Rückblick: Die wichtigsten News vom 19. Januar bis 2. Februar 2017

US-Präsident Donald Trump ist seit dem 20. Januar im Amt. Schon an seinen ersten Arbeitstagen im Weißen Haus löste er einige seiner Wahlkampfversprechen ein. Als einer seiner ersten Amtshandlungen ordnete er den Ausstieg der USA aus dem transpazifischen Freihandelsabkommen TTP an. Zudem will er Unternehmen, die in den USA produzieren, Vorteile gewähren. Hier sind unter anderem hohe Einfuhrzölle auf im Ausland gefertigte Waren im Gespräch. Zudem erließ er in den ersten Tagen ein Dekret zum Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. Große Proteste löste ein Erlass aus, mit dem er für 90 Tage die Einreise von Personen aus sieben überwiegend muslimischen Ländern untersagte.

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Donald Trump war natürlich auch auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos das Gesprächsthema Nr. 1. Und in Deutschland gibt es mit Brigitte Zypries überraschend eine neue Wirtschaftsministerin. Sigmar Gabriel gab seine Ämter auf, um den Weg für den ehemaligen EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz als Kanzlerkandidat der SPD freizumachen.

Inhaltsverzeichnis

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GELD- UND WÄHRUNGPOLITIK

EU

Technologiebranche wichtig für britische Wirtschaft

Die britische Wirtschaft steht aufgrund des EU-Ausstiegs vor einem einschneidenden Umbau. Premierministerin Theresa May setzt dabei vor allem auf die Technologiebranche, da sie hier großes Wachstumspotenzial sieht. Zudem stellte sie einen Entwurf vor, der die Grundlagen der britischen Wirtschaft nach dem Brexit vorstellt. Die britische Wirtschaft ist derzeit sehr stark vom Dienstleistungssektor abhängig. May möchte die Wirtschaft des Landes aber breiter aufstellen. Ihr Plan sieht die Schaffung einer „modernen Industriestrategie“ vor, die die Folgen des Brexits abmildern soll. Beispielsweise in der Batterietechnik habe Großbritannien einen ausbaufähigen Vorteil.

Britische Autoproduktion steigt

In Großbritannien wurden 2016 so viele Autos hergestellt wie seit 17 Jahren nicht mehr. Wie der Branchenverband SMMT mitteilte, stieg die Produktion um 8,5 Prozent auf 1,72 Millionen Fahrzeuge. Die Investitionen in der Autobranche brachen jedoch um ein Drittel auf 1,66 Milliarden Pfund ein. Dennoch befürchten Autohersteller durch den Brexit eine Schwächung der heimischen Standorte.

Britische Industrie mit guter Auftragslage

Die britische Industrie geht mit der besten Auftragslage seit April 2015 ins neue Jahr. Die Unternehmen blicken durchaus zuversichtlich auf das Neugeschäft und ihre Produktion. Die Inlandsnachfrage ist derzeit so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr. Aufgrund des schwachen Pfunds sind die Exporterwartungen derzeit besser, dies sorgt aber auch für höhere Kosten für Unternehmen. Dies könnte zur Folge haben, dass die Preise so stark steigen werden wie seit Juni 2011 nicht mehr.

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Bargeld in Deutschland weiter beliebt

Die Bundesbürgen zahlen weiterhin gerne in bar. Laut Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Bundesbank, ist der Wert des Bargelds, dass von der Bundesbank in Umlauf gebracht wurde, im vergangenen Jahr um mehr als sieben Prozent gestiegen. In Deutschland werden noch immer 80 Prozent aller Einkäufe in bar bezahlt. Darüber hinaus werden bei der Bundesbank deutlich mehr 500-Euro-Scheine eingezahlt als ausgegeben. Dennoch hatte die EZB im Mai 2016 beschlossen, diese Banknote nicht mehr auszugeben. Der 500-Euro-Schein gehört zu den wertvollsten Banknoten der Welt. Die EZB möchte mit seiner Abschaffung Terrorfinanzierung und Geldwäsche in Zukunft besser bekämpfen.

