News-Rückblick vom 10. bis 24. Mai 2018

IQ Option ErfahrungenFür viel Aufregung sorge in den vergangenen Wochen die Ankündigung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, das Atomabkommen mit dem Iran einseitig aufzukündigen. Die EU will jedoch an den Vereinbarungen mit Teheran festhalten. Die USA kündigten dagegen weitere Sanktionen gegen den Iran an.

In Europa beschäftigt viele Politiker und Anleger gerade die neue Regierung in Italien. Dort haben sich die rechtspopulistische Lega und die populistische Fünf-Sterne-Bewegung auf ein Regierungsprogramm geeinigt. Neuer Regierungschef soll der bislang völlig unbekannte Jurist Guiseppe Conte werden. Die Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen stiegen in den letzten Tagen von 1,7 Prozent zu Monatsbeginn auf 2,2 Prozent. Einige Experten wie der Chef des ifo-Instituts, Clemens Fuest, warnen bereits vor einer neuen Eurokrise.

Inhaltsverzeichnis

  • Wirtschaft
  • GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

Wirtschaft

EU

Europäische Großunternehmen wachsen enorm

Die europäischen Großunternehmen konnten im letzten Jahr ihre Umsätze und Gewinne im Vergleich zur Konkurrenz aus Nordamerika und Asien deutlich steigern. Dies geht auch einer Untersuchung des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY hervor. Allerdings sind die amerikanischen Unternehmen profitabler. Die 265 europäischen Unternehmen, die zu den umsatzstärksten 1.000 Konzernen der Welt gehören, konnten im letzten Jahr ihre Erlöse um zehn Prozent steigern. Die 327 größten US-Unternehmen erreichten einen Umsatzzuwachs von acht Prozent.

Hinsichtlich des Gewinnwachstums lag Europa 2017 ebenfalls vorne. Der operative Gewinn (EBIT) nahm um 21 Prozent zu; in den USA nur um neun Prozent. Die europäischen Unternehmen konnten von einer starken Nachfrage aus dem Ausland sowie der Erholung in den europäischen Krisenländern profitieren.

Keine Veränderung beim Leitzinssatz in Großbritannien

Die britische Notenbank behält den Leitzins aufgrund der schwächelnden Konjunktur unverändert bei 0,5 Prozent. Diese Entscheidung war erwartet worden und fiel mit sieben zu zwei Stimmen. Noch vor einigen Wochen gingen die Finanzmärkte von einer Zinserhöhung im Mai aus, doch zuletzt schwächelte die britische Konjunktur. Das britische Bruttoinlandsprodukt legte im ersten Quartal nur um 0,1 Prozent zu. Falls die Wirtschaft wieder anzieht, könnte es im August zu einer Zinsanhebung kommen. Mark Carney, der Chef der Bank of England, sagte, dass die Aussichten für die britische Wirtschaft auch aufgrund der Unsicherheiten durch den Brexit getrübt seien.

Zuletzt hatte man sich zwar auf eine Übergangszeit nach dem Brexit geeinigt, doch die Bedingungen, wie das Land nach dem endgültigen Austritt aus der EU mit den übrigen EU-Staaten handeln werden, sind noch nicht festgelegt. Dies sorgt bei den britischen Unternehmen für Verunsicherung.

Die Bank of England senkte zudem ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für dieses Jahr von 1,8 auf 1,4 Prozent. Auch für die kommenden beiden Jahre korrigierten man die Erwartungen um 0,1 Prozent nach unten.

EU erhebt Strafzölle auf Reifen aus China

Auch die EU-Kommission erhebt nun Strafzölle auf chinesische Produkte. Betroffen sind Reifen für LKWs und Busse. Bei den Zöllen handelt es sich um Anti-Dumping-Zölle in Höhe von 52,85 bis 82,17 Euro pro Reifen. Die Maßnahme ist zunächst auf sechs Monate befristet, könnte allerdings auf drei Jahre verlängert werden und dann auch rückwirkend für Produkte gelten, die seit Februar in die EU eingeführt wurden.

