Newsrückblick 1. bis 15. Februar 2018

IQ Option ErfahrungenAn der Wall Street kam es kürzlich zu dramatischen Turbulenzen. Der Dow Jones verlor so viel wie noch nie an nur einem Handelstag und verlor zwischenzeitlich rund 1.900 Punkte. Die Anleger an der Wall Street sprachen von einem sogenannten Flash Crash. Auch der DAX verlor kurzfristig, konnte sich jedoch wieder stabilisieren. Und auch der Euro fiel nach seinem Drei-Jahres-Hoch wieder.

Turbulenzen gibt es auch bei der SPD. Nach Abschluss der Koalitionsgespräche schien klar, dass die SPD die wichtigen Ministerien Außenamt, Finanzen und das Arbeitsministerium für sich beanspruchen werden. Das Außenamt wollte wohl Martin Schulz übernehmen, der jedoch in der Vergangenheit mehrfach betont hatte, dass er nicht in einer Regierung unter Angela Merkel eintreten werde. Letztendlich verzichtete er auf das Außenamt und stellte auch seinen Posten als SPD-Chef zur Verfügung. Neue SPD-Chefin soll die bisherige Arbeitsministerin Andrea Nahles werden. Wer zukünftig Außenminister wird, ist bislang unklar. Der aktuelle Außenminister Sigmar Gabriel kritisierte Martin Schulz und seine Partei scharf.

Inhaltsverzeichnis

  • WIRTSCHAFT
  • GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

WIRTSCHAFT

EU

Weiter Aufschwung in Eurozone

Der EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici rechnet mit einem weiteren Aufschwung in der Eurozone. Laut einer ersten Schätzung stieg das Bruttoinlandsprodukt im letzten Jahr um 2,5 Prozent und damit so stark wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Dies soll laut Moscovici in diesem und im nächsten Jahr anhalten.

Stresstest für griechische Banken wird vorgezogen

Die EZB will die vier größten griechischen Banken früher als geplant einem Stresstest unterziehen. Damit soll Klarheit über deren Situation geschaffen werden, bevor im August das aktuelle Hilfsprogramm für Griechenland ausläuft. Schon im Mai sollten die Ergebnisse des Tests veröffentlicht werden. So sollen die griechischen Kreditinstitute genügend Zeit bekommen, um sich, falls nötig, noch vor dem Auslaufen des Hilfsprogramms stabilisieren zu können. Viele griechische Banken kämpfen noch immer mit einem großen Berg fauler Kredite im Wert von 100 Milliarden Euro. Die Ergebnisse der anderen 33 Banken aus dem Euroraum, die an diesem Stresstest teilnehmen, sollen erst Anfang November bekannt gegeben werden. Die EZB kontrolliert seit 2014 die größten Banken in der Eurozone und ist derzeit für 119 Banken zuständig.

Krisenszenarien bei britischen Firmenbonds

Die britische Notenbank spielt derzeit mögliche Krisenszenarien bei Unternehmensanleihen durch. Damit will man feststellen, ob von solchen Firmenbonds eine Gefahr für die Finanzstabilität ausgehe. Unternehmen geben derzeit mehr Anleihen aus als vor der Finanzkrise. Zudem sind nach Angaben von Banken die Bondmärkte aufgrund der stärkeren Regulierung weniger liquide. Die Notenbank prüft vor allem, ob es auch im Falle einer Krise ausreichend Käufer und Verkäufer für solche Papier gäbe. Bislang wurden keine Schwierigkeiten festgestellt.

Paris bald der größte Finanzplatz Europas?

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire will Paris zum größten Finanzplatz Europas machen. Unter anderem wolle die großen amerikanischen Banken JP Morgan, die Bank of America und Goldman Sachs ihre Niederlassungen in Frankreich ausbauen. Zudem will Frankreich eine wichtige Rolle in der grünen Finanzbranche spielen. Zudem plädierte Le Maire für eine europäische Finanztransaktionssteuer.

Paris konkurriert mit Frankfurt und anderen Standorten als einer der größten Börsen- und Bankenplätze in Europa. In Großbritannien sorgt man sich, dass der wichtige Finanzplatz London durch den Brexit Schaden nehmen könnte.

Griechenland zurück am Kapitalmarkt

Trotz der aktuellen Unruhen an den Börsen hat sich Griechenland zurück an den Kapitalmarkt gewagt. Das Land platzierte eine Anleihe im Wert von drei Milliarden Euro und einer Laufzeit von sieben Jahren mit einer Rendite von 3,5 Prozent am Markt. Das Land will so wieder Geld am Kapitalmarkt aufnehmen. Laut Ministerpräsident Alexis Tsipras sei die Nachfrage hoch.

Griechenland musste die Anleihe aufgrund der Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten um einen Tag verschieben. Die großen Ratingagenturen vergeben für die Anleihe nur die Note B oder schlechter. Die hohe Rendite scheint dennoch Investoren anzulocken. Die Emission gilt als Test, ob sich das krisengebeutelte Land wieder selbst refinanzieren kann.

