Rück-, Ausblick, News und Handel – KW 37/2015

Wochenrückblick Binäre Optionen KW37Die Börse ist nun einmal nicht gerecht. Das muss der mittel- oder langfristig orientierte Anleger genauso beherzigen, wie der Trader, der den Handel mit binären Optionen bevorzugt. Warum auch  nicht. Zwar wird in den Medien immer wieder so getan, als wenn binäre Optionen etwas Außergewöhnliches wären. Aber im Grunde genommen sind sie es nicht. Seit Jahren sind Privatanleger im Forex- oder CFD-Handel tätig und noch immer werden Optionsscheine gehandelt. Jeder der letztgenannte einmal versucht hat zu verstehen, wird mir Recht geben, wenn ich behaupte, dass binäre Optionen dagegen kinderleicht zu kapieren sind.

Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte, sind Emotionen, die im Handel Nichts verloren haben. Wie viele Menschen gibt es, die von Produkten wie zum Beispiel den Apple-Produkten überzeugt sind und aus diesem Grunde die Unternehmensanleihen kaufen. Am Dienstag dieser Woche war es soweit – das neue Iphone wurde vorgestellt und die Presse war so voll von dieser Nachricht, das für andere News kaum noch Platz war. Zwar konnte die Aktie seitdem zulegen, betrachtet man jedoch den Chart dazu, kann man weder Kauf- noch Verkaufssignale erkennen. Immer wieder betonen wir an dieser Stelle, dass man den Chart sprechen lassen soll. Forex eignet sich nur schon allein aus diesem Grund für Tradinganfänger, weil man sich in Währungen nicht so leicht verliebt wie in Aktien, deren Unternehmen oder Produkte man kennt.

Und damit möchte ich zu den Nachrichten übergehen, die für uns Trader wirklich interessant sind: Die Wirtschaftsnachrichten und Zahlen der letzten Woche, die wie jeden Freitag an dieser Stelle unter die Lupe genommen werden. Denn auch wenn News keine Kurse machen, sind fundamentale Daten für jeden Trader von Wichtigkeit:

Inhaltsverzeichnis

  • Wirtschaft:
  • Technische Bewertung der Märkte:
  • Tipps und Tricks für den Handel

Wirtschaft:

Die wohl wichtigste Nachricht in dieser Woche lieferte der Bericht über die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Diese stiegen nämlich völlig unerwartet von 300.000 auf 315.000 Anträge. Da diese Zahlen nicht erwartet wurden, hatten sie Einfluss auf die Indizes. Denn nun ergeben sich zwei mögliche Szenarien:

  • die Wirtschaft schwächt sich nun doch weiter ab und der vorangegangene Rückgang war nur eine Zwischenerholung
  • die aktuellen Zahlen habe keine große Aussagekraft und die FED wird die Anleiherückkäufe weiter zurückfahren

Die Auswirkungen dieser News kann man im Stundenchart des DAX schön erkennen:

Tageschart DAX

Screen 1 : Stundenchart des Dax

Die erste Reaktion der Märkte verhalf dem Dax zum Anstieg um fast 100 Punkte. Bei steigenden Arbeitslosenzahlen geht man davon aus, dass die FED reagieren müsste, was zu steigenden Kursen führt.

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Screen 2 : Binäre Option bei OptinFair auf steigende Kurse

Euro-Zone: Sowohl Portugal, als auch Griechenland zeigen sich zuversichtlich, was ihre Wege aus der Schuldenkrise anbelangt. Vor knapp vier Monaten konnte Portugal auf den rettenden Sprung unter den Eur-Rettungsschirm verzichten. Und auch Griechenland sieht sich auf einem guten Wege, sich bald wieder selbst finanzieren zu können. Einen konkreten Termin für den Verzicht auf Hilfsprogramme nannten die Griechen dennoch vorerst nicht.

Großbritannien: Die Industrieproduktion in dem vereinten Königreich stieg stärker an als erwartet. Im Vergleich kletterte die Produktion um 0,5% Prozent, was dem stärksten Anstieg seit etwa fünf Monaten entspricht. Erwartet hatten die Analysten lediglich einen Anstieg um 0,3 Prozent. Folgerichtig signalisierte der Chef der BoE Mark Carney eine erste Zinsanhebung im ersten Halbjahr 2015. “Der Zeitpunkt für eine Normalisierung der Zinsen rückt näher”, sagte Carney am Dienstag. Große Auswirkungen hatte seine Aussage an den Finanzmärkten zwar nicht, aber dennoch sollte man seine Worte im Hinterkopf behalten. Der Niedrigzins liegt mittlerweile seit gut 4 Jahren auf dem Tief bei 0,5 Prozent.

