen“). Besser als ein frühzeitiger Ausstieg ist eine dynamische Stop Loss Order (Trailing Stop), die das Stop Loss Level bei steigenden Kursen automatisch anhebt.

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Mit einer Stop Order (Stop Buy) können Sie festlegen, dass eine Aktie erst gekauft werden soll, wenn ein festgelegter Kurs überschritten wurde. Wenn Sie z. B. damit rechnen, dass eine Aktie nach dem Erreichen eines neuen Allzeithochs noch sehr viel weiter steigen kann, platzieren Sie eine Stop Buy Order kurz über dem noch zu erreichenden Allzeithoch.

Themenicon Wissen_varianteGrundsätzlich legen Börsen und nicht Broker fest, welche Ordertypen zugelassen sind. Viele Broker bieten ihren Kunden aber zusätzliche Ordertypen als Service an: So kann z. B. ganz unabhängig von der Börse auf den Servern des Brokers eine Kauforder für den Fall gespeichert werden, dass der Kurs der XY Aktie einen bestimmten Wert überschreitet. Tritt der Fall ein, wird eine reguläre Order an die Börse weitergeleitet. In der Summe handelt es sich um eine Stop Buy Order.

Viele Fachzeitschriften beschränken ihre Beobachtungen bei Vergleichstests ausschließlich auf einen Ordergebühren Vergleich und lassen funktionale Extras wie die verfügbaren Ordertypen außen vor. Das ist ein Fehler: Je mehr Ordermöglichkeiten, desto größer sind die taktischen Möglichkeiten im Aktienhandel.

Ein Tipp: Führt ein Broker die verfügbaren Ordertypen nicht auf, können Sie dies auch mit einem Musterdepot Vergleich (im Idealfall direkt mit Demokonten mehrerer Anbieter) in Erfahrung bringen. Die verfügbaren Ordertypen werden in der Regel in der Ordermaske angezeigt.

Trailing-Stop-Schaubild

Mit Trailing Stop Orders warden Verluste begrenzt

Welche Unterschiede gibt es zwischen Brokern?

Broker unterscheiden sich einerseits im Hinblick auf die gebotenen Zusatzleistungen, andererseits im Hinblick auf die Preise. Im Online Aktiendepot Vergleich sollten beide Komponenten berücksichtigt werden.

Unter den Zusatzleistungen sind relevant:

  • Zusätzliche Ordertypen
  • Ausbildungsangebote
  • Die Qualität der Handelsplattform
  • Die Erreichbarkeit des Kundenservice
  • Viele angebundene Handelsplätze
  • Ggf. die Möglichkeit zum Handel mit CFDs

Einige Handelsplattformen beschränken sich auf die grundlegenden Handelsfunktionen (Orderaufgabe und Wertpapierbuchungen). Viele Broker bieten ihren Kunden jedoch deutlich mehr. Professionelle Software enthält Chartingtools mit Zeichenwerkzeugen und Indikatoren, einen Reuters-Newsfeed, Datenbanken mit Aktienkennzahlen u.v.m.

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lupeWerfen Sie auch einen Blick auf den Kundenservice: Ist dieser nur per E-Mail zu erreichen, ist das ein Indiz für eine stiefmütterliche Kundenbetreuung. Auch im digitalen Zeitalter setzen gute Broker weiterhin auf eine telefonische Kundenbetreuung – selbst wenn diese Orders nur gegen Aufpreis entgegennimmt. Ein solcher „Offline-Zuschlag“ erreicht im Übrigen leicht 10-15 Euro – telefonische Orders sind in diesem Fall kein gutes Geschäft. ABER: Der Kundenservice dient als Backup für den Fall technischer Störungen – und dann entfällt in der Regel auch der Zuschlag.

Im Hinblick auf die Preise gilt es auf folgende Gebührenposten zu achten:

  • Pauschale Depotführungsentgelte
  • Ordergebühren Inland
  • Ordergebühren Ausland
  • Zusatzkosten für Limits
  • Zusatzkosten für telefonische Orders
  • Kosten für die Kursdatenversorgung
Lynx-Preisverzeichnis-Gebühren-D-USA

Ein guter Brokervergleich ist mehr als ein Blick ins Preisverzeichnis

Nur weil ein Broker auf pauschale Depotgebühren verzichtet, müssen die Leistungen nicht schlechter ausfallen. Es gibt sehr gute Broker ohne Fixkosten und weniger gute Anbieter mit Depotgebühren von 200 EUR pro Jahr. Einige Broker setzen im Preisverzeichnis eine pauschale Depotgebühr an, verzichten aber unter Bedingungen (Vermögensbestand, Anzahl Transaktionen etc.) darauf.

Themenicon uebersichtWenn Sie die Ordergebühren verschiedener Broker vergleichen, werden Sie auf sehr unterschiedliche Gebührenmodelle stoßen. Einige Broker verlangen eine Pauschale, andere staffeln abhängig vom Ordervolumen, andere setzen ihre Gebühr aus Grundentgelt, prozentualer Provision und Handelsplatzentgelt zusammen. Zusätzlich zu den Kosten müssen Sie meistens noch Börsengebühren entrichten.

Die meisten Broker verlangen für den Handel im Ausland höhere Gebühren als im Inland. Wenn Sie ausschließlich oder vorwiegend in den USA handeln möchten, sollten Sie einen Broker mit Sitz in Großbritannien bzw. einer direkten Verbindung dorthin in Betracht ziehen – die Entgelte sind meistens wesentlich niedriger.

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Bilderquellen:
– www.tradingview.com
– http://www.boerse-frankfurt.de/aktien/orderbuch
– http://www.xetra.com/xetra-de/
– https://www.boerse-stuttgart.de/de/boersenportal/tools-und-services/ordertypen/
– https://www.lynxbroker.de/media/tarife/LYNX_Tarife.pdf


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