Rückblick: News vom 22. Juni bis 7. Juli 2017

IQ Option ErfahrungenZurzeit blickt die Welt mit Spannung nach Hamburg. Dort werden am 7. und 8. Juli die Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer zum G20-Gipfel erwartet. Dort wird es wohl auch allem um die Themen internationale Handelspolitik und Klimaschutz gehen. Gerade in einer Zeit, in dem einige Staaten wie die USA zu einer protektionistischen Handelspolitik tendieren, wird dieser Gipfel mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet. Führende Unternehmens- und Verbandsvertreter, darunter auch die Deutsche Bank, riefen die Verantwortlichen im Vorfeld des Gipfels in einer gemeinsamen Erklärung dazu auf, bei Themen wie Klimaschutz und internationaler Kooperation entschieden zu handeln und Differenzen zu überwinden.

Inhaltsverzeichnis

  • Wirtschaft
  • Geld- und Währungspolitik

Wirtschaft

EU

Dämpfer für Konjunktur

Im Juni musste der Aufschwung in der Eurozone einen Rückschlag verkraften. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft, bei der alle Industrieunternehmen und Dienstleister zusammengenommen werden, sank um 0,9 auf 55,7 Punkte. Dies ist der tiefste Wert seit fünf Monaten. Zu diesem Ergebnis kam das Institut IHS Markit nach einer Umfrage unter 5.000 Unternehmen. Auch in einzelnen Ländern der Eurozone ging die Konjunktur im Juni leicht zurück. In Deutschland sankt der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft leicht um 1,3 Punkte auf nun 56,1 Punkte. Dies bedeutet allerdings noch immer ein deutliches Wirtschaftswachstum.

Gute Zahlen in der Industrie

Die Industrie kann dennoch weiterhin gute Zahlen verzeichnen. Das Barometer stieg im Juni auf den höchsten Stand seit über sechs Jahren, denn die Betriebe konnten das stärkste Auftragsplus seit Februar 2011 verbuchen. Aufgrund des schwachen Euros stieg die Nachfrage aus dem Ausland. Die Exporte waren daher so hoch wie nur selten in den letzten Jahren. Dagegen mussten die Dienstleister einen Dämpfer einstecken. Das Barometer für Dienstleistungen sank überraschend deutlich. Ein schwächeres Wachstum könnte die EZB hinsichtlich ihrer Inflationserwartungen als negativ einschätzen.

Umbau des norwegischen Staatsfonds

Der norwegische Staatsfonds ist einer der größten der Welt und ist mit etwa 860 Euro gefüllt. Nun wird über eine Reform nachgedacht. Eine von der Regierung eingesetzte Kommission schlug vor, den Fonds von der Zentralbank zu trennen. In Zukunft soll eine eigene Investment-Verwaltungsgesellschaft die Aufgaben der Zentralbank übernehmen. Diese war seit der Gründung des Staatsfonds 1996 für diesen zuständig. Bislang lag der Schwerpunkt des Fonds auf Anleihen, Aktien und Immobilien. Eine strategische Neuausrichtung ist denkbar. So könnte in Zukunft auch in Papiere von Unternehmen, die nicht an der Börse notiert sind, oder in den Infrastruktursektor investiert werden. Dies könnte höhere Renditechancen mit sich bringen.

Kreditvergabe weiterhin hoch

Die Geldflut der Europäischen Zentralbank kommt immer mehr bei den Unternehmen in der Eurozone an. Im Mai erhielten Unternehmen 2,4 Prozent mehr Kredite als ein Jahr zuvor. Schon im April war die Anzahl der Kreditvergaben ähnlich hoch. Privathaushalte bekamen im Mai 2,6 Prozent mehr Kredite. Dies ist das größte Plus seit März 2009.

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Weniger Investitionen in Großbritannien

Laut dem britischen Finanzminister Philip Hammond halten sich britische Unternehmen derzeit mit Investitionen zurück. Der unklare Ausgang der Brexit-Verhandlungen verunsichert die Unternehmen. Eine frühe Einigung auf ein Übergangsabkommen würde die Situation der Unternehmen erleichtern. Derzeit warten viele Unternehmen ab, wie sich die Gespräche mit der EU gestalten. Wenn die Unternehmen wieder mehr Sicherheit bekommen, würden sie sich laut Hammond schneller wieder für Investitionen entscheiden.

Britische Verbraucher verunsichert

Nach dem schlechten Ergebnis für Premierministerin Theresa May bei den vorgezogenen Wahlen im Juni sank auch die Stimmung der britischen Verbraucher weiter. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge fiel der Index für das Verbrauchervertrauen auf Werte, wie sie zuletzt direkt nach dem Brexit-Votum im vergangenen Sommer gemessen wurden. Eine weitere Schwächung des Wirtschaftswachstums ist zu erwarten.

