Tradingstrategie mit dem Awesome Oszillator Indikator 2018

Tradingstrategie mit dem Awesome Oszillator Indikator
Wir haben Anfang September im Beitrag zum Thema Indikatorvorstellung den Awesome Oszillator von Bill Williams besprochen. Dabei haben wir zudem eine Analyse getätigt und herausgefunden, dass der Indikator – wie so viele andere – auch eine Schwäche in Seitwärtsphasen hat. Der Grund dafür liegt darin, dass er stark Kurs folgend ist. Er basiert nämlich auf gleitenden Durchschnitten – und diese sind eben dafür bekannt, dem Kurs nachzulaufen.

Das ist jedoch nicht weiter schlimm, denn der Großteil technischer Indikatoren läuft dem Kurs nach, was nicht verwunderlich ist, werden die meisten doch aus dem Kurs berechnet. Die Frage, die hier wichtig ist und die wir uns auch im Beitrag gestellt haben, ist: Lässt sich der Indikator so optimieren, dass er gute Signale liefert?

Inhaltsverzeichnis

  • Strategie mit dem Awesome Oszillator Indikator
  • Force-Index-Indikator
  • Awesome Oszillator Indikator – Handel einfach erklärt
  • Fazit – Nicht alle Indikatoren lassen sich gut optimieren

Strategie mit dem Awesome Oszillator Indikator

Was uns weiterhin aufgefallen war, ist die Tatsache, dass der Indikator nicht nur als Trendfolgeindikator genutzt werden könnte, sondern auch zur Reversalerkennung geeignet ist. Daher wollen wir versuchen, eine Strategie darauf aufzubauen.

Screen 1

Screen 1: Tageschart von Gold

Das obere Chart macht deutlich, dass wichtige Reversals durchaus mit dem AO-Indikator identifizierbar gewesen sind. Im Histogramm würde sich ein Signal ergeben, wenn sich die Farbe der Balken ändert und die darauffolgenden Balken kürzer würden. Ein weiteres Indiz müsste sein, dass die Umkehr von einem Hoch bzw. Tief im Indikator ausgeht. Da der Indikator jedoch stark nachlaufend ist, machen wir uns auf die Suche nach einem Indikator, der uns das Reversal noch mal bestätigen kann.

Force-Index-Indikator

Fündig werden wir in dem Force-Index-Indikator. Dieser Indikator wurde von Alexander Elder entwickelt und basiert auf der Preisveränderung und dem dabei umgesetzten Volumen. Damit haben wir neben dem Kurs als Berechnungsbasis auch den kursunabhängigen Faktor Volumen mit an Bord bei unserer Handelstechnik.

Screen 2

Screen 2: Tageschart von Gold

Wir können erkennen, dass der Force Index teilweise sogar einen Vorlauf zum AO-Indikator hat. Das ist ein enormer Vorteil. Er hat so gut wie alle Reversals bestätigt, indem er entweder ein höheres Tief oder ein tieferes Hoch ausbildete. Bei unseren identifizierten Reversals kam es nur einmal vor, dass der Force Index zwar gefallen war, der AO-Indikator dabei keine eindeutigen Signale gezeigt hat (roter Pfeil).

Da der Force Index vorlaufend ist, wird er im entwickelten Handelssystem weniger die Bestätigung sein, sondern gleich mit dem AO-Indikator bewertet bzw. der AO-Indikator gilt dann eher als Bestätigung des Force Index. Die Regel lautet: Beide Indikatoren müssen auf ein Reversal hindeuten – unabhängig davon, welcher es zuerst tut.

Doch etwas fehlt uns dennoch: Beide Indikatoren können zwar Signale liefern, allerdings haben wir kein Kursmuster festgelegt, um einen risikobewussten Entry zu erreichen. Das ist meistens eine der schwierigsten Aufgaben, denn es ist nicht schwer, ein Reversal zu identifizieren, doch wo setzt man beispielsweise den Stop hin?

Daher erfolgt der Entry erst, wenn das Hoch/Tief der Reversal-Kerze von der darauffolgenden überwunden wird. In unserem Fall wäre es beim ersten Reversal daher zunächst zu keinem Entry gekommen, weil die darauffolgenden Kerzen allesamt unter dem Hoch lagen. Erst die fünfte Kerze überwand das Hoch. Wie man sieht, ist es jedoch zu spät, denn der Kurs fällt kurz darauf wieder zurück. Daher ist es wichtig, dass mindestens die zweite Kerze das Hoch überwindet. Tun die ersten beiden Kerzen das nicht, wird kein Entry erfolgen. Andererseits ist bei folgenden identifizierten Reversals ein Entry erfolgt.

Screen 3

Screen 3: Tageschart von Gold

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Awesome Oszillator Indikator – Handel einfach erklärt

Wer sich im Vorfeld mit den verschiedenen Handelsstrategien auseinandersetzen möchte, bevor er sich für eine Vorgehensweise entscheidet, ist nun bereits mit einigen Besonderheiten und Möglichkeiten des AO-Indikators vertraut. Dennoch gilt es beim Trading einige grundlegende Dinge zu beachten.

Fazit – Nicht alle Indikatoren lassen sich gut optimieren

Wir fassen daher zusammen. Die Handelstechnik basiert auf zwei Indikatoren und wird nach den folgenden Regeln gehandelt:

  1. Der AO-Indikator und der Force Index müssen ein Reversal anzeigen.
  2. Bei dem AO-Indikator ist ein Reversal gegeben, wenn die Balken eine andere Farbe annehmen und kürzer werden. Auch ist ein relevantes Hoch/Tief ausschlaggebend.
  3. Der Force Index zeigt ein Reversal an, wenn er nach einem Hoch fällt oder nach einem Tief steigt, also tiefere Tiefs oder höhere Hochs ausbildet.
  4. Der Entry erfolgt erst, wenn das Hoch/Tief der Reversal-Kerze mindestens von der zweiten darauffolgenden Kerze überwunden wird; ansonsten kein Entry trotz der ersten Regeln.

Der AO-Indikator hat sicherlich seine Stärken. Jedoch ist er stark nachlaufend und muss – wie das Beispiel gezeigt hat – soweit optimiert werden, dass er am Ende eher als Bestätigung dient. Darüber hinaus ist fraglich, ob man in diesem Fall nicht auf ihn verzichten könnte. Dennoch, als einfaches technisches Werkzeug ist er durchaus brauchbar, man darf nur keine Wunder erwarten. Davon ist jedoch grundsätzlich abzuraten.

Tradingstrategie mit dem Awesome Oszillator Indikator

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