Unterschiedliche Kursstellung der Anbieter – Erfahrungen 2018

Anfänger, die sich das erste Mal mit dem Finanzmarkt und der Börse beschäftigen, werden nicht nur mit einer Fülle von Informationen konfrontiert, sondern müssen auch über die Eigenschaften des Handels Bescheid wissen. Dies umfasst unter anderem die Kostenstruktur der Produkte und deren Funktionsweise, bevor es an die Analyse der eigentlichen Werte geht. Der Fehler, den Anfänger oft machen, ist eben der, dass sie sofort zur Analyse schreiten und sich nicht erst einmal mit den Gepflogenheiten der Börse auseinandersetzen.

Was aber allen auffallen sollte, ist die Vielfalt der Kursanbieter. Der Händler stellt sich daher die Frage, worin die Unterschiede liegen und welche Kurse die zuverlässigsten sind.

Inhaltsverzeichnis

  • Worin unterscheiden sich Kurse?
  • Was ist der Unterschied zwischen Börsen- und Market Maker-Kursen?
  • Fazit

Worin unterscheiden sich Kurse?

Kurse, allgemein auch als Datenfeed bezeichnet, können sich durch verschiedene Eigenschaften unterscheiden. Die grundsätzlichen Unterschiede liegen in den Datenversorgern. Das sind zum einen die Börsen, auf der anderen Seite können Kurse jedoch auch von Market Makern gestellt werden. Hierbei handelt es sich um Finanzdienstleister wie Banken, Broker oder andere Institutionen.

  • Börsen
  • Market Maker

Themenicon kontoeroeffnung1Die Kurse der Börsen sind die wichtigsten, da sie in der Regel auch die Referenzkurse der Market Maker darstellen. Alle relevanten Börsen vertreiben ihren Datenfeed an Broker, sodass die Broker ihn an die Kunden weiterleiten können. Institutionelle Händler können den Datenfeed direkt von den Börsen beziehen.

Darüber hinaus kann zwischen Realtime und verzögerten Kursen unterschieden werden. Kurse der Börsen sind daher in verzögerter Variante für jedermann frei zugänglich. Realtime-Kurse müssen entweder erworben oder eben über andere Portale oder Broker bezogen werden, was in der heutigen Zeit kein Problem für die liquidesten Assets darstellt.

Was ist der Unterschied zwischen Börsen- und Market Maker-Kursen?

Themenicon lupeWie eben dargestellt sind Börsenkurse die eigentlichen Referenzkurse. Wenn jemand den DAX-Index kaufen möchte, dann macht er das über seinen Broker, der die Order direkt an die Börse weiterleitet. Die Order wird sodann zu dem gegebenen Kurs der Börse, beispielsweise XETRA, ausgeführt. Im Falle von Futures wäre es die EUREX.

Wenn es um den Handel von OTC (Over the Counter) -Derivaten geht, so gilt es, das Ganze etwas differenzierter zu betrachten.

OTC bedeutet, dass der Handel außerhalb der Börsen stattfindet. Eine andere Institution stellt den Marktplatz, daher auch Market Maker. Dies trifft beispielsweise auf den FOREX Markt oder CFDs (Contract for Difference) zu.

Technisch betrachtet unterscheidet sich das Ganze nur geringfügig voneinander, denn auch der Interbankenmarkt ist ein Handelsplatz, an dem Käufer und Verkäufer zusammenfinden. Der Kurs wird diesmal nur nicht von der Börse gestellt, sondern vom Market Maker.

Nun ist es aber auch so, dass Derivate vom Kurs des börsengehandelten Wertes abhängen. Es ist daher naheliegend, dass der Market Maker dieselben Kurse als Referenz heranzieht. Meistens sind es, was die liquiden Werte angeht, die Kurse der Futures-Börsen, da diese längere Handelszeiten haben. Was die Einzelwerte betrifft, so sind es dann annähernd die Kurse der Börsen, an denen die Aktien gelistet sind.

Themenicon tradingEin kleiner Unterschied zwischen Börsenkursen und Kursen der Market Maker besteht allerdings doch, wenn auch nicht unbedingt auf Darstellungsebene. Da Market Maker die Kurse stellen, müssen sie den Börsenkursen nicht unbedingt entsprechen. Das hatte in der Vergangenheit oft Diskussionen ausgelöst, denen zufolge ein Interessenskonflikt bestünde. Schließlich wären Market Maker nicht so reguliert wie Börsen. Ist da etwas dran?

Das ist nicht von der Hand zu weisen. Dennoch ist es für Market Maker nicht sinnvoll, andere Kurse als Börsenkurse zu stellen. Zunächst einmal wäre das mit einem größeren Aufwand verbunden, und weiterhin würden sie somit ihre eigene Vertrauenswürdigkeit infrage stellen, was wiederum bewirken würde, dass Händler nicht mehr über sie handeln. Professionelle Händler achten auf Kursunterschiede und würden eine Manipulation sehr schnell feststellen.

Fazit

Wenn man sich mit Kursen beschäftigt, kann man diese über diverse Portale Kurse von Börsen, Brokern oder Bank-Indikationen auch kostenfrei beziehen. Der Anfänger fragt sich letztendlich, welche davon er analysieren soll.

In der Regel kann man sagen, dass Börsenkurse die zuverlässigsten sind. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass Kurse von Brokern, wenn sie nahe am Börsenreferenzkurs verlaufen, sich genauso gut eignen. Bank-Indikationen können größere Abweichungen haben, da sie nicht wie Broker den Kurs weiterleiten, sondern wirklich ihren eigenen stellen.

Unterschiede in den Kursen Screen 1

Webseite des Brokers 24Option

Broker wie 24Option (Screen 1) stellen zwar die Kurse, doch diese sind als Referenz an die Börsenkurse angelehnt. Das macht auch Sinn, da die Werte, die über den Broker handelbar sind, die liquidesten Werte darstellen – und für die liquidesten Werte sind Börsenkurse nun mal geeignet.

Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit diversen Finanzprodukten. Im Tagesgeschäft widmet er sich dem Forex-Handel, wohingegen Aktien mittelfristig im Swing-Trading mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo getradet werden. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de
Christian Habeck

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