Newsrückblick 21. Juni – 5. Juli 2018

IQ Option ErfahrungenIn Deutschland war das Thema der letzten Wochen neben der Fussball-Weltmeisterschaft, die für die deutsche Nationalmannschaft bereits nach der Vorrunde zu Ende war, wohl der Streit in der Union. Zwischenzeitlich wurde befürchtet, dass die Fraktionsgemeinschaft zwischen der CDU und der CSU und damit auch die Regierungskoalition zerbrechen könnte. Im Kern geht es um die Frage, wie Deutschland in Zukunft mit neu ankommenden Flüchtlingen an der Grenze umgeht. Innenminister Horst Seehofer forderte eine Zurückweisung von Flüchtlingen, die bereits in einem anderen Land registriert sind. Kanzlerin Angela Merkel setzt auf ein gemeinsames europäisches Vorgehen und warnt von nationalen Alleingängen. Daher verhandelte sie in der vergangenen Woche mit Staatschefs anderer EU-Staaten.

Nach einem turbulenten Wochenende, an dem unter anderem Horst Seehofer seinen möglichen Rücktritt ankündigte, einigte man sich auf sogenannte Transitzonen an der deutsch-österreichischen Grenze. Dies ist ein Vorschlag, der bereits 2015 aufkam und damals von der SPD vehement abgelehnt wurde. Ob dies nun in die Tat umgesetzt wird und der Streit innerhalb der Union damit beigelegt ist, bleibt abzuwarten.

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Inhaltsverzeichnis

  • Wirtschaft
  • USA
  • GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

Wirtschaft

EU

Handelsstreit Gefahr für Konjunktur

Der Handelsstreit mit den USA könnte aus Sicht des Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) eine ernsthafte Gefahr für die Konjunktur darstellen. Der Hauptgeschäftsführer des DIHK, Martin Wansleben, sagte zwei Zeitungen, dass der Handelsstreit neben dem Fachkräftemangel das größte Risiko für die deutsche Konjunktur sei. In der Außenwirtschaft nehmen die Sorgen über den Welthandel immer weiter zu. Derzeit laufe laut Wansleben die Exportkonjunktur schlechter als vorhergesehen. Der DIHK hatte bereits Ende Mai seine Vorhersage für das Wirtschaftswachstum 2018 von 2,7 auf 2,2 Prozent reduziert. Auch Wirtschaftsforschungsinstitute folgten dem Schritt des DIHK.

Dieter Kempf, der Präsident des Industrieverbands BDI, rechnet bereits mit Zöllen auf Autoimporte in die USA und befürchtet ebenfalls eine weitere Eskalation des Handelskonflikts. Dies könnte enorme Auswirkungen haben.

Zölle auf amerikanische Waren

Seit dem 22. Juni gelten in der EU Zölle auf amerikanische Waren wie Jeans, Erdnussbutter oder Motorräder. Insgesamt sind Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro betroffen. Die EU sieht diese Zölle als Reaktion auf die von Donald Trump verhängten Zölle auf Stahl und Aluminium, die seit Anfang Juni gelten.

Als Reaktion auf die Zölle der EU drohte Präsident Trump erneut mit Vergeltungsmaßnahmen. Wenn die EU ihre Einfuhrbarrieren nicht abbaut, werde die USA einen Einfuhrzoll in Höhe von 20 Prozent auf Autos aus der EU erheben. Damit bekräftigte Trump erneut eine frühere Drohung. Der DAX reagierte mit Kursverlusten auf die Androhung aus den USA.

Laut EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström habe es seit dem Inkrafttreten der Zölle seitens der USA Anfang Juni keine weiteren Gespräche mit den USA zum Thema Handel mehr gegeben. Eine Einigung zwischen der USA und der EU ist damit derzeit nicht in Sicht.

Ende des Hilfsprogramms für Griechenland

Griechenland bekommt letztmalig Gelder aus dem Hilfspaket. Von August an will sich das Land wieder selbst Geld am Finanzmarkt besorgen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz sieht Griechenland ebenso wie die EU-Kommission auf einem guten Weg. Die Wirtschaft in Griechenland soll sich wieder stabilisieren und Griechenland wieder selbst an den Märkten aktiv werden. Auch Schuldenerleichterungen für Griechenland wurden bei einer Beratung der EU-Finanzminister zum Ende des Hilfsprogramms besprochen. Eine besprochene Maßnahme ist ein Liquiditätspuffer aus dem aktuellen Hilfsprogramm. Bis 2020 soll Griechenland nochmals 4,8 Milliarden Euro bekommen, vorausgesetzt die Regierung in Athen setzt weiter Reformen um.

