Rück- und Ausblick auf die KW 41: Aktuelle News aus Wirtschaft und Geldpolitik

BDSwiss ErfahrungenIn der europäischen Wirtschaft sorgen derzeit die Banken für Aufsehen. Im Fokus steht dabei vor allem die Deutsche Bank, die nicht aus den Negativschlagzeilen herauskommt. Dennoch deutet nichts auf eine europäische Bankenkrise hin. Die EZB verteidigt weiterhin ihr Konjunkturprogramm und die amerikanische Notenbank wartet auf den passenden Zeitpunkt für die geplante Zinserhöhung.

 

WIRTSCHAFT UND GELDPOLITIK

EU: Die führenden Wirtschaftsinstitute in Deutschland haben ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes auf 1,9 Prozent erhöht. Dies würde das größte Plus seit fünf Jahren bedeuten. Im Frühjahr sah es nur nach 1,6 Prozent Wachstum aus. Dennoch fordern sie mehr Investitionen. Zudem geht man für 2017 von schlechteren Aussichten aus. Für den Aufschwung in Deutschland sind die Verbraucher verantwortlich. Im nächsten Jahr wird allerdings nur noch ein Wachstum um 1,4 Prozent erwartet. Ein Grund hierfür ist, dass 2017 weniger Arbeitstage anstehen. Insgesamt befindet sich die deutsche Wirtschaft jedoch in einem moderaten Aufschwung.

Trotz kauffreudiger Verbraucher fordern Wirtschaftsforscher aber mehr Investitionen seitens der Politik. Die Bundesregierung müsse im Steuersystem mehr Anreize für Wachstum setzen und in Bildung und Forschung investieren. Auch im Rentensystem werden Veränderungen gefordert. So solle die Rente an die demografische Entwicklung angepasst werden. Zudem sehen die Forscher Gefahren für die Konjunktur in einer wachsenden Skepsis gegenüber der Globalisierung.

Erstmals seit Ende 2015 stieg die Inflationsrate in Deutschland wieder auf 0,7 Prozent. Das bedeutet, dass die Preise im September in Deutschland so stark gestiegen sind wie seit Mai 2015 nicht mehr. Dies ist jedoch noch immer weit unter den Zielvorgaben der EZB. Diese sieht eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent als ideal für die Entwicklung der Konjunktur an. Während die Kosten für Nahrungsmittel um 0,4 Prozent stiegen, sanken die Energiekosten im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent.

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Daher rechnen Ökonomen damit, dass die EZB ihr Wertpapier-Ankaufprogramm weiter ausweiten wird, um die Inflation anzukurbeln. Eine Verlängerung um sechs Monate und mehr scheint nicht ausgeschlossen. Allerdings kommen aus Sicht der EZB aus Spanien gute Nachrichten: Dort stiegen die Preise erstmals seit Juli 2015 wieder – und zwar um 0,3 Prozent. Seit 2013 konnte kein Land der Eurozone – noch nicht mal annähernd – den Optimalwert der EZB von zwei Prozent erreichen.

In Großbritannien sorgt man sich um die Zukunft der Finanzbranche im Falle eines „harten Brexits“. Bei einem sogenannten „harten Brexit“, also einen EU-Austritt Großbritanniens ohne freien Zugang zum europäischen Binnenmarkt, könnten der britischen Finanzbranche Verluste von bis zu 43 Milliarden Euro drohen. Mit einem „harten Brexit“ ginge den Briten auch das Recht auf den Verkauf von Dienstleistungen in der EU verloren. Dies könnte den Verlust von 75.000 Arbeitsplätzen nach sich ziehen. Diese Zahlen wurde in einer Studie der Beratungsfirma Oliver Wyman veröffentlicht. Nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel sei der volle Zugang zum EU-Binnenmarkt mit der Akzeptanz der Grundfreiheiten der EU wie der Freizügigkeit von Personen untrennbar verbunden. Laut der britischen Premierministerin Theresa May soll der Antrag auf den EU-Austritt spätestens Ende März 2017 gestellt werden. Gerade für den Finanzplatz London sind europäische Fragen wichtig. So ist für Banken der ungehinderte Zugang zu den Kapitalmärkten in der EU unerlässlich.

