News-Rückblick 4. bis 18. Januar 2018

IQ Option ErfahrungenCDU, CSU und SPD haben sich auf ein Sondierungspapier geeinigt. Doch vor allem an der SPD-Basis gibt es viel Kritik am Verhandlungsergebnis. Auch Wirtschaftsvertreter zeigten sich eher enttäuscht. Unter anderem hatte man auf deutliche Steuersenkungen gehofft, wurde jedoch in diesem Punkt enttäuscht.

In Großbritannien wird derzeit ein zweites Referendum zum EU-Ausstieg diskutiert. Sogar der ehemalige Chef der rechtspopulistischen UKIP, Nigel Farage, hatte einen solchen Schritt ins Gespräch gebracht. Ein Sprecher von Premierministerin Theresa May erteilte einem erneuten Referendum jedoch eine Absage.

In den USA gibt es derzeit erneut viel Unruhe um Donald Trump. Zunächst gab es einigen Wirbel um ein Enthüllungsbuch des Journalisten Michael Wolff. Weniger Tage später soll Donald Trump in einem Meeting zur Einwanderungspolitik afrikanische Staaten und Haiti als „Dreckslochländer“ bezeichnet haben, was ihm weltweit viel Kritik einbrachte. Die afrikanischen Staaten fordern eine Entschuldung des US-Präsidenten.

Inhaltsverzeichnis

  • WIRTSCHAFT
  • GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

WIRTSCHAFT

EU

Brexit gefährdet Arbeitsplätze

Im Londoner Finanzsektor brach die Anzahl der neu zu besetzenden Arbeitsplätze im Dezember um 37 Prozent ein. Dies geht aus Angaben des Personalunternehmens Morgan McKinley hervor. Zudem warnte der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan davor, dass in Großbritannien in den nächsten zwölf Jahren eine halbe Million Arbeitsplätze verloren gehen könnten. Auch Investitionen in Höhe von 50 Milliarden Pfund könnten verloren gehen, wenn es keine Einigung mit der EU gibt. Khan bezog sich dabei auf eine Untersuchung.

Dieter Kempf, der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) im Brexit eine große Gefahr für die Konjunktur in Deutschland. Die Unternehmen hierzulande sollten sich daher auf alle Möglichkeiten, auch auf einen harten Brexit, vorbereiten.

Regel für britische Banken nach Brexit

Außerdem diskutiert man derzeit die Regeln für britische Banken und deren Zugang zum europäischen Binnenmarkt nach dem Brexit. Die Banken in London sind besorgt, dass sie den Zugang zum europäischen Binnenmarkt ganz verlieren könnten. Auch aus diesem Grund wird eine Übergangsphase gefordert. Der britische Finanzminister Philip Hammond sprach sich ebenso wie Brexit-Minister David Davis dafür aus, dass die Banken in dieser Übergangsphase den gleichen Zugang zum europäischen Binnenmarkt behalten sollten wie bisher.

Vorschläge für Reform der Eurozone

Führende deutsche und französische Ökonomen wie Ifo-Chef Clemens Fuest, DIW-Chef Marcel Fratzscher oder  Jean Pisani-Ferry, ein Berater des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, fordern Reformen in der Eurozone. Unter anderem schlagen sie vor, die derzeit sehr komplizierten Schuldenregeln des Maastricht-Vertrages durch ein einfacheres System zu ersetzen. Außerdem sollten die Institutionen der Eurozone mehr Macht bekommen sowie eine Insolvenzordnung eingeführt werden. Diese soll verhindern, dass die Staaten in der Eurozone zu viele Kredite aufnehmen. Die Vorschläge sollen laut dem „Spiegel“, der darüber berichtete, eine Kombination aus Marktdisziplin und Risikoteilung darstellen. Einen eigenen Haushalt für die Eurozone, wie von Emmanuel Macron gefordert, sehen die Ökonomen jedoch kritisch. Dieser könnte zwar die Konjunktur stabilisieren, benötigen aber Entscheidungen über die Aufgabenverteilung von  Eurozone, EU-Kommission und Nationalstaaten. Ein Fonds, aus dem Länder in einer konjunkturellen Krise Hilfe bekommen könnten, wäre aus ihrer Sicht sinnvoller. Die Ökonomen lehnten zudem dauerhafte Transfers ab.

