Rückblick: Die wichtigsten News vom 5. bis 19. Januar 2017

BDSwiss ErfahrungenGroßbritanniens Premierministerin kündigte vor wenigen Tagen in einer Rede einen harten Brexit an. May machte deutlich, dass sie keine Teilmitgliedschaft oder ein „halb drinnen, halb draußen“ will. Sie stellte zudem einen Zwölf-Punkte-Plan zum Austritt aus der EU vor. Diese sieht auch einen Austritt aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion vor. Die Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU sollen im März formell eingeleitet werden. An den Märkten reagierte man auf Mays lange erwartete Rede mit Erleichterung. Das Pfund legte im Vergleich zum Dollar zu und auch der Dax und der EuroStoxx 50 lagen vorübergehend im Plus.

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GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

EU

Branche kämpft für CFDs

Die Bafin will den Verkauf besonders risikoreicher Papier verbieten, doch die Anbieter stellen sich gegen ein Verbot. Rafael Neustadt, der Geschäftsführer des CFD-Verbandes sagte, eine ganze Produktart zu verbieten sei der falsche Ansatz. Der Verband unterstütze aber Pläne zum Schutz von Privatanlegern. Vor allem Anbieter, die sich der staatlichen Regulierung entziehen, sollten in den Fokus genommen werden, denn von diesen kämen fast alle Anlegerbeschwerden. Dies habe der CFD-Verband auch in einer Stellungnahme an die Bafin erklärt.

Der CFD-Verband will der Bafin dennoch entgegenkommen. In vergangenen Jahr habe man sich auf einen Transparenz- und Fairnesskodex geeinigt, der 2017 um weitere Punkte für Produkte mit Nachschusspflicht erweitert werden könnte. Gerade diese Produkte stehen auch im Fokus der Bafin. Man will CFDs mit Nachschusspflicht aus Anlegerschutzgründen verbieten. Die Finanzaufsicht hatte der Branche eine Frist bis zum Freitag für Reaktionen gesetzt und entscheidet danach über ein Verbot.

Stimmung der Unternehmen im Euroraum so gut wie seit 2011 nicht mehr

Das Barometer zur Messung der Stimmung der europäischen Unternehmen stieg um 1,2 Punkte und liegt nun bei 107,8 Punkten. Dies ist der höchste Stand seit 2011. Experten hatten nur einem Anstieg auf 106,8 Punkte erwartet. Unternehmen aller Branchen von Industrie über Dienstleistungen bis zum Baugewerbe vermeldeten eine bessere Stimmung. Besonders in Deutschland, Frankfurt und den Niederlanden zeigten sich die Unternehmen sehr optimistisch.

Auch das Geschäftsklima-Barometer stieg im Dezember von 0,41 Punkte auf 0,79 Punkte. Hier lagen die Ökonomen mit ihrer Einschätzung eines Anstiegs auf 0,44 Punkte ebenfalls falsch. Die EZB traut der europäischen Wirtschaft insgesamt ein stabiles Wachstum im Jahr 2017 zu. Das BIP soll mit 1,7 Prozent genauso stark wachsen wie 2016.

Deutscher Einzelhandel mit Umsatzplus

Die deutschen Einzelhändler konnten dank der guten Konjunktur 2016 einen deutlichen Umsatzzuwachs verzeichnen. Das Umsatzplus liegt voraussichtlich bei 2,4 bis 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies geht aus Schätzungen des Statistischen Bundesamtes hervor. Rechnet man Preissteigerungen heraus, liegt das Plus bei 1,8 bis 2,1 Prozent. Im Jahr 2015 lag dieser Wert bei 2,6 Prozent.

Der Branchenverband des Einzelhandels HDE sieht den Handel auf einem guten Weg. Die positive Lage am Arbeitsmarkt und die steigenden Löhne sorgen für eine gute Kauflaune bei den Verbrauchern. Die Zahlen des Weihnachtsgeschäfts sind nicht noch nicht eingerechnet. Der Einzelhandel erwartete allerdings einen Rekordumsatz. Für den November hat der HDE allerdings schon einen Anstieg der Erlöse auf etwa 42 Milliarden Euro erwartet, für Dezember steht die Rekordmarke von 50 Milliarden Euro im Raum.

