Newsrückblick: Trading-News vom 15. Februar bis 1. März 2018

IQ Option ErfahrungenIn Deutschland bestimmten in den letzten Wochen die Entwicklungen nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen das politische Geschehen. Unter anderem kam es zu einigen Personalveränderungen. Nachdem Peter Tauber aus gesundheitlichen Gründen vom Amt des CDU-Generalsekretärs zurückgetreten ist, wurde die bisherige saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer seine Nachfolgerin. In der SPD ist zunächst Olaf Scholz kommissarisch Parteichef, auf dem nächsten Parteitag soll jedoch Andrea Nahles zur neuen Parteichefin gewählt werden.

Ein weiteres Thema, was auch den DAX nach unten schickte, ist die Debatte um mögliche Fahrverbote für Dieselautos. Das Bundesverwaltungsgericht hat derartige Fahrverbote in dieser Woche erlaubt. Dies sorgte in der Automobilbranche für Unruhe. Kürzlich kam in diesem Zusammenhang auch die Idee auf, den öffentlichen Nahverkehr kostenlos anzubieten.

In den USA beschäftigt seit zwei Wochen nach einem weiteren Schul-Amoklauf an einer Highschool in Florida das Thema Waffengewalt Politik und Medien. Unter anderem wird erneut der Ruf nach strengeren Waffengesetzen laut.

Inhaltsverzeichnis

  • Wirtschaft
  • GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

Wirtschaft

EU

Kürzung von Regionalhilfen nach Brexit im Gespräch

Die EU-Kommission will nach dem Austritt Großbritanniens Lücken im Haushalt mit einer Kürzung von Agrar- und Infrastrukturhilfen für ärmere Regionen ausgleichen. Außerdem wurde die Idee bekannt, EU-Gelder für Mitgliedstaaten an die Einhaltung der Prinzipien zur Rechtsstaatlichkeit zu koppeln. Diese Ideen beziehen sich nur auf die Gestaltung des nächsten langfristigen EU-Haushalts. Der endgültige Vorschlag für den Haushalt von 2021 bis 2027 soll im Mai verkündet werden. Mit Großbritannien verliert die EU einen ihrer bisher größten Beitragszahler.

Diskussion über Neuausrichtung der EU

Zudem wird gerade stark über die zukünftige Ausrichtung der EU diskutiert. Unter anderem ist gerade ein neuer Finanztopf im Gespräch, mit dem die EU-Kommission Länder besser gegen Wirtschaftskrisen schützen will. Dieser könnte durch Kredite gestützt werden, die über den EU-Etat abgesichert sind. Auch der geplante Europäische Wirtschaftsfonds könnte Darlehen vergeben. Zudem ist ein freiwilliges Versicherungssystem auf der Basis nationaler Beträge und Zuschüsse aus dem EU-Haushalt im Gespräch. Dies wäre ein Kompromiss zwischen den Vorschläge Emmanuel Macrons und Vereinbarungen aus dem deutschen Koalitionsvertrag.

Bundesbank warnt vor Folgen der „Schwarzen Null“

Die Bundesbank befürwortet zwar das Festhalten an der sogenannten „Schwarzen Null“, warnt aber auch vor möglichen Spätfolgen. CDU, CSU und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag dafür ausgesprochen, weiter einen ausgeglichenen Haushalt anzustreben. Dies begrüßt die Bundesbank grundsätzlich. Der Verzicht auf eine Nettokreditaufnahme könnte aber langfristig Schwierigkeiten  mit sich bringen. Maßnahmen, die den Haushalt belasten, könnten in Zukunft mit kurzfristig mit konjunkturellen Überschüssen und Rücklagen finanziert werden. Dies könnte eine problematische Haushaltspolitik nach sich ziehen.

IWF will Griechenland weiter kontrollieren

Der Internationale Währungsfonds will Griechenland auch nach Auslaufen des aktuellen Hilfspakets weiter kontrollieren. Christine Lagarde geht davon aus, dass das Programm wie erwartet im August beendet wird. Dennoch will man das Land weiter beobachten und so sichergehen, dass sich Griechenland an die vereinbarten Regeln hält. Lagarde sagte, Europa habe viel Geld in Griechenland investiert und daher ein berechtigtes Interesse, dass sich Griechenland an Versprechen hält und weiterhin Reformen umsetzt. Die Ratingagentur Fitch sieht Griechenland auf einem guten Weg. Sie erhöhte die Bonität des Landes von B auf B-. Standard & Poor‘s hatte seine Bewertung schon im Januar erhöht. Die politischen Risiken in Griechenland werden als geringer eingestuft.

Griechenland soll weiter faule Kredite abbauen

Nach Einschätzung der EZB müssen die griechischen Banken mehr unternehmen, um notleidende Kredite abzubauen. Laut der Chefin der EZB-Bankenaufsicht, Daniele Nouy, gebe es hier noch viel zu tun. Die griechischen Banken müssten schneller handeln. Die griechischen Banken und die EZB haben vereinbart, dass bis Ende 2019 die faulen Kredite um 40 Prozent reduziert werden sollen.

