Newsrückblick 23. November bis 7. Dezember

IQ Option ErfahrungenIn den USA sorgt Präsident Donald Trump weiterhin für viel Gesprächsstoff. Seine Pläne für eine Steuerreform passierten den Senat, müssen aber auch im Repräsentantenhaus bestehen. Zudem holt ihn immer wieder die Russland-Affäre ein. Seit Ende Oktober erhebt Sonderermittler Robert Mueller erste Anklagen. Nach Donald Trumps ehemaligen Wahlkampfmanager Paul Manafort wurde kürzlich mit dem ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn ein weiterer bekannter Name aus dem Umfeld von Donald Trump angeklagt. Zuletzt sorgte Donald Trump international für Unruhe, als er bekannt gab, als erster Staat Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen zu wollen.

In Brüssel verhandeln die EU und Großbritannien weiter über den EU-Austritt des Landes. Bislang konnte keine Einigung erzielt werden. Eine der umstrittensten Fragen ist derzeit die Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland. Eine „harte Grenze“ würde die irische Insel erneut teilen. Einige Beteiligte fürchten, der Nordirland-Konflikt könnte dadurch erneut aufflammen. Außerdem ist ungeklärt, welche Rechte EU-Bürger künftig in Großbritannien haben werden.

Ein weiteres viel diskutiertes Thema in den letzten Wochen war das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. Die EU-Kommission hat eine weitere Zulassung von fünf Jahren erlaubt. Der deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt hatte eigenmächtig für eine weitere Zulassung gestimmt. Die SPD ist ebenso wie SPD-Umweltministerin Barbara Hendricks gegen Glyphosat. Das Vorgehen Schmidts führte zu weiteren Unstimmigkeiten zwischen CDU und SPD. Nach Vermittlungen des Bundespräsidenten will sich die SPD Gesprächen mit der CDU nicht verschließen, über die Aufnahme von Sondierungsgesprächen zwischen beiden Parteien herrscht jedoch bislang keine Klarheit.

Inhaltsverzeichnis

  • Wirtschaft
  • GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

Wirtschaft

EU

Baubranche mit Auftragsplus

In den ersten drei Quartalen 2017 konnte sich die deutsche Baubranche über viele neue Aufträge freuen. Das Neugeschäft stieg bis Ende September um 5,4 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres an. Dies geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Im September betrug das Auftragsplus sogar 2,9 Prozent. Dies war der höchste Auftragseingang in einem September seit 18 Jahren. Die Bautätigkeit in Deutschland wird damit 2017 noch kräftiger ausfallen als im Vorjahr. Die Gründe dafür sind liegen im Wohnungsbau, den gestiegenen Investitionen von Unternehmen und der Tiefbau-Offensive des Bundes. Mittelfristig wird das Wachstum aber wohl an Schwung verlieren. Im Wohnungsbau sind aber auch langfristig große Investitionen zu erwarten.

Britische Wirtschaft wächst leicht

Kauffreudige Verbraucher beschleunigten das Wachstum der britischen Wirtschaft im Sommerquartal leicht. Zwischen Juli und September wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent. Andere europäische Staaten wachsen jedoch deutlich schneller. In Deutschland wurde beispielsweise zuletzt ein Wachstum von 0,8 Prozent verzeichnet; in der gesamten Eurozone 0,6 Prozent.

Die Konsumausgaben lagen in Großbritannien zuletzt bei 0,6 Prozent. Dies ist soviel wie seit einem Jahr nicht mehr. Daher zeigen sich die kauffreudigen britischen Verbraucher als Stütze für die Konjunktur. Vor allem die Verkäufe von Autos nahmen zu. Im Oktober ging die Nachfrage jedoch wieder zurück. Der Autoabsatz in Großbritannien wird auf das ganze Jahr gesehen wohl erstmals seit 2011 sinken.

Britische Regierung senkt Wachstumsprognosen

Darüber hinaus geht die britische Regierung mit ihren Wachstumsprognosen nach unten. Für das laufende Jahr wurde die Prognose von zwei auf 1,5 Prozent gesenkt, für das kommende Jahr von 1,6 auf 1,4 Prozent. Im Jahr des geplanten EU-Austritts 2019 erwartet man ebenso wie für 2020 nur noch 1,3 Prozent. Derzeit verlaufen die Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien eher stockend. Vor allem die Frage, wie die Grenze zwischen Nordirland und dem EU-Land Irland aussehen soll, ist umstritten.

