Trading-News: Rückblick vom 12. bis 26. Oktober 2017

IQ Option ErfahrungenDie EZB beschloss auf ihrer mit Spannung erwarten Ratssitzung, ihr Anleihekaufprogramm langsam zurückzufahren. Damit wird eine vorsichtige Wende in der Zinspolitik eingeleitet. Ab Januar wird die Zentralbank nur noch Anleihen im Wert von 30 Milliarden Euro im Monat kaufen. Bisher waren es 60 Milliarden. Damit beginnt die EZB mit einer vorsichtigen Straffung ihrer Geldpolitik. Dennoch soll das Programm mindestens bis September des kommenden Jahres weiterlaufen. Dies sind neun Monate mehr als bisher geplant. Außerdem kündigte die EZB an, dass das monatliche Volumen jederzeit erneut angehoben werden kann. Auch eine Verlängerung des Anleihekaufprogramms ist möglich. Die nächste Sitzung der US-Notenbank Fed findet am 1. November 2017 statt. Dort könnte sich die anstehende Zinserhöhung doch noch um vier Wochen verschieben.

Inhaltsverzeichnis

  • Wirtschaft
  • GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

Wirtschaft

EU

Frankreich wird Defizitgrenze einhalten

Laut EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Junker wird Frankreich in diesem Jahr die Defizitgrenze der Europäischen Union einhalten und sein Defizit unter drei Prozent halten. Zuvor hatte sich Junker mit dem französischen Ministerpräsidenten Edouard Philippe beraten. Junker zeigte sich zudem zuversichtlich, dass das Defizitverfahren gegen Frankreich im kommenden Jahr endgültig beendet werden kann. Dazu muss das Land nachweislich auf dem Weg sein, die EU-Regeln einzuhalten. Bis Ende November soll daher die formale Bewertung der Haushaltspläne der französischen Regierung abgeschlossen sein.

Mehr als fünf Millionen Beschäftigte in der deutschen Industrie

In der deutschen Industrie arbeiten derzeit mehr als 5,5 Millionen Beschäftigte. Dies ist ein neuer Rekordwert. Erstmals seit Januar 2005 wurde die Marke von 5,5 Millionen Beschäftigten übertroffen. Außerdem erreichte die Mitarbeiterzahl im sechsten Monat in Folge einen neuen Höchstwert. Der Grund ist in der guten Konjunktur zu sehen. Im August stieg die Produktion so sehr, wie seit sechs Jahren nicht mehr. Auch die Zahl der Aufträge war im August so hoch wie seit Ende 2016 nicht mehr.

Vor allem Unternehmen, die elektrischen Ausrüstungen und Nahrungs- und Futtermittel herstellen, stellten viele Mitarbeiter ein. Beide Branchen vermeldeten ein Plus von 3,7 Prozent. Auch Maschinen- und Autobauer stellten viele neue Mitarbeiter ein. Im August leisteten die Beschäftigten 690 Arbeitsstunden. Im verarbeitenden Gewerbe verdienten die Beschäftigten knapp 22 Milliarden Euro und damit 3,6 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Kaum Entlastung für Stromkunden

Obwohl im kommenden Jahr die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien, kurz EEG-Umlage, um 1,3 Prozent sinken wird, können die Verbraucher in Deutschland kaum auf Entlastungen bei den Stromkosten hoffen. In vielen Regionen erhöhen weitere Faktoren wie Netzentgelte die Stromkosten. Die EEG-Umlage, die 1998 eingeführt wurde, sinkt zum zweiten Mal und wird im kommenden Jahr 6,792 Cent pro Kilowattstunde betragen. Die EEG-Umlage macht etwa ein Fünftel des gesamten Strompreises aus. Stromanbieter sind jedoch nicht verpflichtet, die Senkung der EEG-Umlage auch an die Verbraucher weiterzugeben. Laut des Stromlobbyverbandes BDEW machen Steuern, Abgaben und Umlagen mittlerweile 55 Prozent des Strompreises aus.

