Intel Aktie kaufen –Die Analyse KW 24

Ein Hedgefonds verkauft Aktien

Wir alle wissen, dass auf dieser Welt nur selten etwas perfekt funktioniert. Schon gar nicht in der Wirtschaft oder Politik. Ob das nun ein Grund ist, radikale Vorbereitungen zu treffen? Der weltgrößte Hedgefonds Bridgewater Associates hat massiv seine Long-Positionen in den Aktienmärkten geschlossen, weil die Analysten von Bridgewater für 2019 ein Crash-Jahr vorhersehen. So in etwa muss man den vor ein paar Tagen erschienenen Bloomberg-Bericht deuten. Bridgewater argumentiert mit der Zurücknahme der Stimulus-Programme der Zentralbanken. In Kombination mit der Anhebung der Fed-Zinsen kann es 2019 gefährlich werden. Der Hedgefonds rechnet also mit wirtschaftlichen Abschwung, der die Finanzmärkte in die Tiefe ziehen wird.

Die Krisen-Argumentation ist nicht neu. Ein wenig überraschend erscheint die Prognose für 2019. Ein paar Fragen stellen sich: Wieso schließt Bridgewater ein Großteil der Long-Positionen in 2018, wenn sie erst in 2019 mit einer Krise rechnen? Wieso zeigt sich ein Fonds wie Bridgewater so freundlich ist, und informiert die Weltbürger über einen bevorstehenden Börsenabschwung? In dieser Hinsicht macht sich Bridgewater verdächtig. Erstens ist der Fonds kein Wohltätigkeitsverein, und ist es nicht so, dass mit dem Bericht etwas bezweckt werden soll? Zweitens gibt es für den Fonds eine Absicherungsmöglichkeit. Wieso schließt Bridgewater Long-Positionen, wenn eine Absicherung an den Terminmärkten möglich wäre. Das ist ja gerade ein Vorteil jedes Hedgefonds. Als Börsianer müssen wir misstrauisch sein. Niemand kennt die Zukunft und wer es trotzdem behauptet, macht sich der Manipulationsabsicht verdächtig.

Grundsätzlich sind die Überlegungen Bridgewaters nicht falsch. Dabei werden jedoch wichtige Informationen weggelassen. Eine Finanzkrise hat normalerweise eine bereinigende Funktion. Das traf leider nicht auf die Krise in 2007 zu. Die Zentralbanken haben damals alles getan, um marode Staaten und Banken weiter am Leben zu lassen. Die Idee hätte funktioniert, wenn danach eine umfassende Sanierung der Finanzsysteme umgesetzt worden wäre. Die Realität ist jedoch, dass seit mehr als zehn Jahren die Verschuldung weiter angestiegen ist. Mit anderen Worten, das Risiko hat sich im Vergleich zu 2007 noch einmal multipliziert. Die Notenbanken haben inzwischen kaum noch Handlungsfähigkeit. Sie müssen die Geldpolitik auch in Zukunft extrem locker handhaben, und damit das Risiko weiter erhöhen.

Steigende Aktienmärkte als unvermeidbarer Nebeneffekt

Man muss kein Prophet sein, um sich vorzustellen, dass in den nächsten Jahren die Aktienmärkte weiter mit Liquidität versorgt werden. Die Manipulation des Finanzsystems ist dramatisch. Von Marktwirtschaft kann man schon seit Jahren nicht mehr reden. Unter professionellen Börsianern wird gerne über die „EUDSSR“ gespottet.

Attraktive Anlagemöglichkeiten außerhalb der Aktienmärkte werden auch in den nächsten Jahren „unauffindbar“ sein. Leider kommt es irgendwann zum Crash – aber nicht 2019. Hierfür ist die Spekulationsblase immer noch nicht groß genug.

Ein Blick auf die ADL sollte uns zeigen, ob bei den Aktien eine Distribution von Wertpapieren stattfindet.

Die Advance-Decline-Line (ADL) wird über die Differenz der gestiegenen und gefallenden Aktien berechnet. Grundsätzlich gilt, dass jede Bewegung des Index von der ADL bestätigt werden sollte. Fehlt die Bestätigung, deutet einiges darauf hin, dass der Index eine Umkehr vorbereitet.

Tages-Chart des S&P500 mit seiner ADL

Bild: Tages-Chart des S&P500 mit seiner ADL

Die ADL zeigt bullish nach oben. Das Allzeithoch im Januar 2018 wurde bereits übertroffen. Egal wie negativ Bridgewater argumentiert, die innere Struktur des Marktes zeigt etwas anderes. Die Mehrheit der US-Aktien befindet sich in einem Aufwärtstrend ohne Schwäche. Warnzeichen ergeben sich in der Regel über bearishen Divergenzen. Sowohl im Kurs-Chart als auch im ADL-Chart ist ein GDL100 eingezeichnet. Der Abstand des jeweiligen Graphen zur GDL100 kann eine Divergenz offenbaren. Es ist nicht zu erkennen, wo diese sein sollte. Im Gegenteil, seit April steht die Mehrheit der Marktteilnehmer auf der Bullenseite.

Intel erneuert sich in den Geschäftsfeldern

Der größte Chiphersteller der Welt sucht ständig neue Geschäftsfelder. Die Herstellung von Mikroprozessoren ist zwar weiterhin die wichtigste Einnahmequelle, und doch reicht das nicht mehr aus, um den Aktienkurs in den Steigflug zu bringen. Weil das Prozessorgeschäft weitgehend ausgereizt ist, versucht Intel seit ca. 3 Jahren intensiviert, neue Wachstumssegmente zu erschließen. Data Center (Cloud) und Internet of Things (IoT) sind die gewünschten Erfolgssegmente.