Kritik an Bitcoin

Auch wenn der Bitcoin-Kurs derzeit von Rekord zu Rekord eilt und derzeit bei mehr als 14.000 Dollar liegt, gibt es immer wieder Kritik an der Kryptowährung. So schrieb Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele kürzlich in einem Gastbeitrag für den Ifo-Schnelldienst, dass Bitcoin kein Geld, sondern ein Spekulationsobjekt sei. Kryptowährungen seien zudem kein Ersatz für etablierte Währungen. Aufgrund der fehlenden Wertbasis sei der Preis letztendlich beliebig und könnte auch einen Totalverlust bedeuten. Demgegenüber steht, dass erste Terminbörsen bald Futures auf Bitcoins anbieten werden.

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Rohstoffknappheit durch Elektroautos befürchtet

Die Industrie warnt davor, dass es aufgrund des Trends zu Elektroautos zu einer Rohstoffknappheit kommen könnte. Sogen bereiten vor allem die Abhängigkeit von Importen aus Ländern mit großen politischen Risiken. Matthias Wachter vom Bundesverband der Deutschen Industrie sagt, dass die Gefahr von Engpässen steige. Der Bedarf wachse schneller, als die Kapazitäten bei der Förderung. Für die Herstellung von Elektroautos sind unter anderem Kobalt oder Lithium notwendig. Deutschland ist beispielsweise beim Bau von Batterien für die Elektroautos komplett von ausländischen Lieferanten abhängig. Das Angebot werde zunehmend knapper und die Minenbetreiber könnten die Preise vorgeben. Zum Teil gibt es auch nur sehr wenige Anbieter, da die benötigten Rohstoffe nur in wenigen Ländern abgebaut werden. Der Abbau ist zudem zum Teil mit großen Belastungen für die Umwelt verbunden.

Große Umsätze im Einzelhandel

Der „Black Friday“ und der „Cyber Monday“ sorgten für große Umsätze bei den Einzelhändlern. Der deutsche Einzelhandel rechnet insgesamt mit zusätzlichen Einnahmen von etwa 1,7 Milliarden Euro, wie der Branchenverband HDE mitteilte. Der „Black Friday“ und der „Cyber Monday“ läuten in den USA traditionelle das Weihnachtsgeschäft ein. Dieser Trend ist mittlerweile auch in Europa angekommen. Im Onlinehandel wurden die umsatzstärksten Tage des Jahres erwartet. In den USA gaben die Verbraucher in diesem Jahr ein Fünftel mehr aus, als im vergangenen Jahr. Auch in Großbritannien zeigten sich die Einzelhändler zufrieden.

Heidelberger Sparkassenvorstand soll Sparkassen-Präsident werden

Nach dem Rücktritt von Georg Fahrenschon aufgrund einer Steueraffäre soll nun Helmut Schleweis die Nachfolge antreten. Die Chefs der regionalen Sparkassenverbände schlugen den 63-Jährigen einstimmig vor. Schleweis ist nicht nur Vorstandsvorsitzender der Heidelberger Sparkasse, sondern auch Bundesobmann der Sparkasse und daher der ranghöchste Vertreter der fast 600 Institute im Deutschen Sparkassen- und Giroverband.

Aufwärtstrend an den Börsen auch 2018

Experten blicken zuversichtlich auf das kommende Börsenjahr. Unsicherheiten über die weitere Geldpolitik der Notenbanken werden allerdings wohl für mehr Schwankungen bei Aktien sorgen. Der andauernde Aufwärtstrend bleibt allerdings stabil. Unternehmen werden auch im kommenden Jahr aufgrund von niedrigen Leitzinsen und einen guten weltweiten Konjunktur weiter Gewinne verzeichnen. Auch der DAX soll nach Ansicht von Experten weiter steigen und Ende 2018 bei 14.000 Punkten liegen. Analysten der Deka-Bank rechnen allerdings damit, dass der DAX in der ersten Jahreshälfte um einige Hundert Punkte sinken könnte und am Jahresende bei 13.500 Punkten liegt. Auch die Weltwirtschaft wird weiterhin wachsen. Der Aufschwung ist derzeit so kräftig, dass er auch im kommenden Jahr fortgesetzt wird.