Zinserhöhung in Großbritannien noch in diesem Jahr

Die Bank of England lässt die Zinsen zwar bislang unverändert bei 0,5 Prozent, signalisiert aber dennoch eine Zinserhöhung in diesem Jahr. Aufgrund der hohen Inflation könnte der Leitzins früher erhöht werden als bislang erwartet, sagte der Chef der britischen Notenbank Mark Carney. Diese Ankündigung lies das Pfund zunächst steigen.

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Zeit für Banken aus Großbritannien wird eng

Für Banken, die nach dem Brexit weiter in der Eurozone aktiv sein möchten, wird die Zeit eng. Sie sollten eigentlich ihren Antrag auf eine Banklizenz bereits eingereicht haben. Banken, die dies noch nicht getan haben, sollten dies bis zum Ende des zweiten Quartals tun. Die Zeit wird knapp, da bislang weiterhin unklar ist, ob es eine Übergangsregelung zwischen Großbritannien und der EU geben wird, in der Londoner Banken weiterhin in der EU arbeiten können.

Bislang haben laut Sabine Lautenschläger, der stellvertretenden Leiterin Bankenaufsicht der EZB, haben bislang erst acht Banken formell eine Lizenz beantragt. Vier weitere wollen ihre Aktivitäten in der Eurozone nach dem Brexit ausweiten. Zudem sei man mit 50 Banken in Gesprächen.

USA

Kriterien für nächsten Bankenstresstest der Fed festgelegt

Die US-Notenbank Fed hat ihre Kriterien für den nächsten Stresstest für amerikanische Banken festgelegt. In diesem Szenario müssen Kreditinstitute beweisen, dass sie auch bei einem Anstieg der Arbeitslosenquote auf zehn Prozent sowie einem Einbruch der Konjunktur überlebensfähig sind. Am nächsten Stresstest sollen 38 Banken beteiligt werden und bis zum 5. April der Fed ihre Ergebnisse mitteilen. Die Ergebnisse werden dann wohl bis Ende Juni bekannt gegeben. Aufgrund der derzeit sehr guten Konjunktur soll der Test leicht verschärft werden.

Diese Tests wurden als Folge der Finanzkrise eingeführt. Regelmäßig werden die Banken auf ihre Krisenfestigkeit hin getestet. Im letzten Jahr nahmen 34 der größten US-Banken teil und bestanden den Test. Damit erlaubte die Fed ihnen, Aktienrückkäufe und Dividendenpläne umzusetzen sowie einen größeren Anteil ihrer Gewinne an die Eigentümer weiterzugeben.

Mnuchin geht auf europäische Partner ein

Der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin geht auf die Bedenken der europäischen Partner hinsichtlich der amerikanischen Steuerreform ein und ist zu einer Zusammenarbeit bereit. Mnuchin schrieb einen Brief an seine Kollegen aus den fünf größten Ländern der EU. Er will gemeinsam mit ihnen internationale Steuerreformen voranbringen. Außerdem bekannter er sich zu der BEPS-Initiative der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer aus dem G20-Forum. Damit soll auf internationaler Ebene Steuerflucht und Steuervermeidung entgegengewirkt werden.

Im Dezember hatten die Finanzminister aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italiener und Spanien ebenfalls in einem Brief Bedenken an der US-Steuerreform angemeldet. Sie befürchteten unter anderem starke Störungen im internationalen Handel. Auch die EU-Kommission hatte sich diesbezüglich an Mnuchin gewandt.

Mnuchin räumte in seinem Brief nun ein, dass es in der Steuerreform Aspekte gebe, die in Europa Bedenken auslösen würden. Allerdings betonte er ein gemeinsames Interesse an einem stabilen internationalen Steuerregime. Die USA glichen mit ihren Neuregelungen Regeln an, die es in vielen Partnerländern bereits gäbe. Zudem stünden die Reformen in Einklang mit den Empfehlungen der BEPS-Initiative der G20 und anderen internationalen Regeln.

Shutdown in den USA

Nach dem einige Tage andauernden Regierungsstillstand in den USA kam es nochmals zu zwei kleineren Shutdowns von einigen Stunden. Zwischenzeitlich einigte man sich im Repräsentantenhaus über einen Zwischenetat bis zum 23. März. Damit sind bis zu diesem Stichtag die meisten Staatsausgaben sichergestellt.

Eine dauerhafte Einigung im Haushaltsstreit zwischen Demokraten und Republikanern wird dadurch erschwert, dass in der aktuellen Diskussion Gesetze zur Einwanderung und zum Haushalt miteinander verbunden sind. US-Präsident Donald Trump zeigt sich hinsichtlich der Einwanderungspolitik weiterhin unnachgiebig.