Labour-Chef für Verbleib in der EU-Zollunion

Jeremy Corbyn, der Chef der britischen Oppositionspartei, will, dass sein Land auch nach dem EU-Austritt Mitglied in der Zollunion der EU bleibt. Er sprach sich dafür aus, eine neue und starke Beziehung zum EU-Binnenmarkt aufzubauen. Dies würde auch einen zollfreien Zugang zum EU-Binnenmarkt beinhalten. Auf diesem Weg würde auch eine „harte Landgrenze“ zwischen Irland und Nordirland verhindert werden.

Die britische Ministerpräsidentin Theresa May lehnt allerdings eine Zollunion mit den restlichen EU-Mitgliedsstaaten ab. Sie will neue Handelsabkommen mit Ländern wie China oder Indien schließen. Ende der Woche will May eine Grundsatzrede über die Beziehungen ihres Landes mit der EU nach dem Brexit halten. Zudem ist ein weiteres Gespräch mit EU-Ratspräsident Donald Tusk geplant. Tusk schätzt die derzeitigen Vorschläge Großbritanniens zu den Beziehungen Großbritanniens und der EU nach dem Brexit als illusorisch ein.

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EU bereitet sich auf Handelskonflikt mit den USA vor

Europa bereitet sich auf Gegenmaßnahmen vor, falls die USA ihre Drohungen zu Strafzöllen auf Stahl- und Aluminiumprodukte in die Tat umsetzen. Beispielsweise könnte man Motorräder von Harley-Davidson oder Whiskey aus Texas höher besteuern. Die Bundesregierung stehe hier im Austausch mit der EU-Kommission, sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums.

Auch in der deutschen Wirtschaft ist man alarmiert. Volker Treier, der  Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, sagte, derartige Maßnahmen aus den USA könnten die deutsche Exportwirtschaft hart treffen.

Der US-Handelsminister Wilbur Ross legte US-Präsident Donald Trump kürzlich einen Bericht vor, der Vorschläge zu Maßnahmen bei Stahl- und Aluminiumimporten beinhaltet. Der aktuelle Umfang und die Umstände dieser Importe könnten die nationale Sicherheit bedrohen. Die Vorschläge von Wilbur Ross umfassen unter anderem Zölle auf Stahlimporte und Stahllieferquoten.

USA

Kanada will Nafta-Abkommen modernisieren

Die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland hofft weiterhin, dass das Handelsabkommen zwischen Kanada, Mexiko und den USA eine Zukunft hat. Sie spricht sich für eine Modernisierung des Abkommens aus. Bislang würden 40 Prozent der kanadischen Unternehmen, die mit den USA zusammenarbeiten, die Vorteile des Abkommens nicht nutzen, da dies mit viel bürokratischem Aufwand verbunden sei. Darüber hinaus gibt es aus Kanada weitere Vorschläge zur Modernisierung des Nafta-Abkommens. Die US-Seite dagegen hatte unter anderem gefordert, das Abkommen alle fünf Jahre neu zu verhandeln, was sehr unüblich sei.

Christine Lagarde blickt skeptisch auf US-Steuerreform

Die IWF-Chefin Christine Lagarde ist hinsichtlich der US-Steuerreform skeptisch. Sie sagte, die Reform werden zwar kurzfristig die Wirtschaft ankurbeln, langfristig seinen aber negative Auswirkungen zu erwarten und die Staatsverschuldung erhöhen. Auch der Chef der australischen Zentralbank Philip Lowe sieht in einer steigenden US-Staatsverschuldung Probleme. In einer Reuters-Umfrage bezeichneten kürzlich Ökonomen die Steuerreform als falschen Schritt.

Auch die europäischen Finanzminister zeigen sich weiterhin kritisch und warnen vor negativen Folgen der Steuerreform. Laut Peter Altmaier, dem derzeit kommissarischen Bundesfinanzminister, werde man die Konsequenzen der Steuerreform in den USA im Blick behalten und notfalls bei der Welthandelsorganisation WTO vorsprechen. Die EU-Kommission soll jedoch zunächst eine Studie zu den Folgen der Steuerreform erstellen. Die Ergebnisse sollen im Frühjahr vorliegen. Danach will man laut Bruno Le Maire, dem französischen Finanzminister, über weitere Schritte entschieden.

Erste Zinserhöhung 2018 in den USA in Sicht

Die US-Notenbank Fed veröffentlichte kürzlich die Protokolle ihrer Sitzung von Ende Januar. Daraus gehen deutliche Signale für eine weitere Zinserhöhung im März hervor. Aufgrund der guten konjunkturellen Lage sei es wohl angebracht, die Zinsen schrittweise weiter zu erhöhen. Auf der Januar-Sitzung sprachen die Fed-Mitglieder auch über die konjunkturellen Auswirkungen der Steuerreform in den USA. Diese könnten nach Ansicht einiger Mitglieder stärker ausfallen als bislang erwartet.

