Rückblick: die wichtigsten News vom 16. Februar bis 2. März 2017

In den USA rechnen viele Experten weiterhin mit einer Zinserhöhung im März. Unterdessen war in Europa wieder Griechenland ein Thema. Zudem wurden in den letzten Wochen weiterhin Wirtschaftsdaten aus dem Jahr 2016 veröffentlicht. Dabei stand anlässlich des Mobile World Congress in Barcelona, der wichtigsten Mobilfunkmesse der Welt, vor allem die Elektronikbranche im Fokus.

 

Inhaltsverzeichnis

  • GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK
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GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

EU

Windows 10 steigert PC-Umsätze

Seit dem Umstieg auf Windows 10 kauften die Unternehmen in Deutschland wieder mehr Computer. Das Ergebnis war, dass der seit Jahren schwache Markt einen Schub bekommen hat. Die PC-Verkäufe stiegen 2016 um 4,3 Prozent auf 3,23 Millionen Geräte. Dies gab der IT-Marktforscher Gartner bekannt. Bei Firmen-PCs betrug der Anstieg neun Prozent, Privatkunden kauften allerdings 0,6 Prozent weniger Computer. In Deutschland ist der weltgrößte PC-Hersteller Lenovo weiterhin die Nummer ein. Der Marktanteil des Marktführers liegt bei gut 25 Prozent. Hewlett-Packard liegt auf dem zweiten Rang vor Acer. Weltweit sanken die PC-Verkäufe, da Unternehmen und Privatkunden seltener als früher neue Rechner kaufen sowie verstärkt auf Smartphones und Tablets setzen.

Güterverkehr auf Rekordniveau

In Deutschland wurden im letzten Jahr so viele Güter transportiert wie noch nie. Im Vergleich zu 2015 legte das Transportaufkommen um 1,1 Prozent auf 4,6 Milliarden Tonnen zu. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, stieg der Güterverkehr damit zum vierten Mal in Folge an. Lastkraftwagen, Seeschiffe, Rohrleitungen und Flugzeuge haben ihren Anteil am Wachstum. Dagegen sanken die Transporte im Eisenbahnverkehr und der Binnenschifffahrt. Die Rekorde im Import und Export haben ebenfalls zu diesen Rekordzahlen beigetragen. Auf der Straße wurden 3,6 Milliarden Güter transportiert. Der Transport in der Luft verzeichnete allerdings den stärksten Zuwachs.

Billigimporte aus China

Die deutsche Stahlindustrie kämpft weiterhin gegen Billigimporte aus China. Die Anti-Dumping-Zölle der EU haben kaum Auswirkungen. Die chinesischen Importe in die EU waren im vergangenen Jahr doppelt so hoch wie 2013. Das Gesamtvolumen lag bei sechs Millionen Tonnen. Auch Länder wie Indien oder der Iran konnten ihre Exporte in die EU steigern. Dort werden diese Exporte mit staatlichen Hilfen unterstützt. Insgesamt wurden 2016 zehn Prozent mehr Walzstahlimporte in die EU geliefert. Damit sind die Importe zum dritten Mal in Folge stärker gewachsen als der Markt. In China sind die Überkapazitäten in der Schwerindustrie weiterhin sehr hoch, aber auch in anderen Ländern gibt es zu viele Anlagen. In Deutschland beträgt die Auslastung dagegen nur 90 Prozent.

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Online-Handel boomt

2016 wurden 12,5 Prozent mehr Waren über das Internet verkauft. Der Gesamtumsatz im Online-Handel betrug 52,7 Milliarden Euro. Dies teilte der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) mit. Bei Dienstleistungen wie Reisen, Flugtickets oder Konzertkarten betrug das Wachstum sogar 17,8 Prozent. Hier wurden insgesamt Dienstleistungen im Wert von 14,2 Milliarden Euro verkauft. Mittlerweile macht der Online-Handel den Großteil des Versand- und Distanzhandels aus, zu dem auch noch Bestellungen per Post, Telefon oder Fax gehören. Die Unternehmen der Branche konnten ihren Umsatz um 10,8 Prozent auf 72,4 Milliarden Euro erhöhen. Von Jahr zu Jahr legt der Versandhandel immer mehr zu und erreicht nun zweistellige Zahlen. Die wichtigsten Vertriebskanäle im Internet sind Online-Marktplätze wie Ebay und Amazon. Zudem gibt es Einzelhändler, die auf mehreren Kanälen aktiv sind und auch im stationären Handel vertreten sind.