Obwohl gerade einige europäische Kreditinstitute in Schwierigkeiten stecken, sieht die EZB keine Gefahr einer allgemeinen Bankenkrise. Die EZB ist für 129 Kreditinstitute im Euroraum zuständig, die von ihr überwacht werden. Derzeit stehen von diesen in mehreren Ländern einige im Fokus, darunter die Deutsche Bank, die mit knappen Reserven für zahlreiche teure Rechtsstreitigkeiten aufkommen muss. In Italien haben einige Banken mit faulen Krediten zu kämpfen, die sich in den Jahren der Wirtschaftsflaute auf etwa 360 Milliarden Euro summiert haben. Im gesamten Euroraum hatten die Banken Ende 2015 problematische Kredite in Höhe von 900 Milliarden Euro in ihren Bilanzen. Dieses macht Banken bei der Vergabe neuer Kredite sehr zurückhaltend, was wiederum langfristig das Wachstum in einer Volkswirtschaft bremsen kann.

Der Chef der europäischen Bankenregulierungsbehörde EBA warnt vor Turbulenzen in der Bankenbranche, falls sich die Banken vor notwendigen Veränderungen verschließen. In diesem Fall würden neue Anbieter auf den Markt kommen. Einige Banken in Europa gehen bereits mutig voran und haben ihre Geschäftsmodelle überarbeitet und in neue Technologien investiert. So konnten sie wieder zu Effizienz und Gewinnstärke zurückkehren. Andere Kreditinstitute zögern diese Veränderungen noch hinaus. Die gesamte Bankenbranche muss auf neue Vorgaben zur Regulierung, die noch immer niedrigen Zinsen und den technologischen Wandel reagieren. Zum Teil müssen die Banken noch immer Hinterlassenschaften aus der Finanzkrise bewältigen. Dies beeinträchtigt auch nach Ansicht der EBA die Fähigkeit mancher Banken, wieder Gewinnstärke zu zeigen.

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In Griechenland erwartet die Regierung für 2017 ein stärkeres Wirtschaftswachstum und auch die Arbeitslosenquote sowie die Gesamtverschuldung sollen sinken. In Athen wurde der Haushaltsentwurf für das kommende Jahr vorgestellt. Dieser sieht ein Wachstum von 2,7 Prozent vor. Die Schuldenquote soll auf 174,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und die Arbeitslosigkeit auf 22,4 Prozent sinken. Im griechischen Haushaltsentwurf finden sich aber noch keine genauen Angaben, wann das Land wieder an die Finanzmärkte zurückkehren wird. Um die Haushaltsziele zu erreichen, sind höhere Steuern auf Benzin, Telefondienstleistungen und Tabakwaren geplant. Damit will die Athener Regierung internationale Vorgaben erfüllen, um weiter Hilfskredite zu erhalten.

Außerdem hat sich die Opec bei ihrem informellen Treffen in Algier auf eine Begrenzung der Fördermenge geeinigt. Diesem Beschluss gingen zweieinhalbjährige Verhandlungen voraus. Im Anschluss stiegen die Ölpreise und auch die Börsen reagierten positiv. Zum ersten Mal seit acht Jahren wurde nun eine Begrenzung der Ölmenge beschlossen. Das Ziel dieser Maßnahme ist eine Stabilisierung des Markts. In Zukunft sollen nur noch 32,5 Millionen Barrel pro Tag gefördert werden. Dies sind fast 750.000 Barrel weniger als im August. Trotz den lang andauernden Verhandlungen kam die Entscheidung überraschend. Eine einschneidende Wende gelang wohl aufgrund einer Annäherung zwischen dem Iran und seinem Erzrivalen Saudi-Arabien.

