Rück- und Ausblick: Trading News vom 17. bis 31. August 2017

IQ Option ErfahrungenDas Thema Dieselautos entwickelt sich zu einem der wichtigsten Themen im Bundestagswahlkampf. Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt Fahrverbote für Dieselautos ab und sieht nicht das Ende des Verbrennungsmotors. Die Elektromoblität solle dennoch vorangetrieben werden. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will Fahrverbote ebenfalls verhindern. Auch er sieht nicht das Ende des Verbrennungsmotors, sondern kann sich Optimierungen der Dieseltechnik vorstellen. Kürzlich erregte er jedoch mit einer verbindlichen, europäischen Quote für Elektroautos Aufsehen. In Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming trafen sich kürzlich Notenbanker von EZB, Fed und anderen Zentralbanken, Bankenbosse und Wirtschaftsexperten, um sich über die Weltwirtschaft auszutauschen. In den USA stehen nach der Sommerpause wichtige Themen wie die Erhöhung der Schuldenobergrenze an, damit der Staat nicht in Zahlungsschwierigkeiten kommt. US-Präsident Donald Trump droht allerdings damit, eine Einigung platzen zu lassen, wenn nicht im Gegenzug das Geld für die geplante Mauer an der Grenze zu Mexiko bereitgestellt wird.

Inhaltsverzeichnis

  • Wirtschaft
  • GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK
  • Markttechnische Betrachtung:

Wirtschaft

EU

Industrie gegen Verbot von Verbrennungsmotoren

Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) ist gegen eine Quote für Elektroautos und ein Verbot von Verbrennungsmotoren. Für Dieter Kempf, den Präsidenten des BDI, seien dies planwirtschaftliche Instrumente. Für ihn ist „Technologieoffenheit“ der zentrale Begriff in der Debatte. Der Staat könne Ziele vorgeben, die Unternehmen hätten aber die Aufgabe, mit Forschung und Entwicklung Technologien zu entwickeln, die diese Ziele erfüllen. Laut Kempf lassen sich die Klimaziele der Bundesregierung nur mit einer Kombination aus Zukunfts- und Brückentechnologien wie Diesel, Biokraftstoffe und Erdgas erfüllen. Entfielen die Steuervorteile für Diesel, wäre dies auch aus Gründen des Klimaschutzes nicht gut, da ein Dieselfahrzeug weniger Kraftstoff verbraucht und weniger CO2 ausstößt als ein Benzinfahrzeug. Diesel sei als Brückentechnologie weiterhin notwendig.

Unterhaltungselektronik-Branche weiterhin im Aufschwung

Die Unterhaltungselektronik-Branche setzt ihren positiven Trend fort. Im ersten Halbjahr 2017 wurde ein Umsatzplus von 2,4 Prozent erwirtschaftet. Wie aus dem Hemix-Index, den der IFA-Veranstalter gfu, der BVT-Handelsverband Technik und die Gesellschaft für Konsumforschung veröffentlichen, hervorgeht, wurden allein mit TV-Geräten zwei Milliarden Euro umgesetzt. Bei sogenannten Settop-Boxen war der Umsatz mit 349 Millionen Euro überraschend groß. Dies hat den Hintergrund, dass im März das terrestrische TV-Signal auf DVB-T2 umgestellt wurde. Bei IT-Produkten ging der Umsatz allerdings zurück. Bei PCs ging der Umsatz um zehn Prozent zurück. Vor allem der Verkauf von Tablet-PCs ging mit einem Minus von 22,3 Prozent sehr stark zurück. Im Bereich der privat genutzten Telekommunikation konnten Smartphones und Wearables weiterhin positive Zahlen erreichen. Gemeinsam mit Elektrokleingeräten und Elektrogroßgeräten stieg der Umsatz um 2,2 Prozent.

