Rückblick: News vom 2. Februar bis 16. Februar 2017

In diesen Tagen wandert der Blick immer wieder in die USA. Nicht nur die Entwicklungen im Weißen Haus werden aufmerksam verfolgt, sondern auch die Notenbank Fed steht im Fokus. Deren Chefin Janet Yellen sprach nun erstmals seit dem Amtsantritt Trumps vor dem Senat und dem Repräsentantenhaus. Die US-Wirtschaft sei gut gerüstet für weitere Zinsanhebungen. Dennoch fiel nach ihren Ausführungen der US-Dollar.

Inhaltsverzeichnis

  • GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK
  • GELDPOLITIK
  • Markttechnische Betrachtung der Märkte:

GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

EU

2017 so viele Flüge wie noch nie

Weltweit sind laut dem Branchenverband Iata im letzten Jahr so viele Menschen geflogen wie noch nie. Begünstigt wurde diese positive Entwicklung durch neue Kapazitäten am Markt sowie um rund 44 Dollar günstigere Flug-Tickets. 2016 sind insgesamt 3,7 Milliarden Passagiere geflogen. Dies war ein Anstieg um 6,3 Prozent im Vergleich zum Jahr davor. Allerdings wuchs auch die Anzahl an Sitzen ähnlich stark. Von 100 Platzen waren rund 80 besetzt. Und die Nachfrage nach Flugreisen steigt weiter. Regierungen, Airlines und Flughäfen müssen dafür allerdings die Infrastruktur verbessern, damit diesem Boom stand gehalten werden kann.

Weniger Aufträge für Maschinenbauer

Laut dem Branchenverband VDMA gab es im letzten Jahr für die Maschinenbauer aus Deutschland zwei Prozent weniger Aufträge als 2015. Zum Ende des Jahres gab es im Gegensatz zu 2015 keinen Endspurt. Daher brauchen die Aufträge im Dezember um 15 Prozent ein. Allerdings gab es einen Anstieg der Aufträge im Inland um sieben Prozent, die den Rückgang von 22 Prozent im Ausland allerdings nicht auffangen konnten.

Windkraft an Land boomt

2016 wurden mehr als 1.600 Windräder mit einer Leistung von rund 4.600 Megawatt gebaut. Dies entspricht der Leistung von zehn größeren Kohlekraftwerken. Damit war 2016 für Hermann Albers, dem Präsidenten des Bundesverbands Windenergie, ein gutes Jahr. Man konnte ein größeres Plus erzielen als zuvor gedacht und so den zweitstärksten Zuwachs in der Geschichte der Windenergie-Branche verzeichnen. Dies übersteigt auch das 2.500-Megawatt-Ziel der Bundesregierung. 2017 wird das Wachstum wohl ähnlich weitergehen. Für 2018 wird allerdings ein Rückgang prognostiziert.

Der Hintergrund ist, dass die Förderung neuer Projekt umgestellt wurde. Zuvor wurden garantierte Abnahmepreise für den Strom über 20 Jahre ausgeschrieben. Nun werden Windparks ausgeschrieben. Wer die geringsten Strom-Abnahmepreise verlangt, erhält den Zuschlag. Dies ist jedoch weniger attraktiv. Daher hat man alles daran gesetzt, noch die alten Förderbedingungen nutzen zu können.

EU gegen Schweizer Unternehmenssteuer

In der Schweiz fand kürzlich eine Volksabstimmung über die verhältnismäßig niedrigen Unternehmenssteuern im Land statt. Das Land hatte damit eine große Anzahl Großkonzerne ins Land gelockt. Die EU-Kommission ist vom Ergebnis des Referendums wenig begeistert. Durch das Referendum wurde eine Reform abgelehnt, die umstrittene Steuererleichterungen für internationale Konzerne abgeschafft hätte. Die EU-Kommission will nun prüfen, ob sich die Unternehmenssteuer in der Schweiz konform zu internationalen Richtlinien und den Vorgaben der OECD entwickelt. Die EU und die OECD hatten von der Schweiz gefordert, diese Steuervorteile abzuschaffen. Die Schweizer Regierung hatte einer Abschaffung bis 2019 zugestimmt und wollte international akzeptierte Steuervorteile einführen. Den Zeitplan kann man aber wohl nicht mehr einhalten. Man muss einen neuen Weg finden, um nicht auf der Schwarzen Liste für Steueroasen zu landen.

