Rückblick: Trading News vom 25. Mai bis 8. Juni 2017

IQ Option ErfahrungenEnde Mai war US-Präsident Donald Trump zum ersten Mal in Europa unterwegs. Unter anderem nahm er am NATO-Gipfel in Brüssel sowie am G7-Gipfel im italienischen Taormina teil. Wie erwartet sorgte die Reise des US-Präsidenten für allerhand Gesprächsstoff. In Taormina ging es vor allem um die Themen Entwicklungshilfe und Klimaschutz. Dort wurden erneut Differenzen zwischen Donald Trump und den übrigen Gipfelteilnehmern deutlich. Wenige Tage nach dem Treffen auf Sizilien verkündete Trump dann den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen.

Inhaltsverzeichnis

  • Wirtschaft
  • Geld- und Währungspolitik
  • Markttechnische Betrachtung

Wirtschaft

EU

Bankenrettung in Italien

Die italienische Regierung kündigt weitere Gespräche mit der EU zur Rettung der beiden Krisenbanken Popolare di Vicenza und Veneto Banca. Zuvor hatte die EU die Rettungsvorschläge der italienischen Regierung abgelehnt. Laut Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan sollen nun weitere Gespräche stattfinden, um eine Lösung zu finden. Laut EZB fehlen beiden Banken derzeit 6,4 Milliarden Euro. Schon im März wurden Staatshilfen beantragt. Die EU fordert jedoch, dass sich private Geldgeber mit einer Milliarde Euro an der Rettung der Banken beteiligen. Diese Summe war der italienischen Regierung jedoch zu hoch. Gelder aus dem Bankenhilfsfonds mit einem Volumen von 20 Milliarden Euro, der im Dezember von der italienischen Regierung eingeführt wurde, wurden bereits verwendet, um die Bank Monte dei Paschi di Siena zu retten.

OPEC-Treffen in Wien

Auf dem OPEC-Treffen in Wien Ende Mai beschloss die Organisation erdölexportierender Länder, die Begrenzung der Ölfördermenge bis März 2018 beizubehalten. Das Ziel ist es, den Markt zu stabilisieren. Weitere Kürzungen wurden unter anderem von Saudi-Arabiens Energieminister Khalid Al-Falih abgelehnt. Dies führte dazu, dass die Ölpreise zunächst sanken. Die Reduzierung der Ölmenge führt dazu, dass die ölfördernden Länder weniger Einnahmen erzielen. Daher gilt eine weitere Verlängerung als unwahrscheinlich. Der Ölpreis konnte sich seit der Einführung der Begrenzung bei etwa 50 Dollar pro Fass stabilisieren.

Seit Mitte 2015 fiel der Ölpreis sehr stark. Dies erfreute die Verbraucher, bedeutete aber hohe Verluste für Förderunternehmen und Ölstaaten. Eine deutliche Verteuerung des Ölpreises konnte bislang jedoch nicht erreicht werden. Daher wird sich nach Ansicht von Experten der Ölpreis bei einer Fortsetzung des Produktionslimits nicht deutlich verändern. Zudem wurde auf dem Treffen in Wien Äquatorialguinea als 14. Mitglied in die Staatenorganisation aufgenommen. Russland und einige andere Länder, die nicht Mitglied der OPEC sind, nahmen ebenfalls an den Beratungen teil.

EZB blickt mit Sorge auf einzelne Länder

Die Verschuldung einzelner Länder in der Eurozone macht der EZB Gedanken. In den vergangenen Monaten habe die Gefahr zugenommen, dass dieses Thema wieder in den Fokus rücken könnte. Dies geht aus dem Bericht zur Finanzstabilität der EZB hervor. Politische Unsicherheiten könnten das Wachstum bremsen und Risiken verursachen. Dies könnte Sorgen um die Schuldentragfähigkeit einiger Länder zur Folge haben. Welche Staaten die EZB vor allem im Auge hat, geht aus dem Bericht nicht hervor. Ökonomen haben allerdings vor allem Italien im Blick, dessen Staatsverschuldung derzeit etwa 133 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht.

Insbesondere die Gefahr starker Kursbewegungen am Staatsanleihen-Markt sei weiterhin groß. Nach der Präsidentenwahl in Frankreich sanken allerdings die Rendite-Unterschiede leicht. Die aktuellen Risiken seinen dennoch nicht vergleichbar mit der Situation während der Schuldenkrise 2012. Im anstehenden Austritt Großbritanniens aus der EU sieht die EZB keine Gefahr für die Finanzstabilität im Euroraum.