Kritik an neuen Regeln für Wertpapiergeschäfte

Mit Beginn des kommenden Jahres treten die neuen europäischen Regeln für Wertpapiergeschäfte, die MiFID II-Regelung, in Kraft. Diese bedeutet hohe Kosten für deutsche Banken. Michael Kemmer, der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes BdB geht von Kosten in Höhe von bis zu einer Milliarde für die Umstellung aus. Kemmer sagte, dass die neuen Regeln für Wertpapiertransaktionen im Sinne der Verbraucher sinnvoll seien, dennoch machten die vielen guten Einzelmaßnahmen noch kein schlüssiges Gesamtkonzept aus. Die Regulierung für MiFID II macht mehr als 20.000 Seiten aus. Dies ist für Kemmer ein Signal, dass bei den Neuregulierungen über das Ziel hinausgeschossen wurde und der Überblick verloren ging.

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Große Umstellung für Banken und ihre Kunden

MiFID II bedeutet laut Kemmer für Banken und Kunden eine große Umstellung. So müssten die Banken beispielsweise zahlreiche Briefe versenden, um ihre Kunden über die neuen Regeln zu informieren. Außerdem werden wohl einige Banken in Zukunft nicht mehr allen Kunden alle Dienstleistungen und Finanzprodukte anbieten können.

Die Neuregelung der MiFID-Richlinien sieht unter anderem strengere Vorgaben bei der Aufzeichnung von Beratungsgesprächen vor. Außerdem sollen die Kosten für Wertpapiergeschäfte transparenter werden. So müssen zum Beispiel Fondsgesellschaften Kosten für externe Analyseleistungen separat angeben. Kemmer kritisiert vor allem die strengen Aufzeichnungspflichten.

Zweifel an rascher Zinserhöhung in Großbritannien

In Großbritannien wurden mit Dave Ramdsen und Silvana Tenreyro zwei neue Währungshüter benannt. Diese scheinen sich jedoch gegen eine Zinserhöhung im November zu wenden. Der neue Vize-Gouverneur Ramsden erklärte in einer Stellungnahme für einen Parlamentsausschuss, dass sich trotz der höheren Beschäftigung die Inflation nicht auf die Löhne auswirke. Tenreyro sagte, dass sie womöglich später einer Zinserhöhung zustimmen könnte. Beide Äußerungen wirkten sich negativ auf den Kurs des Pfunds im Vergleich zum Dollar aus. Bislang gingen Investoren von einer Zinserhöhung am 2. November aus.

Schwächeres Wirtschaftswachstum aufgrund des EU-Austritts

Die Notenbanker erwarten aufgrund des EU-Austritts Großbritanniens ein schwächeres Wirtschaftswachstum. Dies würde im Normalfall für eine lockerere Geldpolitik sprechen. Im Gegensatz dazu steigen die Preise in Großbritannien immer weiter. Im September lag die Inflationsrate bereits bei drei Prozent, dem höchsten Wert seit März 2012. Diese Entwicklung hängt auch mit dem schwachen Pfund zusammen, dass für einen Preisanstieg bei Importen sorgt. Dies ist für die Bank of England ein Dilemma. Einerseits muss man die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt ankurbeln, andererseits auf die hohe Inflation reagieren.

Stellungsnahme vor britischem Finanzausschuss

Mark Carney, der Chef der Bank of England, geht davon aus, dass die Inflation weiter steigen wird und im Oktober oder November ihren Höhepunkt erreicht. Carney wird nun wohl einen Brief an den britischen Schatzkanzler Philip Hammond schreiben, um ihm zu erklären, warum die Inflation mehr als ein Prozent über dem Richtwert liegt. Carney sagte vor einem Parlamentsausschuss, dass die Abwertung des Pfunds der einzige Grund für die hohe Inflation sei. Aus diesem Grund rechne der geldpolitische Ausschuss der Bank of England damit, dass die Inflation noch etwas weiter ansteigen werde. Carney erklärte zudem, dass die hohe Inflation ein „Kompromiss“ sei, um die Konjunktur und den Arbeitsmarkt zu stützen.