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Großbritannien mit Überschuss

In Großbritannien führen hohe Steuereinnahmen zu einer Entlastung der Staatskasse. Im Juli konnte die Regierung einen Überschuss von 184 Millionen Pfund und damit den ersten Überschuss in einem Monat seit 2002 erzielen. Dies geht aus Zahlen des britischen Statistikamts hervor. Noch vor einem Jahr lag das Defizit bei 308 Millionen Pfund. Dennoch wird auch in dieser Statistik der Wertverfall des Pfunds deutlich. Allein im Juli lagen die Zinszahlungen der Regierung bei fast fünf Milliarden Pfund und damit 18 Prozent höher als noch vor einem Jahr.

Sorge vor Personalengpässen in Großbritannien

Die britischen Dienstleister befürchten aufgrund des Brexit einen Personalengpass. Zu diesem Thema befragte der Industrieverband CBI 167 Unternehmen. Diese befürchten, dass aufgrund des EU-Austritts weniger ausländische Arbeitskräfte zur Verfügung stehen werden. Diese Sorge dadurch verstärkt, da seit dem Brexit-Votum die Zahl der Zuwanderer auf den niedrigen Stand seit drei Jahren sank. Vor allem auf osteuropäischen Ländern wie Polen und Ungarn kamen deutlich weniger Zuwanderer ins Land.

Kaum Strategieänderungen wegen Brexit

Laut einer Umfrage des Nachrichten- und Datenkonzerns Thomson Reuters passen die europäischen Firmen ihre Strategie aufgrund des anstehenden Brexits kaum an. Das Unternehmen befragte 200 Finanzvorstände in Großbritannien und weiteren europäischen Ländern. Fast 70 Prozent der Befragten gaben an, dass der anstehende Brexit keine Auswirkungen auf ihre zukünftige Strategie haben wird. Laut Laurence Kiddle, dem Manager von Thomson Reuters, deute dies auf eine schwache Reaktion der Wirtschaft hin. Die befürchtete Kurzschlussreaktion bleibt damit aus. Nur zwölft Prozent der Befragten prüfte bislang eine Verlagerung ihrer Geschäfte. Nur 19 Prozent der befragten Unternehmen plane derzeit, Arbeitsplätze aus Großbritannien in andere Staaten zu verlegen. Allerdings gab jedes fünfte Unternehmen zu, dass das Brexit-Referendum sie dazu veranlasst habe, nicht weiter in Großbritannien zu expandieren.

Mehr Subventionen durch Bundesregierung

Seit 2015 stiegen die Finanzhilfen und Steuervergünstigungen durch die deutsche Regierung um etwa ein Fünftel wie aus dem aktuellen Subventionsbericht der Bundesregierung hervorgeht. Allein im Jahr 2017 sollen drei Milliarden Euro mehr Subventionen vergeben werden. Die staatlichen Finanzhilfen fließen vor allem in zukunftsorientierte Bereiche wie den Breitbandausbau, die energetische Gebäudesanierung, Energieeffizienz und Kaufanreize für Elektroautos. Da jedoch im gleichen Zeitraum auch das BIP immer weiter stieg, blieb die Subventionsquote annähernd gleich. Ein Großteil der Subventionen erfolgt in Form von Steuervergünstigungen. Vor allem die gewerbliche Wirtschaft kann von Subventionen profitieren.

Passagierrekord an deutschen Flughäfen

Im ersten Halbjahr 2017 sind von den Flughäfen in Deutschland so viele Passagiere wie noch nie abgeflogen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöhte sich die Anzahl der Passagiere um 6,4 Prozent und lag damit bei mehr als 55 Millionen. Vor allem bei Flugreisen ins Ausland war das Plus mit 7,6 Prozent deutlich. Innerhalb Deutschlands wurde ein Zuwachs von 2,3 Prozent erreicht. Während weniger Fluggäste in die Türkei flogen, stieg die Anzahl der Passagiere in Richtung Griechenland und Zypern deutlich. Vor allem Zypern konnte sich über einen deutlichen Anstieg der Fluggäste von knapp 80 Prozent freuen. Außerdem zog es viele Deutsche in die Ferne. Die Flüge im Interkontinentalverkehr stieg um über neun Prozent auf rund 9,5 Millionen. Hier nahmen vor allem die Flüge nach Afrika deutlich zu.

