Rückblick: Die wichtigsten Fakten vom 17. November bis 1. Dezember 2016

BDSwiss ErfahrungenDie US-Märkte und der Dollar befinden sich nach der US-Wahl weiter auf einem Höhenflug. Für gute Stimmung bei den amerikanischen Händlern sorgten außerdem der „Black Friday“ und der „Cyber Monday“ rund um die Feiertage bzw. das Thanksgiving-Wochenende. Besonders Onlinehändler freuten sich über Rekordumsätze. Während sich die Welt jedoch noch von der US-Wahl erholt, blicken die Europäer nach Italien. Dort hat Ministerpräsident Renzi für den 4. Dezember ein Verfassungsreferendum angesetzt. Sollte dies scheitern, hat Renzi bereits seinen Rücktritt angekündigt. In diesem Fall wird mit deutlichen Turbulenzen an den Märkten gerechnet. Zudem könnte in der Folge eine rechtsgerichtete Regierung an die Macht kommen, die einen Austritt Italiens aus der EU anstrebt.

GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

EU

EU-Haushalt für 2017 steht:

Die EU-Staaten und das Europäische Parlament haben sich auf die Eckdaten für den Haushalt 2017 geeinigt. Vorgesehen sind nach Angaben des EU-Rats Ausgaben in Höhe von 134 Milliarden Euro. Die Verpflichtungen für das kommende Jahr werden auf 158 Milliarden Euro beziffert. Der Schwerpunkt wird in den kommenden Monaten vor allem auf der Flüchtlingskrise liegen. Laut der slowakischen Regierung, die derzeit die EU-Präsidentschaft innehat, werden die Fluchtursachen sowie Investitionen in Angriff genommen. Allein in Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise sind 5,91 Milliarden Euro eingeplant. Dies sind elf Prozent mehr als in diesem Jahr. Um Wachstum und Beschäftigung zu steigern, will die EU 21,3 Milliarden Euro und damit zwölf Prozent mehr als in diesem Jahr ausgeben.

Britische Immobilienkonzerne in den roten Zahlen

Die Unsicherheit nach dem Brexit-Votum bringt die Immobilienkonzerne des Landes zunehmend in Bedrängnis. British Land, das zweitgrößte Unternehmen der Brache, musste für das erste Halbjahr 2016 einen Verlust von 205 Millionen Pfund vor Steuern bekannt geben. Im vergangenen Jahr konnte British Land noch einen Gewinn von 823 Millionen Pfund erzielen. Auch der größte Immobilienkonzern des Landes musste ein Minus von 95 Millionen Pfund vor Steuern vermelden.

Die britische Baubranche ist stark von der Verunsicherung nach dem Brexit-Votum betroffen. Schon kurz nach dem Referendum überlegten erste Unternehmen, ihr Geschäft in Großbritannien einzustellen. Auch der Wert von Bürogebäuden in London ist erstmals seit der Finanzkrise 2009 deutlich gesunken. Der Gesamtwert des Portfolios von British Land beispielsweise verringerte sich auf knapp 14 Millionen Pfund.

Bauboom in Deutschland

Unterdessen freut sich die Baubranche in Deutschland über niedrige Zinsen und den stabilen Arbeitsmarkt. Von Januar bis September 2016 wurde der Neu- oder Umbau von 276.300 Wohnungen genehmigt. Dies ist der höchste Stand seit 1999. Dennoch ist man in Deutschland noch immer weit vom jährlichen Bedarf von bis zu 400.000 Wohnungen entfernt. Insgesamt wurden 2016 bislang 232.500 Wohnungen, darunter fast 124.000 Mehrfamilienhäuser, neu gebaut. Zudem stieg der Anteil von Baugenehmigen für Wohnheimen, da hierunter auch Flüchtlingsunterkünfte fallen. Diese Zahlen sind zwar sehr positiv, dennoch bedeutet eine Baugenehmigung nicht automatisch, dass die Häuser und Wohnungen auch gebaut werden. 2015 wurden beispielsweise von rund 313.000 Baugenehmigungen nur etwa 250.000 Wohnungen gebaut.

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Steuereinnahmen in Deutschland deutlich gestiegen

Bund und Länder nahmen im Oktober deutlich mehr Steuern ein als im Vormonat. Insgesamt konnte der Fiskus 44,4 Milliarden Euro und damit 8,2 Prozent mehr als im Vormonat verbuchen. Der Grund hierfür sind die gute Konjunktur, die hohe Beschäftigung und die Erhöhungen von Tariflöhnen in diesem Jahr. Die Lohnsteuereinnahmen sowie die Einnahmen bei der Umsatzsteuer erhöhten sich um je rund neun Prozent. Auch die gewinnabhängigen Steuern wie die Körperschaftsteuer brachten wesentlich mehr Geld ein. Insgesamt nahmen Bund und Länder in diesem Jahr bereits 516 Milliarden Euro an Steuern ein. Dies sind 4,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Steuerschätzung für das Jahr 2016 lag lediglich bei einem Plus von 3,6 Prozent. Diese Zahl wird voraussichtlich übertroffen.

