Rückblick: die wichtigsten News vom 30. März bis 13. April 2017

In den vergangenen beiden Wochen waren leider vor allem negative Meldungen an der Tagesordnung. Nach dem Anschlag in London Ende März mussten wir in der vergangenen beiden Wochen auch Terroranschläge in St. Petersburg und Stockholm erleben. Darüber hinaus nimmt der Syrien-Konflikt kein Ende. Ein Giftgas-Angriff kostete dort vielen Menschen, darunter zahlreichen Kindern, das Leben. US-Präsident Donald Trump antwortete darauf mit einem Angriff auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt. Auf politischer Bühne ist weiterhin der Brexit ein wichtiges Thema, während man sich in der Finanzwelt mit den sehr niedrigen Zinsen beschäftigt.

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Inhaltsverzeichnis

  • Wirtschaft
  • Geld- und Währungspolitik

Wirtschaft

EU

Vorsorge für Scheiten des Brexits

Was passiert eigentlich, wenn die Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU scheitern? Ein britischer Parlamentsausschuss verlangt nun von Premierministerin Theresa May, die Kosten für diesen Fall offenzulegen. Die Abgeordneten möchten wissen, welche Folgen bei einem EU-Austritt ohne Abkommen auf die britische Wirtschaft zukommen könnten. Außerdem fordern die Abgeordneten einen Notfallplan, falls keine Einigung mit der EU erzielt wird.

Kaufkraft der Briten sinkt

Die britischen Bürger spüren die Folgen des Brexit-Votums nun auch im Geldbeutel. Die Real-Löhne stiegen in Großbritannien zuletzt inflationsbereinigt um nur 0,2 Prozent. Dieser Wert ist so niedrig wie seit Mitte des Jahres 2014 nicht mehr. Die Inflation nimmt in Großbritannien seit Monaten zu. Wenn die Inflation weiter nach oben geht, werden wohl die Real-Löhne weiter sinken und damit die Kaufkraft der Briten nachlassen. Der britische Arbeitsmarkt steht bislang noch gut da. Doch obwohl die Erwerbslosenquote so niedrig ist wie seit zwölf Jahren nicht mehr, stiegen im März die Anzahl der eingegangenen Anträge auf Arbeitslosenhilfe. Dies könnte ein Alarmsignal für den Arbeitsmarkt sein. Darüber hinaus reduzierten britische Unternehmen im Januar und Februar ihre Produktion.

Stresstest bei kleinen Banken

In den nächsten Monaten müssen sich über 1.500 Sparkassen, Volksbanken und andere Geldhäuser in einem Stresstest beweisen. Es geht dabei vor allem um die Frage, wie gut die Banken in der derzeitigen Niedrigzinsphase aufgestellt sind. Diese Niedrigzinsumfeld-Umfrage unter kleinen Banken, die nicht direkt der EZB unterstellt sind, wird schon zum dritten Mal seit 2013 durchgeführt. Zuständig dafür sind die Bundesbank und die Finanzaufsichtsbehörde BaFin. Viele Banken bekommen die niedrigen Zinsen im Euroraum immer mehr zu spüren. Ihnen fällt es zunehmend schwer, Gewinne zu erzielen.

In der Umfrage bekommen die Banken von der BaFin fünf Zinsszenarien für die nächsten vier Jahre vorgegebenen. Zudem müssen sie in einem Stresstest zeigen, wie gut sie beispielsweise mit Kreditausfällen zurechtkommen. Die Ergebnisse können dazu führen, dass die Banken ihre Eigenkapitalpolster erhöhen müssen. Die BaFin möchte auch wissen, wie sich die Niedrigzinsen auf die Vergabe von Krediten auswirken.

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Aufschwung in Spanien

Die spanische Notenbank erhöhte ihre Prognose für das Wachstum des BIP für dieses Jahr von 2,5 auf 2,8 Prozent. Damit ist der Aufschwung in Spanien stärker, als bislang gedacht. Auch für die beiden kommenden Jahre konnte die Notenbank ihre Prognosen nach oben korrigieren. Neben der Binnennachfrage, die zulegen konnte, nahm auch das Exportwachstum zu. Zudem ist nach Ansicht der Notenbank auch die Inflationsrate von drei Prozent im Januar und Februar wohl nicht dauerhaft. Für das gesamte Jahr geht die Banco de Espana von einer durchschnittlichen Inflationsrate von 2,2 Prozent aus.

Deutsche Hotels zuversichtlich

Die Hotelbranche erwartet in diesem Jahr einen Anstieg der Übernachtungen von rund zwei Prozent. Nach Ansicht von Otto Lindner, dem Chef des Branchenverbands IHA, profitiere die Hotellerie von der guten Konjunktur und der Konsumfreude in Deutschland. Zudem boomt der Tourismus in Deutschland weiterhin. Die Umsätze sollen in diesem Jahr um vier Prozent steigen und werden damit ähnlich stark bleiben wie im vergangenen Jahr. 2016 lag die durchschnittliche Zimmerauslastung bei 71 Prozent. Die Hotels konnten dabei sogar die Preise um 3,5 Prozent erhöhen. Dennoch spürt die Hotelbranche durchaus die Konkurrenz von Anbietern wie Airbnb und die Einführung von „Bettensteuern“ in manchen Städten.