Centeno neuer Eurogruppen-Chef

Der portugiesische Finanzminister Mario Centeno wird neuer Eurogruppen-Chef. Der 50-Jährige gewann eine Abstimmung gegen den Slowaken Peter Kazimir, den Luxemburger Pierre Gramegna und die Lettin Dana Reizniece-Ozola. Centeno hatte großen Anteil daran, Portugal aus der Schuldenkrise hinauszuführen und ist seit 2015 Finanzminister des Landes. In diesem Jahr wuchs die portugiesische Wirtschaft so kräftig wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Die Aufgabe des Eurogruppen-Chefs ist es, einmal im Monat Beratungen der Finanzminister der Eurozone zu organisieren und Kompromisse in Streitfragen zu finden. Er wird für zwei Jahre gewählt. Derzeit wird diskutiert, einen hauptamtlichen Chefposten für die Eurogruppe zu installieren. Centeno tritt am 13. Januar die Nachfolge von Jeroen Dijsselbloem an.

USA

Black Friday in den USA

Für das US-Onlinegeschäft gehen Experten von einem Rekordumsatz vom fünf Milliarden Dollar am „Black Friday“ aus. Am „Cyber Monday“ kommen wohl nochmals 6,6 Milliarden Dollar dazu. Die Einzelhändler in den USA erzielen jedoch noch immer in den Filialen den größten Teil ihrer Umsätze. Zudem wurde auch am „Black Friday“ in den USA die gute Kauflaune deutlich. Diese liegt an dem Aufschwung der Konjunktur und dem stabilen Arbeitsmarkt in den USA. In den USA erzielen die Einzelhändler bis zu 40 Prozent ihres Jahresumsatzes im Weihnachtsgeschäft. Kaufhäuser locken die Kunden auch mit Rabattaktionen, Werbegeschenken und Unterhaltungsangeboten.

Kaplan für rasche Zinsanhebung

Der Chef der Fed von Dallas, Robert Kaplan, spricht sich in einem Aufsatz für schrittweise Zinsanhebungen, die in naher Zukunft erfolgen sollten, aus. Die Fed dürfe mit Zinserhöhungen nicht zu lange warten, ansonsten müsse man danach umso schneller die geldpolitischen Zügel anziehen. Dies könnte die Gefahr einer Rezession erhöhen. William Dudley, eines der führenden Mitglieder der Fed, spricht sich für die Fortsetzung des aktuellen Kurses aus. Die recht niedrige Inflation besorge ihn nicht. Neel Kashkari, der Präsident der Fed in Minneapolis, sagte allerdings, dass er sich aufgrund der niedrigen Inflation gegen eine Zinsanhebung im Dezember entscheiden könnte.

US-Steuerreform nimmt erste Hürde

Der Gesetzesentwurf über eine neue Steuerreform wurde vom Senat gebilligt. Der Entwurf sieht unter anderem Steuersenkungen für Unternehmen und Wohlhabende vor. Normalverdiener profilieren weniger von den geplanten Reformen. Damit Donald Trump das Gesetz unterschreiben kann, muss noch das Repräsentantenhaus zustimmen.

Mit der Steuerreform soll die US-Wirtschaft weiteren Schwung bekommen. Zudem wäre es für Trump das erste große Gesetz, dass er durchsetzen kann. Auch an den Finanzmärkten sind die Erwartungen groß. Die in Aussicht gestellten deutlichen Entlastungen für Unternehmen sorgten für Höhenflüge an den Börsen. Die Unternehmenssteuern sollen von 35 auf 20 Prozent reduziert werden. Zudem sollen US-Unternehmen dazu angeregt werden, ihre im Ausland erzielten Gewinne im Heimatland investieren. Daher sollen die Rückführung der im Ausland erzielten Gewinne weitestgehend von der Besteuerung ausgenommen werden.

