Wirtschafts- und geldpolitische Entscheidungen der 35KW

Wirtschafts- und geldpolitische EntscheidungenAuch in dieser Woche ging es für den DAX bisher weiter bergab. Die kritische Situation in China gibt an den Börsen weiterhin Anlass zur Sorge. Die europäische und amerikanische Wirtschaft hingegen zeigt sich fast gänzlich unbeeindruckt von der Krise. Trotz möglicher Absatzeinbußen auf den asiatischen Märkten blicken europäische und amerikanische Unternehmen positiv in die Zukunft.

Inhaltsverzeichnis

  • Wirtschaft und Geldpolitik
  • Daten aus der EU
  • Daten aus den USA
  • Geldpolitik weltweit
  • Technische Bewertung der Märkte:

Wirtschaft und Geldpolitik

Daten aus der EU

  • Einkaufsmanagerindex in der gesamten EU
  • Verbrauchervertrauen innerhalb der EU
  • Arbeitslosenzahl für Frankreich
  • Quartalszahlen des Wirtschaftswachstums in Spanien
  • Ifo-Index für Deutschland
  • Konsumklima in Deutschland

Etwas überraschend verkündete das Forschungsinstitut Markit am Freitag, dass sich die Unternehmensstimmung innerhalb des Euroraums verbessert habe. Der Einkaufsmanagerindex stieg im August von 53,9 Punkten im Vormonat auf 54,1 Punkte, wohingegen ein Rückgang auf 53,7 Punkte prognostiziert worden war. Der Wert signalisiert ein beschleunigtes Wachstum, liegt er doch über der wichtigen Marke von 50 Punkten.

Ebenfalls besser als erwartet ist das Verbrauchervertrauen im August ausgefallen. Der Indikator hierfür stieg innerhalb des Euroraums um 0,3 Punkte auf minus 6,8 Punkte. Trotz des vermeintlich geringen Wertes liegt das Vertrauen noch immer deutlich über dem langfristigen Durchschnitt.

Positive Meldungen gab es auch aus Frankreich. Erstmals seit Beginn des Jahres 2015 sank die Arbeitslosenzahl der zweitgrößten Volkswirtschaft des Euroraums wieder. Im Juli waren 3.551.600 Menschen ohne Arbeit gewesen, 1900 weniger als im Juni.

Das ehemalige Sorgenkind des Euroraums, Spanien, erholt sich weiter. Die viertgrößte Volkswirtschaft wuchs im zweiten Quartal 2015 zum dritten Mal in Folge. Im Vergleich zum Vorquartal konnte ein Wachstum von 1,0 Prozent erreicht werden, wie das Statistikamt INE am Donnerstag in Madrid mitteilte. Im Jahresvergleich konnte sogar eine Steigerung von 3,1 Prozent vermeldet werden. Für Spanien ist das der höchste Wert seit acht Jahren. Die positiven Zahlen basieren vor allem auf großen Reformanstrengungen, die der Staat seit der Krise konsequent verfolgt.

Die Turbulenzen rund um China scheinen keinen großen Einfluss auf die Stimmung deutscher Unternehmen zu haben. Der viel beachtete Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im August überraschend an. Insgesamt 0,3 Punkte legte der Index zu und steht damit bei 108,3 Zählern. Volkswirte waren zuvor von einem Rückgang auf 107,6 Punkte ausgegangen. Der Anstieg ist vor allem mit der besonders positiven Einschätzung der aktuellen Situation zu erklären.

Die Konsumlaune der Deutschen hingegen ist überraschend schwächer geworden. Der vom Forschungsunternehmen GfK prognostizierte Indikator liegt im September nur noch bei 9,9 Punkten. Für August war noch mit einem Wert von 10,1 Zählern gerechnet worden.

Daten aus den USA

  • Konsumklima
  • FHFA-Hauspreisindex
  • Auftragszahlen für langlebige Güter

Auch die US-Wirtschaft scheint gut mit der Chinakrise umgehen zu können. Die Verbraucherstimmung hellte sich im August überraschend stark auf. Der Indikator stieg um ganze 10,5 auf insgesamt 101,5 Punkte. Analysten hatten lediglich mit einer Steigerung auf 93,4 Zähler gerechnet. Das Verbrauchervertrauen gilt in den USA als maßgeblicher Indikator für die Entwicklung des privaten Konsums.

