Rückblick: die wichtigsten News vom 2. bis 16. März 2017

Am 15. März fand in den Niederlanden die erste richtungsweisende Wahl im „europäischen Superwahljahr“ statt. Amtsinhaber Mark Rutte von der Volkspartei für Freiheit und Demokratie konnte sich deutlich gegen den Rechtspopulisten Geert Wilders durchsetzen. Am selben Tag erhöhte die US-Notenbank wie erwartet den Leitzins auf 0,75 bis 1 Prozent. In Deutschland beschäftigt zudem vor allem die Debatte um den Diesel-Skandal die Nachrichten. Und während in Berlin gerade die internationale Tourismusmesse ITB zu Ende ging, bereitet sich Hannover auf die CeBIT vor.

Inhaltsverzeichnis

  • WIRTSCHAFT
  • GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK
  • Markttechnische Betrachtung

WIRTSCHAFT

EU

Griechische Wirtschaft stark geschrumpft

Ende 2016 schrumpfte die griechische Wirtschaft dreimal so stark wie bislang angenommen. Zwischen Oktober und Dezember sankt das Bruttoinlandsprodukt um 1,2 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Quartal. Als Gründe für die Schwäche zum Jahresende werden geringere Staatsausgaben und sinkende Exporte genannt. Dennoch sieht Regierungschef Alexis Tsipras sein Land weiterhin auf dem Weg der Erholung und blickt positiv auf das laufende Jahr. Er sagte, Prognosen signalisierten, dass die griechische Wirtschaft in diesem Jahr außerordentlich hohe Wachstumsraten erzielen wird. Dennoch schwächelt die Wirtschaft des Landes weiterhin. Unter anderem ist die Arbeitslosenquote weiterhin doppelt so hoch wie im Rest der Eurozone.

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Griechische Wirtschaft 0,1 Prozent schwächer

Die gesamte griechische Wirtschaft ist 2016 um 0,1 Prozent gesunken, wie verschiedene Daten nahelegen. Bislang ging man noch von einem Wachstum von 0,3 Prozent aus. Dennoch traut auch die EU-Kommission der griechischen Wirtschaft eine Erholung zu. Man erwartet, dass das BIP im diesem Jahr um 2,7 Prozent steigen wird. Zudem hofft man, dass Griechenland in diesem Jahr an den Kapitalmarkt zurückkehren kann. Die Gespräche mit den Geldgebern über den technischen Teil zur Umsetzung von Reformen sollen bis zum 20. März abgeschlossen sein. Von diesen Verhandlungen ist die Zahlung von weiteren Tranchen aus dem Rettungspaket abhängig. Weiterhin ist unklar, ob sich der IWF daran beteiligt.

36 Prozent des Konsumetats für Wohnen

Die Deutschen geben 36 Prozent ihres Konsumetats fürs Wohnen aus. Damit müssen die Menschen in Deutschland über ein Drittel ihres Budgets für Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung aufwenden. Im Durchschnitt zahlen die Deutschen dafür 859 Euro im Monat wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit sind die Ausgaben für Wohnen die höchsten Konsumausgaben, die insgesamt durchschnittlich bei 2.391 Euro liegen. Je größer der Haushalt ist, umso kleiner ist der Anteil. Einpersonenhaushalte müssen rund 41 Prozent (628 Euro) für Wohnen aufbringen. In Haushalten mit mehr als vier Personen werden durchschnittlich 33 Prozent (1.183) Euro ausgegeben. Nach den Ausgaben für das Wohnen liegen die Ausgaben für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren mit 14 Prozent auf Platz zwei der Liste der Konsumausgaben der Deutschen.

Weniger Dieselverkäufe in Deutschland

Seit einigen Wochen bestimmen Meldungen rund um Dieselfahrverbote und den Dieselskandal bei VW die Nachrichten. Diese negativen Meldungen aus der Autobranche wirken sich nun auch auf die Autoverkäufe in Deutschland aus. Unter den neu zugelassen Autos in Deutschland waren 3,8 Prozent weniger Diesel-Fahrzeuge. Mehr als die Hälfte der Neuwagen waren damit Benzinfahrzeuge. Vor allem Dieselfahrzeuge, die die derzeit strengste Abgasnorm, die Euro 6-Norm, nicht erfüllen, sind von vorgesehenen Fahrverboten, die unter anderem die Stadt Stuttgart angekündigt hat, betroffen. Und auch in anderen Großstädten wird über Fahrverbote diskutiert. Dies könnte den Marktanteil von Diesel-Fahrzeugen weiter senken. Auch in anderen Ländern wie Frankreich und Spanien nimmt der Anteil der Diesel-Neuzulassungen ab. Darüber hinaus ging der gesamte Autoabsatz in Deutschland erstmals seit Oktober 2016 zurück. Besonders VW büßte erneut ein.

