Rückblick: News vom 6. bis 20. Juli 2017

IQ Option ErfahrungenIn den USA sprach Fed-Chefin Janet Yellen kürzlich vor dem Kongress. Unter anderem kündigte sie dort an, noch in diesem Jahr mit dem Abbau der aufgeblähten Bilanz zu beginnen. Dies würde endgültig das Ende der Krisenpolitik der letzten Jahre bedeuten. Der DAX baute seine Gewinne nach Yellens Rede deutlich aus. Dennoch kursieren Gerüchte um die persönliche Zukunft Yellens. Eine zweite Amtszeit ab Februar 2018 scheint derzeit unwahrscheinlich. Donald Trump erwägt wohl, seinen Wirtschaftsberater Gary Cohn zu Yellens Nachfolger an der Spitze der Fed zu ernennen.

In Europa bestimmte in den letzten Tagen unter anderem der G20-Gipfel und die Geschehnisse rund um den Tagungsort in Hamburg die Schlagzeilen. In der Abschlusserklärung bemühte man sich um Einigkeit. Beim Thema Klimaschutz bekannten sich 19 Teilnehmer für eine rasche Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Der angekündigte Ausstieg der USA aus dem Abkommen wurde zur Kenntnis genommen. Beim Thema Handel konnte man sich allerdings einstimmig auf eine Zustimmung zum freien Handel einigen. Allerdings wurden in der Abschlusserklärung legitime Verteidigungsinstrumente im Handel anerkannt.

Inhaltsverzeichnis

  • Wirtschaft
  • Geld- und Währungspolitik

Wirtschaft

EU

Französische Notenbank hebt Wachstumsprognose an

Laut Francois Villeroy de Galhau, dem Chef der französischen Notenbank, wird das Bruttoinlandsprodukt in Frankreich in diesem Jahr um 1,6 Prozent steigen. Noch im Juni ging die Notenbank von nur 1,4 Prozent aus. Dennoch hinkt die französische Wirtschaft dem Aufschwung in der restlichen Eurozone hinterher. Die leichte Erholung könnte allerdings einen Rückgang der Arbeitslosenquote auf rund neun Prozent mit sich bringen. Mit zusätzlichen Reformen könnte diese sogar auf sieben Prozent sinken. Darüber hinaus kündigte Frankreichs Präsident Emanuel Macron Steuersenkungen in den nächsten fünf Jahren an.

Frankreich auf gutem Weg

Der IWF sieht Frankreich auf einem guten Reformkurs. Das Land sollte allerdings seine Finanzen ordnen die hohe Arbeitslosigkeit verringern und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Die derzeitige politische und wirtschaftliche Situation im Land gebe eine gute Gelegenheit, um ein umfassendes Reformpaket auf dem Weg zu bringen. Dies geht aus dem jährlichen Frankreich-Bericht des IWF hervor. Die geplanten Ausgabenkürzungen der neuen Regierung und die Ankündigung, den Arbeitsmarkt zu flexibilisieren, wurden beim IWF begrüßt. Der neue Präsident Macron plant zudem, bis 2022 die Unternehmenssteuern von 33,33 auf 25 Prozent und die  Kapitalertragssteuern von 50 auf 30 Prozent zu senken. Nach Ansicht der IWF werden diese Maßnahmen das Land wettbewerbsfähiger machen sowie Investitionen ankurbeln. Mit Einsparungen soll in diesem Jahr das Defizit unter drei Prozent im Verhältnis zur Wirtschaftskraft sinken. Damit würde Frankreich zum ersten Mal seit Jahren wieder die Maastricht-Kriterien erfüllen.

Entwarnung im italienischen Bankensektor

Die italienische Region gibt nach der umstrittenen Rettungsaktion für angeschlagene Banken Entwarnung für den Bankensektor. Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan sagte, dass es keine weiteren Brandherde gebe. Allerdings haben als Folge einer jahrelangen Wirtschaftsflaute weiterhin viele italienische Banken mit sogenannten faulen Krediten zu kämpfen. Die beiden stark betroffenen Banken Veneto Banca und Banca Popolare di Vicenza erhalten von der italienischen Regierung bis zu 17 Milliarden Euro. Zuvor hatte die EZB beide Institute als wohl nicht mehr überlebensfähig eingestuft. Allerdings musste sich die Regierung sowie die EU-Kommission vorwerfen lassen, dass die neuen Regeln zur Abwicklung von Krisenbanken missachtet wurden.

