Newsrückblick 18. Januar bis 1. Februar 2018

IQ Option ErfahrungenIn Deutschland kommt die Regierungsbildung voran. Nach Abschluss der Sondierungsgespräche stimmte ein SPD-Parteitag in Bonn mit knapper Mehrheit für die Aufnahme von Koalitionsgesprächen. Während aus der SPD immer wieder Forderungen zu Nachverhandlungen zu hören sind, verlautet aus der Union, dass es keinen Spielraum mehr gebe.

US-Präsident Donald Trump hat wenige Tage nach seinem Besuch beim Weltwirtschaftsforum in Davos seine erste Rede zur Lage der Nation vor dem Repräsentantenhaus gehalten. Darin verkündete er auch Einzelheiten zu seinem angekündigten Infrastruktur-Programm, dass Investitionen in Höhe von 1,7 Billionen Euro innerhalb von zehn Jahren umfassen soll.

Anlässlich des 55. Jahrestags der Unterzeichnung des ÉlyséeVertrags zwischen Deutschland und Frankreich am 22. Januar 1963 sprach der Präsident der französischen Nationalversammlung Francois de Rugy vor dem Bundestag. Zudem bestätigten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Marcon erneut, die Zusammenarbeit beider Länder weiter zu vertiefen und gemeinsam neue Impulse für Europa zu geben.

Inhaltsverzeichnis

  • WIRTSCHAFT
  • GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

WIRTSCHAFT

EU

Wirtschaftswachstum in Italien erwartet

Die italienische Notenbank geht in einer Prognose davon aus, dass die Wirtschaft des Landes in diesem Jahr ähnlich stark wachsen wird wie 2017. In ihrem Wirtschaftsbericht für 2017 berechnet die Banca d‘Italia einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 1,4 Prozent. Im vierten Quartal wuchs die italienische Wirtschaft mit 0,4 Prozent wohl ebenso stark wie im Sommer. In der nächsten Zukunft soll die Binnennachfrage das Wachstum stärken. Erst zum Ende des Jahrzehnts soll das Tempo etwas zurückgehen. Die offiziellen Zahlen zum Wirtschaftswachstum in Italien werden am 1. März – wenige Tage vor den Parlamentswahlen – veröffentlicht.

Weniger Jobverluste in britischer Finanzbranche als befürchtet

Die britische Finanzbranche geht von weniger Jobverlusten aufgrund des Brexits aus als zunächst befürchtet. Catherine McGuinness, die Leiterin der Abteilung für Politik im Finanzbezirk City of London, sagte, dass die Anzahl der Arbeitsplätze, die durch den Brexit verloren gehen werden, am unteren Ende der bisherigen Schätzungen liegen werden.

Nachdem es im Dezember Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien gegeben hatte, ist die Stimmung in der britischen Finanzbranche wohl etwas positiver. Schätzungen zufolge könnten im britischen Finanzsektor 5.000 bis 75.000 Arbeitsplätze verloren gehen. Allein die amerikanische Investmentbank JP Morgen könnte bis zu 4.000 Jobs aus Großbritannien in andere Länder verlagern. Die Zahlen schwanken stark und die langfristigen Folgen sind bisher nicht absehbar. Die britische Finanzbranche ist für etwa zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts verantwortlich und daher für die gesamte britische Wirtschaft von großer Bedeutung.

Schaden für Finanzplatz London

Dennoch warnt die britische Regierung die EU davor, in den Verhandlungen zum EU-Austritt den Finanzplatz London und die Finanzbranche zu schädigen. Laut Philip Hammond, dem Finanzminister Großbritanniens, werde eine Beschädigung der britischen Finanzindustrie wohl nicht Frankfurt oder Paris zugutekommen, sondern New York oder Singapur würden davon profitieren. Damit würde nicht nur Großbritannien verlieren, sondern auch die EU. Hammond hält weiterhin eine Übergangsphase nach dem Brexit für sehr wichtig. Laut dem britischen Notenbankchef Mark Carney werde das Brexit-Votum der britischen Wirtschaft jährlich zehn Milliarden Pfund kosten.

Großbritannien findet Anschluss an internationalen Aufschwung

Laut dem britischen Notenbankchef Mark Carney kann die britische Wirtschaft im Laufe des Jahres wieder den Anschluss an den globalen Aufschwung finden. Während sich die Weltwirtschaft beschleunigt, ist dies in Großbritannien nicht der Fall. Auch über die zukünftigen Beziehungen zu Europa und anderen Ländern werde es im Laufe des Jahres mehr Klarheit geben. Die britische Wirtschaft wuchs in den ersten drei Quartalen des letzten Jahres langsamer als in allen anderen G7-Staaten.

DIHK rechnet mit stärkerem Export-Wachstum

Aufgrund der positiven Entwicklung der Weltwirtschaft rechnet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) mit einem deutlichen Zuwachs der Exporte. Der DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier geht davon aus, dass die Exporte aus Deutschland in diesem Jahr um mehr als sechs Prozent zulegen werden. Noch im Herbst ging man von nur 4,5 Prozent aus. Ein Zuwachs von sechs Prozent wäre mehr als der Durchschnitt der letzten 25 Jahre. Der IWF erhöhte kürzlich seine Vorhersage für das Wachstum der globalen Wirtschaft für 2018 von 3,7 auf 3,9 Prozent. Auch 2019 soll es nach derzeitigen Prognosen ein Wachstum von 3,9 Prozent geben.