2017 werden die Verbraucher aber vor allem aufgrund der gestiegenen Preise für Energie wieder mehr Geld aufbringen müssen. Dies wird die Kaufkraft wohl schwächen. Eine höhere Inflation senkt damit die Dynamik des privaten Konsums. Der Aufschwung sowie eine gute Arbeitsmarktlage mit stärkeren Lohnsteigerungen könnten dem aber entgegenwirken.

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Investitionsfreude britischer Firmen gedämpft

Bei den britischen Unternehmen überwiegt weiterhin die Sorge vor negativen Auswirkungen des Brexits. Dies dämpft die Investitionsfreude der Unternehmen auf der Insel. Der Geschäftsklimaindex lag im Dezember zwar auf dem zweithöchsten Stand seit dem Brexit-Votum im Juni, aber nur noch 29 Prozent der befragten Unternehmen planen höhere Investitionen. Die Unternehmen bewerten allerdings ihre eigenen Geschäftsaussichten und den Inlandsumsatz für das Jahr 2017 durchaus positiv, bei Investitionen ist jedoch viel Vorsicht zu spüren. Die britische Notenbank sieht in niedrigeren Investitionen eines der größten Risiken für die britische Wirtschaft.

Britische Banken bestehen nicht mehr auf vollen EU-Zugang

Die britische Finanzbranche bemüht sich nicht mehr um einen vollen Zugang zur EU nach dem Brexit. Die Banken und Versicherer des Landes möchten nun eine Handelsvereinbarung abschließen, die einige Finanzprodukte ausschließen könnte. Dies geht aus einem Dokument der einflussreichen Interessenvereinigung CityUK hervor. Man sei zu dem Ergebnis gekommen, dass es nach dem EU-Austritt des Landes keine realistische Chance auf die Beibehaltung der vollen Passporting-Rechte gebe. Dies ist die Erlaubnis, dass Unternehmen mit Sitz in Großbritannien ihre Dienstleistungen in der gesamten EU anbieten dürfen. Eine Einigung könnte sein, dass es einen beschränkten Marktzugang für einige Finanzbereiche auf Basis einer Vereinbarung gibt, in der Großbritannien und die EU gegenseitig ihre Regeln akzeptierten.

Jobverluste in Finanzbranche nach Brexit befürchtet

Die Londoner Finanz-Arbeitsplätzen befürchtet nach dem EU-Austritt Großbritanniens eine massive Abwanderung von Arbeitsplätzen. Der Chef der Londoner Börse LSE Xavier Rolet sagte bei einer Anhörung vor einem Ausschuss des britischen Parlaments, dass einige zehntausend Arbeitsplätze verloren gehen werden, wenn das sogenannte Clearing von in Euro berechneten Finanzprodukten von London aus nicht mehr möglich sei. Davon wären nicht nur das Clearing, sondern auch damit in Verbindung stehende Dienstleistungen wie IT und Verwaltung betroffen. EU-Politiker fordern, dass das Clearing nach dem Brexit auf dem Festland stattfinden müsse, dabei ist die LSE das größte Clearinghaus für Euro-Kontrakte. Derzeit arbeitet die EU an einer Reform des Derivatehandels.

Der Verwaltungsratschef der HSBC, Douglas Flint, erwartet, dass die ersten Banken schon bald ihre Umzugspläne in die Tat umsetzten. Schon nach Beginn der Austrittsverhandlungen könnte dies soweit sein. Vor allem Banken, die mit einer britischen Lizenz und einem sogenannten „EU-Pass“ arbeiten und ihre Produkte und Dienstleistungen so bisher in der ganzen EU anbieten konnten, werden wohl einen Umzug realisieren. Hier würden ebenfalls zehntausende Stellen in Großbritannien verloren gehen.