EU fordert Vorschläge aus Großbritannien

Die europäischen Staats- und Regierungschefs fordern von Großbritannien klare Vorschläge zum Verhältnis zwischen der EU und Großbritannien nach der Übergangsphase nach dem eigentlichen Brexit. Die Staats- und Regierungschefs kritisierten zudem, dass es in der Frage zur Grenzen zu Irland bislang kaum Fortschritte gibt. Die EU unterstützt dabei Irland, das eine sogenannte „harte Grenze“ um jeden Preis vermeiden will. Irland möchte nicht nur Zollkontrollen an der Grenze zu Nordirland vermeiden, sondern befürchtet auch ein Wiederaufflammen des Nordirland-Konflikts.

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Firmen wegen Brexit zunehmend besorgt

Immer mehr Unternehmen zeigen sich aufgrund der aktuellen Unsicherheiten hinsichtlich des Brexits besorgt. Ein BMW-Manager sagte gar, dass Schließungen britischer Werke möglich seien. Er befürchtet zu große Unterbrechungen in der Lieferkette. Auch Airbus warnte vor einer Verschlechterung der Handelsbeziehungen.

Erste Unternehmen zogen bereits Konsequenzen. Investitionen in die britische Autoindustrie gingen im ersten Halbjahr 2018 um 50 Prozent zurück. Dies geht aus Angaben des Branchenverbands SMMT hervor. Einige Unternehmen kündigten zudem an, ihr Geschäft in andere EU-Staaten zu verlegen. Der Automobilverband SMMT forderte daher Premierministerin Theresa May zu einem Verbleib in der Zollunion auf.

Britische Banken für Brexit gerüstet?

Die Londoner Notenbank geht davon aus, dass die Banken im Land auch für einen harten Brexit gut gerüstet sind. Die EU-Bankenaufsicht EBA sieht dies allerdings anders. Der finanzpolitische Ausschuss (FPC) der Bank of England ist der Ansicht, dass die Banken in Großbritannien über ausreichend Kapital verfügten und auch bei Turbulenzen an den Märkten keine zusätzlichen Mittel benötigen würden. Die Banken könnten zudem die britische Wirtschaft im Falle eines harten Brexits stützen.

Die EBA sieht dagegen Defizite bei den Vorbereitungen britischer Banken auf den nahenden Brexit.  Mark Carney, der Vorsitzende der Bank of England, hält diese Einschätzung für unvollständig. Die Übergangsregelungen der britische Regierung inklusive vorläufiger Genehmigungen seinen nicht berücksichtigt worden. Die Behörden hätten damit die Banken sehr gut auf den Brexit vorbereitet.

Britische Banken müssen sich besser auf ungeordneten Brexit vorbereiten

Die EBA sagte, die britischen Banken müssten sich besser auf einen ungeordneten Brexit vorbereiten und dürften sich nicht auf ein Eingreifen des Staates verlassen. Mit dem Brexit könnten die britische Lizenz, über die viele internationale Banken von Großbritannien aus in der ganzen EU tätig sind, ihre Gültigkeit verlieren. Daher sollten alle Banken, die auch in Zukunft ihre Produkte und Dienstleistungen in der EU anbieten wollen, bis Ende Juni einen Antrag bei der EZB einreichen. Nur dann sei gewährleistet, dass die Bearbeitung noch bis zum Brexit-Termin im nächsten Jahr erfolgen kann.

Deutsche Unternehmen spüren bereits Brexit-Auswirkungen

Laut einer Studie der Unternehmensberatung Deloitte spüren bereits jetzt viele deutsche Unternehmen die Folgen des Brexits. Ein Drittel der Befragten gab an, dass man Investitionen aufgrund der aktuellen Unsicherheiten verschoben habe. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen habe bereits Veränderungen in der Lieferkette vorgenommen. Darüber hinaus hätten sich schon über zwei Drittel der befragten Unternehmen intensiv auf den Brexit vorbereitet.

Allerdings gehen 41 Prozent der Befragen davon aus, dass sich Großbritannien und die EU letztendlich auf ein Freihandelsabkommen einigen werden. Etwa ein Viertel glaubt, dass es zu einem Brexit ohne Abkommen kommen wird. In diesem Fall rechnen mehr als die Hälfte der Befragen mit hohen oder gar sehr hohen Schäden für ihr Unternehmen. Nur 13 Prozent denken, dass es zu einer engen Zusammenarbeit, die dem europäischen Binnenmarkt ähnelt, kommen wird. Außerdem geht weniger als die Hälfte der deutschen Unternehmen davon aus, dass bis zum Herbst ein Austrittsabkommen zustande kommt.

Warnung vor Folgen eines Handelskriegs

Französische Regierungsberater warnen davor, dass ein weltweiter Handelskrieg zu einer Rezession wie nach der Weltfinanzkrise führen könnte. Ein Handelskrieg könnte für die USA und China einen Verlust von drei Prozent der Wirtschaftsleistung bedeutet. In der EU könnten es sogar vier Prozent sein.