Darüber hinaus macht die anziehende Inflation den Verbrauchern zunehmend zu schaffen. Die Lohnzuwächse können nicht mehr mit der Inflationsrate mithalten. Zudem schwächelt derzeit auch der Immobilienmarkt, was sich ebenfalls negativ auf die Stimmung der Verbraucher auswirkt. In den vergangenen Jahren stiegen die Werte von Häusern und Wohnungen, was sich auch positiv auf den Geldbeutel vieler Briten auswirkte. In den letzten drei Monaten sind nach Angaben der Hypothekenbank Nationwide die Häuserpreise jedoch erstmals seit 2009 gefallen.

Zinserhöhung in Großbritannien möglich

Laut Notenbankchef Mark Carney kann es in den nächsten Monaten zu einer Zinserhöhung in Großbritannien kommen. Eine entsprechende Entscheidung rückt näher. Bei ihrer letzten Sitzung hatten die Verantwortlichen der Bank of England nur mit knapper Mehrheit entschieden, den Zinssatz zunächst beizubehalten. Die Spekulationen rund um eine baldige Zinsanhebung wirkte sich positiv auf die Entwicklung des Pfunds aus. Innerhalb von nur wenigen Minuten konnte die Landeswährung um einen halben US-Cent auf 1,29 Dollar zulege. Die letzte Zinserhöhung liegt auch in Großbritannien schon einige Jahre zurück. Zuletzt wurde der Leitzins 2007, also noch vor der Finanzkrise, angehoben.

Entwicklung der Wirtschaft abwarten

Carney warnt dennoch weiter zur Vorsicht. Bevor eine Zinsanhebung diskutiert wird, will er zunächst abwarten, wie die Wirtschaft in den nächsten Monaten auf die Brexit-Verhandlungen reagiert. Gleichzeitig ließ er verlauten, dass sich die Briten im Zuge des Brexits auf sinkende Einkommen einstellen müssen.

Nach dem Brexit-Votum hatte die Bank of England ihre Kapitalanforderungen gesenkt. Sie befürchtete eine Kreditknappheit. Vor kurzem konnte die BoE diese wieder um 11,4 Milliarden Pfund anheben. Die britische Wirtschaft hat sich in den letzten Monaten trotz aller Unsicherheiten rund um die Brexit-Verhandlungen besser entwickelt, als gedacht. Daher kann eine Zinsanhebung nun wieder in den Blick genommen werden.

Spanien erhöht Wachstumsprognose

Die spanische Regierung blickt optimistischer auf die Konjunktur und erhöht ihre Wachstumsprognose auf drei Prozent. Im nächsten Jahr soll die Wirtschaft um 2,6 Prozent wachsen. Wirtschaftsminister Luis de Guindos bewertet diese neue Einschätzung immer noch als sehr konservativ und geht davon aus, dass auch diese Zahlen übertroffen werden können. Bisher ging man von einem Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent für das Jahr 2017 aus. Zudem soll die Arbeitslosenquote in diesem Jahr auf 16,5 Prozent sinken. Im vergangenen Jahr waren noch 18,6 Prozent der Bevölkerung arbeitslos. Spanien kämpft derzeit mit der zweithöchsten Arbeitslosenquote im Euroraum nach Griechenland.

USA

Größte US-Banken bestehen Fed-Belastungstest

Die 35 größten US-Banken, darunter unter anderem JP Morgan Chase und die Bank of America, haben die erste Stufe des diesjährigen Belastungstests der Fed erfolgreich bestanden. Sie besitzen damit auch in einer extremen Rezension noch ausreichend Kapital, um die Vorgaben der Fed zu erfüllen. Im Extremfall müssten sie zwar auf Kredite in Höhe von 383 Milliarden Dollar verzichten, würden aber immer noch über wesentlich mehr Kapital verfügen, als die Fed vorschreibt. Diese Quote konnte sich im Vergleich zum Vorjahr sogar verbessern. Der Banken-Stresstest wurde in den USA als Folge der Finanzkrise von 2008 eingeführt. Das Ziel ist es, regelmäßig zu überprüfen, wie gut oder schlecht die Banken dastehen. Der Test besteht aus zwei Teilen. Danach gibt die Fed bekannt, ob sie die Kapitalpläne der Banken akzeptiert.

Harker für weitere Zinserhöhung 2017

Für Patrick Harker, den Präsidenten der Fed in Philadelphia, verfolgt die US-Notenbank derzeit die richtige Strategie. Harker, der als stimmberechtigtes Mitglied im Offenmarktausschuss der Fed mit über die Zinsen entscheidet, hält eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr für angemessen. Die aktuelle Schwäche in der Konjunkturentwicklung sei aus seiner Sicht vorübergehend.

