Rückblick: News vom 20. Juli bis 3. August 2017

IQ Option ErfahrungenIn Europa wird derzeit über eine Veränderung in der Geldpolitik der EZB diskutiert. Während sich einige Experten für eine Lockerung der Geldpolitik in absehbarer Zeit aussprechen, gibt es auch Stimmen, die vor einer zu frühen Aufgabe der derzeitigen Politik warnen. Vor allem die Inflation bereitet der EZB weiterhin sorgen. In den USA sind weitere Zinserhöhungen derzeit kein Thema. Die Fed möchte sich zunächst dem Thema Bilanzabbau widmen.

Inhaltsverzeichnis

  • Wirtschaft
  • Geld- und Währungspolitik

Wirtschaft

EU

Britischer Einzelhandel mit Umsatzplus

Überraschend konnten sich die britischen Einzelhändler über ein Umsatzplus freuen. Das sonnige Wetter im Juni hat wohl dazu beigetragen. Die Erlöse stiegen um 0,6 Prozent im Vergleich zum Mai. Die Verbraucher kauften vor allem Kleidung. Bei Lebensmitteln und Kraftstoffen gab es allerdings einen Umsatzrückgang. Insgesamt stiegen von April bis Juni die Umsätze um 1,5 Prozent, nachdem es zu Beginn des Jahres das größte Minus seit sieben Jahren gegeben hatte. Weiterhin belastet die hohe Inflation die Kauflaune der Konsumenten. Nach dem Vier-Jahres-Hoch von 2,9 Prozent im Mai sank die Inflation vor allem aufgrund von niedrigeren Ölpreisen im Juni auf 2,6 Prozent.

IWF zu Griechenlandhilfe bereit

Der Internationale Währungsfonds erklärt sich bereit, unter bestimmten Bedingungen Griechenland mit weiteren Geldern zu unterstützen. Der IWF genehmigte einen Kredit in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar, mit dem das aktuelle Rettungsprogramm unterstützt werden soll. Derzeit beteiligen sich ausschließlich europäische Instituten am Rettungsprogramm für Griechenland. Der IWF fordert jedoch weiterhin Reformen in Griechenland. Zudem sollen die europäischen Gläubiger konkrete und glaubhafte Versicherungen zur Schuldentragfähigkeit Griechenlands an den IWF geben. IWF-Chefin Christine Lagarde fordert, dass die europäischen Gläubiger Griechenland bei Schuldenerleichterungen entgegenkommen müssen. Die europäischen Partner fordern von Griechenland einen Primärüberschuss von 3,5 Prozent der Wirtschaftskraft, während sich Lagarde für nur 1,5 Prozent ausspricht. Der Primärüberschuss umfasst den Staatshaushalt ohne Zinszahlungen.

Griechenland wieder am Kapitalmarkt

Nach drei Jahren ist Griechenland zurück am Kapitalmarkt und platzierte eine fünfjährige Staatsanleihe, mit der das Land günstiger neue Schulden aufnehmen konnte. Das Wertpapier wurde mit einem Volumen von drei Milliarden Euro und einer Rendite von 4,625 Prozent ausgegeben. Die Nachfrage überstieg laut der Thomson Reuters-Tochter IFR das Platzierungsvolumen um mehr als das Doppelte. Die Emission gilt als Test, ob das Land auch ohne den Euro-Rettungsschirm finanziell bestehen kann. Vor dem Ende des dritten Rettungspakets im August 2018 soll es zwei weitere Emissionen geben.

Anleihen südlicher Länder wieder gefragter

Nach Ansicht des Leiters der volkswirtschaftlichen Abteilung der Europäischen Zentralbank, Frank Smets, seien Anleihen der südlichen Euroländer wieder gefragter. Mehr Investoren legen wieder Geld in diese riskanteren Anleihen an. In der letzten Zeit gab es am Anleihenmarkt einige Kursausschläge, die die Renditeunterschiede überraschend verkleinert hätten. Die Renditeunterschiede zwischen zehn-jährigen Bundesanleihen und Anleihen aus Italien und Spanien verkleinerten sich deutlich. Dies könnte die Ursache darin haben, dass wieder vermehrt in riskantere Anlageformen investiert wird. Die angesprochenen Kursveränderungen kamen nach der viel beachteten Rede Mario Draghis vor einigen Wochen in Portugal zustande, in der er eine weniger expansive Geldpolitik andeutete.