Die Preise für Reifen chinesischer Hersteller sind im Vergleich zu europäischen Produkten sehr günstig. In der Folge könnte die europäische Runderneuerungsindustrie für Reifen Schwierigkeiten bekommen. Dies zeigt auch eine Studie von Ernst & Young aus dem Jahr 2016. Darin heißt es, dass die Umsätze in Ländern wie Deutschland, Frankreich oder Italien seit 2010 um 20 Prozent gesunken seien. Die Runderneuerungsindustrie bereitet Reifen wieder auf und unterstützt damit einen nachhaltigen und umweltfreundlichen Wirtschaftskreislauf. Allerdings sind wohl neue Reifen aus China günstiger als aufbereitete.

Stabiles Wirtschaftswachstum in Frankreich

Die französische Notenbank geht nicht davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal des Jahres beschleunigten wird. Auch im zweiten Quartal werde das Wirtschaftswachstum wie bereits im ersten Quartal um 0,3 Prozent wachsen. Die französische Notenbank bezieht sich bei ihrer Prognose auf eine Umfrage unter Industrie- und Dienstleistungsbetrieben sowie das daraus berechnete Geschäftsklima-Barometer. Das Geschäftklima-Barometer ging im April um einen Punkt auf 102 Punkte zurück.

Verbrauchen trauen Online-Händlern bei Datenschutz nicht

Viele Verbraucher in Deutschland verzichten auf attraktive Angebote beim Online-Shopping, weil sie den Datenschutz-Versprechen der Händler oder Dienstleister im Internet nicht trauen. Die Unternehmensberatung Accenture führte hierzu eine groß angelegte Studie durch. Das Ergebnis besagt, dass 38 Prozent der Verbraucher im letzten Jahr einen Einkauf im Internet abgebrochen haben, weil ihnen das Vertrauen in den Datenschutz des Anbieters fehlte. Die Folge waren Umsatzverluste in Höhe von 127 Milliarden Euro. Im Rahmen der Studie befragt man 25.000 Konsumenten in aller Welt; 1.300 davon in Deutschland.

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Forderung nach Schuldenerlass nicht im italienischen Regierungsprogramm

Die rechtspopulistische Lega rudert hinsichtlich ihrer Forderung nach einem Schuldenerlass der EZB zurück. Eine derartige Forderung befindet sich nicht in dem mit der 5-Sterne-Bewegung erarbeiteten Regierungsprogramm. Die Lega sprach zuvor von einem Schuldenerlass in Höhe von 250 Milliarden Euro. Medienberichten zufolge wollte man auch den italienischen Beitrag zum EU-Budget, die Russland-Sanktionen der EU sowie die Rentenreform von 2011 neu verhandeln.

USA

Weitere Gespräche zwischen China und den USA

Eine Delegation aus China hielt sich für weitere Gespräche bezüglich des noch immer schwelenden Handelsstreits in Washington auf. Bei diesem Treffen ging es auch um die Vorbereitung des Besuchs des chinesischen Vize-Ministerpräsidenten und Handelsexperten Liu He in den USA. Der chinesische Präsident Xi Jinping hatte zuvor in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump Bereitschaft signalisiert, den schwelenden Handelsstreit zwischen beiden Ländern zu beenden.

ZTE bringt Bewegung in Handelskonflikt

Mit einer überraschenden Entscheidung von US-Präsident Donald Trump zum angeschlagenen chinesischen Technologiekonzern ZTE kam Bewegung in den Konflikt zwischen den USA und China. Trump sagte, er wolle die von den USA verhängten Sanktionen gegen ZTE lockern und damit Arbeitsplätze beim Technologiekonzern retten.

In China wurde diese Entscheidung positiv aufgenommen, während man in der USA irritiert war. Für die USA spielte ZTE bislang keine Rolle im Handelskonflikt beider Länder. ZTE ist einer der größten Telekomausrüster der Welt und nach Huawei der zweitgrößte Smartphone-Hersteller Chinas.

ZTE Thema im Handelsstreit

ZTE musste seinen Geschäftsbetrieb aussetzen, nachdem bekannt wurde, dass das Unternehmen gegen die US-Sanktionen gegen den Iran verstoßen hatte. Nun darf ZTE nicht in den nächsten sieben Jahren mehr von amerikanischen Unternehmen beliefert werden. Damit fehlen ZTE wichtige Bauteile. Bei den letzten Handelsgesprächen in Peking forderte die chinesische Seite bereits, dass das amerikanische Handelsministerium die Sanktionen gegen ZTE mildert.