Stärkstes Produktionsplus im Euroraum seit 2011

Die Industrie in der Eurozone konnte ihre Produktion so stark steigern wie seit August 2011 nicht mehr. Im Mai produzierten die Betriebe in der Eurozone vier Prozent mehr als im April. Für viel Schwung sorgen derzeit insbesondere Investitionsgüter wie Maschinen und Anlagen. Auch bei Gebrauchsgütern wie Autos oder Haushaltsgeräten konnte ein Plus verzeichnet werden. Der Ausblick in der europäischen Industrie ist auch für die kommenden Monate sehr gut.

Inflation auf Jahrestief

Inflation in der Eurozone fiel im Juni auf ein Jahrestief. Nach einem Plus von 1,4 Prozent im Mai legten die Verbraucherpreise im Juni nur noch um 1,3 Prozent zu. Im Juni stiegen die Kosten für Energie nicht mehr so stark an, wie in den Vormonaten. Noch im Mai nahmen die Energiekosten um 4,5 Prozent zu, im Juni nur noch um 1,9 Prozent. Die sogenannte Kerninflation, bei der Energie- und Lebensmittelpreise nicht miteinbezogen werden, da sie sehr schwankungsanfällig sind, nahm im Juni leicht zu und liegt nun bei 1,2 Prozent. Die Kerninflation ist für die EZB allerdings nicht ausschlaggebend. Sie ist jedoch ein guter Indikator für Preistrends.

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Onlinehandel in Deutschland boomt weiter

Im zweiten Quartal konnten die Onlinehändler in Deutschland erneut ihre Umsätze steigern. Insgesamt nahmen die Internethändler von April bis Juni fast 14 Milliarden Euro ein, wie der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) bekannt gab. Die ist ein Zuwachs von rund zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Digitale Dienstleistungen wie Downloads oder Hotelbuchungen konnten um 13,7 auf fast 4,2 Milliarden Euro zulegen.

Besonders das Geschäft mit Möbeln und Dekorationsartikeln konnte ebenso wie die Branchen Heimwerkerbedarf und Blumen deutlich zulegen. Bei Bekleidung stiegen die Einnahmen jedoch nur noch um 2,9 Prozent. Allerdings ist der Marktanteil in dieser Branche bereits sehr hoch. In einigen Branchen wie dem Buchversand gingen die Einnahmen sogar zurück. Neben den großen Anbietern wie Amazon und Ebay konnten im zweiten Quartal vor allem sogenannte Multichannel-Anbieter, die sowohl online wie auch im stationären Laden ihre Waren verkaufen, ihre Umsätze erhöhen. Auf das Jahr gerechnet, geht der bevh mit einem Umsatzwachstum von elf Prozent aus.

Investitionen in spanische Straßen

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy gab vor einigen Tagen bekannt, dass seine Regierung insgesamt fünf Milliarden Euro in den Ausbau des Straßennetzes im Land investieren will. In den nächsten drei Jahren sollen neue Straßen mit einer Gesamtlänge von 2.000 Kilometern entstehen. Zudem sollen Wartungsverträge mit einer Laufzeit von 30 Jahren abgeschlossen werden. In der Folge dieser Investitionsmaßnahme könnten etwa 190.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

IWF für Stärkung spanischer Banken

Bei der Vorstellung seines jährlichen Spanien-Berichts erklärte der IWF, dass das südeuropäische Land seine Finanzbranche besser auf die nächste Krise vorbereiten sollte. Zwar gab es im Bankensektor zuletzt einige Fusionen, doch es gebe weitere Möglichkeiten für Zusammenschlüsse und andere Maßnahmen. Das Ziel sei es, die Profitabilität zu steigern. So könnten die Banken besser auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet werden. Darüber hinaus muss Spanien daran arbeiten, die Staatsschulden sowie die Arbeitslosigkeit zu reduzieren. Nach Ansicht des IWF kann sich Spanien in diesem Jahr über ein starkes Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent freuen.

