Kurzfristige Arbitrage-Trading-Technik

Arbitrage ist ein in der Finanz- und Tradingbranche gängiger Begriff. Er bezeichnet das Ausnutzen von Differenzen innerhalb ähnlicher oder gleicher Assets. Im ersten Fall wäre beispielsweise eine deutliche Differenz zwischen dem Ölpreis Brent und WTI handelbar, indem man den Wert wählt, der dem anderen in der Regel hinterherhinkt. Weitere Differenzen werden in der Praxis zwischen Börsenplätzen und Laufzeiten ausgenutzt, bei denen jedoch der gleiche Wert gehandelt wird.

Auch im Rentenbereich werden Arbitragegeschäfte vor allem von Hedgefonds getätigt. Diese Differenzen sind jedoch so eng, dass nur Investmentbanken oder sehr gute Computersysteme solche Arbitragemöglichkeiten ausnutzen können. Der private Händler wird diese meist auch gar nicht erst identifizieren können. Für ihn stellt sich daher nur die Frage, solch eine Technik zwischen vergleichbaren Werten zu handeln.

Inhaltsverzeichnis

  • Wie erkennt man Differenzen?
  • Australischer Dollar und neuseeländischer Dollar – Arbitragetechnik
  • Fazit

Wie erkennt man Differenzen?

Themenicon lupeHomogene bzw. gleichwertige Werte folgen einander preislich, jedoch nicht auf den Preis genau, sondern im Verlauf. Die Differenz des Gleichlaufs wird auch als Spread bezeichnet. Hin und wieder ergibt sich aufgrund fundamentaler Gründe jedoch eine Ausweitung des Spreads. Wurde beispielsweise zwischen den beiden Ölsorten ein bestimmter durchschnittlicher Spread hinsichtlich eines Zeitraumes festgestellt, der sich ausweitet, so können Händler darauf spekulieren, dass sich dieser Spread über einen gewissen Zeitraum wieder verengt.

Das Ganze hat am Ende auch eine selbsterfüllende Wirkung, denn Arbitrage wird in der Praxis zu einem sehr hohen Wahrscheinlichkeitsgrad ausgenutzt, daher sollte sich der Spread alleine schon aus diesem Grund verengen. Auf besonders kurzfristiger Basis existieren solche Differenzen auch zwischen Währungen.

Australischer Dollar und neuseeländischer Dollar – Arbitragetechnik

Themenicon tradingDie beiden Währungen australischer Dollar und neuseeländischer Dollar haben aufgrund der bilateralen Beziehungen eine starke Korrelation. Beide hängen jedoch auch sehr an den Rohstoffpreisen. Daher würde Arbitrage ebenfalls funktionieren, sofern keine sehr starke Zinsdifferenz zwischen den beiden Währungen besteht. Zunächst muss man allerdings feststellen, welcher der beiden Werte als der sogenannte Vorreiter fungiert. Dies kann man mithilfe einer Benchmark-Analyse geschehen. In unserem Fall ist der neuseeländische Dollar aktuell vorlaufend. Das kann sich allerdings auch ändern.

Im Vergleich der beiden Charts ist deutlich erkennbar, dass sich der australische Dollar gegen den US-Dollar in einem Seitwärtstrend mit einer leichten Tendenz nach unten befindet. Dies erkennt man an den drei immer tiefer werdenden Hochs auf 15-Minuten-Basis. Der neuseeländische Dollar ist aktuell allerdings noch stärker gegen den US-Dollar und hat steigende Hochs. Es wäre daher wahrscheinlich, dass Arbitragehändler den australischen Dollar für den kurzfristigen Handel nutzen werden, denn dieser hat sich noch nicht angepasst und der Spread zwischen den beiden Währungen weitet sich aktuell aus.

Screen 1

Screen 1: AUD/USD im 15-Minutenchart

Screen 2

Screen 2: 15-Minutenchart des NZD/USD

Schauen wir uns den Verlauf der beiden Währungen an, so sehen wir, dass der neuseeländische Dollar nun auf kurzfristiger Basis steigt. Sollte dieser Trend weiter anhalten, besteht eine Chance, dass der australische Dollar den Widerstand, der oberhalb der Hochs verläuft, bricht und die Seitwärtsrange anschließend verlässt.

Screen 3

Screen 3: 15-Minutenchart des NZD/USD

Screen 4

Screen 4: 15-Minutenchart des AUD/USD

Der australische Dollar hat sich dem Chart zufolge im selben Zeitraum noch nicht so stark nach oben bewegt, zeigt jedoch auch eine Tendenz dorthin. Er wurde nicht abverkauft. Alleine das ist schon ein Signal dafür, dass die Stärke des neuseeländischen Dollars den australischen Dollar unterstützt hat.

Fazit

Arbitragetechniken sind nicht leicht umsetzbar, da sie überwiegend von Profis mit sehr schnellen Systemen getätigt werden. Hin und wieder sollten Trader jedoch ein Auge auf Korrelationen zwischen ähnlichen Werten werfen, um ungewöhnliche Differenzen festzustellen. Das obere Beispiel ist nur als Anregung zu verstehen und muss nicht zwingend funktionieren, sondern soll lediglich verdeutlichen, dass Arbitrage auch im Forex-Bereich funktionieren, zumindest aber gewisse Schwächen oder Stärken anzeigen kann.

Die Währungen australischer Dollar und neuseeländischer Dollar sind über die meisten Brokerhandelbar.

Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit diversen Finanzprodukten. Im Tagesgeschäft widmet er sich dem Forex-Handel, wohingegen Aktien mittelfristig im Swing-Trading mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo getradet werden. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de
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