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Kritik an Steuerplänen

In Deutschland sieht man die US-Steuerpläne kritisch. Der Industrieverband BDI sprach von einer Verschärfung des Steuerwettbewerbs und kritisierte den Gesetzesentwurf als protektionistisch und zum Nachteil europäischer Unternehmen. Zudem forderte der BDI von der neuen Bundesregierung strukturelle Verbesserungen im Unternehmenssteuerrecht.

Darüber hinaus wird kritisiert, dass sich durch die Steuerreform der Schuldenberg der USA innerhalb von zehn Jahren um 1,4 Billionen Dollar erhöhen wird. Die Demokraten in den USA sprachen zudem von Geschenken für Unternehmen und Reiche. Aus ihrer Sicht wird die Mittelschicht nicht von den Steuerentlastungen profilieren. Des Weiteren ist mit dem Steuerentwurf ein teilweiser Rückbau von Obamacare verbunden. So soll eine Strafe entfallen, wenn sich Bürger der Krankenversicherungspflicht widersetzen. Dies könnte zu höheren Versicherungskosten für Alte und Kranke führen.

Marvin Goodfriend für Direktorenposten der Fed nominiert

US-Präsident Donald Trump nominierte den Wirtschaftsprofessor Marvin Goodfriend für einen Direktorenposten der Fed, der seit einem Jahr vakant ist. Damals verließ Sarah Bloom Raskin die Notenbank. Der Senat muss die Nominierung noch bestätigen. Trump füllt damit eine Lücke in der Fed-Führung und beginnt mit dem personellen Umbau des Gremiums. Goodfriend gilt als ausgewiesener Experte in der Geldpolitik und steht für eine vergleichsweise straffe Geldpolitik. Zudem kritisierte er die Geldflut der Notenbank, vor allem den starken Ankauf von Wertpapieren. Eine Alternative für zukünftige Krisen sind aus seiner Sicht Negativzinsen. Goodfriend ist Wirtschaftsprofessor an der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh und war in den 1980er Jahren Wirtschaftsberater in der Regierung Ronald Regans. Donald Trump berief zudem kürzlich Randal Quarles als Vizechef der Fed. Quarles ist auch für die Bankenaufsicht zuständig und arbeitete früher für das Finanzministerium.

GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

Mögliche Draghi-Nachfolge

Der französische Notenbank-Gouverneur Francois Villeroy de Galhau hat kürzlich auf einer Veranstaltung in London Fragen zu möglichen Ambitionen seinerseits auf die Nachfolge von Mario Draghi an der Spitze der EZB abgewehrt. Zudem zeigt es sich zuversichtlich hinsichtlich der Konjunkturerholung im Euroraum. Die Geldpolitik der EZB habe dazu beigetragen, das Wachstum anzukurbeln. Da jedoch das Inflationsziel noch nicht erreicht ist, seinen weitere geldpolitische Hilfen notwendig.

Diskussion über Ende der Anleihenkäufe

Wie nun aus dem Protokoll der letzten EZB-Sitzung hervorgeht, wurden auf der vergangenen Zinssitzung unterschiedliche Optionen zur Zukunft der Anleihenkäufe diskutiert. Einige Notenbanker brachten Argumente für die Nennung eines eindeutigen Enddatums vor. Unter anderem wurde argumentiert, dass die Kosten-Nutzen-Balance im Laufe der Zeit ungünstig wird. Einige EZB-Mitglieder befürworteten, im geldpolitischen Ausblick die Verknüpfung der Anleihenkäufe mit der Inflationsentwicklung zu ändern. Letztendlich wurde eine Halbierung der Anleihenkäufe ab Januar sowie die Fortsetzung bis mindestens Ende September 2018 beschlossen. Ein genaues Enddatum wurde nicht festgelegt.

Franken-Risiken nicht gebannt

Die Schweizerische Nationalbank SBM sieht immer noch das Risiko einer neuen Aufwertung des Franken. Laut  SNB-Vizepräsident Fritz Zurbrügg ist die Nationalbank weiterhin bereit, an den Devisenmärkten zu intervenieren. Nach den Wahlen in Frankreich im Frühjahr und der guten wirtschaftlichen Entwicklung in der Eurozone hat sich der Franken im Vergleich zum Euro deutlich abgeschwächt, bleibt aber ein „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten. Der Franken ist aus Sicht der SNB weiterhin hoch bewertet.

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