Gastwirte mit Umsatzplus

Die Gastwirte in Deutschland profitieren vom Trend, in Deutschland Urlaub zu machen. Sie konnten von Januar bis Juni ihre Umsätze um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern. Dies geht aus Zahlen des Statischen Bundesamts hervor. Bereinigt um Preissteigerungen liegt das Plus bei 0,3 Prozent. Auf das gesamte Jahr gesehen geht der Deutsche Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) von einem nominalen Anstieg des Umsatzes von zwei Prozent aus. In diesem Jahr ist der Urlaub im eigenen Land bei den Deutschen so beliebt wie noch nie. Die Zahl der Übernachtungen stieg von Januar bis Juni um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit konnten mehr als 205 Millionen Übernachtungen verzeichnet werden. Die meisten Gäste kamen aus dem Inland. Die Branche geht vom achten Übernachtungsrekord in Folge aus. Dies wird sich wohl auch bei den Umsätzen widerspiegeln.

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USA

Sorgen an der Wall Street

Die anhaltenden Diskussionen rund um Donald Trump – vor allem in Folge seiner Äußerungen nach den Unruhen von Rechtsextremisten in Charlottesville – machen die Anleger an der Wall Street zunehmend nervös. Auch die Auflösung zweier Beratergremien sowie zum Teil sehr deutliche Kritik anderer US-Politiker führen zu Unsicherheiten, ob der US-Präsident in der Lage ist, seine Wahlversprechen hinsichtlich Steuersenkungen und Infrastruktur einzuhalten.

Fed-Vize warnt vor Rücknahme der Bankenregulierung

Stanley Fischer warnt die US-Regierung vor einer Rücknahme der Bankenregulierung. Dies sei gefährlich und kurzsichtig. Fischer bezieht sich dabei auf einen Erlass von Donald Trump, der vorsieht, dass die Reformen zur Bankenregulierung, die 2010 infolge der Finanzkrise beschlossen wurden, überprüft werden sollen. Die Kritik Trumps bezieht sich vor allem auf das Dodd-Frank-Gesetz, dass seiner Ansicht nach der Finanzaufsicht zu große Macht gebe und Banken nicht mehr richtig funktionieren würden. So würde wiederum die Wirtschaft gebremst.

US-Notenbanker spricht sich für Vorsicht bei Zinsanhebungen aus

Hochrangige Fed-Vertreter zeigen sich uneinig über das weitere Vorgehen bei den geplanten Zinserhöhungen. Robert Kaplan, der Chef des Fed-Ablegers in Dallas, rät zu Vorsicht und Geduld bei der weiteren Straffung der Geldpolitik. Seiner Ansicht nach deuten die niedrigen Renditen bei zehnjährigen Staatsanleihen auf eine Abschwächung der Konjunktur hin. Darüber hinaus sei es notwendig, dass mittelfristig die Inflation, die zuletzt bei nur 1,5 Prozent lag, anziehe.

Loretta Mester, die Chefin des Fed-Ablegers in Cleveland, will dagegen an den anvisierten Zinsschritten festhalten. Neel Kashkari, der Chef der Fed in Minneapolis sagte, dass die Fed bei ihren Entscheidungen auch politische Faktoren einbeziehe. Er bezog sich bei seiner Aussage vor allem auf die geplante Entscheidung zur Anhebung der Schuldenobergrenze im US-Kongress.

Produktion in den USA kaum gestiegen

Im Juli konnte die US-Industrie ihre Produktion nur leicht um 0,2 Prozent im Vergleich zum Juni erhöhen. Allerdings gingen im Juni mehr Aufträge ein, als erwartet. Vor allem bei langlebigen Gütern von Fernseher bis Flugzeugen konnte man sich mit einem Plus von 6,5 Prozent über den höchsten Anstieg seit Juli 2014 freuen. Für Juli deuten aktuelle Angaben aber auf ein Minus von 0,6 Prozent hin. Nach einem schwachen ersten Quartal legte die US-Wirtschaft im zweiten Quartal wieder zu. Das Bruttoinlandsprodukt steig zwischen April und Juni auf das Jahr hochgerechnet auf 2,6 Prozent.