Donald Trump kündigte via Twitter an, gemeinsam mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi an einer Lösung zu arbeiten. Er habe sein Handelsministerium angewiesen, die Angelegenheit zu klären. Die Entscheidung stieß in den USA auf Kritik. Man überrascht, dass Trump ZTE mit dem Handelsstreit mit China verbindet. Außerdem war man verwundert, dass Trump, der bislang immer die Notwendigkeit der Sicherung von Arbeitsplätzen im eigenen Land betonten, Arbeitsplätze im Ausland sichern will. Darüber hinaus kamen Spekulationen auf, die Entscheidung könnte mit einem Projekt in Indonesien, an dem die Trump Organisation indirekt beteiligt ist, in Zusammenhang stehen.

Einigung im Handelsstreit

Die USA und China konnten einen Handelskrieg vorerst abwenden. In Washington wurde eine vorläufige Einigung erzielt. Die amerikanische Regierung fordert, dass die Maßnahmen zum Abbau des Ungleichgewichts in der Handelsbilanz gegenüber den USA rasch umgesetzt werden. China soll dazu mehr Agrarprodukte und Energie aus den USA kaufen.

Diese Einigung könnte zu einer deutlichen Entspannung im Konflikt beider Länder beitragen. Trump schrieb auf Twitter, dass es einen fairen Handel mit China geben werde. Handelshemmnisse und Zölle werden sinken. Die Finanzmärkte reagierten erleichtert. Eine Delegation um Handelsminister Wilbur Ross wird nochmals nach Peking reisen, um Details zu klären.

Bullard gegen weitere Zinserhöhungen

James Bullard, der Präsident der Fed von St. Louis, spricht sich gegen weitere Zinsanhebungen in den USA aus. Aufgrund der derzeitigen makroökonomischen Bedingungen sieht er Gründer zur Vorsicht bei weiteren Zinserhöhungen. Seiner Ansicht nach hätten die Zinsen bereits ein neutrales Niveau erreicht und könnten nun die Konjunktur nicht weiter stimulieren.

Bullard warnt nicht zum ersten Mal vor einer zu aggressiven Straffung der Geldpolitik. Seiner Ansicht nach müsse man abwarten, wie die Inflation, das Wachstum und die Marktzinsen auf die Zinsanhebungen reagieren. Bullard ist allerdings in diesem Jahr kein stimmberechtigtes Mitglied im Offenmarktausschuss der Fed, der für Zinsentscheidungen zuständig ist. Derzeit geht man an den Märkten davon aus, dass eine weitere Zinsanhebung der Fed bevorsteht.

Kaplan für Schrumpfen der Fed-Bilanz

Robert Kaplan von der Fed in Dallas hat sich dafür ausgesprochen, die Bilanz der Fed deutlich zu schrumpfen. Er befürwortet eine Bilanzsumme von weniger als drei Billionen Dollar. Die Bilanz war durch den Erwerb von Staatsanleihen und Wertpapieren zwischenzeitlich auf 4,5 Billionen Dollar angewachsen. Die Konjunkturerholung sorgte allerdings für eine Reduzierung der Bilanzsumme.

Lockerung der Bankenregeln in den USA

In den USA werden zehn Jahre nach der Finanzkrise die Regeln für kleinere und mittlere Banken gelockert. Der Senat und das Repräsentantenhaus stimmten für entsprechende Änderungen am Dodd-Frank-Gesetz, dass nach der Finanzkrise eingeführt wurde. Kleinere Banken und kommunale Kreditgeber werden von Auflagen befreit. Sie sollen mehr Geld verleihen dürfen und damit die Wirtschaft weiter ankurbeln. Großbanken ist es jedoch weiterhin verboten, auf eigene Rechnung zu handeln.