Rückschläge für Weltwirtschaft befürchtet

IWF-Chefin Christine Lagarde und Finanzminister Wolfgang Schäuble befürchten, dass die Weltwirtschaft aufgrund politischer Risiken Schaden nehmen könnte. Lagarde sagte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, dass erhebliche Störeffekte entstehen könnten, wenn es zum Abbau von Regulierungen und zu neuen Handelsbarrieren komme. Schäuble ist sich unsicher, was in diesem Jahr passieren wird. Wenn Großbritannien und die EU keine Einigung über die Einzelheiten des Brexits finden, sei dies desaströs. Zudem hofft er, dass Donald Trump den Freihandel nicht zerstört.

Eine Million Elektroautos bis 2020 nicht mehr erreichbar

Sigmar Gabriel, bis vor wenigen Tagen noch Bundeswirtschaftsminister, hält das Ziel, dass bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf den Straßen unterwegs sind, für nicht mehr realistisch. In dieser Zahl werden allerdings auch Hybrid-Fahrzeuge mitgezählt. Die Autobranche hält die 1-Million-Marke schon seit längerem für nicht erreichbar. Im letzten Jahr wurde eine Kaufprämie für Elektroautos beschlossen, um das anvisierte Ziel doch noch zu erreichen. Diese Prämie wird jedoch nur schwach angenommen. Derzeit fahren einige Zehntausend Elektrofahrzeuge durch Deutschland. Wesentlich beliebter sind allerdings Elektrofahrräder. Die Zweiradbranche freut sich über deutliche Zuwächse und spricht davon, dass über drei Millionen E-Bikes in Deutschland über die Fahrradwege fahren.

Trumps Handelspolitik bietet neue Chancen

Ex-Wirtschaftminister Gabriel hat die europäische Wirtschaft dazu ermutigt, die Chancen, die sich durch die abschottende Handelspolitik des neuen US-Präsidenten ergeben, zu nutzen. Für Europa ergeben sich neue Möglichkeiten, wenn sich Trump gegen China und andere asiatische Länder abschottet. Er empfahl Europa, an einer neuen Asienstrategie zu arbeiten und den Blick nach China und Indien zu richten. Wenn sich durch Trump neue Räume eröffnen, sollte Europa diese nutzen.

Sparkasse sieht deutsche Wirtschaft im Aufwind

Trotz weltpolitischer Unsicherheiten rechnet der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) mit einem überdurchschnittlichen Wachstum der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr. Ein Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 1,3 Prozent sei zu erwarten. Diese Zahl sei zwar deutlich geringer als die Steigerung von 1,9 Prozent im vergangenen Jahr, doch aufgrund der geringen Zahl an Arbeitstagen erwartet man ein Plus von 1,6 Prozent. Zudem sieht man den Arbeitsmarkt in einer guten Lage und auch die Binnenwirtschaft stellt den Sparkassenverband zufrieden.

Die Bundesregierung rechnet für 2017 mit einem Wachstum von 1,4 Prozent. Ein eingeschränkter Freihandel seitens der USA und die möglicherweise schwierigen Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien bergen für Deutschland als Exportland einige Risiken. Und auch die Wahlen in Deutschland und anderen EU-Ländern sowie die Unsicherheit über die Zukunft Europas machen den Bankern durchaus Sorgen. All diese Faktoren könnten sich negativ auf die Konjunktur auswirken.

Versicherer erwarten 2017 mehr Beitragseinnahmen

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rechnet für 2017 mit einem Wachstum von mindestens einem Prozent. Im vergangenen Jahr schwächelte das Geschäft im Bereich der Lebensversicherung. Daher stiegen die Einnahmen nur um 0,2 Prozent auf 194 Milliarden Euro. Dies waren die geringsten Einnahmen seit 2011. Das Ergebnis wird auf die niedrigen Zinsen sowie den Wandel in der Branche zurückgeführt. Vielen Lebensversicherern fiele der Aufbau der vorgeschriebenen Kapitalpuffer, die die derzeit sehr niedrigen Zinsen abfedern sollen, schwer. Die Bafin schreibt den Lebensversicherern Rückstellungen in Millionenhöhe vor, die sogenannte Zinszusatzreserve. Die Lebensversicherer nahmen 2016 2,2 Prozent weniger ein als im Jahr zuvor. Und auch im diesem Jahr erwartet man ein Minus von 0,5 Prozent. Klassische Produkte der Branche werden immer weniger attraktiv für Kunden. Zudem tun sich die Versicher schwer, die entsprechenden Renditen zu erwirtschaften, die sie ihren Kunden versprochen haben. Langfristige Zinsversprechen vermeiden daher viele Versicherer. Stattdessen biete sie vermehrt Produkte mit befristeten Garantiezusagen an. Diese Policen machten im vergangenen Jahr 46 Prozent der neuen Abschlüsse aus.