Verlagerung von Arbeitsplätzen in andere EU-Staaten

Frankfurt erhofft sich ähnlich wie andere Finanzplätze wie Paris oder Dublin einen Zuwachs von Arbeitsplätzen in der Finanzbranche. Bislang ist es aber unklar, ob lediglich der Vertrieb von Finanzprodukten innerhalb der EU erfolgen muss oder ob Dienstleistungs-Jobs in Bereichen wie der Abwicklung oder der Buchhaltung ebenfalls in die EU verlagert werden müssen. Auch hier beschäftigen viele Banken Mitarbeitern in Städten wie Glasgow oder Bournemouth. LSE-Chef Rolet fordert daher, die Regelungen für die Finanzbranche bis zum Jahr 2022 beizubehalten. Andernfalls drohe eine Destabilisierung der Finanzbranche. Andere Verantwortliche schlagen zumindest Übergangsfristen für einen geordneten Umzug vor.

Schweizerische Nationalbank mit Milliardengewinn

Im Jahr 2015 musste die Schweizerische Nationalbank mit 23 Milliarden Franken noch deutliche Verluste hinnehmen, doch 2016 konnte sie sich wieder über einen Milliardengewinn freuen. Der Grund hierfür sind vor allem Wechselkursgewinne. Die Nationalbank schloss das Jahr mit einem Gewinn von 24 Milliarden Schweizer Franken ab. Allein 19 Milliarden Franken entfielen auf Fremdwährungspositionen. Außerdem konnte die Bank von einem gestiegenen Goldpreis profitieren.

Weltbank sagt Konjunkturbelebung voraus

Die Weltbank geht von einer weltweiten Konjunkturbelebung aus. Das globale Wirtschaftswachstum wird in diesem Jahr auf 2,7 Prozent steigen. Im letzten Jahr lag dieses mit 2,3 Prozent auf dem tiefsten Stand seit der Finanzkrise. Vor allem eine weitere Belebung der amerikanischen Konjunktur könnte die Weltwirtschaft deutlich ankurbeln. Für die USA geht die Weltbank von einem Anstieg des BIP von 2,2 Prozent aus.

IWF optimistisch für Weltwirtschaft

Auch der Internationale Währungsfonds blickt trotz politischer Unsicherheiten positiv in die Zukunft und geht von einer anziehenden Weltwirtschaft aus. Die weltweite Konjunktur wird in diesem Jahr laut den IWF-Prognosen um 3,4 Prozent steigen. Dennoch sieht der IWF Unsicherheiten, beispielsweise durch die Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten. Im besten Fall kann Donald Trump der USA aber zu einem Wachstumsschub ohne höhere Verbraucherpreise verhelfen. Aber auch ein Anziehen der Inflation und eine damit verbundene starke Zinserhöhung könnte auf die Amerikaner zukommen. Dies könnte langfristig den US-Haushalt wieder tiefer ins Minus drücken und den Dollar steigen lassen.

Für Deutschland sieht der IWF eine Beschleunigung des Wachstums auf 1,5 Prozent. Italien bereitet dem IWF dagegen Sorgen. Der Währungsfonds senkte seine Einschätzung über Italien auf ein Wachstum von 0,7 Prozent in diesem Jahr und riet dem Land zu Reformen im Bankensektor.

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Französisches Staatsdefizit verringert

Laut dem französischen Finanzminister Michel Sapin hat Frankreich die im letzten Jahr gesetzte Defizitmarke unterboten. Das Staatsdefizit habe sich demnach auf knapp 69 Milliarden Euro verringert. Die Regierung hatte bereits im Haushaltsgesetz eine Lücke von 69,9 Milliarden Euro eingerechnet. Damit ist diese Zahl für Sapin ein guter Wert. 2015 lag das Defizit noch bei 70,5 Milliarden Euro. Der Fehlbetrag 2016 werde damit weniger als 3,3 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen. Die Stabilitätsregeln der EU schreiben eine Defizitgrenze von drei Prozent des BIP vor. Frankreich bekam 2015 von der EU-Kommission eine Aufschub von zwei Jahren zur Defizit-Reduzierung gewährt, musste sich dafür aber zu Strukturreformen verpflichten.