„Goldenes Jahrzehnt“ für Frankreich

Frankreich könnte in eine sehr positive Zukunft aufbrechen. Ökonomen sind der Ansicht, dass das Land in den nächsten Jahren schneller wachen wird als Deutschland. Holger Schmieding, der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, meint sogar, dass Frankreich das Nachbarland bald als Konjunkturmotor der Eurozone ablösen könnte. Dies liegt dem Ökonomen zufolge auch an fehlenden Reformen in Deutschland, dass dadurch ins obere europäische Mittelfeld abrutschen könnte.

Auch in Frankreich selbst ist die Stimmung gut. An den Finanzmärkten ist seit der Wahl von Emmanuel Macron eine positive Atmosphäre spürbar. Macrons Reformen werden zwar erst mittelfristig Ergebnisse zeigen, aber die psychologische Wirkung ist schon jetzt spürbar. Auch Verbraucher und Unternehmer in Frankreich zeigen sich derzeit positiv gestimmt.

Französische Wirtschaft 2017 etwas stärker gewachsen

Für 2017 konnte die französische Zentralbank ihre Wachstumsprognose leicht von 1,8 auf 1,9 Prozent anheben. Damit ist die französische Wirtschaft im letzten Jahr etwas stärker gewachsen als zunächst prognostiziert. Im vierten Quartal sei die französische Wirtschaft wohl um 0,6 statt um 0,5 Prozent gewachsen. Die Zentralbank sieht den Grund dafür in der sehr starken Industrieproduktion. Derzeit deutet viel darauf hin, dass es 2018 ebenfalls einen Aufschwung in Frankreich geben wird. Emmanuel Macron will zudem Arbeitsmarktreformen auf den Weg bringen, um die Arbeitslosigkeit zu senken. Außerdem sind Steuersenkungen und Investitionen in Ausbildung geplant.

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Mehr Privatisierungen in Frankreich

Die französische Regierung will weitere Unternehmen privatisieren und dazu weitere Staatsanteile an den entsprechenden Unternehmen verkaufen. Dazu ist ein Privatisierungsgesetz notwendig. Bislang wurden die Namen der betroffenen Unternehmen noch nicht bekannt. Auch ein Zeitrahmen für die Verkäufe steht noch nicht fest. Im vergangenen Jahr kündigte die Regierung an, Privatisierungen in Höhe von zehn Milliarden Euro anzustreben. Aus den Einnahmen soll ein Innovationsfonds für junge Unternehmen finanziert werden. Bislang wurden unter anderem die Anteile am Energiekonzern Engie und an Renault verringert. Spekulationen gibt es derzeit um eine mögliche Privatisierung des Pariser Flughafenbetreibers ADP und der Lottogesellschaft Francaise des Jeux (FDJ).

Kritik an Ergebnissen der Sondierungsgesprächen

Die deutsche Wirtschaft kritisierte CDU, CSU und SPD nach den Sondierungsgesprächen zum Teil sehr deutlich. DIHK-Präsident Eric Schweitzer befürchtet Mehrbelastungen für die deutsche Wirtschaft und Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer nannte die Ergebnisse einen Rückschlag für die Unternehmer. Andere Unternehmer bemängelten das Fehlen von Visionen und das Fehlen einer Antwort auf die Steuerreform in den USA.

Weiterhin gute Konjunktur erwartet

Der Industrieverband BDI erwartet für 2018 ähnlich wie im vergangenen Jahr ein Plus des Bruttoinlandsproduktes von Zweieinviertel Prozent. BDI-Präsident Dieter Kempf sagte in einer Rede, dass der BDI keine realen Risiken für eine konjunkturelle Überhitzung sehe. Zudem würden zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen. Risiken für den Aufschwung in Deutschland kämen vor allem vom außen, beispielsweise durch die amerikanische Steuerreform und den Brexit.