Britische Wirtschaft wackelt

In Brüssel trafen sich bereits zweimal die Unterhändler Großbritanniens und der EU, um die Brexit-Verhandlungen aufzunehmen. Doch wie aus einer Studie der Denkfabrik Centre oft London hervorgeht, bekommt die britische Wirtschaft die Auswirkungen immer deutlicher zu spüren. Vor allem in der Hauptstadt London belastet der Brexit zunehmend den Immobilienmarkt und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Zwar liegt die Arbeitslosenquote bei 5,5 Prozent und ist damit so niedrig wie seit 25 Jahren nicht mehr, doch die Schaffung neuer Stellen verlangsamt sich. Zudem sankt die Anzahl ausländischer Arbeitnehmer, die sich um eine Lohnsteuerregistrierung bemühten, um 15 Prozent.

Strengere Kreditvergabe in Großbritannien

Die Bank of England legte kürzlich ihren vierteljährlichen Kreditbericht vor. Daraus geht hervor, dass die britischen Geldinstitute wohl im dritten Quartal ihre Vorgaben für Kreditkarten verschärfen werden. Darüber hinaus wird in dem Bericht deutlich, dass viele Institute weniger Hypothekendarlehen an sehr hoch verschuldete Immobilienkäufer vergeben werden. Diese Entwicklungen hängen eng mit dem schwachen Jahresstart der britischen Wirtschaft nach dem Brexit-Votum zusammen.

USA

Niedrige Inflation in den USA

Die derzeit niedrige Inflation in den USA bereitet der Fed im Vorfeld einer weiteren Leitzinserhöhung Sorgen. Einige Währungshüter sorgen sich, dass sich die niedrige Inflation verfestigen könnte. Dies geht aus Protokollen der vergangenen Fed-Sitzung im Juni 2017 hervor. Dennoch sind die meisten Führungsmitglieder der Auffassung, dass die aktuellen Inflationsraten keinen Trend wiedergeben.

Dagegen liegt die Arbeitslosenquote derzeit bei 4,3 Prozent. Damit ist de facto die Vollbeschäftigung erreicht und damit die Vorgabe der Fed erfüllt. Bei den Inflation ist dies jedoch noch nicht der Fall. Die Fed strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Vor allem die Preisveränderungen bei den persönlichen Ausgaben der Verbraucher hat die Notenbank im Blick. Im Mai lag die Inflationsrate bei 1,4 Prozent.

Zudem hat die Fed auf ihrer letzten Sitzung angekündigt, in diesem Jahr mit dem Abbau ihrer aufgeblähten Bilanz zu beginnen. Über den genauen Startzeitpunkt waren sich die Währungshüter jedoch noch uneinig. Ökonomen rechnen damit, dass die Notenbank im September den Beginn des Bilanzabbaus bekanntgeben wird. Die nächste Zinserhöhung könnte dann im Dezember folgen.

Drei Prozent Wirtschaftswachstum in den USA nur schwer zu erreichen

Fed-Chefin Janet Yellen ist der Ansicht, dass ein Wirtschaftswachstum von drei Prozent in den USA nur schwer zu erreichen ist. In diesem Jahr stieg das Bruttoinlandsprodukt zwischen Januar und März nur um eine auf das Jahr hochgerechnete Rate von 1,4 Prozent und damit geringer als in der Eurozone. Für das gesamte Jahr 2017 erwartet die Fed im Durchschnitt einen Anstieg des BIP um 2,2 Prozent. Die wirtschaftliche Entwicklung in den USA gehört zu den Faktoren, die die Fed hinsichtlich ihrer Entscheidungen über mögliche Zinserhöhungen einbezieht.