Fed warnt nervöse Investoren

Die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten führen zu einer Diskussion über eine straffere Geldpolitik in den USA. James Bullard, der Präsident der Fed von St. Louis, warnte davor, die guten Nachrichten vom Arbeitsmarkt so zu interpretieren, dass sie direkt zu einer höheren Inflation führen würden. Nach einem deutlichen Stellenplus im Januar wurde spekuliert, dass die Zinsen stärker steigen könnten,als bislang erwartet. Dies war einer der Gründe für den Crash an der Wall Street. Nach Ansicht von Bullard sei die Situation am Arbeitsmarkt nicht mehr so eng mit der Preisentwicklung verbunden wie früher. Die Inflation könnte daher trotz des gut laufenden Arbeitsmarkts niedrig belieben. Damit würde auch die Fed ihre Zinspolitik weniger straff gestalten.

Neuer Fed-Chef im Amt

Jerome Powell legte in Washington seinen Amtseid ab. Der erste Tag im neuen Amt wurde vom Crash an der Wall Street überschattet. In einer Videobotschaft sagte Powell, dass er das Wachstum, einen stabilen Arbeitsmarkt und die Preisstabilität fördern will. Er schätzt das Finanzsystem als stärker und widerstandsfähiger als vor der Finanzkrise ein. Zudem sei die Notenbank auf mögliche Gefahren gut vorbereitet. Powell wird wohl die Zinsstrategie seiner Vorgängerin Janet Yellen fortführen.

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GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

EZB noch unter Inflationsziel

Laut EZB-Chefvolkswirt Peter Preat hat die EZB ihr Inflationsziel noch nicht erreicht. Im Januar lag die Inflation in der Eurozone bei 1,3 Prozent und sank damit um 0,1 Prozent im Vergleich zum Dezember. Dennoch hält die EZB an ihrem Ziel von zwei Prozent fest. Praet sagt, es sei noch immer umfassende geldpolitische Hilfe erforderlich, damit mit sich mehr Preisdruck aufbaue.

Bei nächster Krise schärfere EZB-Geldpolitik

Sollte es nochmals zu einer Finanzkrise in Europa kommen, würde die Geldpolitik der EZB laut dem EZB-Direktor  Benoit Coeure noch stärker ausfallen. In diesem Fall müsste man wohl kurzfristig noch niedrigere Zinsen ansetzten oder riskantere Vermögenstitel erwerben. Die EZB käme dann gefährlich nahe an eine Finanzierung einzelner Staaten.

Laut Coeure sind noch immer institutionelle Schwachstellen nicht behoben, die vor zehn Jahren für die Krise mitverantwortlich waren. Unter anderem sei bisher nur ein kleiner Teil der EU-Reformvorschläge von den Mitgliedsstaaten umgesetzt worden und die Bankenunion sei noch unvollendet. Hier nannte Coeure auch die geplante gemeinsame Einlagensicherung für Bankeinlagen in Europa. Deutschland ist bislang dagegen.

EZB könnte bei Anleihenkäufen an ihre Grenzen kommen

In der Vergangenheit wurden immer wieder Bedenken geäußert, dass die EZB mit dem Kauf von Bundesanleihen im Rahmen ihres Anleihenkaufprogramms an Grenzen stoßen könnte. Dies wies die Bundesbank nun zurück. Man sehe keine Hürden, dass die EZB bis zum Ende des Programms wie geplant Bundesanleihen erwerben könnte. Aufgrund des sogenannten Kapitalschlüssels kauft die EZB mehr Titel von Staaten an, die der EZB mehr Eigenkapital bereitstellen. Aus diesem Grund kauft die EZB sehr viele deutsche Staatsanleihen.

Neuer Gegenwind durch Euro-Aufwertung

Die aktuellen Kursschwankungen des Euro bereiten EZB-Präsident Mario Draghi Sorgen. Der Euro legte zuletzt deutlich zu und erreichte ein Drei-Jahres-Hoch. Kurz danach verlor er wieder leicht. Daher müsse die EZB die Folgen für die Preisstabilität beobachten, denn ein starker Euro bremst die Inflation. Importgüter werden billiger und Exportgüter teurer. Diese sind damit auf dem Weltmarkt weniger wettbewerbsfähig. Dennoch zeigte sich Draghi zuversichtlich, dass sich die Inflationsrate in Richtung des Zwei-Prozent-Ziels der EZB bewegt. Dennoch müsse man weiter geduldig und beständig in der Geldpolitik sein, damit sich der Inflationsdruck weiter aufbaue.

Spanien nominiert Wirtschaftsminister für EZB-Vizeposten

Wie erwartet wurde der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos von seiner Regierung für den EZB-Vizeposten vorgeschlagen. Die Amtszeit von Vitor Constancio endet nach acht Jahren im Mai. Zuvor nominierte bereits die irische Regierung den Chef ihrer Notenbank, Philip Lane. Wahrscheinlich entscheiden die EU-Finanzminister am 19. Februar über die Personalie entscheiden, die wohl auch Auswirkungen auf die Entscheidung hinsichtlich des Nachfolgers für EZB-Chef Mario Draghi im kommenden Jahr haben wird. Wenn ein Kandidat aus Südeuropa den Zuschlag für den Vize-Posten bekommt, könnte dies die Aussichten für Bundesbank-Chef Jens Weidmann erhöhen, im kommenden Jahr Chef der EZB zu werden.

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