Rückblick: Trading News vom 28. September bis 12. Oktober 2017

IQ Option ErfahrungenDas Thema der vergangenen Wochen war wohl der Katalonien-Konflikt. Bei dem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober stimmten 90 Prozent der Katalanen für die Loslösung von Spanien. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 42 Prozent. Allerdings wurde die Wahl unter schwierigen Umständen durchgeführt. Die spanische Regierung in Madrid hatte das Referendum gerichtlich verboten und ging massiv gegen die Durchführung vor. Vor allem die spanische Polizei wurde für ihr Vorgehen stark kritisiert. Auch beim Treffen der europäischen Finanzminister war Katalonien Thema. Die EU sieht den Katalonien-Konflikt jedoch als innerspanische Angelegenheit und sieht keinen Grund, zwischen Madrid und Barcelona als Vermittler einzugreifen. Sie rief beide Konfliktparteien mehrfach zum Dialog auf. Auch die deutsche Wirtschaft warnt vor einer Abspaltung Kataloniens. Joachim Lang, der Hauptgeschäftsführer des BDI sagte, eine Unabhängigkeit Kataloniens würde zu starken Verunsicherungen in der Wirtschaft führen und tiefe Einschnitte bedeuten. Zudem denken erste Großbanken darüber nach, Katalonien zu verlassen.

Am 10. Oktober blickten wieder für einige Stunden alle Augen nach Barcelona, wo der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont eine Erklärung abgeben wollte. Er erklärte, dass er das Mandat des Volkes annehmen werde, dass Katalonien eine unabhängige Republik wird. Zudem unterschrieb er die Unabhängigkeitserklärung, sagte jedoch, dass die Unabhängigkeit zunächst ausgesetzt werde. Damit hielt er die Tür zum Dialog mit Madrid offen.

Inhaltsverzeichnis

  • Wirtschaft
  • GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

Wirtschaft

EU

Zinserhöhung in Großbritannien in Sichtweite

Der britische Notenbankchef Mark Carney erwartet aufgrund der Wirtschaftsentwicklung in naher Zukunft eine leichte Zinserhöhung. Dies habe der geldpolitischen Ausschuss der Bank of England  vor kurzem signalisiert. Die Notenbank will mögliche Risiken für die Wirtschaft mindern. Derzeit gehen Experten davon aus, dass das Niveau des Leitzinses am 2. November um 0,25 Prozent auf 0,5 Prozent angehoben wird. Zudem befürwortet Carney eine Übergangsphase nach dem EU-Austritt. Dies läge im Interesse Großbritanniens wie auch der EU. In dieser Zeit soll das Land weiter ohne Beschränkungen in der EU handeln können.

Stockende Brexit-Gespräche

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Junker beklagt die mangelnden Fortschritte in den Gesprächen mit der britischen Regierung. Die Gespräche sind noch nicht weit genug fortgeschritten, um in die zweite Verhandlungsphase einzusteigen. In der zweiten Phase ist geplant, neben den Austrittsverhandlungen auch über die zukünftigen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien zu sprechen, im Kern also um ein Freihandelsabkommen. Voraussetzung dafür sind Fortschritte bei anderen Themen wie den Rechten von EU-Bürgern in Großbritannien oder der Grenze zwischen Nordirland als Teil des Vereinigten Königreichs und Irland als Teil der EU. Vonseiten der britischen Regierung war geplant, bis zum EU-Gipfel am 19. und 20. Oktober entscheidende Fragen zu klären. Dies sei laut Junker jedoch unrealistisch.

Sinkende Häuserpreise in London

Auch auf dem Immobilienmarkt werden die Folgen des Brexits und seiner wirtschaftlichen Folgen immer deutlicher. Erstmals seit acht Jahren sanken laut einer Studie die Häuserpreise in der britischen Hauptstadt. Im September lagen sie im Durchschnitt 0,6 Prozent niedriger als im September 2016. Damit ist London zum ersten Mal seit 2005 die Stadt mit der schlechtesten Entwicklung in Großbritannien. Im Rest des Landes legten die Preise für Immobilien um zwei Prozent zu. Dies war jedoch das niedrigste Plus seit über vier Jahren.

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Erneut Leitzins in Island gesenkt

Im November steht in Island eine Neuwahl des Parlaments an. Nur wenige Wochen vor der Wahl hat die Zentralbank nun den Leitzins erneut um 0,25 Prozent gesenkt. Er liegt nun bei 4,25 Prozent. Dies war die fünfte Leitzinssenkung in nur einem Jahr. Mit ihrem Vorgehen will die Zentralbank gegen die niedrige Inflation im Land vorgehen, die zuletzt nur noch bei 1,4 Prozent lag. Der Grund hierfür ist die Aufwertung der Isländischen Krone. Dies hat zur Folge, dass Importe immer günstiger werden. Experten gingen davon aus, dass die Zentralbank mit einer weiteren Zinssenkung bis nach der Wahl warten würde. Derzeit liegen in den Umfragen zur Parlamentswahl Parteien aus dem linken Spektrum in Führung, die zu einer Politik mit mehr Investitionen neigen. Dies könnte die Inflation wieder ankurbeln. Derzeit reagiert die Notenbank auf die aktuelle Preisentwicklung und hofft, dass mit niedrigen Zinsen die Nachfrage nach Krediten für Investitionen und Konsum angekurbelt wird.