2016 weniger Smartphones verkauft

Jahrelang freuten sich die Smartphone-Händler über gestiegene Wachstumszahlen. 2016 wurden nun jedoch erstmals weniger Smartphones verkauft als im Jahr zuvor. Die Händler verkauften 2016 rund zwei Millionen Smartphones weniger als 2015. Insgesamt gingen rund 23,2 Millionen Geräte über die Ladentheke. Der Markt ist zwar gesättigt, sollte aber dennoch stabil bleiben. Die Durchschnittspreise stiegen leicht, aber dennoch gingen auch die Umsätze um 2,7 Prozent zurück. Die Händler nahmen insgesamt 9,6 Milliarden Euro ein.

Andere Elektronikartikel wie Lautsprecher, Fernseher oder Telefone wurden ebenfalls etwas weniger verkauft. Hier betrug der Umsatz 26,6 Milliarden Euro und damit etwa eine Milliarde Euro weniger als im Jahr zuvor. Notebooks, Desktop-Rechner und Tablets wurden für knapp sieben Milliarden Euro an Privatkunden verkauft. Dies war ein Minus von 8,6 Prozent. Verkaufsschlager waren dagegen die sogenannten Wearables. Smartwatches, Fitness-Tracker und ähnliche Geräte legten um 83 Prozent auf 437 Millionen Euro zu.

Portugal wieder stärker verschuldet

Die portugiesische Staatsverschuldung stieg 2016 auf 130,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Regierung war nur von 127,7 Prozent ausgegangen. Im dritten Quartal 2016 lag die Staatsverschuldung sogar zeitweise bei 133,4 Prozent. Damit lag das südeuropäische Land knapp unter der Rekordverschuldung aus dem Jahr 2014. In der EU gilt aber dennoch eigentlich eine Obergrenze von 60 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Beim Haushaltsdefizit blieb Portugal aber bei der Drei-Prozent-Schwelle und hielt damit die Vorgaben der EU ein. Das Haushaltsdefizit konnte auf 2,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gesenkt werden. 2015 musste man hier noch ein Defizit von 4,4 Prozent hinnehmen. Für 2017 rechten die portugiesische Regierung mit einem weiteren Rückgang beim Haushaltsdefizit und der Staatsverschuldung.

Mehr Kredite für EU-Unternehmen

Die Geldschwemme der EZB kommt langsam bei den Unternehmen in der Eurozone an. Im Januar wurden im gesamten Euroraum 2,3 Prozent mehr Kredite an Unternehmen vergeben wie die EZB mitteilte. Schon im Dezember konnte ein Plus von 2,3 Prozent erreicht werden. Und auch 2,2 Prozent mehr Kredite an Privathaushalte als ein Jahr zuvor wurden vergeben. Im Januar stieg auch die wichtige Geldmenge M3 um 4,9 Prozent. Dazu gehören unter anderem Bargeld, Girokonto-Einlagen, kurzfristige Geldmarktpapiere und Schuldverschreibungen. Der Anstieg dieser Geldmenge kann ein Hinweis auf eine mögliche Inflation sein.

Inflationsrate in Deutschland steigt

Im Februar ist die Inflationsrate zum ersten Mal seit viereinhalb Jahren aufgrund von höheren Energie- und Lebensmittelpreisen wohl über die Marke von zwei Prozent gestiegen. In sechs Bundesländern lag die Teuerungsrate zwischen zwei und 2,5 Prozent. Auf dieser Basis erstellt das Statistische Bundesamt eine Schätzung für ganz Deutschland. Der Hauptgrund für die gestiegene Inflationsrate sind die Energiepreise. Benzin und Diesel waren beispielsweise in Nordrhein-Westfalen 16,1 Prozent teurer als im Februar 2016. Heizöl wurde sogar 47 Prozent teurer. Die Opec hatte sich Ende 2016 auf eine Verknappung der Ölfördermenge geeinigt, was für steigende Preise sorgte. Aufgrund von Ernteausfällen wurden aber auch Lebensmittel in den letzten Wochen spürbar teurer.

Neue Verhandlungen zwischen der EU und Griechenland

Die Länder der Eurozone und die griechische Regierung haben sich wieder aufeinander zubewegt. Die griechische Regierung sagte weitere Reformen zu. Experten der Prüf-Institutionen sollen nun bald wieder nach Athen reisen und dort deren Umsetzung kontrollieren. Die Einigung zwischen der EU und Griechenland ist die Voraussetzung, dass das südeuropäische Land weitere Hilfsgelder bekommt. Bis zum Sommer wird allerdings kein frisches Geld benötigt. Weiterhin offen ist die Beteiligung des IWF am Hilfsprogramm für Griechenland. Darüber soll erst nach Abschluss der Kontrollen in Athen entschieden werden.