Freihandelszone mit China als Option

Nach dem Rückzug der USA aus dem transpazifischen Freihandelsabkommen TTP kann sich die deutsche Wirtschaft eine Freihandelszone mit China vorstellen. Schon jetzt ist China der wichtigste Handelspartner im asiatischen Raum. Am TTP-Abkommen waren neben den USA bislang Australien, Japan, Mexiko und acht weitere Länder beteiligt. China gehörte jedoch nicht dazu. Nun kann man sich aber durchaus China als Ersatz für die USA vorstellen. Zudem können sich Vertreter der deutschen Wirtschaft auch neue Freihandelsabkommen zwischen der EU und asiatischen Staaten vorstellen.

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USA

Wachsender Optimismus bei kleinen Unternehmen in den USA

Larry Fink, der Chef vom BlackRock, dem größten Vermögensverwalter der Welt, sieht bei kleinen Unternehmen in den USA derzeit viel Optimismus. Zudem hofft auch er, dass es nicht zu Handelsbarrieren unter Trump kommt. Im Hinblick auf das Verhältnis zwischen Präsident Trump und der Notenbank Fed rechnet er mit einem schärferen Konflikt. Ein stärker werdender Dollar können ebenfalls negative Folgen haben.

US-Leitzins bleibt unverändert

Die Fed hat das Niveau des US-Leitzinses bestätigt, nannte aber keinen Zeitpunkt für den nächsten Zinsschritt. Auf der Sitzung der Fed einigte man sich einstimmig, den Leitzins in einer Spanne von 0,50 bis 0,75 Prozent zu halten. Zudem machten die Währungshüter deutlich, dass das Zinsniveau nur in einzelnen Schritten angehoben werden dürfe. Die nächste Sitzung der Fed ist für den 14. und 15. März geplant. Dann werden neue Projektionen zu Inflation, Zinsen und Wachstum erwartet. Bereits am 14. und 15. Februar findet allerdings die regelmäßige Anhörung der Fed-Chefin Janet Yellen vor dem US-Kongress statt. Hier könnte sie weitere Informationen zu den Zinsplänen der Notenbank geben.

Zinserhöhungen in den kommenden Jahren

Im Januar ließ Fed-Chefin verlauten, dass sie den Leitzins bis zum Ende des Jahrzehnts in mehreren Schritten auf drei Prozent anheben möchte. Zudem sei die Notenbank schon sehr nahe an ihre Ziele Vollbeschäftigung und stabile Preise herangekommen. Nach den bisher anvisiert drei Zinserhöhungen 2017 könnten bis 2019 weitere Zinsschritte hinzukommen.

GELDPOLITIK

Trotz Kritik keine Änderungen bei der EZB

Die EZB hält trotz Kritik – vor allem aus Deutschland – weiter an ihrer ultra-lockeren Geldpolitik fest. Laut Mario Draghi sein gerade jetzt niedrige Raten notwendig, um in Zukunft höhere zu erreichen. Die konjunkturelle Erholung der Eurozone sei im Interesse aller Länder der Staatengemeinschaft. Wenn diese stabiler werde, würden auch die Zinsen wieder steigen. Daher beließ die EZB auch auf ihrer Januar-Sitzung die Leitzinsen bei 0,0 Prozent. Am Anleihen-Kaufprogramm gibt es ebenfalls keine Änderungen. Draghi sagte, dass es zwar weltweit Anzeichen für eine Erholung der Wirtschaft geben, aber für die Eurozone sei noch immer viel geldpolitische Unterstützung notwendig. Die Kritik aus Deutschland wurde in der letzten Zeit wieder lauter, da die Inflation im Dezember in der Eurozone auf 1,1 Prozent gestiegen ist. Dies war der höchste Anstieg seit über drei Jahren.

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