Deutsche Wirtschaft nach G7-Gipfel weiterhin besorgt

Beim G7-Gipfel einigten sich die Teilnehmerstaaten letztendlich doch auf einen Kompromiss beim Thema Freihandel und Protektionismus. Dennoch zeigt sich die deutsche Wirtschaft weiterhin besorgt über die Zukunft der Beziehungen zu den USA. Der Industrieverband BDI sieht ebenso wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag große Unsicherheit bei Unternehmen. BDI-Präsident Dieter Kempf bewertet den Kompromiss zum Protektionismus als enttäuschend und sieht kein klares Signal für Freihandel und weltweiten Klimaschutz. Die deutsche Wirtschaft sei auf Verlässlichkeit und klare Rahmenbedingungen angewiesen. Daher müsse Europa nun mehr Verantwortung übernehmen und die internationalen Handelsregeln noch aktiver mitgestalten. Dennoch bleibe die USA ein wichtiger Partner.

Kreditvergabe steigt

Die Kreditvergabe an Unternehmen nahm zuletzt so stark zu, wie seit sechs Jahren nicht mehr. Im gesamten Euroraum wurden im April 2,4 Prozent mehr Kredite an Unternehmen vergeben als im gleichen Zeitraum 2016. Der Chefvolkswirt der deutschen Förderbank KfW, Jörg Zeuner, wertet dies als Anzeichen dafür, dass die Unternehmen wieder optimistischer in die Zukunft schauen. Damit jedoch der Investitionsrückstand aus den Krisenjahren aufgeholt werden kann, muss sich diese Entwicklung fortsetzten. Auch Privathaushalte bekamen im April 2,4 Prozent mehr Kredite als vor einem Jahr. Vor allem die Vergabe von Krediten für den Immobilienerwerb nahm mit drei Prozent deutlich zu. Auch bei den Verbraucherkrediten gab es mit 4,6 Prozent einen klaren Zuwachs.

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Keine neuen 1- und 2-Cent-Münzen mehr in Italien

Italien wird ab den 1. Januar 2018 die Prägung von 1- und 2-Centmünzen einstellen und damit die kleinen Münzen abschaffen. Dies entschied die Bilanzkommission der Abgeordnetenkammer in Rom. Preise werden somit in Zukunft auf den nächsthöheren 5-Cent-Betrag aufgerundet. Laut der Demokratischen Partei, die den Vorschlag eingebracht hatte, seien die kleinen Münzen sehr kostspielig für den Handel. Die Herstellungskosten seien im Vergleich zum Materialwert sehr hoch. Innerhalb eines Monats muss die Bilanzkommission ihre Entscheidung der EZB mitteilen. Die 1- und 2-Cent-Münzen, die oft als unhandlich eingeschätzt werden, sorgen auch in anderen Ländern immer wieder für Diskussionen. Auch in Deutschland hatte sich vor zwei Jahren in einer Umfrage die Mehrheit der Befragten für eine Abschaffung ausgesprochen. Allerdings lehnt es die Mehrheit der Deutschen ab, komplett auf Bargeld zu verzichten.

Umsatzeinbußen im Einzelhandel

Für die deutschen Einzelhändler begann das zweite Quartal mit leichten Umsatzeinbußen. Die Einnahmen sanken im April um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Analysten hatten dagegen mit einem leichten Umsatzplus gerechnet, da die Einnahmen im Einzelhandel in den Monaten zuvor gestiegen sind. Im ersten Quartal konnten die Einzelhändler in Deutschland ein Plus von 25,5 Prozent erzielen. Der Internet- und Versandhandel konnte seine Umsätze sogar um 7,2 Prozent erhöhen. Auch Einzelhändler, die Einrichtungsgegenstände, Haushaltsgeräte und Baubedarf führen, konnten sich um 3,2 Prozent mehr Umsatz freuen. 

Hoteliers und Gastronomen erwarten den Sommer

Das deutsche Gastgewerbe erwartet die Sommermonate mit Zuversicht. Allerdings sanken zuletzt die Einnahmen der Gastronomen: Fast die Hälfte der Gastronomen und über ein Drittel der Hoteliers beklagten sinkende Gewinne. Für April bis September erwarten jedoch knapp zwei Drittel der Hoteliers sowie gut 50 Prozent der Gastronomen steigende Umsatzzahlen. Dies ergab eine Umfrage des Branchenverbands Dehoga unter 2.500 Betrieben. Dehoga-Präsidet Guido Zöllick sieht den Grund für die schwächelnden Gewinne in der Arbeitszeit. Der Verband fordert eine wöchentliche Höchstarbeitszeit statt einer täglichen. Dies sorge für mehr Flexibilität, verlängere jedoch nicht die Gesamtarbeitszeit. Auch der bürokratische Aufwand im Zusammenhang mit der Einführung des Mindestlohnes belastet die Unternehmen im Hotelgewerbe. Dennoch erwartet der Dehoga in diesem Jahr ein Umsatzplus von zwei Prozent.