Irischer Wirtschaft droht Überhitzung

Philip Lane, der Chef der irischen Notenbank, warnt vor einer Überhitzung der irischen Wirtschaft in den nächsten Jahren. Falls es Ende 2018 oder Anfang 2019 zu Vollbeschäftigung komme, könnte sich die Konjunktur völlig verändern. Dies könnte die irische Regierung vor eine große Herausforderung stellen. Um die Wirtschaft dann wieder abzukühlen, könnten Steuererhöhungen notwendig werden.

Die irische Wirtschaft wuchs in den letzten Jahren deutlich schneller als die aller anderen europäischen Länder. Lag die Arbeitslosenquote vor 15 Jahren noch bei über 15 Prozent, so beträgt sie heute nur noch 6,3 Prozent. Zudem will die irische Regierung ihre Investitionen in den kommenden fünf Jahren fast verdoppeln. So sollen Schwachstellen, die nach der Finanzkrise noch nicht behoben wurden, beseitigt werden.

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Konsumklima in Frankreich trübt sich ein

Im Juli fiel das Barometer für Konsumentenvertrauen in Frankreich überraschend um vier Zähler und beträgt nun nur noch 108 Punkte. Ökonomen gingen davon aus, dass sich das Barometer weiter auf seinem Zehn-Jahres-Hoch halten würde. Die Franzosen schätzen damit ihre finanziellen Aussichten schlechter ein, als im Monat zuvor. Auch die Angst vor Arbeitslosigkeit stieg wieder leicht. Im Juni ging die Arbeitslosenquote leicht zurück. Zudem plant Präsident Macron Reformen am Arbeitsmarkt, die jedoch in der Bevölkerung umstritten sind.

Onlinebestellungen im EU-Ausland

Vielen Europäer bestellen über das Internet auch gerne im EU-Ausland. Doch hier gibt es häufig Probleme. 2016 bestellten rund 55 Prozent der Europäer Waren im Internet. Das Vertrauen in Onlinehändler nimmt immer mehr zu. Fast 25 Prozent der Verbraucher beklagt aber auch Probleme. So werden beispielsweise manche Zahlungsmittel im EU-Ausland nicht akzeptiert oder der Händler liefert nicht in das Land des Kunden. Dies geht aus Daten der EU-Kommission für das Consumer Score Board hervor.

Franken auf Eineinhalb-Jahrestief zum Euro

Der Schweizer Franken hat Ende Juli deutlich an Wert verloren und fiel auf den tiefsten Stand seit 18 Monaten. Der Euro stieg dagegen auf bis zu 1,1174 Franken und auch der Dollar konnte im Vergleich zum Franken zulegen. Dieser Kursverfall könnte mit der steigenden Attraktivität des Euro und einer möglichen Abkehr von der extrem lockeren Geldpolitik der EZB zusammenhängen. Des Weiteren sind viele Anleger der Ansicht, dass die Eurokrise endgültig überwunden ist. Dies lässt sich auch an dem steigenden Interesse für Anleihen aus südeuropäischen Ländern erkennen.

Gute Stimmung in Italien

In Italien ist die Stimmung in der Industrie und bei den Verbrauchern deutlich positiver. Überraschend stieg das Barometer für das verarbeitende Gewerbe im Juli um 0,4 Punkte. Experten hatten zuvor einen leichten Rückgang prognostiziert. Vor allem gute Aussichten bei Aufträgen und Produktion hoben die Stimmung. Auch das Barometer für Konsumklima legte überraschend um 0,3 Punkte zu. Dagegen sank der Index zur Stimmung in Industrie, Einzelhandel, Bau und Dienstleistungssektor um 0,8 Punkte.