Die Berater von Ministerpräsident Edouard Philippe rechneten für dieses Szenario mit Zöllen auf Industriegüter von 60 Prozent und Hürden für Dienstleistung. Ein massiver Handelskrieg würde demnach vor allem kleinere Volkswirtschaften wie Irland, Mexiko oder Südkorea besonders treffen und in diesen einen Verlust von zehn Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts bedeuten.

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Konjunktur in Gefahr

Zum Jahresende dürfte sich die Konjunktur in der Eurozone wieder leicht beschleunigen. Das Bruttoinlandsprodukt könnte im zweiten und dritten Quartal 2018 um je 0,4 Prozent wachsten und zum Jahresende ein Plus von 0,5 Prozent verzeichnen. Zu diesem Ergebnis kommen das Ifo-Institut aus Münchner, das KOF aus Zürich und das Istat aus Rom. Für 2018 erwarten sie ein Plus von 2,1 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt. Im letzten Jahr wuchs das BIP um 2,4 Prozent.

Derzeit würden allerdings sogenannte „konjunkturelle Abwärtsrisiken“ vorherrschen. Dazu gehören die politischen Spannungen in der EU und der zunehmende Protektionismus. Beide Faktoren könnten den Aufschwung gefährden.

Bekämpfung der Inflation in Großbritannien

Der Chefvolkswirt der Bank of England, Andy Haldane, ist der Ansicht, dass die Notenbank mit der Bekämpfung der Inflation nicht zu lange warten sollte. Bei der letzten Zins-Sitzung der BoE gehörte Haldane zu den drei Währungshütern, die sich für eine Erhöhung des Leitzinses ausgesprochen hatten. Dennoch beließ die Notenbank des Schlüsselzins zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld bei 0,5 Prozent.

Nach dem Brexit-Votum sankt der Kurs des britischen Pfund; die Preise für Lebensmittel und Energie stiegen. Importe wurden teurer und in der Folge sank die Kaufkraft der Briten. Im November 2017 lag die Inflationsrate bei 3,1 Prozent, ging danach allerdings wieder nach unten. Dennoch lag die Teuerungsrate auch im Mai 2018 noch bei 2,4 Prozent. Haldane ist der Ansicht, dass man die Inflation rasch wieder auf einen Wert von zwei Prozent drücken sollte.

USA

Einschränkungen für chinesische Investoren?

Das amerikanische Finanzministerium denkt einem Bericht des Wall Street Journals zufolge über Einschränkungen für chinesische Investoren nach. Unternehmen, bei denen mehr als ein Viertel der Anteile in der Hand chinesischer Investoren sind, soll der Kauf von bestimmten amerikanischen Technologieunternehmen verboten werden. Auch der Export von technischen Produkten nach China soll verboten werden. Diese Nachricht führte zu Kursverlusten an den asiatischen und amerikanischen Börsen.

In der Folge waren widersprüchliche Aussagen der beteiligten Personen wie Finanzminister Steve Mnuchin zu hören. Letztendlich passierte jedoch ein Gesetz das Repräsentantenhaus, dass strengere Regelnfür ausländische Investoren vorsieht. Chinesische Investoren sollen stärker überprüft werden, wenn sie in Technologieunternehmen investieren wollen. Dies soll vor allem für Technik aus dem militärischen Bereich gelten. Das US-Finanzministerium soll zudem Vorschläge zu weiteren Einschränkungen für ausländische Investoren ausarbeiten.

GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

EZB nähert sich Inflationsziel

Laut dem neuen EZB-Vizepräsidenten Luis de Guindos kommt die Zentralbank ihrem Inflationsziel immer näher. Aus seiner Sicht ist die Grundlage für ein solides Wachstum trotz des leichten Rückgangs zu Jahresbeginn weiterhin gegeben. Im Mai lag die Teuerungsrate bei 1,9 Prozent. Noch einen Monat zuvor waren es nur 1,3 Prozent. Die anziehende Inflationsrate war wohl auch ein Faktor bei der Entscheidung zum Ende des Anleihenkaufprogramms.

Neuer Referenzzins bis Herbst 2019

Die EZB will bis Oktober 2019 einen eigenen Referenzzins veröffentlichen. Der Hintergrund sind Skandale um manipulierte Geldmarktsätze. Der neue Referenzzins der EZB soll den Namen „Ester“ tragen. Zentralbanken suchen seit einiger Zeit zu einer Alternativen zum Libor und zum Euribor. Ein Versuch, den Euribor zu reformieren, scheiterte im letzten Jahr.

Risiken durch Protektionismus

Die EZB warnt vor zunehmendem Protektionismus in der Weltwirtschaft. Höhere Zölle und die Protektionismus könnten das Wachstum der Weltwirtschaft gefährden. Dies betonte die EZB in ihrem Wirtschaftsbericht. Die Folgen für die Weltwirtschaft aufgrund des zunehmenden Protektionismus könnten groß sein.

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