US-Immobilienmarkt erholt sich

Im Juni wurde in den USA mit dem Bau von 8,3 Prozent mehr Wohnungen begonnen. In den drei Monaten zuvor ging die Anzahl der Baubeginne zurück. Auch die Anzahl der neu erteilten Baugenehmigungen stieg um 7,4 Prozent auf 1,25 Millionen. Damit erholt sich der US-Immobilienmarkt von einer schwächeren Phase von März bis Mai.

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Geld- und Währungspolitik

Inflation beruhigt EZB

Die aktuellen Inflationszahlen machen der EZB vor ihrer kommenden Zinssitzung die Entscheidung nicht leichter. Bei der letzten Sitzung wagte die EZB noch einen vorsichtigen Schritt in Richtung Kurswechsel. Experten erwarten, dass auch die Kerninflation deutlich steigen muss, bevor die Währungshüter einen ersten Schritt in Richtung Zinserhöhung machen. Daher kann es bis zu einer Zinsanhebung durchaus noch bis Ende 2018 dauern. Zudem geht man davon aus, dass die EZB auf ihrer kommenden Sitzung verkünden wird, ihre Anleihen-Käufe nicht nochmals aufzustocken. Zuletzt bekräftigte die EZB, dass sie im Notfall das Volumen der Anleihen-Käufe nochmals hochfahren werde. Die Streichung dieser Aussage wäre ein weiteres Signal, dass man sich langsam auf ein Ende der Geldflut vorbereitet.

Spekulationen um Zinserhöhung der EZB im nächsten Jahr

An den Finanzmärkten wird immer mehr auf eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank im nächsten Jahr spekuliert. Einige Anleger wetten derzeit auf eine Zinserhöhung im Juli 2018. Dies wäre die erste Zinserhöhung seit 2011. Bis Mitte 2019 könnten zwei bis drei weitere Zinsschritte folgen. Dennoch geht der Markt von einem sehr langsamen Straffungsprozess aus.

Britischer Notenbanker für früheres Ende des Anleihen-Kaufprogramms

Ian McCafferty, einer der führenden Vertreter der Bank of England, ist der Ansicht, dass Großbritannien über ein früheres Ende des Anleihen-Kaufprogramms nachdenken sollte. Bislang hält die BoE an ihrer Strategie fest, das etwa 490 Milliarden Euro schwere Anleihen-Kaufprogramm nicht zu beenden, bevor die Leitzinsen etwa zwei Prozent erreicht haben. Dies ist die Ausrichtung der BoE seit ihrem geldpolitischen Ausblick im Jahr 2014. Damals lagen die Zinsen bei 0,5 Prozent, heute bei 0,25 Prozent. McCafferty gehörte im Juni zu einem der drei Mitglieder im Ausschuss, der für eine Zinserhöhung stimmte. Er bezieht sich in seiner Einschätzung auf andere Zentralbanken, die bereits einen früheren Ausstieg aus ihren Anleihen-Kaufprogrammen erwägen.

Zinserhöhung in Großbritannien nicht in Sicht.

Wie Ben Broadbent, der Vize-Chef der Bank of England, sagte, ist die Zeit für die erste Zinserhöhung in Großbritannien seit mehr als zehn Jahren noch nicht reif. In der aktuellen Situation sei es knifflig eine Entscheidung zu treffen. Die Notenbank müsse immer die Stimmung in den Unternehmen im Blick haben. Ob diese sich in der letzten Zeit gebessert habe, sei nur schwer zu beurteilen. Derzeit geben es in vielen Unternehmen Unruhe und die Firmen wollte abwarten, was der EU-Austritt für sie bedeute. Die Meinung von Broadbent ist für viele Investoren interessant. Seit der letzten Zinssitzung im Juni hatte er sich nicht mehr öffentlich geäußert. Andy Haldane, der Chefvolkswirt der Notenbank, hatte dagegen schon öffentlich signalisiert im zweiten Halbjahr für eine Zinserhöhung zu stimmen. Auch Aussagen von Mark Carney, dem Chef der BoE, deuten darauf hin, dass das Thema in den nächsten Monaten auf den Tisch kommen wird.

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