Binäre Optionen mit Volumenindikator handeln 2018: Wie funktioniert der OBV-Indikator?

Binäre Optionen mit Volumenindikatoren handelnDas Volumen ist einer der beliebtesten Indikatoren für Trader und kann sich – wie wir schon einmal vorgestellt haben – vor allem im Einzelwertebereich als sehr nützlich erweisen. Da das Volumen nicht aus dem Preis selbst berechnet wird, kann es infolgedessen auch als eine zusätzliche Information betrachtet werden. Diese Tatsache empfinden viele Trader als sehr wichtig.

Auf Basis des Volumens haben sich daher einige Indikatoren entwickelt, so etwa das On-Balance-Volume (OBV) oder der Money-Flow-Index (MFI). Dabei ist der MFI-Indikator eine Weiterentwicklung des OBV-Indikators. Um den Indikator zu verstehen, erklären wir daher zunächst, wie der OBV-Indikator funktioniert.

Inhaltsverzeichnis

  • On-Balance-Volume einfach erklärt
  • Der Money-Flow-Index einfach erklärt
  • Eine Strategie mit dem MFI-Indikator
  • Fazit

On-Balance-Volume einfach erklärt

Der On-Balance-Volume-Indikator wird recht einfach berechnet. Der für den aktuellen Tag angezeigte Umsatz im Handel ist negativ, wenn der Kurs im Vergleich zum Vortag gefallen ist, der Schlusskurs also niedriger ist. Er ist positiv, wenn der Kurs im Vergleich zum Vortag gestiegen ist, d. h., der Schlusskurs höher liegt. Damit kann eine Aussage getroffen werden, ob Geld aus der Aktie oder in die Aktie geflossen ist. Das Ganze wird im Verlauf kumuliert, womit sich ein steigender oder fallender OBV-Indikator ergibt.

Screen 1

Screen 1: Wochenchart des DAX

Die größte Schwäche des Indikators ist seine verzögerte Reaktionsfähigkeit. Starke Volumenspitzen führen dazu, dass der Indikator eine längere Anpassungszeit benötigt, sodass die Aussagekraft in dieser Zeit begrenzt ist. Das untere Wochenchart des DAX-Futures zeigt diesen Umstand. Der Indikator konnte die größere Korrektur nicht anzeigen, sondern fluktuierte schwach vor sich hin. Allerdings hat er die Fortsetzung des Aufwärtstrends sehr gut bestätigt.

Der Money-Flow-Index einfach erklärt

Der Money-Flow-Index ist eine Weiterentwicklung des OBV-Indikators. Im Rahmen der Berechnung des Indikators werden nicht bloß die Schlusskurse von Kursbalken verglichen, sondern die Differenz der Durchschnittskurse. Damit zeigt er nicht nur den Geldfluss, sondern auch das Momentum des Geldflusses an.

Das Momentum ist sozusagen der Schwung einer Bewegung bzw. die Ausprägung des Schwungs. Damit lassen sich Schlüsse zur Stärke eines Trends und den dahinter liegenden Geldflüssen ziehen.

Eine Strategie mit dem MFI-Indikator

Wir wollen nun veranschaulichen, wie eine solche Analyse mit dem MFI-Indikator aussehen kann. Gemäß unserer Erkenntnisse definieren wir einige Regeln:

  1. Um eine Call-Option zu kaufen, muss sich der MFI-Indikator über einem Wert von 60 befinden.
  2. Um eine Put-Option zu kaufen, muss sich der Indikator unter einem Wert von 40 befinden.
  3. Gehandelt werden Trendbrüche innerhalb des Indikators.
  4. Es werden nur Calls gekauft, wenn der Aufwärtstrend stark ist (Kurs >200er Moving Average).
  5. Es werden nur Puts gekauft, wenn der Abwärtstrend stark ist (Kurs < 200er Moving Average).
  6. Der Exit (eventuell bei vorzeitigem Verkauf der Option) findet statt, sobald eine Divergenz zwischen Kurs und MFI-Indikator angezeigt wird.
Screen 2

Screen 2: Wochenchart des DAX

Es ist erkennbar, dass nach Anwendung dieser Regeln auf Wochenbasis ebenfalls gute Trades zustande gekommen wären. Der nicht ausgeführte erste Trade hätte nicht alle Voraussetzungen erfüllt. Zwar zeigt die 200er Moving Average einen Abwärtstrend an, wonach wir eine Put Option kaufen sollten. Der Trendbruch im Indikator findet allerdings oberhalb der 60er Linie statt, und auch die 40er MFI-Linie wird nur kurz getriggert.

Der zweite Trade wäre schon eindeutiger gewesen: Hierbei wurde ein Trendbruch oberhalb der 60er Linie identifiziert, gleichzeitig befand sich der Kurs oberhalb der 200er Moving Average. Eine langlaufende Call-Option hätte hier einen guten Gewinn eingebracht. Die vertikale Linie zeigt an, wo ein Exit stattfinden könnte – wenn eine Divergenz sichtbar wird. Der MFI-Indikator zeigt ein tieferes Hoch, während der Kurs ein höheres Hoch gebildet hat.

Auch der dritte und vierte Trade hätte sich als Gewinntrade herausgestellt, sofern der Handel klar nach den Regeln mit dem MFI-Indikator stattgefunden hätte. Gerade hier wird der Vorteil von binären Optionen sichtbar. Denn sofern man keinen Exit selbst, sondern eine Laufzeit wählen muss, befindet man sich sozusagen auf der sicheren Seite. Empfehlenswert wäre bei dieser Strategie eine Laufzeit von vier bis acht Wochen.

Fazit

Das Volumen war schon immer ein beliebter Indikator. Die Indikatoren OBV und MFI nutzen das Volumen in Verbindung mit dem Kurs. Während der OBV-Indikator das Volumen fortwährend dazu addiert, setzt der MFI-Indikator das Volumen ins Verhältnis zur durchschnittlichen Differenz aufeinanderfolgender Schlusskurse. Damit stellt er das Momentum des Volumens dar.

Anzumerken ist jedoch, dass das Volumen als Basis – ob für einen weiterentwickelten Indikator oder als eigenständige Information – seine Wirkung vor allem bei Einzelwerten entfalten kann. In sehr liquiden Märkten wie Indizes oder Währungen sind die Indikatoren auf kurzfristiger Basis weniger geeignet, auf Wochenbasis jedoch durchaus hilfreich.

Screen 3

Screen 3: Webseite des Brokers Stockpair

Der Broker Stockpair eignet sich sehr gut für den Einsatz dieser Strategie, da er sich überwiegend auf Einzelwerte und Paare spezialisiert hat.

Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit diversen Finanzprodukten. Im Tagesgeschäft widmet er sich dem Forex-Handel, wohingegen Aktien mittelfristig im Swing-Trading mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo getradet werden. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de
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