Indikatoren als Handelssysteme nutzen – Erfahrungen 2018

Indikatoren als Handelssysteme nutzenIndikatoren sind die Basis der Markttechnik. Neben der Analyse der Kurse gehören sie zu den beliebtesten Werkzeugen eines technischen Traders. Technische Indikatoren können in ihrer Analyse entweder sehr simpel oder auch komplex sein. So werden einige Indikatoren sogar als komplette Handelssysteme bezeichnet. Beispielsweise der Ichimoku Kinko Hyo, der gleich mehrere Durchschnitte vereint, oder der MACD-Indikator, der zwar bekanntlich ein trendbestätigender Indikator ist, in vielen Fällen jedoch zu einem Handelssystem zusammengefasst wird.

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Inhaltsverzeichnis

  • Was ist der Unterschied zwischen einem normalen Indikator oder einem indikativen Handelssystem?
  • Den Parabolic SAR verstehen
  • Ein Handelssystem mit Schwächen
  • Fazit

Was ist der Unterschied zwischen einem normalen Indikator oder einem indikativen Handelssystem?

Ein auf Indikatoren basierendes Handelssystem zeigt nicht nur Kauf-Signale an, sondern auch die passenden Ausstiege. In der Folge stellen wir einen Indikator vor, der es in sich hat, denn er zeigt nicht nur Kaufzeitpunkte an, sondern beinhaltet auch das Risikomanagement. Er zeigt das Level an, an dem ein Stop-Loss sinnvoll wäre.

Nun ist es aber auch so, dass im Handel von binären Optionen keine Stops gesetzt werden müssen. Dennoch können diese Level als Bereiche angesehen werden, die es genau zu analysieren gilt, und da aktuell vereinzelt auch der frühzeitige Verkauf von binären Optionen möglich ist, erscheint diese Methodik gar nicht mal so uninteressant.

Den Parabolic SAR verstehen

Die Rede ist von dem Indikator Parabolic SAR. Der Indikator zeigt sowohl Einstiegs- als auch Stopppunkte an. Im Grunde genommen handelt es sich um einen trendbestätigenden Indikator. Das Besondere dabei ist, dass er sich mit Fortschreiten des Trends immer mehr an den Kurs annähert und damit das Risiko, die aufgelaufenen Gewinne wieder abzugeben, mit der Zeit abnimmt.

SAR steht für Stop an Reverse. In seiner originalen Interpretation des Entwicklers Welles Wilder sollte die Position jeweils beim Ausstoppen in die andere Richtung eingegangen werden. Somit befände man sich quasi ständig auf dem Markt. Bekanntlich haben technische Indikatoren jedoch ihre Schwächen und generieren des Öfteren Fehlsignale. Vor allem Indikatoren, die eine stete Positionierung bevorzugen, sollten mit Vorsicht betrachtet werden, denn nicht alle Phasen sind Trends.

Indikatoren als Handelssysteme nutzen Screen 1

Screen 1: Tageschart des AUD/USD

Die Schwäche des Parabolic SAR ist definitiv seine Unfähigkeit, Seitwärtsphasen anzuzeigen. Der Indikator deutet immer Trends an, und so können in Seitwärtsphasen immer wieder Positionen gewechselt werden, die jedoch dann zu früh ausgestoppt werden bzw. ohne nennenswerte Entwicklung des Kurses „out of the money“ enden.

Wie so oft sollte man daher einen weiteren Indikator verwenden, sofern man selbst nicht in der Lage ist, eine Seitwärtsphase zu erkennen oder das System soweit wie möglich automatisiert sein soll.

Ein Handelssystem mit Schwächen

Die Interpretation des Parabolic SAR funktioniert wie folgt:

  • Kurs bewegt sich unterhalb der Punkte, Trend ist abwärts
  • Kurs bewegt sich oberhalb der Punkte, Trend bewegt sich aufwärts
  • Der Einstieg erfolgt beim ersten Punkt
  • Stop und Reverse erfolgt beim ersten umgekehrten Punkt

Des Weiteren sollte sich der Trader fragen, ob er lange Trends handeln möchte oder eher Trends innerhalb der Trends. Dies ist für die Interpretation des Filterindikators notwendig. Soll der Händler vor einer Seitwärtskonsolidierung aussteigen oder dabei bleiben, weil er davon ausgeht, dass es nur eine Konsolidierung ist?

Welche Filter können die Schwäche des Handelssystems verringern?

Als Filter kann man sich mehrerer Möglichkeiten bedienen. Entweder man …

  1. analysiert das Wochenchart oder
  2. nutzt Trendstärkeindikatoren.

Das Wochenchart ist eine Möglichkeit, die darauf abzielt, langfristige Trends zu erkennen. Auf längerfristiger Basis kann die Kursrichtung zuverlässiger interpretiert werden. Trendstärkeindikatoren wie der RSI (Relativ Strength Index) oder das Momentum sind gehören zur Familie der Oszillatoren.

Das untere Beispiel zeigt, dass vor allem Trends innerhalb eines großen Trends durchaus mit dem RSI bestätigt werden können. Jedes Mal, wenn der RSI unterhalb der 30 % fluktuierte, ging es mit einem dynamischen Abwärtstrend einher. Dass die relative Stärke in diesem Fall so schwach ausfällt, liegt daran, dass der RSI in dieser Form die Stärke von Aufwärtsbewegungen misst. Ist diese Stärke im Vergleich zu den letzten 14 Tagen schwächer als 30 %, so ist dies eine Bestätigung für eine starke Abwärtstendenz.

Indikatoren als Handelssysteme nutzen Screen 2

Screen 2: Tageschart des AUD/USD

Möchte der Händler den gesamten Trend handeln, so muss er sich damit zufriedengeben, dass er seine Stops bzw. Umkehrpunkte weiter oben ansetzen sollte. In diesem Fall wäre eine einfache Moving Average auf der Basis von 50 Tagen als Filter-Indikator denkbar, so wie es das Chart oben darstellt. Solange diese als Widerstand fungiert und nicht übertroffen wurde, ist der Abwärtstrend noch intakt und kann gehandelt werden. Ein erstes Durchbrechen fand jedoch bereits statt. Bis zu diesem Zeitpunkt wäre der Trend allerdings bereits sehr weit fortgeschritten.

Fazit

Indikatoren als Handelssysteme nutzen Screen 3

Empfehlenswert wären im Handel von binären Optionen die erste Variante und der Handel von kleineren Trends innerhalb eines großen Trends, da binäre Optionen in der Regel kurze Laufzeiten haben. Werden langfristige binäre Optionen angeboten, wie etwa beim Broker binary.com, könnte auch die zweite Variante in Verbindung mit Wochencharts infrage kommen.

Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit diversen Finanzprodukten. Im Tagesgeschäft widmet er sich dem Forex-Handel, wohingegen Aktien mittelfristig im Swing-Trading mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo getradet werden. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de
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