Einen Anstieg konnte auch der FHFA-Hauspreisindex verzeichnen. Das Wachstum des Preisniveaus lag im Juni bei 0,2 Prozent. Volkswirte hatten allerdings einen Anstieg von 0,4 Prozentpunkten erwartet.

Langlebige Güter in den USA wurden indes stärker nachgefragt als zunächst prognostiziert. Die Auftragslage stieg im Juli um 2,0 Prozent an. Erwartet worden war ein Rückgang um 0,4 Prozentpunkte. Besonders stark nahmen die Aufträge für zivile Kapitalgüter ohne Flugzeuge zu. Im Juli lag der Wert, der als wichtiger Indikator für die Investitionstätigkeit von Unternehmen gilt, bei plus 2,2 Prozent.

Geldpolitik weltweit

Chinas Notenbank machte in der vergangenen Woche gleich zwei Mal auf sich aufmerksam. Am Dienstag reagierten die Währungshüter direkt auf den erneut massiven Absturz an den Börsen. Der Leitzins der zweitgrößten Volkswirtschaft wurde um 0,25 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent gesenkt. Der überraschende Eingriff war bereits die fünfte Leitzinssenkung seit November.

Nur einen Tag später griff die Notenbank der Wirtschaft des Landes direkt unter die Arme. Geschäftsbanken wurde frisches Geld zur Verfügung gestellt. Im Rahmen von kurzfristigen Kreditgeschäften erhielten Banken insgesamt 140 Milliarden Yuan (rund 19 Milliarden Euro). Auch die Anforderungen an die Mindestreserve der Geschäftsbanken wurden gesenkt, um die Kreditvergabe weiter anzukurbeln.

Technische Bewertung der Märkte:

DAX

Screen 1: Tageschart des DAX

Wie immer freitags möchte ich mit der charttechnischen Betrachtung des deutschen Leitindex beginnen. Nachdem es am Montag morgen steil bergab ging und der Kurs nun gänzlich aus der Abwärtsrange nach unten ausgebrochen war, setzte der Preis zur Erholung ein, sodass eine Rückkehr in die abwärtsgerichtete Range möglich war. Das bedeutet aber noch lange keine Entwarnung für die Bullen. Aus rein charttechnischer Sicht ist die übergeordnete Richtung noch immer abwärts. Der Test der 9400er Marke aus dem Winter der letzten Jahres malt da kein positiveres Bild. Einzig die Tatsache, dass die 10.000er Marke auf Schlusskursbasis zurückerobert wurde, macht etwas Mut. Langfristig orientierte Anleger könnten die Kurse zum Einstieg nutzen. Aber abhängig von der weltwirtschaftlichen Entwicklung kann es noch einmal eine Etage tiefer gehen.

S&P500

Screen 2: Tageschart des S&P500

S&P500: Im breiter aufgestellten S&P500 ging es gleich zwei Etagen weiter abwärts. Nachdem der Kurs die Marke von 2040 nach unten durchbrochen hatte, fiel auch die Marke von 1990 Punkten. Beides Marken, die bislang eine starke Unterstützung boten. Da diese Abverkäufe unter großem Volumen stattfanden, kann man tatsächlich von nachhaltigen Kursentwicklungen sprechen. Aktuell wird die Marke um 1990 Punkte von unten getestet, was aus charttechnische Sicht ganz normal ist. Entscheidend wird sein, ob diese Marke nun als Widerstand fungiert oder doch noch auf Schlusskursbasis zurückerobert werden kann. Dann würden sich erste Käufe anbieten, die aber eng abgesichert werden sollten.

Gold

Screen 3: Tageschart von Gold

Gold: Nach wie vor sehen wir beim Gold eine abwärtsgerichtete Bewegung. Die technische Gegenreaktion beginnend an der unteren Trendlinie, kann eben auch nur als eine solche bewertet werden, auch wenn die Gazetten schon wieder neue Höchstkurse für das gelbe Edelmetall hinaufbeschwören. Der Abwärtstrend ist intakt, die Kurse wurden an der oberen Trendkanallinie abverkauft und nun rücken wieder tiefere Kurse auf den Plan. Aus meiner Sicht sind keine bullishen Zeichen zu erkennen.

 

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Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit diversen Finanzprodukten. Im Tagesgeschäft widmet er sich dem Forex-Handel, wohingegen Aktien mittelfristig im Swing-Trading mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo getradet werden. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de
Christian Habeck

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