Die Idee, eine Zinserhöhung durchzuführen, nur um einer zukünftigen Wirtschaftskrise vorzubeugen, verwarf Carney. Darüber hinaus sagte er von dem Parlamentsausschuss, dass er im Zuge des Brexits eine Übergangsphase erwarte. Die Bank of England habe für den Fall eines harten Brexits ohne Übergangsphase dennoch bereits Vorkehrungen getroffen.

Italien baut faule Kredite ab

Die italienischen Banken haben im zweiten Quartal 2017 mehr faule Kredite abgebaut, als die anderen Euroländer. Dennoch befinden sich in Italien noch immer etwa ein Viertel der gesamten Problemkredite in der Eurozone. Insgesamt konnten die Altbestände an problematischen Darlehen um etwa ein Fünftel auf nun noch 212 Milliarden Euro gesenkt werden. Insgesamt haben die Banken in der Eurozone noch immer mit 844 Milliarden Euro an faulen Krediten aus der Zeit der Finanzkrise zu kämpfen. Dies sind jedoch immerhin acht Prozent weniger als im ersten Quartal 2017. Die zahlreichen faulen Kredite sind eines der größten Schwierigkeiten des Bankensektors in Europa und führt dazu, dass viele Banken zögern, neue Kredite auszugeben. Vor kurzem gab die Bankenaufsicht der EZB eine neue Richtlinie zum Umgang mit problematischen Krediten heraus, die allerdings in Italien stark kritisiert wurden.

USA

Weitere Nafta-Verhandlungen

Trotz der schwierigen Gespräche mit den USA wollen Kanada und Mexiko die Verhandlungen über das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta weiterführen. Der mexikanische Präsident Enrique Pena Nieto sagte, Nafta sei sehr gut, um die Entwicklung in der Region voranzubringen. Wie auch der kanadische Präsident Justin Trudeau fühle er sich einem „Win-Win-Win“-Deal verpflichtet. Donald Trump sieht in Nafta weiterhin Nachteile für die USA. Zuletzt hatte die amerikanische Seite gefordert, das Abkommen alle fünf Jahre neu zu verhandeln.

Yellen behält Inflation im Blick

Fed-Chefin Janet Yellen hält aufgrund der starken US-Wirtschaft und des amerikanischen Arbeitsmarkts trotz der niedrigen Inflation weitere Zinserhöhungen für sinnvoll. Die Fed werde dennoch in den kommenden Monaten die Entwicklung der Inflation genau beobachten. Yellen vermutet, dass die niedrige Inflation nicht anhalten werde. Für die Eurozone rechnet der Vize-Chef der EZB, Vitor Constacio, aufgrund der guten Konjunktur ebenfalls mit einem Anstieg der Inflation. In den USA ist die Inflation für Zeiten des Aufschwungs überraschend niedrig. Wie nun aus den Protokollen der Fed-Sitzung im September hervorging, zeigten sich auf dem Treffen einige Währungshüter durchaus besorgt über die noch immer sehr niedrige Teuerungsrate.

Zinserhöhung in den USA erst zum Jahresende?

In einer Umfrage unter 100 Ökonomen in den USA erwartet keiner der Experten eine Zinserhöhung Anfang November, sondern erst im Dezember. Dann könnte der Leitzins auf 1,50 Prozent steigen. Zudem könnten im kommenden Jahr drei weitere Zinserhöhungen folgen. Die befragten Experten rechnen jedoch nur mit zwei Zinserhöhungen. Der Hintergrund ist die dauerhaft niedrige Inflation in den USA.