USA

Prüfung von Stahlimporten in die USA abgeschlossen

Das amerikanische Handelsministerium schloss eine von US-Präsident Donald Trump angeordnete Prüfung von Stahlimporten ab. Nun hat der Präsident 90 Tage Zeit, um sich für Abwehrmaßnahmen zum Schutz der amerikanischen Stahlindustrie zu entscheiden. Bislang wurde nicht verlautbart, zu welchem Ergebnis die Prüfung kam. Donald Trump hatte die Überprüfung im letzten April angeordnet und dabei nicht nur China im Blickfeld, sondern eine weltweite Überprüfung angesetzt. Die US-Stahlindustrie fordert seit einiger Zeit Importbeschränkungen.

Warnung vor Überhitzung der US-Wirtschaft

Die Steuerreform in den USA alarmiert das Fed-Mitglied  Robert Kaplan. Die Fed müsse nun auf eine mögliche Überhitzung der Wirtschaft in den USA achten und vermeiden, dass die Konjunktur überdrehe und die Fed reagieren müsste. Kaplan rechnet damit, dass die Steuersenkungen in diesem Jahr für steigende Investitionen sorgen werden. Zudem sieht er die geplante Reform teilweise mit Skepsis und glaubt, dass das Verschuldungsniveau der USA nicht tragfähig sei. Experten warnen davor, dass die Steuerreform die Schulden der USA innerhalb von zehn Jahren um 1,5 Billionen erhöht.

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Fed in Minneapolis fordert Verschärfung der Kapitalanforderung für die größten US-Banken

Die Fed in Minneapolis sieht trotz vieler Reformen seit der Finanzkrise viele große amerikanische Banken noch immer als systemrelevant ab. In einer Studie der Fed in Minneapolis heißt es, dass diese Kreditinstitute noch immer so groß und so vernetzt seinen, dass sie bei einem Zusammenbruch das gesamte Finanzsystem gefährden könnten. Das Risiko, das in den kommenden 100 Jahren die Steuerzahler für die Rettung von Kreditinstituten aufkommen müssten, läge bei 67 Prozent. Daher fordern die Experten, dass die Kapitalanforderungen für Banken mit einer Bilanzsumme von über 250 Milliarden Dollar deutlich verschärft werden.

Die Fed in Minneapolis kann jedoch lediglich Empfehlungen geben. US-Präsident Donald Trump allerdings plant, die strengen Regulierungen, die 2010 als Folge der Finanzkrise festgelegt wurden, zu lockern. Der neue Fed-Chef Jerome Powell sagte im Herbst im US-Kongress, dass es keine amerikanische Bank mehr gebe, die systemrelevant sei.

Entscheidung über Fed-Vize rückt näher

Donald Trump will sich wohl bald für einen neuen Vizechef der Fed entscheiden. Der Posten ist seit Oktober vakant. Zuletzt war Larry Lindsey, der ehemalig Chef des Nationalen Wirtschaftsrats, für die Position im Gespräch. Zudem muss ein weiterer Sitz im Fed-Direktorium neu besetzt werden. Donald Trump könnte damit das Profil der Fed für viele Jahre maßgeblich prägen.

Fed uneinig über Zinsschritte

Die Führung der Fed ist sich bislang nicht einig, wie deutlich die geplante Straffung der Geldpolitik in diesem Jahr ausfallen soll. Einige Mitglieder des Offenmarktausschusses sind der Ansicht, dass drei Zinserhöhungen zu viel seien. Dies geht aus den kürzlich veröffentlichten Protokollen der vergangenen Sitzung hervor. Andere sind jedoch der Meinung, dass eine stärkere Straffung erforderlich sein könnte. Unter anderem ist Patrick Harker, der Chef der Fed in Philadelphia der Ansicht, dass lediglich zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr angemessen seien. Er sieht die anhaltende Preisbeschleungiung als mögliches Risiko. Es könnte daher immer schwieriger werden, die Inflation auf ein angemessenes Niveau zurückzubringen. Auch der Einfluss der Steuerreform wurde diskutiert. Diese könnte den privaten Konsum ankurbeln und Unternehmen zu mehr Investitionen anregen. Weiterhin geht man davon aus, dass die nächste Zinserhöhung im März erfolgt, wenn Jerome Powell neuer Fed-Chef ist.

GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

Weg zur Zinswende bei der EZB

Bei der EZB diskutiert man derzeit über die nächsten geldpolitischen Schritte auf dem Weg zur Zinswende. Bereits sehr bald könnten die EZB-Verantwortlichen ihre Kommunikation und ihren geldpolitischen Ausblick verändern. Darauf deuten auch Aussagen aus dem nun veröffentlichten Protokoll der letzten EZB-Sitzung hin. Änderungen werden jedoch sehr vorsichtig erfolgen.

Über den geldpolitischen Ausblick, den “Forward Guidance”, könnte die EZB die Finanzmärkte früh auf weitere geldpolitische Schritte vorbereiten. Schon im Januar könnte die EZB den Wortlaut ihres geldpolitischen Statements verändern und den Hinweis über eine Aufstockung oder Verlängerung der Anleihenkäufe auslassen. Allein die Ankündigung führte zu einem Anstieg des Euros von 1,1940 Dollar auf 1,2026 Dollar. Die nächste Sitzung der EZB ist für den 25. Januar geplant. Insidern zufolge könnte die EZB jedoch zunächst auch bei ihrem bisherigen Ausblick bleiben.

EZB-Mitglieder sehen höhere Inflationsrisiken

Aus dem Protokoll der letzten EZB-Sitzung geht auch hervor, dass einige Vertreter des EZB-Rats höhere Inflationsrisiken sehen. Auch dies könnte eine geringfügige Änderung des geldpolitischen Ausblick notwendig machen. Im Hinblick auf die weltweite Konjunkturerholung sehen die Ratsmitglieder eher das Risiko einer Abkühlung. Außerdem stellen Unsicherheiten über die zukünftige Geldpolitik in einigen wichtigen Staaten noch immer Risiken dar, die jedoch aus Sicht der EZB-Mitglieder geringer geworden sind.

Schwieriger Weg für Schweizer Notenbank

Experten zufolge wird die Schweizerische Nationalbank (SNB) noch Jahre brauchen, um wieder aus dem Krisenmodus herauszukommen. Der Abbau der Bilanz und die Aufgabe der Negativzinsen stellen die SNB vor große Schwierigkeiten, die nicht mit anderen Notenbanken vergleichbar sind. Während die Fed und die EZB bereits erste Schritte geldpolitischen Straffung unternommen haben, ist die SNB davon noch weit entfernt. Einige Experten sind sogar der Ansicht, dass die SNB noch zehn Jahre brauchen könnte, um zu einer normalen Geldpolitik zurückzukehren, da sie Schweizer Notenbank mit einigen Spezialproblemen zu kämpfen hat. Dazu gehört, dass die Bilanz der SNB mit über 800 Franken deutlich größer ist, als die gesamte Wirtschaftsleistung des Landes.

Bilanzabbau für SNB schwierig

Wenn die SNB nun jedoch beginnen würde, die Bilanz abzubauen, würde der Franken wieder steigen. Dies will die SNB um jeden Preis verhindern. Um den Franken zu schwächen, hat die Notenbank viele Anleihen und Aktien in anderen Währungen wie dem Dollar erworben. Zudem ist der Franken weiterhin in den Augen von Experten zu stark, um mit einem Bilanzabbau zu beginnen.

Außerdem verfügen die Banken in der Schweiz derzeit über viel Geld. Ihre Überschussreserven liegen derzeit bei etwa 460 Milliarden Franken. Daher würde derzeit auch das sogenannte Repo-Geschäft mit Banken nicht funktionieren, über das früher positive Zinsen gesteuert wurden. Damals erhielten die Banken Liquidität und boten dafür Sicherheiten wie Wertpapiere an. Womöglich denkt die SNB über kreative neue Modelle nach, um den Zins zu steuern. Eine Möglichkeit wäre, eigene Anleihen auszugeben. Andere Marktteilnehmer würden im Gegenzug für einen Zins zeichnen.

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