Warum Sie vor dem richtigen Timing keine Angst haben sollten

Keine Angst vor dem richtigen TimingDas richtige Timing zu treffen ist eine der schwierigsten Aufgaben im Trading. Warum ist das eigentlich so? Womöglich liegt es daran, dass uns unsere angeborenen Instinkte stets den vorsichtigen Weg bestreiten lassen. Oder können Sie von sich behaupten, stets nach dem Motto „Jetzt oder nie“ vorzugehen, bevor Sie eine schwerwiegende Entscheidung treffen? Eher nicht, denn unsere rationale Vorgehensweise bei relevanten Entscheidungen hindert uns daran, ein erhöhtes Risiko einzugehen.

Aus diesem Grund haben beispielsweise Breakout-Strategien einen höheren Beliebtheitsgrad. Leider ist es ein Trugschluss, dass Ausbrüche die besseren Einstiegssignale liefern. Nur weil ein Ausbruch unserem nach Sicherheit suchenden Unterbewusstsein suggeriert, es würden anschließend mehr Käufe stattfinden, werten wir Ausbrüche als so gewichtig ein. Würde man jedoch eine statistische Auswertung machen, so wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit auch erkennbar, dass der Großteil der Ausbrüche durch Fakeouts begleitet wird. Eine gute Breakout-Strategie muss daher wie auch jede andere optimiert werden. Damit hat sie jedoch kaum einen Vorteil gegenüber anderen Strategien.

Inhaltsverzeichnis

  • Erkennen der Vorteile durch Umdenken
  • Beispiel am DAX Future
  • Fazit: Umdenken hilft, sein Risikobewusstsein zu steuern

Erkennen der Vorteile durch Umdenken

Um sich einen Vorteil durch einen früheren Einstieg zu sichern, muss man daher meist umdenken. Dabei ist es hilfreich, die Szenarien, die bei einem möglichen Reversal oder einem Ausbruch entstehen, gegenüberzustellen. Was kann also passieren, wenn man versucht, ein Reversal frühzeitig zu antizipieren?

  1. Der Trend setzt sich fort und man wird ausgestoppt.
  2. Das Reversal etabliert einen neuen Trend und man ist früh genug dabei.

Und was kann passieren, wenn man erst bei einem Breakout eines Hochs einsteigt?

  1. Bei dem Ausbruch handelt es sich um einen Fakeout und man wird ausgestoppt.
  2. Der Ausbruch bestätigt das Reversal und man bleibt investiert.

Welche Unterschiede fallen bei den Szenarien auf? Auf den ersten Blick so gut wie keine, denn bei beiden Einstiegstechniken gibt es zwei Wahrscheinlichkeiten: Entweder der Trade klappt oder eben nicht. Insofern bestünde keinen Grund, die Ausbruchsstrategie zu bevorzugen. Doch welchen Grund gäbe es, um die Reversal-Strategie der anderen vorzuziehen?

Beispiel am DAX Future

Um diesen Grund zu erkennen, muss man abermals umdenken. Der Vorteil, der bei der Ausbruchsstrategie immer gesehen wird, ist der, dass man von einem anschließenden dynamischen Anstieg ausgeht. Doch was ist mit dem Risikomanagement? Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Stop-Loss mit Verlust greift, ist logischerweise bei einem späten Einstieg immer höher – es sei denn, man setzt den Stop weiter vom Kaufkurs entfernt. Das folgende Chart des DAX Futures stellt die zwei Techniken beispielhaft gegenüber, um diesen Umstand zu verdeutlichen.

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Screen 1: Tageschart des DAX

Der Hammer, der an der oberen Trendlinie entstanden ist, und die Ausbildung einer SKS-Formation deuten auf ein Fortsetzen der Aufwärtsbewegung hin. Das Set-up ist ein Signal für den frühen Entry mit einem Stop unter der Trendlinie, während der zweite Einstieg erst bei Bruch des letzten Hochs erfolgt.

Der Stop-Loss wird als Trailing-Stop definiert und nachgezogen, sodass das Risiko nach einer gewissen Weile ausgeschaltet werden kann. Bei dem späten Einstieg hingegen kann der Stop nicht so früh nachgezogen werden und beim anschließend dynamischen Zurückfallen des Kurses ist wohl oder übel ein Verlust zu realisieren.

Das Beispiel macht deutlich, dass der Vorteil eines frühen Einstieges klar im verminderten Risiko liegt. Zwar ist natürlich nicht auszuschließen, dass der Kurs auch in diesem Fall früher zurückfällt und dabei ein Verlust entsteht. Im Gegensatz zum verspäteten Einstieg kann das Risiko bei einer Fortsetzung der Aufwärtsbewegung jedoch durch das Nachziehen des Stops fast komplett ausgeschaltet werden.

Im Handel von binären Optionen werden keine Stops gesetzt. Dennoch bietet diese Einstiegstechnik durchaus einen besseren Edge, weil man durch den frühen Einstieg länger am Trend partizipieren kann. Die Wahl der Laufzeit ist damit variabel und nicht nur auf die Kursbewegungen kurz nach Einstieg beschränkt.

Fazit: Umdenken hilft, sein Risikobewusstsein zu steuern

Wir Menschen treffen Entscheidungen oft auf Basis rationaler Denkweise. Vorsicht gehört dabei zu unseren Instinkten. Oft kommt es dabei allerdings vor, dass wir Vorteile übersehen, die sich dadurch ergeben, wenn man sich gegen diese Instinkte stellt; häufig überwiegen diese Vorteile sogar. Profitrader wissen das. Anfänger verlieren oft Geld, weil sie sich auf die vermeintlich zuverlässigen Set-ups verlassen, die aber schon lange keinen Edge mehr generieren – es sei denn, diese Set-ups werden stark optimiert.

Frühe Einstiege generieren alleine deshalb einen Vorteil, weil viele der Anleger und Trader die klassischen Set-ups für den Einstieg bevorzugen. Darüber hinaus lässt sich durch einen früheren Einstieg oft ein besseres CRV (Chancen-Risiko-Verhältnis) erreichen. Um sich diese Technik anzueignen, muss dem Händler lediglich klar sein, dass das Risiko bei einem späten Einstieg nicht viel geringer ist als bei einem frühen. Mehr noch kann der Trade mit dem späten Einstieg noch während eines sich ausbildenden intakten Trends mit Verlust enden, während der Stop eines frühen Einstieges klar unter die Trendbegrenzungen gelegt werden kann.

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Screen 2: Webseite des Brokers Binary.com

Mit dem Broker Binary.com ist es möglich, solche Strategien gut umzusetzen.

Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit diversen Finanzprodukten. Im Tagesgeschäft widmet er sich dem Forex-Handel, wohingegen Aktien mittelfristig im Swing-Trading mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo getradet werden. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de
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