Baubranche mit guten Aussichten

Der gute Jahresauftakt sowie ein großzügiges Auftragspolster lässt die deutsche Baubranche optimistisch auf den weiteren Jahresverlauf blicken. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) erwartet ein Umsatzplus von sechs Prozent auf 113,5 Milliarden Euro. Bislang ging man von fünf Prozent Wachstum aus. Die Baukonjunktur läuft damit noch besser, als zu Jahresbeginn erwartet. Schon im ersten Quartal lagen die Umsätze fast zwölf Prozent höher als im Vorjahr. Das Neugeschäft konnte zehn Prozent dazugewinnen. Auch die Auftragsbücher sind gut gefüllt: Die Auftragsbestände liegen mit 35 Milliarden Euro auf einem Rekordniveau. Daher rechnet der HDB bis zum kommenden Jahr mit 25.000 neuen Arbeitsplätzen in der Branche.

Die Signale für das laufende Quartal sind sehr positiv. Die Auftragsbestände reichen derzeit für 3,8 Monate und damit deutlich länger als gewöhnlich. Dies hat den Hintergrund, dass dringend zusätzlicher Wohnraum benötigt wird und die Investitionen der öffentlichen Hand zunehmen. Für 2018 rechnet der Branchenverband mit einem Umsatzzuwachs von 5,5 Prozent.

USA

US-Wirtschaft verliert an Schwung

Seit dem Amtsantritt von Donald Trump im Januar wächst die Konjunktur so langsam, wie seit einem Jahr nicht mehr. Von Januar bis März wuchs das BIP aufs Jahr hochgerechnet nur um 1,2 Prozent. Dies teilte das US-Handelsministerium in einer zweiten Schätzung mit. Zunächst ging man sogar nur von einem Wachstum von 0,7 Prozent aus. Ende 2016 lag das Wachstum noch bei 2,1 Prozent. Die US-Bürger gaben Anfang des Jahres nur 0,6 Prozent mehr aus. Dies war so wenig wie seit Ende 2009 nicht mehr. Darüber hinaus sanken die Ausgaben des Staates um 1,1 Prozent. Der Export sowie Investitionen konnten der Wirtschaft dagegen Impulse geben.

Dennoch erwarten Ökonomen für Juni eine weitere Zinserhöhung durch die Fed. Bevor die Fed im Juni jedoch tatsächlich die Zinsen anhebt, will die Notenbank Signale für eine Festigung des Aufschwungs abwarten. Die US-Industrie konnte sich beispielsweise im April über mehr Aufträge als erwartet freuen. Die Bestellungen für langlebige Güter sanken jedoch um 0,7 Prozent.

US-Automarkt schwächelt

Im Mai wurden in den USA etwa 1,5 Millionen Neuwagen zugelassen. Dies ist ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Die Verkäufer versuchten, mit zum Teil hohen Rabatten – vor allem über das lange Wochenende am Memorial Day – die Verkäufe anzukurbeln. Die Hersteller waren wohl bereit für Verkaufsanreize. Das Ziel war es, die Kunden dazu zu animieren, ihren neuen Wagen direkt zu kaufen, nicht zu leasen.

Fed-Mitglied für Beginn von Bilanzabbau

Loretta Mester, die Chefin der Notenbank von Cleveland, vertritt die Ansicht, dass die Fed noch in diesem Jahr mit dem Bilanzabbau beginnen sollte. Derzeit liegt die Bilanzsumme bei 4,5 Billionen Dollar und wird am Ende laut Mester höher liegen als vor der Finanzkrise. Der Grund dafür ist, dass derzeit die Dollar-Nachfrage höher ist. Vor Ausbruch der Finanzkrise 2007 lag die Bilanzsumme der Fed noch bei nur 800 Milliarden Dollar. In den vergangenen Jahren wurde aber verstärkt Staatsanleihen und andere Wertpapiere gekauft, um die Konjunktur zu stützen. Dies hatte zur Folge, dass sich die Bilanzsumme deutlich aufblähte.