Deutsche Firmen schaffen Jobs in den USA

Laut dem Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) schaffen deutsche Firmen in den USA aufgrund von steigenden Direktinvestitionen Hunderttausende neuer Stellen. Dies sei laut dem DIHK-Außenhandelschef Volker Treier auch ein Aspekt der oft kritisierten deutschen Exportüberschüsse, denn ein Exportüberschuss ist oft auch mit neuen Arbeitsplätzen im Ausland verknüpft.

Laut dem DIHK werden in diesem Jahr weitere 120 Milliarden Euro Kapital ins Ausland fließen und damit auch mindestens 200.000 Arbeitsplätze in aller Welt entstehen, davon allein 40.000 in den USA. Durch Direktinvestitionen sei Deutschland damit stark an der Entstehung von Arbeitsplätzen in vielen Ländern beteiligt. In diesem Zusammenhang warnt auch Treier vor Handelskonflikten, auch mit Blick auf mögliche Importbeschränkungen der USA.

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Geld- und Währungspolitik

Mehr grenzübergreifende Fusionen gefordert

Der EZB-Bankenaufseher Pentti Hakkarainen fordert mehr grenzübergreifende Fusionen bei Bankdienstleistungen in Europa. Dies hätte einen stärkeren Wettbewerb und mehr Optionen für die Kunden zur Folge. In den letzten Jahren gab es nur wenige grenzübergreifende Fusionen. Ende 2008 übernahm die französische Bank Credit Mutuel für etwa fünf Milliarden Euro die Citibank Deutschland von der amerikanischen Citigroup und im vergangenen Jahr erwarb die französische Privatbank Oddo für rund 600 Millionen Euro die belgische BHF Kleinwort Benson. Dies blieben jedoch Ausnahmen.

Draghi zeigt sich zuversichtlich

EZB-Präsident Mario Draghi blickt zuversichtlich auf die derzeitige Entwicklung der Wirtschaft in der Eurozone. Alle Zeichen würden auf eine Festigung und Verbreiterung der Erholung in der Eurozone hindeuten. Allerdings gebe es noch immer Faktoren, die die Inflation belasten würden, doch diese seien vor allem temporäre Faktoren. Die Aussagen Draghis während einer Rede im portugiesische Sintra wurden an den Märkten sehr positiv aufgenommen: Der Euro konnte weiter zulegen und erreichte zeitweise ein Zwei-Wochen-Hoch.

Notenbanker vor nächster Sitzung nervös

Infolge der teils heftigen Reaktion der Märkte nach der Rede Mario Draghis werden einige EZB-Banker vor der Juni-Sitzung der Zentralbank in Frankfurt am Main nervös. Bei ihrer Sitzung am 20. Juli wird die EZB wohl besprechen, ob man einen weiteren Mini-Schritt in Richtung der Abkehr von der derzeitigen geldpolitischen Ausrichtung gehen soll. Doch da nach Draghis Rede in Portugal der Euro und auch Anleihe-Renditen kräftig nach oben gingen, sind manche EZB-Vertreter jetzt in Sorge, ob es wirklich sinnvoll sei, bei der nächsten Sitzung die Option auf eine Verlängerung oder Ausweitung der Anleihenkäufe aus dem Ausblick der Zentralbank zu streichen. Dies könne von der weiteren Marktentwicklung bis zur Ratssitzung abhängig sein. Der Markt könnte eine Streichung als Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik interpretieren. Daher sprechen sich Insider dafür aus, eher übervorsichtig zu agieren und möglicherweise nur Teile wie den Hinweis auf eine zeitliche Verlängerung der Anleihenkäufe aus dem Ausblick zu streichen.

Politische Risiken mindern Bedeutung des Euro

Nach Einschätzung der EZB hat der Euro im vergangenen Jahr aufgrund politischer Unsicherheiten an Bedeutung verloren. Zu diesen politischen Unsicherheiten gehören für die EZB der Brexit, der Regierungswechseln in den USA und Wahlen in mehreren europäischen Ländern. Dennoch konnte der Euro seine Position als zweitwichtigste Reservewährung nach dem Dollar leicht ausbauen. Laut EZB-Direktor Benoit Coeure hat der Euro allerdings mehr an Boden verloren als andere internationale Währungen. Dies werde unter anderem bei internationalen Schuldenpapieren, Fremdwährungskrediten und Fremdwährungsschulden deutlich. Der Anteil des Euro an den weltweiten Devisenreserven stieg allerdings leicht von 19,4 auf 19,4 Prozent. Der Dollar macht weiterhin 64 Prozent der weltweiten Devisenreserven aus.

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