Die befragten Experten sind zudem aufgrund der ungeklärten Nachfolge für Janet Yellen an der Spitze der Fed versichert. Der aktuelle geldpolitische Ausblick ist damit vergleichsweise unsicher. Eine Reuters-Umfrage kam zu dem Ergebnis, dass Ökonomen erwarten, dass der Fed-Direktor Jerome Powell künftiger Notenbank-Chef wird. Es ist aber auch denkbar, dass Janet Yellen doch eine zweite Amtszeit antreten kann. Der Ökonomieprofessor John Taylor ist ebenfalls noch im Rennen.

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GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

Möglicherweise längere Anleihenkäufe der EZB

Im Vorfeld der EZB-Sitzung am 26. Oktober war die zukünftige Geldpolitik der Zentralbank ein großes Thema. Unter anderem spekulierte EZB-Chefvolkswirt Peter Praet über eine Verlängerung der vor allem in Deutschland umstrittenen Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank. Bei einer Rede in New York sagte er, dass Investoren in einem ruhigeren Marktumfeld geduldiger seien und einen Stimulus, der von einem längerfristigen Ankaufplan ausgeht, besser einschätzen könnten. Er sprach sich zwar nicht deutlich für eine größere Verlängerung des Anleihenprogramms mit einem niedrigeren monatlichen Volumen aus, sagte aber, dass die Konjunktur in der Eurozone so gut sei, wie seit Jahren nicht mehr.

Vorstand der Bundesbank für Absenken der Anleihenkäufe

Joachim Wuermeling, der Vorstand der Bundesbank, sprach sich für ein Absenken des Anleihenkaufprogramms aus. Vor allem die Ankäufe von Staatsanleihen sollten aufgrund ihrer Nachteile ablaufen. In diesem Fall bliebe die Geldpolitik noch immer expansiv, da es nicht auf das monatliche Volumen der Ankäufe, sondern auf das Gesamtvolumen ankäme. Das Gesamtvolumen wird Ende Dezember 2,3 Billionen Euro erreicht haben.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte signalisiert, dass die EZB in ihrer Sitzung am 26. Oktober über das weitere Vorgehen hinsichtlich der Anleihenkäufe entscheiden wird. Es wurde erwartet, dass die EZB die Käufe für eine kurze Zeit mit einem vergleichsweise hohen monatlichen Volumen fortsetzen wird. Auch die Option einer längeren Fortsetzung mit kleineren monatlichem Umfang scheint möglich. Auf ihrer Sitzung entschied sich die EZB letztendlich für letzteres.

Zinsschritte nach Ende des Anleihenprogramms

EZB-Präsdent Mario Draghi betonte kürzlich, wie wichtig die zeitliche Reihenfolge bei geldpolitischen Maßnahmen sein. Bereits im September sagte die EZB auf ihrer Zinssitzung, dass die Zinsen auch weit über die Zeit des Anleihenkaufprogramms auf einem niedrigen Niveau bleiben werden. Jens Weidmann, der Präsident der Bundesbank, wart allerdings davor, dass die Zinsen zulange niedrig bleiben. Im Aufschwung müssen die geldpolitischen Zügel seiner Ansicht nach rasch und konsequent angezogen werden.

Franken-Kurs sinkt

Kurz vor der mit Spannung erwarteten Ratssitzung der EZB ging der Kurs des Schweizer Franken nach unten. Der Euro legte dagegen an Wert zu und ist jetzt 1,17 Franken wert. Dies ist der höchste Wert seit der Aufgabe der Wechselkursbindung des Franken an den Euro Anfang 2015. Damals leitete die EZB Liquiditätshilfen ein. Der Euro verlor in der Folge an Wert, während der Kurs des Franken nach oben ging.

Dies scheint sich nun umzukehren. Es wird erwartet, dass die EZB bei ihrer Sitzung am 26. Oktober eine Senkung ihrer Anleihenkäufe ankündigen wird. Der Franken schwächelt nun jedoch bei der Aussicht auf eine sinkende Euro-Schwemme. Außerdem wirkt sich die globale Konjunkturentwicklung und die Aussicht auf steigende Zinsen in anderen Währungsräumen auf den Franken aus.

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