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Firmenpleiten auf tiefstem Stand seit 17 Jahren

Dank der guten Konjunktur ist die Anzahl der Firmenpleiten derzeit sehr niedrig. Im vergangenen Jahr mussten rund 21.500 Unternehmen Insolvenz anmelden. Dies waren knapp sieben Prozent weniger als 2015 und der tiefste Wert seit 1999, als die Insolvenzordnung eingeführt wurde. Allerdings wuchs der gesamtwirtschaftliche Schaden, der durch die Firmenpleiten entstand, da auch viele größere Unternehmen im vergangenen Jahr aufgeben mussten. Besonders spürbar war dies im traditionellen Einzelhandel und bei Modeunternehmen. In diesen Branchen verändert sich das Konsumverhalten derzeit spürbar, da sich viele Käufe ins Internet verlagern. Zudem stehen Einzelhändler in einem harten Konkurrenzkampf mit großen, internationalen Ketten wie H&M. Prominente Beispiele für Insolvenzen aus der jüngsten Vergangenheit sind die Kölner Einrichtungskette Butlers und die Warenhauskette Strauss Innovation.

USA

US-Einreisepläne schrecken Touristen ab

Donald Trump kündigte an, einen neuen Einreisestopp auf den Weg zu bringen. Zu den Änderungen im Vergleich zum gestoppten Einreisedekret von Ende Januar gehören unter anderem, das die Anzahl der betroffenen Länder von sieben auf sechs Länder reduziert wird. Einreisende aus dem Irak wurden vom Einreisestopp ausgenommen. Doch auch dieser Einreisestopp wurde einen Tag vor dem Inkrafttreten von US-Bundensrichtern vorläufig gestoppt.

Dennoch schrecken die Pläne von Trump Touristen ab. Das Analysehaus Forwardkeys, dass pro Tag 16 Millionen Flugreservierungen auswertet, sagte, dass vor allem bei Flügen aus dem Nahen Osten ein deutlicher Rückgang spürbar sei. Darüber hinaus sind die Flüge für die nächsten drei Monate um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen.

Suchanfragen zu US-Reisen sinken

Vor dem ersten Einreisedekret im Januar reisten noch 3,4 Prozent mehr Menschen in die USA. Andere Zahlen wie Angaben des Reise-Webseitenbetreibers Kayak besagen, dass die Suchanfragen für USA-Reisen aus europäischen Ländern seit der Wahl Donald Trumps um zwölf Prozent abgenommen haben. Deutschland sei hiervon jedoch nicht betroffen. Hierzulande wurden zehn Prozent mehr Suchanfragen gestellt. Neben den politischen Unsicherheiten könnten aber auch Währungsschwankungen den Rückgang der Flugbuchungen beeinflussen. Das Thema Reisen in die USA war auch Thema auf der Internationalen Tourismusmesse ITB, die Anfang März in Berlin stattfand.

Job-Boom in den USA

Wie der Arbeitsvermittler ADP mitteilte, entstanden im Februar in den USA 298.000 neue Stellen. Dieser Zuwachs ist das größte Plus seit Dezember 2015. Experten zeigten sich von den Ergebnissen der ADP-Umfrage überrascht, da nur ein Zuwachs von 190.000 Arbeitsplätzen erwartet wurde. Das Stellenplus erhöht die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinserhöhung. Nach der Bekanntgabe der Zahlen stieg die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der Sitzung der Fed am 15. März auf 91 Prozent.