Kandidaten für Fed-Direktorium

US-Präsident Donald Trump plant angeblich, zwei konservative Kandidaten für das Direktorium der Fed zu nominieren. Laut der „New York Times“ sind der Universitätsprofessor Marvin Goodfriend sowie Randal Quarles, ein ehemaliger Mitarbeiter des US-Finanzministeriums, für zwei der drei vakanten Positionen im Gespräch. Beide gelten als Befürworter einer strafferen geldpolitischen Ausrichtung. Falls beide Kandidaten bestätigt werden, wird es durchaus wahrscheinlicher, dass die Fed schneller die Zinsen anhebt als bislang erwartet.

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Geld- und Währungspolitik

EZB dämpft Erwartungen

Die nächste Sitzung der EZB findet am 8. Juni in Tallinn statt. EZB-Führungsmitglieder dämpfen allerdings die Erwartung, dass die Zentralbank bei dieser Sitzung einen geldpolitischen Kurswechsel ankündigt. EZB-Chefvolkswirt Peter Praet sagte auf einer Veranstaltung im bulgarischen Sofia, dass sich zwar die wirtschaftliche Erholung im Euroraum festige, aber man zunächst eine ausreichend breite und solide Informationsbasis schaffen müsse. Erst müsse sichergestellt sein, dass die vorhergesagte Entwicklung der Inflation robust, dauerhaft und selbsttragend sei. Unter anderem sei das Lohnwachstum noch immer verhalten. Auch Vitor Constancio, Vizedirektor der EZB, rät zur Vorsicht. Er befürwortet, die geldpolitischen Hilfen der Zentralbank nicht vorzeitig einzustellen.

Dennoch sind einige Experten der Meinung, die EZB könnte bereits im Juni Änderungen an ihrer Geldpolitik ankündigen. Kurz vor der Sitzung gingen Insider davon aus, dass die EZB-Verantwortlichen wohl ihre Wirtschaftsprognose anpassen werden, aber keine Veränderungen hinsichtlich ihrer derzeitigen Linie verkünden wird. So wird die EZB wohl ihre Wachstumsprognose etwas erhöhen, die Inflationsvorhersage jedoch nach unten korrigieren.

Inflationsrate in der Eurozone geht zurück

Laut dem Statistikamt Eurostat stiegen die Verbraucherpreise in der Eurozone im Mai nur noch um 1,4 Prozent, denn die Preise für Energie verteuerten sich weniger stark wie in den letzten Monaten. Noch im April lag die Inflationsrate bei 1,9 Prozent und verfehlte damit nur knapp das Ziel der EZB. Dieser überraschende Einbruch der Teuerungsrate macht einen Kurswechsel der EZB eher unwahrscheinlich. Einige Experten gehen sogar davon aus, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten noch etwas weiter zurückgehen wird. Auch EZB-Chef Mario Draghi sagte zuletzt, dass eine geldpolitische Unterstützung weiterhin nötig sei.

IWF-Finanzmarktchef Tobias Adrian warnt vor zu schnellen Zinserhöhungen in Europa

Der IWF warnt ebenfalls vor einer schnellen Zinswende in Europa. Der Finanzmarktchef des IWF Tobias Adrian sagte in einem Interview mit dem „Focus“, dass Europa noch etwas entfernt von einer nachhaltigen Kehrtwende im Inflationsverlauf sei. Der IWF geht davon aus, dass die Inflationsrate ab Mai wieder etwas sinken und damit deutlich unter zwei Prozent, dem Zielwert der EZB, liegen wird. Auch die Kerninflationsrate sei mit 1,2 Prozent immer noch vergleichsweise niedrig. Daher sieht Adrian keine Notwendigkeit für Zinserhöhungen.

Markttechnische Betrachtung

Tageschart des DAX

Der deutsche Leitindex erreichte vor ein paar Wochen ein ATH. An diesem Punkt korrigierte der Kurs und es kam zu einem Rücklauf an die Marke von etwa 12500 Punkten. Diese Marke dient nun als untere Grenze einer Seitwärtsbewegung, in die der Kurs aktuell gefallen ist. Ob es sich um eine notwendige Korrektur handelte oder der Kurs weiterhin in dieser Range verbleiben wird, wird sich an bestimmten Marken zeigen. So wird sich in der nächsten Woche zeigen, ob der Kurs nachhaltig nach oben ausbrechen kann oder ob sich ein Doppeltop ausbildet. In diesem Fall würden Kurse von 12.000 Punkten durchaus möglich sein. Die Frage ist also, ob die aktuellen politischen Ereignisse den Kurs nachhaltig beeinflussen können oder ob die Charttechniker wieder das Ruder übernehmen. Ich rate in dieser Situation auf jeden Fall zu einer engen Absicherung. Mutige Trader könnten am ATH mit Short Optionen auf fallende Kurse setzen.

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