Bei der nächsten Opec-Sitzung im November wollen die Teilnehmer Einzelheiten festlegen. Auch die genauen Fördermengen der einzelnen Länder werden dort bestimmt. Zudem sollen auch Länder wie Russland, die nicht Mitglied der Opec sind, aufgefordert werden, ihre Förderung zu reduzieren. Schon seit Monaten sind die Ölpreise weltweit sehr niedrig. Dennoch konnte man sich lange nicht dazu durchringen, das Angebot zu verknappen. Unter anderem verfolgte man lange die Strategie, neue Konkurrenten wie die Schiefergas-Industrie in den USA mit den niedrigen Preisen wieder aus dem Markt verdrängen zu wollen. Doch spätestens als auch die Saudi-Arabische Wirtschaft die schwachen Ölpreise deutlich zu spüren begann, lenkte man ein.

USA: In den USA scheint eine Zinserhöhung im Dezember möglich. Wie Charles Evans, Chef der Fed in Chicago, verlauten lies, sei eine Zinserhöhung für ihn in Ordnung, wenn die Konjunkturdaten weiterhin positiv ausfielen. Er schloss auch eine Zinserhöhung im November nicht aus. Wie es danach weitergehe, sei für ihn allerdings entscheidender als der Zeitpunkt. So müsse die Inflation weiter zulegen und die Arbeitslosenquote weiter zurückgehen. Ebenso wie die EZB verfolgt die Fed eine Inflationsrate von zwei Prozent. Diese wurde in den USA aber seit vier Jahren nicht erreicht.

Im Übrigen gaben die Konsumenten in den USA für ihren privaten Konsum im September etwa genauso viel aus wie im Vormonat. Bereinigen um Preiseffekte sank diese Zahl sogar um 0,1 Prozent. Die Kauflaune der US-Verbraucher hat sich im September allerdings gebessert. Die Kennzahlen für das Verbrauchervertrauen stiegen um 1,4 Punkte auf 91,2 Punkte. Der private Konsum in den USA bezieht sich auf rund zwei Drittel der Wirtschaftskraft und ist damit auch für die Konjunktur sehr wichtig. Auch hinsichtlich des geeigneten Zeitpunkts für eine Zinserhöhung durch die Fed sind diese Zahlen in der USA derzeit von großer Bedeutung. Die Fed will vor einer Zinsentscheidung zunächst Fortschritte im Konjunkturverlauf sehen. Vollbeschäftigung und stabile Preise sind das Ziel. Während die Arbeitslosenzahlen stabil sind, ist die Inflation aus Sicht der Fed noch zu niedrig.

Gerade auf dem US-Arbeitsmarkt zeichnet sich ein positives Bild ab. Janet Yellen, Chefin der Fed, sagte, dass derzeit außergewöhnlich viele Stellen neu geschaffen würden. Wenn dies so weitergehe, müsse gar mit einer Überhitzung gerechnet werden. Die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten hat sich spürbar von der Finanzkrise erholt, was sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar macht. Die Erwerbslosenquote liegt unter fünf Prozent, womit nach den Ansichten der Fed das Ziel der Vollbeschäftigung erreicht ist.

Trotz dieser positiven Signale ist der beste Zeitpunkt für eine Zinserhöhung weiterhin umstritten. Vor allem die Präsidentenwahl am 8. November sorgt für Unsicherheit. Daher sind auch immer wieder Stimmen zu hören, die für weiterhin niedrige Zinsen plädieren. So sagte der Fed-Präsident von Minneapolis, Neel Kashkari, dass es derzeit keinen Inflationsdruck gebe und die Zinsen daher weiterhin niedrig bleiben könnten.

Zudem spielt die Fed mit dem Gedanken, ihren jährlichen Stresstest für Banken zu verändern. Mit neuen Methoden könne man die Ergebnisse individueller bestimmen und beispielsweise erkennen, wie viel Kapital eine Bank als Puffer gegen Krisen zurücklegen müsse. In den USA gelten acht Bankhäuser als systemrelevant. Für sie könnten diese Änderungen deutlich höhere Anforderungen bedeuten.