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EU-Kommission sieht Eurozone weiter auf Wachstumskurs

Trotz politischer Unsicherheiten sieht die EU-Kommission die Eurozone auch in diesem Jahr auf Wachstumskurs. Besonders die Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland setzten aber ein Fragezeichen hinter diese Aussage. Kürzlich verlor der Euro bereits deutlich, da die Angst vor einem möglichen Wahlsieg Marine Le Pens in Frankreich zunimmt. Der bisherige Favorit Francois Fillon von den Republikanern steht derzeit wegen einer Korruptionsaffäre unter Druck. Er soll seiner Frau zu Unrecht Gehälter gezahlt haben. Die EU-Kommission gab vor einigen Tagen eine Studie mit dem Titel „Durch raue See navigieren“ heraus. Darin prognostiziert die Kommission ein Wachstum von 1,6 Prozent für das Jahr 2017. Für 2018 geht man derzeit von 1,8 Prozent aus. Bezüglich der Handelshemmnisse, die die Trump-Adminsistration möglicherweise anstrebt, warnt die EU-Kommission besonders Deutschland vor großen Risiken. Erfreut zeigt man sich in Brüssel über das Mini-Wachstum der griechischen Wirtschaft.

Mittelstand hinkt bei Online-Geschäft hinterher

Laut einer Studie der KfW haben viele Mittelständler in Deutschland noch Nachholbedarf beim Online-Versand. Kleinere und mittlere Unternehmen erwirtschaften online nur 153 Milliarden Euro. Dies entspricht lediglich 14 Prozent des Gesamtumsatzes. Zudem nutzen nur 16 Prozent der Mittelständler überhaupt die Möglichkeiten des Onlinehandels. Nicht jede Branche eignet sich für den E-Commerce, dennoch sind den Kunden mittlerweile schnelle Lieferzeiten und eine direkte Erreichbarkeit wichtig. Der Mittelstand erzielt den Großteil seiner Onlineumsätze im Geschäftskundenbereich. Bei Geschäften mit Endverbrauchern liegt der Gewinn aller deutschen Mittelständler nur bei neun Milliarden Euro. Sehr gut stehen allerdings Handelsunternehmen da. Jeder dritte Einzel- oder Großhändler ist im Online-Geschäft aktiv. Allerdings wird die Konkurrenz im Online-Geschäft immer stärker. Dies senkt den Spielraum bei der Preisgestaltung.

EU-Parlament stimmt CETA zu

Das EU-Parlament in Straßburg hat das Freihandelsabkommen mit Kanada genehmigt. 408 Abgeordnete stimmten für den Vertrag, 254 dagegen. Einige Teile des Abkommens wie der Abbau von Zöllen werden damit bereits im Frühjahr in Kraft treten. Bis allerdings alle Bestandteile des Abkommens endgültig in Kraft treten, wird es aber wohl noch einige Jahre dauern, da noch alle nationalen Parlamente zustimmen müssen. Hier wird mit Verzögerungen gerechnet. CETA-Befürworter gehen davon aus, dass der Handel zwischen Kanada und der EU um etwa 20 Prozent pro Jahr zunimmt. Dies könnte sich positiv auf die Wirtschaftsleistung der beiden Partner auswirken. In der EU könnte diese pro Jahr um zwölf Milliarden Euro steigen, in Kanada um 8,7 Milliarden Euro. Die kanadische Regierung hofft, auf diesem Weg die Abhängigkeit des Landes von den USA zu verringern.

Schäuble: London bleibt wichtiger Finanzplatz

Für Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wird London auch nach dem EU-Austritt der Briten ein wichtiger Finanzplatz bleiben. Dieser diene der gesamten europäischen Wirtschaft. Zudem würden dort Finanzdienstleistungen angeboten, die es in dieser Form an keinem anderen Ort in Europa gebe. Dies wird sich wohl nach dem Brexit ändern, aber Schäuble wünscht sich, dass man hier entsprechende Regelungen findet. Derzeit denken vielen Banken in London darüber nach, zumindest ein Teil ihres Geschäfts in andere Finanzmetropolen wie Paris oder Frankfurt zu verlegen.

USA

Weniger Flugreisen in die USA

Das von Donald Trump verhängte Einreiseverbot für Menschen aus sieben überwiegend muslimischen Ländern hat vielen Europäern die Lust auf eine Reise in die USA verdorben. In der Woche nach dieser Anordnung sank die Zahl der Flugbuchungen aus Westeuropa in die USA um 14 Prozent. Aus den vom Einreiseverbot betroffenen Ländern brachen die Flugbuchungen sogar um 80 Prozent ein. Bei den deutschen Airlines sind die Flugreservierungen in die USA allerdings weiterhin stabil. Mittlerweile wurde das umstrittene Einreiseverbot wieder aufgehoben. Die endgültige Entscheidung muss aber wohl der Oberste Gerichtshof treffen.

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Fed-Führungsmitglied Daniel Tarullo erklärt seinen Rückzug

Daniel Tarullo, ein bekanntes Mitglied der Fed-Führung, erklärte überraschend seinen Rückzug für Anfang April. Dies bedeutet für Donald Trump mehr Spielraum beim Umbau der Notenbank. Tarullo gilt als der Architekt des Dodd-Frank-Gesetzes zur Verschärfung der Bankenregeln, die eine neue Finanzkrise verhindern sollen. Trump möchte diese Regelungen allerdings wieder lockern. Aufgrund des Rückzugs von Tarullo kann der US-Präsident nun drei der sieben Sitze im Fed-Gouverneursrat neu besetzen. Dieser wichtige Rat lenkt das US-Finanzsystem. Es wird vermutet, dass Fed-Chefin Yellen, die von Trump bereits mehrfach deutlich kritisiert wurde, Anfang 2018 ihren Hut nehmen muss. Hinsichtlich einer möglicheren Lockerung der Bankenregeln kommt auch Kritik aus Europa: Unter anderem sprachen sich Finanzminister Schäuble und Mitglieder der EZB dagegen aus.