Wie erwartet Zinserhöhung in den USA

Wie erwartet unternahm die US-Notenbank Fed einen weiteren Schritt zur Straffung ihrer Geldpolitik. Sie erhöhte den Leitzins, zu dem sich amerikanische Banken untereinander Geld leihen können, wie erwartet um 0,25 Punkte auf 0,75 bis 1 Prozent. Die anhaltend gute Situation auf dem Arbeitsmarkt sowie die anziehende Inflation gaben den Ausschlag für die erneute Zinserhöhung. Dies hat jedoch zur Folge, dass der Dollar im Vergleich zum Euro und anderen Währungen weiter zulegen wird. Für die US-Wirtschaft könnte dies zur Folge haben, dass sich US-Exporte verteuern werden und damit das Wachstum gebremst wird. Dennoch begrüßten die meisten Experten diesen Schritt. Er sei ein richtiger Schritt auf dem Weg zur Normalisierung des Zinsumfelds. Da die EZB derzeit einen völlig anderen Weg verfolgt, als die Fed geht die „Zinsschere“ zwischen der Eurozone und den USA weiter auseinander. Dies könnte auch dazu führen, dass die Kritik an der EZB weiter wächst.

GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

Leitzinsen noch länger extrem niedrig

Die EZB will die Leitzinsen im Euroraum noch länger sehr niedrig halten. Die Schlüsselsätze werden sich wohl auch lange nach dem Ende des Anleihen-Kaufprogramms der EZB nicht verändern und könnten sogar noch weiter sinken. Schon seit März 2016 liegt der europäische Leitzins bei 0,0 Prozent. Zudem will die EZB trotz der Kritik – vor allem aus Deutschland – mindestens bis Jahresende ihr Anleihenkaufprogramm weiterführen. Allerdings soll ab April der monatliche Umfang auf 60 Milliarden sinken. Dennoch behält sich die EZB vor, ihre Anleihenkäufe in Dauer um Umfang wieder auszuweiten, sollte sich die Wirtschaft eintrüben.

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Schweizer Notenbank in Sorge wegen Fankreich-Wahl

Die Schweizer Nationalbank befürchtet Währungsturbulenzen durch die anstehende Präsidentschaftswahl in Frankreich. Die Notenbank will eine weitere Aufwertung des Franken mit allen Mitteln verhindern. Dafür setzt sie weiterhin auf Negativzinsen, die bereits bei -0,75 Prozent liegen, sowie auf Eingriffe in den Devisenmarkt in Milliardenhöhe. Angesichts der Unsicherheit rund um die Wahlen in Frankreich ist es der Notenbank wichtig, geldpolitische Maßnahmen zu ergreifen und so eine Stabilisierung zu erwirken.

Franken als sichere Anlage in Krisenzeiten

Der Hintergrund ist, dass der Schweizer Franken gerade in Krisenzeiten als sichere Geldanlage gilt. Schon seit der Finanzkrise 2008 ist er stetig im Aufwind. Dies verteuert jedoch Schweizer Waren. Die anstehende Wahl in Frankreich, bei der der rechtspopulistischen Kandidatin Marine Le Pen gute Chancen eingeräumt werden, ist erneut eine Krisensituation. Ängste, dass die Eurozone auseinanderfallen und der Euro an Wert verlieren könnte, weiten sich aus. Das Ziel ist es, den Franken für ausländische Investoren unattraktiv zu machen. Die Zinserhöhung der Fed spielt der Schweizer Nationalbank in die Hände. Der Dollar wird so im Vergleich zu anderen Währungen interessanter für Anleger.

Markttechnische Betrachtung

Tageschart des S&P500

Nachdem die FED gestern die Leitzinsen erhöht hatte, kam es an den weltweiten Märkten zu ordentlichen Kursgewinnen. Bekanntermaßen haben politische Börsen jedoch kurze Beine, sodass es heute bereits wieder zu fallenden Kursen kam. Lediglich der DAX hielt sich wacker über der psychologisch wichtigen Marke von 12.000 Punkten. Der S&P500 hingegen konnte auch gestern kein neues Hoch markieren und es bleibt abzuwarten, wie sich der Kurs weiter entwickeln wird. Es ist denkbar, dass der Kurs weiter fällt und eine SKS bestätigt werden würde. Dagegen spricht jedoch der MACD, den man im untern Teil des Charts sehen kann. Hier deuten sich sogar steigende Kurse an, nämlich wenn der MACD seine Nulllinie nach oben durchkreuzen würde. Bis dahin ist jedoch noch etwas Luft und der Kurs für Markttechniker quasi im Luftleeren Raum. Für uns heißt es daher Füße stillhalten und auf eindeutige Signale warten.

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