Elektromobilität kann zehntausende Arbeitsplätze kosten

Der Umstieg auf Elektroauto wäre ein großer Gewinn für die Umwelt. Allerdings mehren sich die Stimmen, dass die Elektromobilität zu enormen Jobverlusten in der Automobilbranche führen kann. Bei den Autozulieferern sind über 75.000 Jobs in Gefahr, davon allein 20.000 bei VW, sagt der Duisburger Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. Auch bei Daimler seinen laut Michael Brecht, dem Betriebsratschef des Stuttgarter Automobilbauers, sechs von sieben Arbeitsplätzen in der Motoren- und Aggregatefertigung gefährdet.

Viele Autozulieferer stellen Einzelteile wie Dichtungen der Getriebe her. Diese werden allerdings in Elektroautos in Zukunft nicht mehr gebraucht. Daher fordert Dudenhöffer, diesem Trend rasch entgegenzusteuern. Auch weiterhin sollten viele Bauteile für Elektroautos in Deutschland hergestellt werden.

Das „Manager Magazin“ berichtet sogar davon, dass in den kommenden zehn Jahren über 100.000 Jobs in der Automobilbranche wegfallen werden. Dies wäre jeder achte Job bei den Autoherstellern und -zulieferern. Michael Brecht fordert daher, diese Jobverluste zum Teil abzufedern und die eigenen Werke effektiver auszulasten.

Gute Stimmung bei französischen Verbrauchern

Die Konsumstimmung der französischen Verbraucher liegt derzeit auf dem höchsten Wert seit neun Jahren. Das Statistikamt Insee gab bekannt, dass das Barometer für Verbrauchervertrauen im November bei 98 Punkten lag. Die Franzosen gaben auch wieder mehr Geld für Konsumausgaben aus. Einer der Gründe hierfür ist die nachlassende Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Die Arbeitslosenquote in Frankreich sank im Oktober auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Auch die Wirtschaft ist wieder auf Wachstumskurs: Das BIP legte in diesem Quartal um 0,2 Prozent zu. Für Präsident Hollande sind diese erfreulichen Zahlen wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl im Frühjahr besonders gute Nachrichten, da gerade die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ein Thema im Wahlkampf sein wird.

Italienische Notenbank signalisiert Handlungsbereitschaft

Die italienische Notenbank will der Unsicherheit in der Bankenbranche des Landes entschlossen begegnen. Notenbankchef Ignazio Visco betonte, dass sich die Gefahren der Instabilität nicht verfestigen dürfen. Er sagte, dass Antworten benötigt und diese auch gefunden würden. Im Fokus der derzeitigen Krise steht unter anderem die Bank Monte dei Paschi di Siena. Das alteingesessene Bankhaus schnitt im Sommer beim europäischen Bankenstresstest am schlechtesten ab. Nun will sich die Bank bis zum Jahresende fünf Milliarden Euro leihen. Dieses Vorhaben wird allerdings durch das am 4. Dezember anstehende Referendum über die umstrittene Verfassungsänderung erschwert. Zudem hat Ministerpräsident Matteo Renzi im Falle des Scheiterns des Referendums bereits seinen Rücktritt angekündigt. In diesem Falle werden Turbulenzen an den Märkten erwartet, was auch die Refinanzierung der Hilfen für die Bank Monte dei Paschi di Siena verteuern könnte.

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Angst vor Verfassungsreferendum in Italien

Nicht nur die Monte dei Paschi di Siena blickt besorgt auf den 4. Dezember. Der italienische Bankenindex verlor in den letzten Tagen drei Prozent, der Mailänder Aktienindex 1,4 Prozent. Matteo Renzi will in seinem geplanten Referendum über die Rolle des Senats sowie die Zuständigkeiten der Regionalregierungen abstimmen lassen. In diesem Zusammenhang wächst europaweit bei Investoren die Sorge, dass nach Großbritannien auch in Italien über kurz oder lang eine eher rechtsgerichtete Regierung einen EU-Austritt anstreben könnte.

Reform des Bankensektors

Nicht nur die Krise der italienischen Banken beschäftigt gerade die Bankenbranche in Europa. Ein weiteres Thema in der Branche ist die von der EU-Kommission geplante Reform des Bankensektors. Valdis Dombrovskis, der Vize-Präsident der EU-Kommission, will, dass wichtige Finanzinstitute, die aus dem EU-Ausland operieren, innerhalb der EU eine Gesellschaft mit eigenem Rechtsstatus gründen müssen. So hätten die EU-Aufsichtsbehörden die Möglichkeit, das Kreditinstitut falls nötig nach europäischen Regeln zu sanieren oder abzuwickeln. Diese Regelung soll vor allem für große Finanzhäuser gelten. Bei kleineren Instituten sollen die Regel dagegen etwas gelockert werden. Zudem plant die EU-Kommission Maßnahmen, die stärkere Anreize zur Kreditvergabe an kleinere und mittlere Unternehmen setzten sollen.