Italienische Krisenbanken brauchen Kapital

Den beiden italienischen Banken Banca Popolare di Vicenza und Veneto Banco fehlen insgesamt 6,4 Milliarden Euro. Laut den beiden Banken sei dies die Einschätzung der EZB. Der Banca Popolare di Vicenza fehlen 3,1 Milliarden Euro, der Veneto Bank 3,3 Milliarden. Dennoch kämen beide Banken für eine vorsorgliche Rekapitalisierung infrage. Schon Mitte März beantragten beide Banken finanzielle Hilfen beim italienischen Staat. Um diese Hilfen zu bekommen, ist es notwendig, dass die EZB die Banken als solvent einstuft. Dies ist wohl geschehen.

Importzölle auf Stahl aus China erhöht

Die EU-Kommission hat die Einfuhrzölle auf einige Stahlprodukte aus China erhöht. So wurden beispielsweise auf warmgewaltzen Flachstahl Abgaben zwischen 18,1 und 35,9 Prozent erhoben. Auf die gleichen Produkte aus Ländern wie Brasilien oder dem Iran werden dagegen keine Importzölle erhoben. Die EU will mit dieser Maßnahme die europäischen Hersteller vor Dumpingpreisen chinesischer Produzenten schützen.

Deutschland Nummer 2 bei Steuern und Abgaben

Unter den Industrienationen hat Deutschland die zweithöchste Steuer- und Abgabelast. Dies sind die Ergebnisse einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Ein alleinstehender Durchschnittsverdiener musste im vergangenen Jahr 49,4 Prozent seines Einkommens abgeben. Neben Steuern entfallen zwei Drittel der Belastung auf die Sozialversicherungsbeiträge. Nur Belgien mit 54 Prozent hat eine noch höhere Abgabelast. Der OECD-Schnitt liegt dagegen bei nur 36 Prozent. Ingo Kramer, der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), ist der Meinung, dass ein weiterer Anstieg negative Folgen für Beschäftigung und Wachstum haben wird.

Zudem steigen die Arbeitskosten doppelt so schnell wie in der restlichen Eurozone. Eine Arbeitsstunde im produzierenden Gewerbe und bei Dienstleistern kostet im Durchschnitt 33,40 Euro. Dies ist ein Anstieg von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In anderen Ländern der Eurozone wurden die Arbeitskosten pro Stunde nur um 1,3 Prozent teurer.

Baubranche mit Umsatzplus

Die Baubranche freut sich über Umsatzsteigerungen zu Jahresbeginn. Im Januar konnte die Branche mehr als sieben Prozent mehr einnehmen, als im Jahr zuvor. Besonders der Tiefbau freut sich über kräftige Umsatzanstiege. Allein im Straßen- und Schienenbau wurden 23 Prozent mehr Umsätze erzielt. Und auch im März konnte die Baubranche erfolgreich arbeiten. Die Stimmung im Wohnungs- und Wirtschaftsbau ist derzeit ebenso gut wie im Straßen- und Tiefbau. Dies liegt auch an stärkeren Investitionen aus der öffentlichen Hand. Besonders die Baubranche profitiert von den derzeit sehr niedrigen Zinsen. So entscheiden sich beispielsweise Investoren vermehrt für Anlagen in Immobilien, da andere Anlagealternativen zur Zeit weniger attraktiv sind.

Europäische Bankenaufsicht soll nach Deutschland kommen

Die Bundesregierung würde die Europäische Bankenaufsicht EBA und die Europäische Arzneimittelagentur EMA beim Eintritt des Brexit gerne von London nach Deutschland holen. Frankfurt könnte für die EBA ein optimaler Standort sein. Man geht davon aus, dass europäische Institutionen wie die EBA und die EMA nach dem Brexit nicht länger in London bleiben können, sondern in den EU-Raum umziehen müssen.

PC-Markt schwächelt

Nach aktuellen Zahlen des Marktforschungsunternehmens Gartner ging der weltweite PC-Markt im ersten Quartal 2017 um 2,4 Prozent zurück. Zum ersten Mal seit zehn Jahren wurden weniger als 63 Millionen Computer verkauft. Allein in Europa sankt der Absatz um fast sieben Prozent. Vor allem private Verbraucher kaufen weniger Computer und ersetzen ihre alten PCs immer seltener. Daher müssen sich viele Anbieter nun verstärkt auf Geschäftskunden konzentrieren.

