Trading mit dem Alligator Indikator

Trading mit Alligator IndikatorIn unserer letzten Indikatorvorstellung haben wir den Alligator Indikator besprochen. Dabei sind wir auf folgende Erkenntnisse gestoßen:

  • Der Alligator Indikator ist ein Trendfolgeindikator.
  • Er hat Schwächen in Seitwärtsmärkten.
  • Durch Kreuzung der MAs kann der Indikator Trends früh erkennen.
  • Der Indikator muss je nach Trendrichtung optimiert betrachtet werden.

Im letzten Beitrag zum Indikator haben wir zudem verdeutlicht, dass die gängigen Interpretationsregeln für Indikatoren oft nur einen Rahmen vorgeben. In der Praxis eignet sich eine individuellere Betrachtung – je nach gehandeltem Wert und Trendrichtung. Daher ist in vielen Fällen eine Optimierung notwendig.

Inhaltsverzeichnis

  • Entwicklung einer Strategie
  • Fazit: Eine Annäherung an Erfolg

Entwicklung einer Strategie

Anhand dieser Erkenntnisse können wir nun eine Strategie entwickeln, deren ersten Regeln wie folgt lauten könnten:

  1. Analysiert wird stets der 4-Stunden-Chart des Dow Jones Index.
  2. Folglich wird nur der Dow Jones Index gehandelt.
  3. Da die Signale nach unseren Erkenntnissen besser bei Abwärtstrends funktionieren, werden nur Put-Optionen gekauft.
  4. Eine Option wird gekauft, wenn die blaue Linie die anderen beiden Linien von links nach rechts kreuzt und so auf eine Trendwende hindeutet.
  5. Die Laufzeit der Option beträgt 24 Stunden.

Schauen wir uns das aktuelle Chart des Dow Jones Index an, um zu erfahren, ob eventuell eine weitere Optimierung der Regeln notwendig wird.

Screen 1

Screen 1: 4-Stundenchart des Dow Jones

Wir haben insgesamt sechs Kursstände, bei denen unsere Regeln ein Signal generiert hätten. Das Fadenkreuz zeigt uns den Einstieg an. Allein hier wird schon ersichtlich, dass auch das Alligator-Signal nicht sehr früh erfolgt, wir quasi fast immer an bestimmten Tiefs Put-Optionen gekauft hätten. Daher sind auch die etwas längeren Laufzeiten wichtig.

Der erste Trade (Pfeile von links nach rechts) wäre nach einer Laufzeit von 24 Stunden mit einem Verlust beendet worden, während der zweite Trade ein Plus-Trade gewesen wäre; der dritte Trade wiederum im Minus, der vierte im Plus und der fünfte sowie sechste ebenfalls im Minus.

Das heißt, von sechs Trades wären lediglich zwei erfolgreich gewesen. Das schreit förmlich nach einer Optimierung. Doch wie gehen wir dabei vor? Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten, die alle ausprobiert werden sollten.

So ließe sich beispielsweise ein Filterindikator verwenden, denn es fällt auf, dass die Fehltrades oft in volatil starken Seitwärtsphasen entstanden wären, siehe auch „Schwäche des Alligator Indikators“. Wir möchten also wirklich nur die großen Trends erwischen, wie sie uns bei dem zweiten und vierten Trade angezeigt wurden.

Screen 2

Screen 2: 4-Stundenchart des Dow Jones

Als Filterindikator verwenden wir daher die Accumulation/Distribution Linie, auch ADL Indikator genannt. Zum Indikator selbst lässt sich kurz sagen, dass er auf Basis der Geldströme berechnet wird, d. h., dass hier das Volumen ausschlaggebend ist. Das Volumen wiederum deutet oft auf eine Abschwächung in der Nachfrage hin. Die zusätzliche Regel würde lauten:

  1. Der ADL Indikator muss zwei Hochs ausbilden, die entweder gleich hoch oder tiefer sind, und anschließend fallen.

Schauen wir uns das in der Praxis an: Der erste Trade wäre nicht zustande gekommen, da der ADL Indikator keine zwei Hochs gebildet hat, unser zweiter Plus-Trade allerdings durchaus mit zwei Hochs und einem Fallen des Indikators einhergeht. Beim dritten Trade ist die Lage etwas unklar, jedoch deutet alleine der starke Anstieg beim ADL Indikator schon auf eine Stärke nach oben hin. Zudem sind die Hochs nicht fallend, sondern steigend – daher auch hier kein Signal.

Der vierte Trade wurde wieder mustergültig durch den ADL Indikator signalisiert. Auch der fünfte Trade wird angezeigt. Allerdings endet er trotzdem im Verlust, da die Laufzeit zu kurz war, um den Trend voll auszunutzen. Für den sechsten Trade fehlt das zweite Hoch.

Alles in allem hätten wir durch die Optimierung mittels ADL Indikator insgesamt drei Trades, darunter zwei Gewinner. Wie bekommen wir nun auch den dritten Trade auf die Gewinnerseite? Da dieser Trade aufgrund der zu kurzen Zeit im Verlust endete, müssten wir die Zeit verlängern. Dies muss jedoch auch auf die anderen Trades passen.

Bei dieser Strategie sollte es allerdings kein Problem darstellen, da die mittels Alligator- und ADL Indikator identifizierten Trends meistens größer und damit langlaufender sind. Daher würde es keinen großen Unterschied machen, wenn die Laufzeit nicht 24, sondern 48 Stunden betragen würde. Somit würde eine Optimierung der Regel Nummer 5 auf 48 Stunden erfolgen, womit auch der dritte Trade ein Gewinn wäre.

Fazit: Eine Annäherung an Erfolg

Das obere Beispiel macht deutlich, wie eine Annäherung an eine erfolgreiche Trading-Strategie erfolgen könnte. Zu beachten ist, dass es zunächst die gängigen Interpretationen der Indikatoren zu überprüfen gilt. Anschließend stellt man die ersten Regeln anhand der Überprüfungsergebnisse auf. Mittels Tests sollte anschließend geprüft werden, wie erfolgreich diese Regeln wären. In den meisten Fällen wird eine Optimierung erforderlich.

Auf diese Weise ist es möglich, sich an die erfolgreichen Trades anzunähern, was jedoch auch bewirkt, dass weitaus weniger Trades getätigt werden. Daher wäre es vielleicht sinnvoll, auch die Regeln Nummer 1 und 2 anzupassen, indem man nicht nur den Dow Jones Index handelt, sondern weitere Basiswerte für den Handel in Betracht zieht.

Mit dem Broker Anyoption können solche Strategien umgesetzt werden.

Screen 3

Screen 3: Webseite des Brokers Anyoption

Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit diversen Finanzprodukten. Im Tagesgeschäft widmet er sich dem Forex-Handel, wohingegen Aktien mittelfristig im Swing-Trading mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo getradet werden. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de
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