DIHK sieht Risiken

Trotzt dieser guten Entwicklungen sieht der DIHK einige Risiken. Vor allem die zunehmend restriktive, national ausgerichtete Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump ist in der deutschen Wirtschaft ein Thema. Dieser verhängte vor einigen Tagen beispielsweise Einfuhrzölle auf Waschmaschinen und Solaranlagen. Auch die Neuverhandlung des Nafta-Abkommens oder Einschränkungen hinsichtlich der Vergabe von Visa für die USA verunsichern deutsche Unternehmen.

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USA

Mester für schnelleres Tempo bei Zinserhöhungen

Loretta Mester, die Chefin des Fed-Ablegers in Cleveland, sprach sich kürzlich bei einer Rede in New York für je drei oder vier Zinserhöhungen in diesem und im kommenden Jahr aus. Damit plädiert sie für ein schnelleres Tempo als die Mehrheit ihrer Fed-Kollegen. Wenn sich die Wirtschaft weiter so entwickle wie bisher, sei dies angemessen, sagte Mester. An der Spitze der Fed ist man sich wohl weiter uneinig, wie stark die Straffung der Geldpolitik in diesem Jahr ausfallen soll. Weiterhin halten auch einige Vertreter des Offenmarktausschusses, der für die Zinspolitik zuständig ist, drei Zinsanhebungen in diesem Jahr für zu viele.

Keine Zinserhöhung in den USA

Auf ihrer ersten Sitzung in diesem Jahr verkündete die Fed keine weitere Zinsanhebung, sondern belässt den Leitzins bei 1,5 Prozent. Wie der Offenmarktausschuss der Fed sagte, erlaubten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen derzeit keine weitere Zinserhöhung. Die Fed traf sich lediglich in kleiner Runde und veröffentlichte im Anschluss lediglich einen kleinen Begleittext, der mit minimalen Veränderungen versehen war.

US-Wirtschaft weiter gewachsen

Laut einer Umfrage der Fed ist die amerikanische Wirtschaft in den letzten Wochen weiter gewachsen. Zwischen Ende November und Ende Dezember sei die Aktivität leicht bis moderat gestiegen. Dies geht aus dem sogenannten Beige Book der Fed hervor. Auch die Inflation sei leicht bis moderat angestiegen. Zudem gaben die meisten Distrikte an, dass die Löhne in ihrem Zuständigkeitsbereich mäßig gestiegen seien. Außerdem gaben einige Distrikte an, dass bei ihnen die Kosten für Herstellung, Bau und Transport gestiegen seinen. Zudem gab es vielerorts Schwierigkeiten für Unternehmen, Fachkräfte zu finden. Dennoch zeigten sich der Großteil der befragten Unternehmen optimistisch für 2018.

US-Steuerreform schiebt vorübergehend die Weltwirtschaft an

Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds IWF wird sich die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump zumindest vorübergehend positiv auf die Weltwirtschaft auswirken. Aus diesem Grund erhöhte der IWF seine Wachstumsprognosen für die USA und Deutschland deutlich.

Die Steuerreform würde die wirtschaftlichen Aktivitäten stimulieren, was sich auch positiv auf Handelspartner wie Deutschland auswirken werde. Bis 2020 würde die Steuerreform positive Auswirkungen haben, aber nach 2022 werde sich die Stimmung ändern, unter anderem aufgrund von steigenden Schulden und einem stärkeren Dollar. IWF-Chefin Christine Lagarde warnte zudem vor langfristigen Risiken.

Schutzzölle auf Waschmaschinen und Solaranlagen

Auf Waschmaschinen, die in die USA eingeführt werden, werden nun Zölle in Höhe von 25 bis 50 Prozent erhoben. Bei Solarzellen und Solarmodulen werden 30 Prozent fällig. Die Aufschläge sollen jedoch im Laufe der nächsten Jahre sinken. Zudem sind Freigrenzen festgelegt worden. US-Präsident Donald Trump begründete diese Maßnahme mit der Schaffung von Arbeitsplätzen in den USA. Vor allem China und Südkorea kritisierten die Schutzzölle.

Senat bestätigt Powell-Nominierung

Der Senat hat die Nominierung von Jerome Powell als neuen Fed-Chef bestätigt. 84 Senatoren stimmten für ihn, 13 gegen ihn. Damit kann Powell Nachfolger von Janet Yellen werden, die ihr Amt am 3. Februar aufgibt. Derzeit wird erwartet, dass Powell ihren geldpolitischen Kurs fortsetzt. Eine Debatte über Powell war nicht nötig, man konnte rasch zur Abstimmung übergehen. Powell ist unter den US-Senatoren weitgehend unumstritten. Er teilt Janet Yellens Ansicht, dass Zinsanhebungen behutsam anzugehen sind, da die Inflation noch immer sehr niedrig ist. Darüber hinaus zeigt sich Powell offen für eine Lockerung der Dodd-Frank-Gesetze zur Regulierung von Banken.