USA

Dollarkurs und Aktienmärkte nach auf Trump-Wahl weiter im Aufwind

Der Dollarkurs befindet sich seit der Präsidentenwahl in den USA auf Höhenflug und steht gegenüber anderen Währungen so gut da, wie seit 14 Jahren nicht mehr. Der Dollarindex erreichte im November den höchsten Stand seit April 2003. Die gute Stimmung an der Börse hat den Grund, dass man derzeit davon ausgeht, dass Donald Trump eine expansive Finanzpolitik führen wird, die zu einem Anstieg der Inflation führen wird. Schon am Tag der Wahl begann die Rally des Dow Jones. Zwischenzeitlich gewann der Index 5,4 Prozent hinzu.

Fed-Entscheidung unabhängig von Trump

Hochrangige Vertreter der Fed haben sich in den vergangenen Tagen immer wieder zu Donald Trump und ihren Erwartungen hinsichtlich der Finanzpolitik des neuen Präsidenten geäußert. Fed-Beamte betonen, dass der Wahlsieg von Donald Trump keine Auswirkung auf die geldpolitische Position der Fed habe. Obwohl weiterhin allgemeine Unsicherheit über die Pläne des neuen Präsidenten herrschen, wird sich die Fed auch in Zukunft an Daten wie dem BIP orientieren und ihre Entscheidungen auf diese Weise treffen. Man werde die Lage und die Reaktion der Wirtschaft auf die Wahl Trumps beobachten, sich aber nicht an Spekulationen beteiligen. Zudem werde man die politischen Entwicklungen beobachten und – wenn nötig – darauf reagieren lautet derzeit der Grundtenor der Fed.

Rekord am „Cyber Monday“

Die Einkäufe rund um das Thanksgiving-Wochende in den USA haben den Onlinehändler in den USA einen Rekordumsatz beschert. Am sogenannten „Cyber Monday“ erreichten die Ausgaben im Internet 3,39 Milliarden Dollar und lagen damit weitaus höher als erwartet. Traditionell ist der Montag nach Thanksgiving für Onlinehändler in den USA der umsatzstärkste Tag des Jahres. Aber schon an den Tagen zuvor gehen viele Konsumenten oft und gerne im Internet auf Shoppingtour. Daher veranstalten Händler eine wahre Rabattschlacht rund um das Thanksgiving-Wochende. Die diesjährigen Aktionen haben sich für die US-Händler augenscheinlich gelohnt.

US-Industrie mit starken Zahlen im November

Weitere Wirtschaftszahlen aus den USA sind ebenfalls positiv. So stieg der Einkaufsmanager-Index im November von 51,9 auf 53,2 Punkte, wie das Institute for Supply Management (ISM) mitteilte. Die sogenannte Wachstumsschwelle des Barometers liegt bei 50 Punkten. Diese markante Grenze wurde damit deutlich übertroffen. US-Ökonomen hatten lediglich mit einem Wert von 52,2 Punkten im November gerechnet. Der erneute Anstieg deutet auf ein fortgesetztes Wirtschaftswachstum hin.

GELDPOLITIK

EZB vor Abkehr von lockerer Geldpolitik

Laut EZB-Direktor Yves Mersch ist bei der EZB die Abkehr von ihrer sehr lockeren Geldpolitik in Sicht. Mersch sagte, man sei nicht mehr weit von dem Zeitpunkt entfernt, an dem die EZB eine derartige Aussage machen könne. Auf der nächsten EZB-Sitzung am 8. Dezember wird es wohl um ein langsames Zurückfahren der Anleihenkäufe gehen. Dies wird sicher vor allem in Deutschland positiv aufgenommen, da hierzulande das Anleiheprogramm der EZB besonders umstritten ist. Derzeit sei aber der Schritt, die Anleihenkäufe zurückzufahren verfrüht. Laut Mersch könne man sehr großen Schaden anrichten, wenn man zu schnell reagiere. Mersch vergleicht die Situation mit der aktuellen Lage in den USA. Dort habe die Zentralbank auch sehr behutsam eine Normalisierung auf den Weg gebracht.

Markttechnische Betrachtung der Märkte

dax

Tageschart des DAX

Während die US-Amerikanischen Märkte von einem Hoch zum Nächsten eilen, ist der DAX wieder zurück in seine Seitwärtsrange gefallen. Die Chancen auf eine Jahresendrally schwinden damit zunehmend. Zumindest, wenn dieser Ausbruch nachhaltig sein soll. Denn erfahrungsgemäß befinden sich die Großen im verdienten Weihnachtsurlaub und die Preisbewegungen finden unter sehr dünnen Volumen statt.

Aber nachdem der deutsche Leitindex seit Juli ordentlich zulegen konnte, ist erstmal Verschnaufpause angesagt und die Seitwärtsrange von gut 700 Punkten ist angesagt.Anleger sollten aber nicht verzagen und Kurse um 10.200 Punkte eher für Nachkäufe nutzen. Möglich sind diese entweder mit Derivaten oder mit langlaufenden Binären Optionen. Die Chancen für steigende Kurse im neuen Jahr stehen nicht schlecht, sodass man sich jetzt noch gut positionieren kann.

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