Frankreich: Frankreich macht weiterhin sein Haushaltsdefizit zu schaffen. Laut letzten Äußerungen würde das Land weitere zwei Jahre benötigen, die Stabilitätskriterien des Maastrichter Vertrages zu erfüllen. Zwar hatte Brüssel Frankreich bereits zwei weitere Jahre Zeit eingeräumt, dennoch mahnte Merkel im Bundestag das Verhalten Paris an: “Das, was für Deutschland gilt, das gilt unverändert auch für Europa”, sagte Merkel.

Technische Bewertung der Märkte:

Die EZB hat in den letzten Tagen immer wieder betont, dass der Euro gegenüber dem Usd weiter abwerten muss und wie man anhand des aktuellen Verlaufs erkennen kann, scheint das auch zu gelingen:

Eur:usd

Tageschart des Eur/Usd

Noch immer ist die lange rote Kerze vom letzten Donnerstag im Tageschart zu erkennen und eine Bodenbildung scheint sich allmählich abzuzeichnen. Bei 1,28 liegt ein großer Widerstandsbereich, sodass man aktuell auf eine Rückkehr in den Trendkanal setzen könnte. Binäre Optionen, welche das Prädikat “Hoch” oder “Steigend” im Namen tragen, dürften in den nächsten Stunden und Tagen für Gewinne sorgen. Auch ein One-Touch-Option mit Zielbereich 1,2800 könnte lukrativ erscheinen. Dann aber nur, wenn diese längerfristig ausgelegt wäre.

Gbp:Usd

Tageschart des Gbp/Usd

Im Cable, also dem Gbp/Usd stellt sich die Situation noch immer wie letzte Woche ausführlich besprochen dar. Am Montag eröffnete das Währungspaar mit einem Down-Gap, dass heisst, dass der Kurs wesentlich tiefer eröffnete, als er am Freitag Abend geschlossen hat. Diese Gaps oder auch Löcher, werden zu 90 Prozent der Fälle geschlossen. Zudem verläuft die Abwärtstrendlinie genau an diesem Punkt, sodass eine One-Touch-Option mit Sicherheit ein heißer Kandidat für die nächste Woche sein könnte. Wem diese Optionen zu heikel sind, kann meiner Meinung nach auf weiter fallende Kurse setzen. Für einen Einstieg wäre es aber noch zu früh und man könnte eine Kurzfrist-Option auf steigende Kurse setzen und nahe der Trenlinie auf fallende Kurse umschwenken.

Usd:Jpy

Tageschart des Usd/Jpy

Das nächste und letzte Währungspaar für diese Woche ist der Usd/Jpy. Tatsächlich konnte der Kurs  das letzte Hoch überwinden und nachhaltig aus der Seitwärtsrange ausbrechen. Dennoch habe ich immer darauf hingewiesen, dass der Goldpreis und die US-Amerikanischen Indizes gleichzeitig zu beachten sind. Sollten die Arbeitsmarktzahlen doch Anlass zur Sorge machen, die FED darauf reagieren und der Goldpreis wieder steigen, so steigt bei diesem Währungspaar die Gefahr, dass der Kurs in die Seitwärtsrange zurückfällt. Nichtsdestotrotz gehe ich von steigenden Kursen aus, auch wenn mit Sicherheit das Ausbruchsniveau noch einmal getestet werden dürfte.

Tipps und Tricks für den Handel

Wie gewohnt, gebe ich am Ende eines Artikels immer wieder einen Ratschlag mit auf den Weg. Der heutige lautet, sich nicht in Werte oder Indizes zu verlieben. Niemand von uns kennt den Markt und kann abschätzen wohin die Reise gehen wird. Nur weil sich das IPhone 6 sicherlich gut verkaufen wird, heisst das nicht, dass auch der Kurs der Aktie weiter steigen muss. Nur weil Gold fällt, bedeutet das nicht, dass Usd/Jpy weiter steigen wird. All diese vorgestellten Strategien und Ausblicke sind ganzheitlich zu betrachten und sollen helfen das Puzzle Börse Stück für Stück zu verstehen. Genauso wie kein System 100 % Gewinne abwirft, ist auch das Deuten einer Nachricht nicht zu 100% sicher. Aber gewisse Dinge im Hinterkopf zu haben, ist beim Handel an der Börse und erst Recht mit binären Optionen sicherlich sinnvoll.

Christian Habeck

Christian Habeck

Christian Habeck beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit diversen Finanzprodukten. Im Tagesgeschäft widmet er sich dem Forex-Handel, wohingegen Aktien mittelfristig im Swing-Trading mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo getradet werden. Infos hierzu findet man auf: www.kumo-trading.de
Christian Habeck

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