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Mnuchin begrüßt Dollar-Schwäche

Der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin begrüßt die aktuelle Dollar-Schwäche. Er sagte beim Weltwirtschaftsforum in Davos, dass ein schwacher Dollar gut sei für den Außenhandel. Der Dollar reagierte auf diese Aussage mit einem Kursrückgang. Investoren sahen diese Aussage als Bruch mit der traditionellen Währungspolitik der USA. Zudem wurde dies als Zeichen gewertet, dass die US-Regierung im Zuge der Amerca first-Strategie Handelspartner schärfer attackierten werde. Donald Trump sprach sich jedoch für einen starken Dollar aus. Diese widersprüchlichen Aussagen sorgten für Irritationen. Einige Tage später revidierte Steven Mnuchin seine Aussagen und sprach sich für einen starken Dollar und freie Devisenmärkte aus. Das derzeitige Niveau des Dollars sei kein Anlass zur Sorge, dauerhaft sei er jedoch für einen starken Dollar.

EZB-Mitglied Benoit Coeure kritisierte die Äußerung Mnuchins. Aussagen über Währungen von Politikern seine aus seiner Sicht wenig hilfreich. Zudem sollten Wechselkurse nicht zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit eingesetzt werden.

GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

EZB sucht Vize-Präsidenten

Die EZB ist auf der Suche nach einem neuen Vize-Präsidenten. Die Besetzung des Postens ist interessant, da im Oktober 2019 auch die Amtszeit von Mario Draghi endet. Bislang hat noch kein Deutscher diese Aufgabe erhalten. Vor allem aus Deutschland kommt massive Kritik an der ultra-lockeren Geldpolitik der EZB. Daher könnte sich ein deutscher Kandidat um die Nachfolge von Mario Draghi bemühen.

Doch zunächst muss ein neuer Vize-Präsisdent gefunden werden. Vitor Constancio verlässt Ende Mai nach acht Jahren die Zentralbank. Die Finanzminister der Eurozone haben nun die Aufgabe, einen Nachfolger zu finden. Ende Februar könnte es eine Entscheidung geben. Zunächst wurde nur die Kandidatur des spanischen Wirtschaftsministers Luis de Guindos öffentlich bekannt.

Wenn ein Kandidat aus dem Süden Europas Vize-Präsident der EZB wird, könnte im kommenden Jahr ein Kandidat aus dem Norden Präsident der Notenbank werden. Im Norden befürwortet man tendenziell eine schärfere Geldpolitik, um den Euro zu stärken und die Verschuldung von Staaten zu vermindern.

EZB-Präsident aus dem Norden Europas?

Ein weiteres Indiz auf einen EZB-Präsidenten aus dem Norden des Währungsraums ist, dass bereits der Vorsitz der Eurogruppe mit Mario Centeno an einen Portugiesen und damit einen Vertreter aus Südeuropa gegangen ist. Um das Gleichgewicht zwischen Nord und Süd zu behalten, wäre nun ein EZB-Präsident aus Deutschland oder Frankreich denkbar. Aus Deutschland käme Jens Weidmann, der Präsident der Bundesbank, infrage, der immer wider Kritik an Mario Draghi äußert. Francois Villeroy de Galhau, der Chef der französischen Zentralbank, steht ebenfalls zur Diskussion, allerdings war mit Jean-Claude Trichet schon von 2003 bis 2011 ein Franzose an der Spitze der EZB.

Zwischenzeitlich schlug die irische Regierung den Notenbankchef des Landes, Philip Lane, für den EZB-Vizeposten vor. Dies könnte die Aussichten Weidmanns auf den EZB-Chefposten im kommenden Jahr schmälern. Irland wäre erstmals im EZB-Direktorium vertreten. Noch bis zum 7. Februar können die Länder der Eurozone weitere Kandidaten vorschlagen.

Erste Zinssitzung der EZB im neuen Jahr

Auf der ersten Zinssitzung der EZB im neuen Jahr ging es um die ultra-lockere Geldpolitik der Zentralbank. Die Zinsen wurden wie erwartet nicht verändert. Zudem werden zunächst keine Änderungen am geldpolitischen Ausblick hinsichtlich der monatlichen Anleihenkäufe vorgenommen. EZB-Präsident Mario Draghi geht zudem davon aus, dass es in diesem Jahr nicht zu Zinserhöhungen kommen wird.

Bis Ende September und womöglich auch darüber hinaus wird die EZB weiterhin monatliche Wertpapiere im Wert von 30 Milliarden Euro ankaufen. Das Programm könnte verlängert werden, wenn bis Ende September die Inflation noch immer nicht in Richtung des angestrebten Zielwerts von zwei Prozent geht. Zudem seinen die jüngsten Kapriolen am Devisenmarkt ein Unsicherheitsfaktor, den die EZB weiter beobachten werde. Laut Mario Draghi sind weiterhin geldpolitische Anreize notwendig, damit der unterschwellige Inflationsdruck weiter ansteigen könne.

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