Tempo bei Nafta-Verhandlungen

Die Teilnehmer der Nafta-Verhandlungen drückten in einer gemeinsamen Erklärung den Wunsch nach schnelleren Verhandlungen aus. Die nächste Gesprächsrunde ist vom 1. bis zum 15. September in Mexiko geplant. Bis zum Jahresende sollen alle drei Wochen weitere Gespräche stattfinden. Das hohe Tempo liegt wohl auch in den für 2018 in den USA und Mexiko geplanten Wahlen begründet. Mit der Einführung des Nafta-Abkommens 1994 stieg der Handel zwischen den USA, Kanada und Mexiko um das Vierfache. Dennoch sieht US-Präsident Trump im Nafta-Abkommen Nachteile für sein Land. Mexiko und Kanada möchten dagegen zentrale Bestandteile des Handelsabkommens beibehalten.

GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

Inflation auch im Juli deutlich unter EZB-Ziel

Im Juli nahmen die Verbraucherpreise laut dem europäischen Statistikamt Eurostat nur um 1,3 Prozent zu. Damit fiel der Preisanstieg ebenso schwach aus, wie im Juni. Während sich die Preise für Energie um 2,2 Prozent verteuerten, stiegen die Preise für unverarbeitete Lebensmittel nur um 0,6 Prozent. Die sogenannte Kernrate, bei der schwankungsanfällige Preise ausgenommen werden, stieg um 1,3 Prozent und damit etwas mehr als im Monat zuvor.

EZB blickt mit Sorge auf Kursanstieg des Euro

Wie aus dem Protokoll der EZB-Zinssitzung im Juli hervorgeht, bereitet der Kursanstieg des Euro den Ratsmitgliedern Sorgen. Zwar sehen die EZB-Vertreter den Kursanstieg seit Jahresbeginn als Anzeichen für eine bessere Konjunktur im Euroraum, dennoch befürchtet man, dass der Wechselkurs zukünftig überschießen könnte. Seit Januar legte der Euro im Vergleich zum Dollar um mehr als elf Prozent zu. Ein starker Euro führt aber auch dazu, dass Waren europäischer Unternehmen auf dem Weltmarkt teurer sind. Dies verringert die Wettbewerbsfähigkeit. Die Aussagen der EZB führten an den Finanzmärkten zu deutlichen Reaktionen. Der Euro viel zeitweise auf ein Drei-Wochen-Tief. Analysten bewerten die Aussagen der EZB als deutliche verbale Intervention zur Unterstützung der exportabhängigen Wirtschaft.

Anleihenkäufe erhöhen Immobilienpreise und Aktienkurse

Laut dem EZB-Vizepräsidenten Vitor Constancio bringen die Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank Schwung in Immobilienpreise und Aktienkurse. Hauspreise seien Schätzungen zufolge um mehr als ein Prozent gestiegen, Aktienkurse um 0,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote sank um 0,7 Prozent.

 

Markttechnische Betrachtung:

Tageschart von Gold

 

Auf diesen Augenblick werden viele Anleger gewartet haben. Den Ausbruch aus der Seitwärtsrange beim Gold. Seit Anfang des Jahres bewegt sich der Kurs des Edelmetalls in einer Seitwärtsrange zwischen 1200 USD auf der Unterseite und knapp 1300 USD auf der Oberseite. Bislang schien kein politisches Ereignis nachhaltig Einfluss auf den Kursverlauf nehmen zu können. Die Bedrohung durch Nordkorea könnte nun aber den Startschuss für einen Aufwärtstrend gegeben haben. Diesen gilt es natürlich noch zu bestätigen, weshalb ich so oder so von einem Rücklauf an die ehemalige Obergrenze ausgehe. Sollte diese Marke halten, dann wäre das ein gutes Zeichen für die Bullen, um Longkäufe zu tätigen. Bei einem Rückfall unter diese Marke würde uns wohl eine weitere lange Zeit der Seitwärtsbewegung bevorstehen.

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