Bullishe Chartformationen 2018 – der Handel praxisnah erklärt

Handel mit bullishen ChartformationenAn der Börse herrscht ein Wettkampf zwischen Bären und Bullen; die Bären stehen für fallende und Bullen für steigende Preise. Im Börsenjargon und auf Ebene der Kapitalmärkte werden solche Synonyme wie diese des Öfteren verwendet. Ein Beispiel wären die Tauben (Doves) und Falken (Hawks). Diese Synonyme beschreiben jeweils eine expansive (niedrige Zinsen) und restriktive (hohe Zinsen) Geldpolitik.

Unter Markttechnikern sind bullische und bearische Formationen sehr beliebt, denn sie geben Aufschluss darüber, wie hoch die Wahrscheinlichkeit der Fortsetzung eines Trends ist. In Folge werden daher bullische Chartformationen an praktischen Beispielen vorgestellt. Es ist sinnvoll, die Muster weiter zu unterteilen, und zwar in …

  • Fortsetzungs-,
  • Konsolidierungs- und
  • Reversal-Formationen

Inhaltsverzeichnis

  • So sehen bullische Fortsetzungsformationen aus
  • So sehen bullische Konsolidierungsformationen aus
  • So sehen bullische Reversal-Formationen aus
  • Fazit

So sehen bullische Fortsetzungsformationen aus

Fortsetzungsformationen sind, wie die Bezeichnung nahelegt, Muster, die die Fortsetzung von Trends andeuten. Die einfachste bullische Chartformation wäre der technische Aufwärtstrend. Dieser wird in der Regel durch zwei verbundene Tiefs bestätigt. Einen Trendkanal erhält man, wenn man sowohl die Tiefs als auch die Hochs miteinander verbindet.

Screen 1

Screen 1: Technischer Aufwärtstrend im Tageschart des DAX

Unter Technikern heißt es: Sofern die untere Trendlinie nicht gebrochen wurde, ist der Trend noch intakt. Die Tiefs werden von Technikern daher oft genutzt, um neu einzusteigen oder nachzukaufen.

So sehen bullische Konsolidierungsformationen aus

Eine Konsolidierung stellt sich des Öfteren als eine bullische Flagge dar. Bullische Flaggen können entweder seitwärts oder gegen den Aufwärtstrend gerichtet sein.

Screen 2

Screen 2: Bullishe Flaggen

Bei Flaggen sollte man darauf achten, ob es sich um eine leichte Konsolidierung oder um eine Korrektur handelt. Beides sind Konsolidierungen, nur ist eine Korrektur dynamischer, denn hier werden echte Verkäufe getätigt, während bei einer leichten Konsolidierung lediglich keine Käufer mehr auf dem Markt sind.

Wie im obigen Chart ersichtlich, ist die Interpretation einer Flagge nicht ganz einfach. Diese ist eher eine Erfahrungssache und unterscheidet sich zusätzlich je nach gehandeltem Wert.

In der Regel aber kann man sagen, dass leichte Konsolidierungen durch Kerzen dargestellt werden, die kurze Körper haben. Die Flaggen 2 und 3 haben demnach schon Korrekturcharakter. Gehandelt werden diese Konsolidierungen meistens durch Break-Out-Strategien.

Eine weitere bullische Konsolidierungsformation ist das bullische Dreieck. Bei einem technischen Dreieck verhält es sich in der Regel ähnlich wie bei den Flaggen, nur dass in diesem Fall das gehandelte Volumen mit der Zeit abnimmt, während am Anfang des Dreiecks noch etwas Uneinigkeit zwischen den Bullen und Bären herrscht, was sich wiederum in der größeren Schwankungsbreite bemerkbar macht.

Screen 3

Screen 3: Zulaufendes Dreick

Auch diese Formationen werden durch Break-Out-Strategien gehandelt. Dreiecke können sich wie Flaggen in ihrer Größe unterscheiden. Sie können also ebenfalls entweder leicht gegen oder in Richtung des Trends zeigen, sehr schwankungsbreit sein oder sehr spitz zulaufen. Dabei wurde in der Vergangenheit oft festgestellt, dass sich der Ausbruch aus dem Dreieck umso dynamischer ereignet, je spitzer ein Dreieck zuläuft.

So sehen bullische Reversal-Formationen aus

Fortsetzungs- und Konsolidierungsformationen sind bullisch, wenn sie sich in einem Aufwärtstrend ereignen. Reversal-Formationen sind bullisch, wenn der Abwärtstrend noch intakt ist. Die Formationen deuten dabei auf ein Reversal hin.

Oft wird eine bullische Umkehrformation durch eine Bodenbildung deutlich. Markttechniker sehen eine Bodenbildung schon dann, wenn ein Tief zweimal getriggert wurde, aber kein neues Tief erreicht werden konnte. Im kurzfristigen Bereich kommen diese sogenannten Doppelböden öfter vor als im mittel- bis langfristigen. Das macht das untere Chart auf 15-Minuten-Basis deutlich.

Screen 4

Screen 4: Doppelboden im 15-Minuten-Chart

Eine bullische Umkehrformation kann auch in Form einer umgekehrten SKS-Formation, also Schulter-Kopf-Schulter-Formation auf dem Kopf stehend vorkommen. SKS-Formationen müssen keine Umkehr des großen Trends andeuten, zumindest aber können sie auf sich bildende, mittelfristige Trends hinweisen, so wie es das untere Chart auf Tagesbasis deutlich macht.

Screen 5

Screen 5: Typische SKS-Formation

Fazit

In den Medien lassen sich Beschreibungen von unendlich vielen bullischen Mustern finden. In der Regel ist das als Seitenfüllen zu werten, denn so, wie es nur wenige Marktphasen gibt, so gibt es auch nur wenige grundsätzliche Muster. Die Unterschiede zwischen einer bullischen Flagge und einem bullischen Dreieck sind überlappend. In beiden Fällen sind es jedoch Konsolidierungen. Die Unterteilung in Fortsetzungs-, Konsolidierungs- und Reversal-Formationen ist daher sinnvoll.

Eine weitere Methode, Muster zu identifizieren, wäre auf Basis von Kerzenmustern bzw. Candle-Sticks umsetzbar. Diese Muster werden eingehend in einem anderen Beitrag besprochen.

Screen 6

Screen 6: Der Broker Stockpair

Broker wie Stockpair bieten zusätzlich zur Kursversorgung eine Analysesoftware an, mit der Kursformationen leichter identifiziert werden können.

Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit diversen Finanzprodukten. Im Tagesgeschäft widmet er sich dem Forex-Handel, wohingegen Aktien mittelfristig im Swing-Trading mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo getradet werden. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de
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