Erholung der griechischen Tourismusindustrie erwartet

Derweil hofft der griechische Tourismusverband auf eine Erholung in diesem Jahr. Unter anderem aufgrund der Flüchtlingskrise gingen im vergangenen Jahr die Umsätze der für Griechenland so wichtigen Branche zurück. In diesem Jahr hofft man auf einen Anstieg der Umsätze um bis zu neun Prozent. Man erwartet insgesamt 27 Millionen Urlauber in Griechenland. Anders all die Türkei und andere Mittelmeer-Staaten gilt Griechenland weiterhin als sicheres Reiseziel. Erste Buchungsdaten aus Deutschland, Großbritannien und Russland deuten auf eine steigende Nachfrage hin. Der Tourismus macht in Griechenland rund 18 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung aus.

Briten zunehmend besorgt

Einer Umfrage des Marktforschers Nielsen zufolge machen sich die Briten zunehmend Gedanken um die Konjunktur. Ende 2016 gaben 28 Prozent der Befragten die Wirtschaft als eine ihrer größten Sorgen an. Dies waren zwölf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die britische Industrie freut sich zwar über die beste Auftragslage seit zwei Jahren, sorgt sich aber um höhere Kosten. Das schwache Pfund lässt die Einkaufspreise steigen, was sich nun auch auf die Verkaufspreise auswirkt. Laut einer Umfrage erwarten britische Unternehmen, dass sich die Preise in den nächsten drei Monaten so stark erhöhen, wie zuletzt 2011.

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USA

US-Wirtschaft für Zinserhöhung gut gerüstet

Die US-Einzelhändler freuten sich im Januar über ein überraschendes Umsatzplus von 0,4 Prozent. Im Dezember nahm man sogar ein Prozent mehr ein. Der Einzelhandel macht in den USA rund 30 Prozent des privaten Konsums aus. Die Verbraucherpreise stiegen im Januar im Durchschnitt um 2,5 Prozent. Dies war der höchste Anstieg seit fast fünf Jahren. Damit werden die Grundlagen für die Fed immer besser, um bald eine Zinsanhebung durchzuführen. Die Fed zeigt sich weiterhin offen für eine Zinserhöhung, auch wenn an den Märkten zeitweise nur eine Wahrscheinlichkeit von rund 20 Prozent angegeben wurde.

Autobranche fordert Rücknahme von Effizienzregeln

Ein Lobbyverband der Automobilindustrie fordert von der Umweltbehörde EPA die Rücknahme von Regelungen zur Treibstoffeffizienz. Wie die Alliance of Automobile Manufacturers sagte, beruhen die Regeln zur Senkung des Treibstoffverbrauchs bis 2025 auf falschen Annahmen. In dem Verband sind auch bekannte Hersteller wie General Motors oder Volkswagen organisiert. Die Autokonzerne befürchten, dass diese Regelungen eine Million Arbeitsplätze bedrohen könnte.

GELDPOLITIK

Schweizer Notenbank investiert in stabilen Franken

Die Schweizerische Notenbank investiert mit Devisenkäufen in Milliardenhöhe in einen stabilen Franken. Dies legen Sichteinlagen von Bund und Banken bei der Notenbank offen. In den vergangenen Wochen wurden so 4,5 Milliarden Franken investiert. Das Ziel ist, einen zu starken Anstieg der Franken zu verhindern, denn je stärker die einheimische Währung ist, umso mehr leidet die Exportindustrie des Landes. Der Anstieg der Investitionen wird auch mit der Schwäche des Euro begründet, der aufgrund von politischen Unsicherheiten wie den anstehenden Wahlen in Frankreich unter Druck steht.

EZB nimmt mit Anleihenkäufen mehr Geld ein

Auch die Anleihenkäufe der EZB waren in der letzten Zeit erfolgreich. Unter anderem sorgte der starke Dollar dafür, dass man deutliche Gewinne erzielen konnte. 2016 stiegen die Einnahmen um rund zehn Prozent auf 1,19 Milliarden Euro. Der Gewinn der EZB wird an die nationalen Notenbanken ausgeschüttet und nach einem sogenannten Kapitalschlüssel verteilt. Dies ist der Anteil der nationalen Notenbanken am Kapital der EZB.

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