Übernahme von Plus500 2018 – Playtech zahlt über 700 Millionen Dollar für den angeschlagenen Broker

Die letzten Wochen waren für Trader von Plus500 alles andere als erfreulich. Der Broker sperrte tausende Konten seiner Kunden, der Grund hierfür seien neue Geldwäsche-Regularien. Als die Sperrungen bekannt wurden, sackte der Kurs der Plus500-Aktie unmittelbar um 37 Prozent ab und musste tagelange Verluste hinnehmen. Erstmals seit Wochen kann das Unternehmen jetzt vorsichtig aufatmen. Der israelische Software-Konzern Playtech übernimmt Plus500 und will den Broker zurück in die Erfolgsspur bringen.

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Inhaltsverzeichnis

  • Schwaches Krisenmanagement
  • Der Tiefpunkt – Wetten gegen Plus500
  • Neue Hoffnung durch Übernahme?

Schwaches Krisenmanagement

Playtech übernimmt Plus500Rund 55 Prozent der Kundenkonten des britischen Brokers waren angeblich von der Sperrung betroffen. In einer Stellungnahme ließ Plus500 verlauten, dass dies aus Gründen der staatlichen Regularien zur Geldwäsche geschehen sei. So habe das Unternehmen keine Wahl gehabt, als verdächtige Accounts umgehend zu sperren, bis alle Daten untersucht und Informationen überprüft seien. Während dieser Überprüfung war es Tradern nicht erlaubt, zu handeln oder Geld von ihren Konten abzuheben.

Mittlerweile scheint es so, dass vor allem menschliche Fehler dazu führten, dass bereits seit Februar etliche standardmäßige Überprüfungen von Konten nicht mehr im üblichen Rahmen ausgeführt wurden. So gab Plus500 in einer weiteren Stellungnahme bekannt, dass es im Zuge einer technischen Implementierung eines neuerlichen und sehr strengen Überwachungsprozesses von Geldwäsche zu den Sperrungen kam. Weiter hieß es, diese Überprüfung sei bereits im Februar von externen Beratern empfohlen worden, allerdings aufgrund menschlicher Fehler erst verzögert durchgeführt worden. Zeitgleich versicherte der Broker, dass die Sperrung der Konten bei den meisten Tradern nur einige Tage, in Sonderfällen ein paar Wochen andauern werde. Bei Händlern stieß die Aussage auf viel Kritik, können doch schon einige Tage Ausfallzeit drastische finanzielle Einbußen bedeuten.

Der Tiefpunkt – Wetten gegen Plus500

Themenicon handelnDer Informationsdienst Bloomberg meldete schnell nach Bekanntwerden der Krise des Brokers, dass bereits erste Anleger Short-Positionen auf den weiteren Fall des Kurses der Plus500-Aktie wetteten. Dazu zählten unter anderem renommierte Anleger wie Valiant Capital Mangement oder Ennismore Fund Management. Sie gingen davon aus, dass die Sperrung der Konten nachhaltigen Einfluss auf das Image des Brokers hätte, zumal Plus500 seine Kunden nicht vorwarnte. So twitterte Gotham City Research LLC. etwa: „Wie viele Broker frieren die Konten ihrer Kunden ein und bleiben im Geschäft? Warum sollte ein Kunde bei einem solchen Broker bleiben, wenn er andere Optionen hat?“

Neue Hoffnung durch Übernahme?

Themenicon tradingAnfang Juni dann die erste positive Schlagzeile für den Broker. Der israelische Konzern Playtech hatte die Übernahme des angeschlagenen Konzerns geplant und bereits zum Großteil durchgeführt. Zustimmung gab es bereits von Seiten des Managements des Brokers, das insgesamt 35 Prozent der Aktien hält. Die Israelis bieten angeblich 400 pence pro Aktie, offiziell zustimmen muss nur noch Großaktionär Odey Asset Management. Es ist allerdings nicht vorstellbar, dass die Verantwortlichen von Playtech nicht bereits im Vorfeld entsprechende Absprachen getroffen haben. Alle weiteren Aktionäre werden ihre Papiere dem Vernehmen nach ebenfalls verkaufen. Vor dem Hintergrund des rapiden Preisverfalls des Wertpapiers von 750 pence auf 200 pence binnen fünf Tagen, dürften die meisten Anleger froh sein, noch verhältnismäßig viel Geld für die Plus500-Aktie zu erhalten.

Zum Verkauf der Aktie äußerte sich das Management von Plus500 jüngst in einer schriftlichen Stellungnahme. Der Druck auf das Tagesgeschäft des Brokers sei zu groß gewesen, um auch in Zukunft gewinnbringend arbeiten zu können. Die Einfrierungen der Konten seien hierfür der ausschlaggebende Punkt. Noch einige Tage zuvor hatten die Verantwortlichen betont, dass die Firmenkasse mit über 90 Millionen Dollar gefüllt sei und das Unternehmen gut dastehe. Allerdings dürften die Manager jetzt damit rechnen, dass ein Großteil der Kunden sein Geld unmittelbar nach Wiederöffnung der jeweiligen Konten abziehen wird. Um die Auswirkungen überstehen zu können, bedarf es eines finanzkräftigen Partners, der in Playtech gefunden wurde.

Im Nachhinein betrachtet ist die Übernahme von Plus500 durch Playtech wenig überraschend. Zwar ist Plus500 offiziell an der Londoner Börse registriert, allerdings steht die Zentrale der Firma in Israel. Der Käufer Playtech ist dort ebenfalls ansässig und verdiente sein Geld bisher ausschließlich mit der Entwicklung von Software für Wettanbieter und Online-Casinos. Mit der Übernahme von Plus500 möchte das Unternehmen sein Portfolio erweitern und den Bereich CFD- und Forex-Handel stärken. Bereits im April hatten die Israelis den Broker TradeFX gekauft, eine Verschmelzung der beiden Plattformen in den kommenden Wochen ist wahrscheinlich.

Plus500 Regulierung

Der Handel ist stets mit einem Risiko verbunden. Trader können ihr eingesetztes Kapital verlieren.

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Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit diversen Finanzprodukten. Im Tagesgeschäft widmet er sich dem Forex-Handel, wohingegen Aktien mittelfristig im Swing-Trading mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo getradet werden. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de
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