Lob für Macrons EU-Pläne

EZB-Chefvolkswirt Peter Praet lobte die Vorschläge des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu Reformen in der EU und der Eurozone. Macron schlug kürzlich unter anderem vor, einen eigenen Haushalt für die Eurozone einzuführen sowie einen Finanzminister für den Währungsraum zu installieren. Auch Praet forderte bereits in der Vergangenheit Strukturreformen, die zu mehr Wirtschaftswachstum führen.

Referendum in Katalonien belastet die Märkte

Das umstrittene Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien belastete am Tag danach die europäischen Finanzmärkte. Vor allem bei spanischen Staatsanleihen, bei denen die Renditen deutlich stiegen, waren die Folgen zu spüren. Investoren verlangten nach dem Referendum höhere Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen. An der spanischen Aktienbörse kam es zu Einbußen und auch der Euro geriet unter Druck. Andere europäische Staatsanleihen gerieten ebenfalls unter einen verstärkten Verkaufsdruck. Die Lage beruhigte sich jedoch schnell wieder und nach einem ersten Schock zu Handelsbeginn gingen die Zahlen wieder nach oben.

USA

Baldige Entscheidung über Fed-Chef

US-Präsident Donald Trump will nach eigenen Aussagen in den kommenden Wochen über den neuen Fed-Chef entscheiden. Es habe bereits Gespräche mit mehreren Kandidaten gegeben, auch mit dem Ökonomen Kevin Warsh, der derzeit als Favorit für den Posten sowie als Trump-Vertrauter gilt. Warsh war in der Vergangenheit bereits Fed-Direktor und befürwortet eine straffere Geldpolitik. Er war zwischen 2006 und 2011 Mitglied des Fed-Direktoriums, trat dann jedoch wegen Meinungsverschiedenheiten zum Wertpapier-Kaufprogramm zurück. Laut dem „Wall Street Journal“ soll es bereits ein Treffen zwischen Warsh und Finanzminister Steven Mnuchin gegeben haben. Dennoch sind wohl auch andere Kandidaten noch im Rennen. Dazu gehören John Taylor, Ökonom an der Universität in Standfort, John Allison, der ehemalige Chef der Bank BB&T sowie Lawrence Lindsey, ebenfalls ein ehemaliger Fed-Direktor.

Niedrige Inflation bereitet Fed immer mehr Sorgen

Auf ihrem letzten Treffen diskutierten die Fed-Mitglieder ausführlich über das Thema Inflation. Dies geht aus den Protokollen zur September-Sitzung hervor, die nun veröffentlicht wurden. Mehrere Teilnehmer befürchten, dass die schwache Inflation länger anhalten könnte. Daher müsse bei der Rücknahme der geldpolitischen Unterstützung Geduld aufgebracht werden. Dennoch halten viele Notenbanker eine weitere Zinsanhebung in diesem Jahr für gerechtfertigt.

Das zweite Fed-Ziel, die Vollbeschäftigung, hat man dagegen praktisch erreicht. Im September lag die Arbeitslosenquote bei 4,2 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit 2001. Allerdings hatten die schweren Wirbelstürme in den USA zur Folge, dass die Beschäftigung zurückging. Zeitweise wurden Mitarbeiter entlassen, Neueinstellungen aber verschoben.

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Fed-Mitglied lehnt baldige Zinserhöhung ab

James Bullard, der Chef des Fed-Ablegers in St. Louis, sagte kürzlich, dass eine weitere Zinserhöhung in der nächsten Zeit nicht nötig sei. Als Grund dafür nannte er, dass die Inflation wahrscheinlich auf einem niedrigen Niveau bleiben werde. Zudem werde das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr nicht deutlich über zwei Prozent liegen. Aus diesen Gründen sei das derzeitige Zinsniveau angemessen. Bullard wendet sich bereits seit einige Zeit gegen Zinserhöhungen. Allerdings ist er in diesem Jahr nicht Mitglied im Offenmarktausschuss, der über Zinsentscheidungen abstimmt. Er nimmt aber an Beratungen des Gremiums teil.

Notenbankchefin Janet Yellen sagte dagegen vor kurzem, dass die noch immer niedrige Inflation einer weiteren Zinserhöhung nicht im Wege stehe. Sie sagte, es sei nicht klug, abzuwarten, bis das Zwei-Prozent-Ziel erreicht sei.

Niedrige Inflation kann für Flexibilität sorgen

Eric Rosengren, ein weiteres hochrangiges Fed-Mitglied, sieht in der aktuell niedrigen Inflation sogar eine Möglichkeit für mehr Flexibilität bei der Straffung der Geldpolitik. Die Notenbanker könnten aus diesem Grund die Leitzinsen langsamer anheben. Er wäre allerdings beunruhigt, wenn das angestrebte Zwei-Prozent-Ziel auf längere Zeit verfehlt würde. Würde man die aktuelle Geldpolitik in dieser Form weiter verfolgen, bestehe die Gefahr, dass die Inflationsrate sprunghaft ansteigen könnte und die Fed dann zum Handeln zwingen würde. Rosengren gilt als Befürworter einer restriktiven Geldpolitik und spricht sich dafür aus, regelmäßig die Zinsen zu erhöhen.

GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

EZB-Bankenaufsicht will mehr Risikovorsorge für notleidende Darlehen

Die EZB-Bankenaufsicht plant, neue Richtlinien einzuführen, um ein erneutes zu starkes Anwachsen von Problemdarlehen in den Bilanzbanken zu vermeiden. Institute sollen ab dem kommenden Jahr alle Darlehen, die neu als notleidend eingestuft werden, komplett über Rückstellungen abdecken. Je nach Darlehen sollend die Banken dafür bis zu sieben Jahre Zeit bekommen.

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