Geldpolitik:

Die Konjunktur in der Eurozone zeigt sich recht widerstandsfähig. Laut EZB-Präsident Mario Draghi kommt die Wirtschaft in der Eurozone bislang gut mit der Verunsicherung durch derzeitige politische Ereignisse wie den Brexit klar. Aktuell vorliegende Informationen weisen darauf hin, dass die Konjunktur im Euroraum durchaus widerstandsfähig gegen weltweite politische Unsicherheiten ist. Allerdings wird die nachlassende Nachfrage aus dem Ausland das Exportwachstum bremsen. Zugleich forderte EZB-Direktor Benoit Coeure mehr Unterstützung durch die politischen Akteure. Die Politiker dürften nicht allein auf die lockere Geldpolitik der EZB bauen, sondern müssten auch selbst aktiv werden. Geschieht dies nicht, drohe eine längere Phase mit niedrigem Wachstum.

Bislang rechnet die EZB für die beiden kommenden Jahre mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von je 1,6 Prozent. In diesem Jahr soll das BIP um 1,7 Prozent steigen. Die EZB arbeitet weiterhin daran, die europäische Konjunktur durch ihr Wertpapierkaufprogramm anzukurbeln. Dessen Wirksamkeit würde jedoch durch externe Einflüsse wie das Brexit-Votum oder die fallenden Rohstoffpreise gebremst.

Übrigens verteidigte EZB-Präsident Mario Draghi kürzlich bei einem Besuch im Bundestag die Geldpolitik der EZB. Er sagte, dass die Maßnahmen der Notenbank Wirkung zeigten und stellte sich der Kritik der Mitglieder aus den Bundestagsausschüssen für Europa, Haushalt und Finanzen. Draghi betonte, dass die Maßnahmen der EZB dazu beitragen, die wirtschaftliche Erholung auf Kurs zu halten und Arbeitsplätze zu schaffen. Dies würde langfristig auch Deutschland zugutekommen.

TECHNISCHE BEWERTUNG DER MÄRKTE:

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Tageschart von Gold

Im Chart des gelben Edelmetalls lässt sich sehr schön erkennen, dass es am Mittwoch zum Bruch der unteren Trendlinie gekommen ist. Schon seit mehreren Tagen und Wochen konnten die Charttechniker unter uns eine bekannte Formation erkennen – ein fallendes Dreieck. Das bedeutet, dass es zu keinen höheren Kursen mehr kommt, also keine neuen Hochpunkte mehr generiert werden, auf der Unterseite aber die Tiefpunkte halten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Dreieck regelkonform aufgelöst wird und es zu stark fallenden Kursen kommt. Und genau diese Situation konnte Mitte der Woche beobachtet werden. Fundamental Analysten hingegen nennen die Aussagen der FED als Grund dafür, dass es zu fallenden Kursen gekommen ist. Dabei sollte jedem klar sein, dass weder FED noch EZB einfach so von jetzt auf gleich ihre Anleihekäufe stoppen werden oder Zinsen sofort angehoben werden würden. So oder so gab diese Formation hervorragende Chancen um mit Put Optionen auf fallende Kurse zu setzen. Da man bei Binären Optionen von einer zuvor festgelegten Rendite profitieren kann, egal wie hoch ein Kurs steigt, können spekulative Anleger auf eine Erholung der Kurse auf aktuellem Niveau setzen.

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Tageschart des GBP/USD

Und auch im Tageschart des GBP/USD scheint sich eine aussichtsreiche Formation auszubilden. Nachdem es am heutigen Tag zu starken Kursverlusten kam, scheint sich der Kurs aktuell gefangen zu haben und setzt zu einer Erholung an. Besonders interessant daran ist das Volumen, unter dem diese Abverkäufe stattgefunden haben. Sollte sich die Erholung weiter fortsetzen, so dürfte sich ein Hammer ausbilden. Nur oder gerade wenn diese Kerzenformation unter hohem Volumen ausgebildet wird, hat diese auch eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit. Bei diesem Volumen sollte sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ein Kurswechsel vollziehen und wir werden in den nächsten Tagen deutlich steigende Kurse sehen. Eine sehr gute Möglichkeit mit Binären Optionen auf steigende Kurse zu setzen und Call Optionen zu kaufen.

 

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