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Die Schwelle, ab der eine Bank als systemrelevant eingestuft und damit strenger kontrolliert wird, wurde auf eine Bilanzsumme von 250 Milliarden Dollar erhöht. Die Befugnisse der Verbraucheraufsicht wurden jedoch nicht eingeschränkt. Größere Finanzinstitute können allerdings leichter Kundeneinlagen als Sicherheiten bei der Zentralbank hinterlegen.

GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

Vorerst keine Veränderungen an Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank

Vorerst sind keine Veränderungen am geldpolitischen Kurs der Schweizerischen Nationalbank in Sicht. Der Vize-Präsident der SNB, Fritz Zurbrügg, sagte, trotz des schwächeren Frankens sei die Währung im Vergleich zum Euro noch immer zu hoch bewertet. Allerdings sieht die SNB einen klaren Trend, dass der Franken in der letzten Zeit schwächer geworden ist. Dies führt man bei der SNB auf die bessere wirtschaftliche Situation in der Eurozone zurück. Dennoch bleibt der Franken aus Sicht von Zurbrügg eine starke Währung, die allerdings derzeit wenig nachgefragt sei. Dies könnte sich aber schnell ändern.

Die SNB sieht derzeit keinen Druck, ihre durch Deviseninterventionen enorm hohe Bilanz abzubauen. Die Bilanzgröße dürfe nicht zum Hauptkriterium der Geldpolitik werden. Der Verkauf von Wertschriften und der Rückkauf von Franken würden den Frankenkurs beeinflussen.

Aufschwung in der Eurozone nicht in Gefahr

Die EZB sieht den Aufschwung in der Eurozone trotz der zuletzt schwachen Konjunkturdaten nicht in Gefahr. Laut dem Wirtschaftsbericht der EZB sei die wirtschaftliche Expansion nach wie vor robust und breit angelegt. Die EZB zeigte sich zudem überzeugt, dass die Inflation mittelfristig knapp unter zwei Prozent liegen wird. Im April betrug die Inflationsrate lediglich 1,2 Prozent.

Weidmann für EZB-Kandidatur bereit

Bundesbankpräsident Jens Weidmann signalisierte, dass er bereit wäre, im Herbst 2019 neuer EZB-Präsident und damit Nachfolger von Mario Draghi zu werden. Weidmann gilt als Kritiker der lockeren Geldpolitik der EZB, die vor allem in Deutschland umstritten ist. Er bedauert jedoch, dass die Diskussion um die Nachfolge von Mario Draghi so früh begonnen hat.

Jens Weidmann sprach sich zugleich erneut für ein Ende der Anleihekäufe bis zum Ende des Jahres aus und hält es für sinnvoll, bald für Klarheit zu sorgen, indem man ein Enddatum nennt. Käufe von Staatsanleihen sind für ihn lediglich ein Notfallinstrument, um eine Deflation abzuwenden. Auch die Vorschläge von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron zur Reform der Eurozone sieht Weidmann kritisch.

Anleihekäufe weiterhin mögliches Instrument für EZB

Vitor Constacio, der Noch-Vize-Präsident der EZB, sagte, die neuen Kriseninstrumente wie Anleihekäufe könnten auch in Zukunft in Notfällen erneut eingesetzt werden. Eurobonds sind für Constacio die einzige Alternative, die man bei Liquiditätskrisen ähnlich effektiv einsetzen könnte wie Wertpapierkäufe. Dafür müssten jedoch die EU-Verträge geändert werden und die Union müsste politisch weiterentwickelt sein. Viele EU-Staaten lehnen bislang gemeinsame Staatsanleihen ab.

Bald eigener Geldmarktzinssatz der EZB

Die EZB arbeitet an einem eigenen Geldmarktzinssatz. Dieser soll den Namen „Ester“ tragen und noch vor 2020 eingeführt werden. Die EZB hatte zuvor Rückmeldungen aus der Finanzwirtschaft zu ihren Plänen erhalten. Der neue Zinssatz soll komplett auf Transaktionen in Euro beruhen, die von Banken gemeldet werden. Der neue Zinssatz soll eine Alternative zum Libor und zum Euribor darstellen. Beide wurden über Jahre von Bankern manipuliert. Daraufhin versuchte man 2017 den Euribor zu reformieren, was jedoch keinen Erfolg hatte.

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