Patrick Harker von der Fed Philadelphia in St. Louis ist der Ansicht, dass möglicherweise auch zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr ausreichen könnten. An den Märkten ging man zuletzt von einem aggressiveren Kurs der Fed aus. Harker zeigte sich aber auch offen für eine weitere Erhöhung, falls dies nötig sein sollte.

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Spekulationen über vier Zinserhöhungen in diesem Jahr

Aufgrund einer höheren Inflation kamen jüngst Spekulationen auf, der neue Notenbank-Chef Jerome Powell könnte sogar vier Zinserhöhungen in diesem Jahr anstreben. Dies könnte sich allerdings aufgrund von höheren Zinskosten negativ auf die Entwicklung von Unternehmensgewinnen auswirken. Außerdem wird in Zeiten steigender Zinsen oftmals nach Alternativen zu Aktien gesucht. Dies könnten beispielsweise Anleihen sein.

Powell für moderate Zinserhöhungen

Der neue Fed-Chef will den eingeschlagenen Weg zu moderaten Zinserhöhungen beibehalten. Er äußerte sich kürzlich zum ersten Mal bei der in den USA üblichen halbjährlichen Anhörung zur Geldpolitik vor dem Finanzausschuss des US-Kongresses. Powell will eine Überhitzung der US-Wirtschaft vermeiden, gleichzeitig aber auch die Inflation in Richtung des Zwei-Prozent-Ziels bringen. Moderate Zinserhöhungen stünden beiden Zielen nicht im Weg. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten der USA zeigte er sich optimistisch.

GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

Ökonomen: EZB wird Anleihenkäufe am Jahresende beenden

Die Nachrichtenagentur Reuters hat Ökonomen zu ihrer Einschätzung zum Ende der Anleihenkäufe der EZB befragt. Die Mehrheit ist der Ansicht, dass die Zentralbank zum Jahresende ihre Anleihenkäufe beenden wird. Danach wird die EZB nach Einschätzung der Ökonomen sechs Monate warten, bis sie die Zinsen erhöht. Zudem gehen die Experten davon aus, dass die Inflation in diesem Jahr im Durchschnitt 1,5 Prozent betragen wird und 2019 leicht auf 1,6 Prozent ansteigen wird. Für die Eurozone erwarten sie 2018 ein Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent.

Europäischer Währungsfonds ohne EU-Kommission

Der Chef des Euro-Rettungsschirms ESM, Klaus Regling, spricht sich dafür aus, die EU-Kommission nicht am Umbau seiner Behörde zu beteiligen. Er sieht sein Haus zukünftig in einer ähnlichen Rolle wie die Europäische Investitionsbank (EIB). Diese taucht zwar im EU-Vertrag auf, ist aber weitestgehend unabhängig von der EU-Kommission, da sie vor allem von den Mitgliedstaaten kontrolliert wird. Eine solche Stellung könnte der ESM aber nur dann erreichen, wenn dafür der EU-Vertrag geändert würde. Dies ist jedoch eher unwahrscheinlich, da dies mit Volksabstimmungen in mehreren Ländern verbunden wäre.

Deutschland, Frankreich und die EU-Kommission planen derzeit, aus dem ESM einen Europäischen Währungsfonds nach Vorbild des Internationalen Währungsfonds zu machen. Damit will man bei Wirtschaftskrisen nicht mehr auf den IWF angewiesen sein.

EZB-Sitzungsprotokoll veröffentlicht

Die EZB-Mitglieder zeigten sich laut dem Protokoll ihrer Januar-Sitzung zuversichtlich hinsichtlich der Inflation. Für eine Änderung des geldpolitischen Ausblicks sei es aber noch zu früh und bei der Inflation müsse man aber noch immer Geduld mitbringen. Eine Weiterentwicklung der Kommunikation zur Geldpolitik müsste in kleinen Schritten erfolgen. Zudem geht aus dem Protokoll hervor, dass die aktuelle Volatilität der Wechselkurse eine Quelle der Unsicherheit sei, die man im Blick auf die Folgen für die Preisstabilität im Auge behalten müsse.

Lockere Geldpolitik weiter notwendig

Laut EZB-Präsident Mario Dragi ist trotz des derzeitigen Aufschwungs eine lockere Geldpolitik in der Eurozone weiterhin notwendig. Die Entwicklung der Inflation sei abhängig von einem Anschub durch geldpolitische Schritte. Effekte in der Geldpolitik sei nur durch unterschiedliche Maßnahmen der EZB wie dem Anleihekauf-Programm oder dem Zinsausblick möglich. Die noch immer schwache Inflation könnte darauf zurückzuführen sein, dass der wirtschaftliche Nachholbedarf noch immer größer sei als gedacht. Beispielsweise gebe es kaum Lohnzuwächse trotz höherer Beschäftigungszahlen.

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