USA

US-Handelsdekrete beunruhigen Deutschland und China

Kürzlich war der chinesische Präsident, der zwischenzeitlich auch zu Gast bei Donald Trump in den USA war, in Deutschland zu Gast. Deutschland und China warnten die USA vor protektionistischen Schritten. Die Bundesregierung wünscht sich zudem mehr Klarheit über die Außenhandelspolitik Donald Trumps. Donald Trump ordnete kurz davor mit zwei Dekreten an, zu untersuchen, wie die Überschüsse von China, Deutschland oder Japan in der Handelsbilanz der USA zustande kommen. Zudem möchte er wissen, wie sich Einfuhrzölle effektiv erheben lassen. Für Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries ist dies ein Warnsignal. Und auch das chinesische Handelsministerium forderte die USA auf, sich an internationale Regeln zu halten.

Weniger Autos in den USA verkauft

Im März wurden in den USA weniger Autos verkauft als erwartet. Zudem gab es hohe Rabattaktionen. Daher befürchten Experten und Unternehmen, dass der US-Automarkt an Schwung verliert. Nissan konnte beispielsweise zwar 3,2 Prozent mehr Absatz erreichen, gewährte aber pro Auto mehr als 400 Dollar mehr Rabatt als vor einem Jahr. Auch Verkäufer von Kleinlastern und SUVs mussten die Preise reduzieren. Bei Ford, Toyota und Fiat sanken die Absatzzahlen ebenfalls. Falls die Händler noch mehr Rabatte gewähren müssen, konnte dies zulasten der Gewinne der Autokonzerne gehen. Nach dem schwachen März blickt die US-Autobranche eher pessimistisch auf den weiteren Jahresverlauf.

Starker Dollar

US-Präsident Donald Trump sorgt sich aufgrund des starken Dollars. Einen Grund für die Stärke der Währung sieht er auch im Vertrauen der Menschen in seine Person. Trump appellierte an die Fed, bei weiteren Zinserhöhungen Vorsicht walten zu lassen, um den Dollar nicht noch stärker zu machen. Ein starker Dollar belastet vor allem die Exporte der US und verbilligt Importe aus anderen Ländern. Zudem rückte Trump in einem Interviews mit dem „Wall Street Journal“ von seiner teils massiven Kritik an FED-Chefin Janet Yellen ab und kann sich nun sogar eine zweite Amtszeit Yellens an der Spitze der Fed vorstellen.

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Geld- und Währungspolitik

EZB soll an Kurs festhalten

Notenbanker mehrerer europäischer Notenbanken haben sich für die Beibehaltung des Kurses der EZB ausgesprochen. So gibt es beispielsweise für Ewald Nowotny, dem Gouverneur der österreichischen Notenbank, zur Zeit keinen Anlass, von der Strategie abzuweichen. Auch die Kritik an der EZB sollte nach den aktuellsten Daten zur Preisentwicklung in Deutschland nachlassen, denn im März sank die Inflation in Deutschland erstmals seit einem Jahr wieder.

Der Fahrplan der EZB für das laufende Jahr sei im Wesentlichen festgelegt. Auf ihrer Zinssitzung im März bekräftigte die EZB, dass die Schlüsselzinsen auch nach dem Ende des Anleihenkaufprogramms sehr niedrig bleiben werden oder sogar weiter sinken könnten. Das sogenannte Tapering, also die Reduzierung der Wertpapier-Käufe bis auf Null, könnten nach Ansicht des niederländischen Notenbank-Chefs Klaas Knot nur dann vorgezogen werden, wenn sich die Wirtschaft besser entwickelt, als bislang gedacht. Derzeit entwickelt sich die Inflationsdynamik in der Eurozone noch nicht so, wie sich dies die EZB vorstellt.

EZB will flexibel bleiben

Trotz dem Festhalten an Niedrigzinsen und Anleihenkäufen will EZB-Direktor Benoit Coeure, dass die Europäische Zentralbank flexibel bleibt. Er sagte, dass Entscheidungen zur Änderung der geldpolitischen Erwartungen nicht auch automatisch bereits weitere Schritte festlegen. Veränderungen müssten sich erst bewähren. Welche Werkzeuge die EZB einsetzt und in welcher Reihenfolge hänge auch von den mittelfristigen Inflationsaussichten ab.

Regierungen sollten sich auf Zinswende vorbereiten

Der EZB-Direktor Benoit Coeure hat die europäischen Regierungen dazu aufgefordert, sich auf ein Ende der sehr niedrigen Zinsen einzustellen. Die Niedrigzinsphase darf seiner Ansicht nach nicht zu lange anhalten, sonst würden die Banken im Euroraum dadurch geschwächt. Noch immer liegt der Einlagensatz bei minus 0,4 Prozent. Damit wird ein Strafzins fällig, wenn Banken Gelder für eine Nacht an die EZB übergeben. Diese Niedrigzins-Politik bereitet Banken zunehmend Schwierigkeiten.

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