Die größten Handelskonzerne der Welt

Im weltweiten Vergleich liegt Lidl mittlerweile auf dem vierten Platz, Aldi schafft es auf Platz 8 ebenfalls in die Top 10. Unangefochten auf dem ersten Platz im weltweiten Einzelhandel liegt der US-Konzert Walmart. Dahinter belegen ebenfalls amerikanische Konzerne den zweiten und dritten Platz. Dies geht aus einer Studie der Beratungsgesellschaft Deloitte hervor. Zum ersten Mal gelang auch Amazon der Sprung unter die Top 10 der Welt. Die deutschen Firmen Otto, Zalando und Metro schafften es unter die 50 größten Internethändler der Welt.

USA

Schnellere US-Zinserhöhungen gefordert

Der US-Währungshüter Eric Rosengreen vom Fed-Ableger in Boston fordert die US-Notenbank Fed zu einem schnelleren Tempo bei ihren Zinserhöhungen auf. Er erwartet, dass das Tempo bei der geldpolitischen Straffung höher sein werde als im vergangenen Jahr. In den letzten beiden Jahren wurde nur je einmal der Zinssatz erhöht. Derzeit sei mit einer Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent praktisch die Vollbeschäftigung erreicht. Auch das Inflationsziel der Fed von zwei Prozent ist nach Ansicht Rosengreens bis Ende 2017 erreichbar.

Die Fed plant für 2017 derzeit drei Zinserhöhungen. Auch die geplanten massiven Konjunkturprogramme von Donald Trump machen dies möglich. Wie aus Protokollen der Zinssitzungen hervorgeht, sind fast alle Führungsmitglieder der Fed der Ansicht, dass sich die US-Konjunktur besser entwickeln könnte, als bisher erwartet. Auch der Arbeitsmarkt kann sich stärker entwickeln als prognostiziert. So könnte die Notenbank zu der Auffassung kommen, dass man die Leitzinsen schneller erhöhen kann, als bislang angedacht.

GELDPOLITIK

Schwächephase in Eurozone noch nicht überstanden

Obwohl die Inflation in der Eurozone anzieht, ist dies nach Einschätzung von EZB-Direktor Yves Mersch noch kein Signal dafür, dass die wirtschaftliche Schwäche der Eurozone überstanden ist. Vor allem die Lohnentwicklung sei weiterhin nicht stark genug, um den Preisauftrieb deutlich zu steigern. Im Dezember stiegen die Verbraucherpreise im Euroraum so stark, wie seit drei Jahren nicht mehr. Die Teuerungsrate stieg damit auf 1,1 Prozent. Im Dezember lag sie noch bei 0,6 Prozent. Dies ist jedoch immer noch weit vom Zwei-Prozent-Ziel der EZB entfernt.

Markttechnische Betrachtung

Tageschart des DAX

Zwar konnte der deutsche Leitindex in den letzten Tagen des Jahres 2016 einiges an Boden gutmachen, doch aktuell scheint Unsicherheit an den Märkten vorzuherrschen. Denn die erhofften Anschlusskäufe sind im Januar diesen Jahres ausgeblieben, sodass der Kurs auf dem aktuellen Niveau um 11600 Punkte verharrt. Aktuell korrigiert der Kurs auf diesem Niveau und baut seine Überkauft-Indikatoren weiter ab. Nach wie vor gehe ich davon aus, dass der Kurs noch einmal korrigieren wird und die ehemalige Seitwärtsrange von oben testen wird. Diese Grenze würde im Bereich von 10.800 Punkten liegen. An dieser Marke würden sich sehr gute Chancen für Call Optionen ergeben.

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