Ausführungen zur Geldpolitik von Janet Yellen

Fed-Chefin Janet Yellen war in dieser Woche im Bankenausschuss des US-Senats sowie im Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses zu Gast, um eine Rede zur Geldpolitik zu halten und sich den Fragen der Ausschussmitglieder zu stellen. Die Anhörung der Fed-Chefin findet alle sechs Monate statt.

In ihrer Rede vor dem Bankenausschuss setzte Yellen klare Signale für steigende Zinsen. Unter gewissen Bedingungen sei ein solcher Schritt auf einer der nächsten Sitzungen der Fed wohl angebracht. Voraussetzung sei, dass sich der Arbeitsmarkt und die Inflation positiv entwickeln. Allerdings gehen Experten davon aus, dass die Notenbank die Zinsen noch nicht im März, sondern erst im Juni erhöht, da sich dann die Auswirkungen der Haushaltspolitik Trumps auf die Wirtschaft besser abschätzen lassen.

Fed-Bilanz verkleinern

Zudem will die Fed in absehbarer Zeit das „heiße Eisen“ Bilanzabbau angehen. Vor dem Ausbruch der Finanzkrise betrug die Bilanz der Fed 800 Milliarden Dollar. Doch in den Folgejahren kauften man massiv Staatsanleihen und Hypothekenpapiere an, um die Konjunktur wieder anzukurbeln. Dadurch stieg die Bilanzsumme auf 4,5 Billionen Dollar. Einnahmen aus auslaufenden Anleihen werden wieder in neue Papiere investiert. In Zukunft sollen Investitionen in neue Papiere schrittweise zurückgehen und am Ende ganz eingestellt werden. Dies werde auch die Bilanzsumme senken.

GELDPOLITIK

Ausweitung des Anleihekaufprogramms möglich

Mario Draghi sagte kürzlich, dass das Anleihekaufprogramm der EZB möglicherweise ausgeweitet werden könnte, falls dieses notwendig sein sollte, da die Inflation im Euroraum weiterhin schwach sei. Das kurzfristige Anziehen der Inflation im Dezember und Januar sei vor allem auf einen Anstieg der Energiepreise zurückzuführen. Zudem gibt es laut Draghi beträchtliche Reserven auf dem Arbeitsmarkt und die schwache Entwicklung der Produktivität belaste das Wachstum der Löhne.

Weiter Kritik an der EZB

Die Kritik an den Anleihekäufen der EZB reißt nicht ab. Derzeit mehren sich die Rufe nach einem Ausstieg aus der Bankenbranche. Georg Fahrenschon, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, sagt, die Niedrigzinspolitik beschädige stabile Finanzstrukturen. Er forderte erste Schritte zum Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik.

Mersch: EZB sollte Zinsausblick ändern

Yves Mersch, Mitglied im Führungsteam der EZB, sagte, dass notwendig, graduelle Anpassungen in der Kommunikation nicht verschleppt werden dürfen. Die Geldpolitik müsse gerade in unsicheren Zeiten Stabilität und Verlässlichkeit ausstrahlen. Dennoch müsse man sich die Frage stellen, wie lange niedrige Zinsen noch eine geldpolitische Option darstellen.

Markttechnische Betrachtung der Märkte:

Tageschart des DAX

Der deutsche Leitindex bewegt sich seit Anfang des Jahres 2017 in einer Seitwärtsrange, aus der er nicht nach oben ausbrechen konnte. Obwohl die us-amerikanischen Indizes von einem Hoch zum nächsten eilen, bleibt der DAX zurück. Aktuell sehen wir sogar eine sehr gefährliche Formation. Das Doppeltop zeigt eine mögliche Trendumkehr an. Aktuell handelt es sich nur um eine normale Korrektur, welche am 37er Fibonacci-Retracement Halt gefunden hat. Ich persönlich traue diesem Frieden jedoch nicht. Die nächsten Tage werden entscheidend sein. Wird das Tief bei knapp 11.500 Punkten nach unten gerissen, dann droht auf alle Fälle eine größere Korrektur. Erst ein wirklich schwungvoller und vor allem nachhaltiger Ausbruch über das aktuelle Hoch würde die Stimmung aufhellen. Da aber der Trend schon weit gelaufen ist, gehe ich eher von erstem Szenario aus. Sollte der Kurs also in den nächsten Tagen weiter korrigieren, dann könnten hier möglicherweise Short Positionen in Form von Binären Optionen der Handelsart Tief eröffnet werden. Dabei wäre jedoch auf eine ausreichend lange Laufzeit zu achten.

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