Hinter dem „nebulösen“ IoT versteckt sich ein Sammelbegriff. Es geht um die Vernetzung von physischen und virtuellen Gegenständen. Hierzu gehören zum Beispiel Herzschrittmacher, Smartwatches oder auch Activity Tracker. Intel könnte praktisch die Infrastruktur für unendlich viele Produkte anbieten.

Smarte Intel-Produkte können also in externe Vorrichtungen integriert werden, um sie technologisch zu perfektionieren. Hervorragendes Umsatzwachstum erzielt Intel mit Sensoren für Verkaufsprozesse im Einzelhandel. Nebenbei werden auch die Warenbestände mit hoher Genauigkeit abgeglichen. Anschließend werden die Informationen in die Cloud gesendet, und das Firmennetzwerk umfassend informiert.

Intels Unternehmensstrategie ist geschickt aufgebaut. Durch die neuen Produktsegmente diversifiziert sich das eigene Risiko. Die Gefahr bei einer Diversifizierung ist üblicherweise, dass sich das Unternehmen verzettelt. Das gilt nicht für Intel, denn die neuen Intel-Produkte sind im weitesten Sinn eine Ergänzung zur konventionellen Computerhardware. Intel bleibt sich treu und doch erweitert man die Unternehmensflexibilität.

Intel ist ein Basisinvestment

Mit der Intel-Aktie lassen sich kurzfristig keine hohen Renditen mehr erzielen. Trotzdem ist Intel ein Basisinvestment der langfristigen Aktienanlage. Die Neuausrichtung auf neue Geschäftsfelder sichert die Zukunft. Als Marktführer für Mikroprozessoren kann Intel die neuen Geschäftsfelder parallel bearbeiten. Um Intel muss man sich als Investor keine Sorgen machen.

In Abhängigkeit zum globalen Wachstum schwankt Intel Aktienkurs. Mit einem KGV zwischen 15 und 20 gibt es aber keine Überbewertung und die neuen Geschäftsfelder können den Aktienkurs noch attraktiver gestalten.

Kurzüberblick Finanzdaten Intel

Jahre201420152016201720182019
Umsatzerlöse558705535559387627626752169573
Ergebnis vor St.158011421212936203522117422254
KGV161517231514

Intel präsentiert solide Finanzdaten. Es ist ein kerngesundes Unternehmen, das durchaus Entwicklungspotential hat. Wenn Intel es schafft, ihre Kernkompetenzen auf neue Geschäftsfelder zu übertragen, dann kann Intel in neue Umsatzregionen vorstoßen. Intel kann ein Basisinvestment für jedes konservative Depot sein. Langfristig eingestellte Investoren werden mit einer jährlichen Dividende von etwas mehr als 2 % belohnt.

Die Technische Ausgangssituation für das Trading

Aus langfristiger Sicht befindet sich die Intel-Aktie in einem Aufwärtstrend. Die eingezeichnete Trendgabel (Pitchfork) spiegelt die aktuelle Marktsituation ganz gut wider. Der Kurs trifft auf die obere Begrenzung des Trendkanals. Die Marktgeometrie lässt darauf schließen, dass an dieser Stelle der Marktschwung gemindert wird.

Wochen-Chart der Intel-Aktie mit Trendgabel (Pitchfork)

Bild: Wochen-Chart der Intel-Aktie mit Trendgabel (Pitchfork)

Der Aufwärtstrend ist überhitzt

Allein der Vergleich der 2018er-Kursmuster zu den vergangenen Jahren, zeigt die Schwierigkeit neue Allzeithochs zu erreichen. In 2018 wirken die Kursbewegungen gequält. Nach oben gerichtete dynamische Candlesticks werden durch große rote Candlesticks (bearish) behindert. Die Marktteilnehmer sind sich also nicht mehr einig, ob der Kurs weiter ansteigen soll. Mit anderen Worten: Es gibt des Öfteren Gewinnmitnahmen. Es könnte sein, dass die positive Psychologie aus dem Aktienkurs entwichen ist.

Wenn die Annahmen korrekt sind, dann sollte in den nächsten Wochen eine leichte Konsolidierung einsetzen. Der Zielkurs liegt auf der mittleren Linie der Trendgabel. Ich gehe von einem Kurs von mindestens 50 Euro aus. Von dort könnte dann der Aktienkurs wieder neu durchstarten. Das nächsthöhere Kursziel sollte 63 US-Dollar betragen.

Eckdaten für das Trading

Intel-Aktie: WKN: 855681 oder US-Symbol INT

Zielkurs: 63 US-Dollar

Stop-Loss: 41,60 US-Dollar

Hinweis: Wenn Sie die Aktie in Deutschland kaufen möchten, dann beachten Sie den Euro-USDollar Umrechnungskurs.

Handelsumsetzung:

Wenn Sie von der kurzfristigen Aktienempfehlung profitieren möchten, können Sie die Aktie direkt kaufen oder mit Derivaten arbeiten. Beachten Sie, dass Derivate einen Hebel enthalten und Sie somit das Gewinn- und Verlustpotenzial steigern. Im Extremfall ist sogar ein Totalverlust möglich.

Handelshinweise:

Stop-Loss:
Der Stop-Loss wird zunächst als Initial-Stop gesetzt, und hat die Funktion einer maximalen Verlustbegrenzung.

Kursziel:
Das Kursziel ist der Ausstiegspunkt für die prognostizierte Marktbewegung.

Zwischenziel: Bei Erreichen des Zwischenziels befindet sich die Position im Gewinn. An dieser Stelle nehmen wir einen Teilgewinn mit, und wir verkaufen 50% unserer Position. Gleichzeitig wird der Stop-Loss auf den persönlichen Einstiegskurs nachgezogen. So können wir unsere Position verlustfrei schließen, auch wenn sich der Markt später gegen uns stellt.

 

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