Gutes Geschäftsklima bei deutschen Dienstleistern

Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im vergangenen Monat um 1,7 auf 109,7 Punkte. Dies geht aus einer Umfrage des Ifo-Instituts unter 2.500 Unternehmen hervor. Damit ist das Geschäftsklima auf dem besten Wert seit einem halben Jahr. Dienstleister schätzen ihre Aussichten für die kommenden Monate etwas besser ein. In Industrie, Bau und Handel lag der Ifo-Geschäftsklimaindex zum dritten Mal in Folge auf einem Rekordwert.

Dämpfer für Wachstum in der Eurozone

Nach einem starken ersten Halbjahr verliert die europäische Wirtschaft etwas an Schwung. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft, der die Industrie und die Dienstleitungsbranche zusammenfasst, sank im Juli um 0,5 Punkte. Dies ist der tiefste Wert seit sechs Monaten. Damit hat der Aufschwung den zweiten Monat in Folge an Fahrt verloren. Dennoch bleibt die Wachstumsrate aber sehr hoch. Der IWF hob daher seine Prognose für das BIP im Jahr 2017 von 1,7 auf 1,9 Prozent an. Obwohl die Zahlen bei Auftragseingängen, Auftragsbeständen und Beschäftigung niedriger waren, als im Juni ist ein Ende des Aufschwungs nicht in Sicht. Darüber hinaus wurden in den letzten Wochen so viele neue Stellen geschaffen, wie seit zehn Jahren nicht mehr.

EZB-Strafzins immer teurer für Banken

Wie die Düsseldorfer Beratungsfirma Barkow Consulting berechnet hat, zahlten allein die deutschen Kreditinstitute seit Anfang des Jahres mehr als 900 Millionen Euro Zinsen, um überschüssige Liquidität bei der EZB zu halten. Im vergangenen Jahr mussten die deutschen Banken mehr als eine halbe Milliarde Strafzinsen zahlen. Derzeit liegt der Zins auf Bankeinlagen bei der EZB bei Minus 0,4 Prozent.

Nachfrage nach Smartphones auf Rekordniveau

Von April bis Juni wurden weltweit 347 Millionen Smartphones verkauft. Die Verkaufspreise stiegen dabei um neun Prozent. Dies geht aus Daten des Marktforschungsunternehmens GfK hervor, das weltweit Verkaufszahlen im Einzelhandel ermittelte. Vor allem in den asiatischen Schwellenländern steige derzeit die Nachfrage. Dort seien im untersuchten Zeitraum 13 Prozent mehr Smartphones verkauft worden als im Vorjahreszeitraum. In Mittel- und Osteuropa sowie in Lateinamerika stiegen die Verkaufszahlen ebenfalls. Auch wenn der Markt in einigen Ländern bereits gesättigt ist, ist die Nachfrage nach Smartphones weiterhin hoch. Der Markt in Westeuropa wird hingegen zunehmend schwierig. Auf den großen Märkten Deutschland, Frankreich und Großbritannien sankt die Nachfrage nach Smartphones.

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USA

Immobilienpreise in den USA stiegen

Aufgrund von steigenden Preisen wurden im Juni überraschend weniger Häuser verkauft als im Vormonat. Im Mai lag der Eigenheimabsatz noch auf dem dritthöchsten Wert der letzten zehn Jahre, doch ein verhältnismäßig knappes Angebot lässt die Preise steigen. Im Juni führten daher die höheren Preise zu einem Rückgang bei den Hausverkäufen von 1,8 Prozent.

Schwacher US-Automarkt

Der Abwärtstrend auf dem US-Automarkt geht weiter. Der Autoabsatz sank im Juli erneut. General Motors, Ford und Fiat Chrysler senkten ihre Verkäufe an Mietwagenfirmen. Zudem geht die Nachfrage von Privatkunden bereits im fünften Monat in Folge zurück. General Motors musste beispielsweise einen Absatzrückgang von etwa 15 Prozent in Kauf nehmen. Toyota war einer der wenigen großen Unternehmen am Markt, die ihre Absatzzahlen steigern konnten.

Zinspause in den USA

Die Fed wird ihren Zins zunächst bei einem bis 1,25 Prozent belassen und sich dem Thema Bilanzabbau widmen. Dennoch wird noch in diesem Jahr eine weitere Zinserhöhung erwartet. Einige Händler gehen jedoch nicht mehr davon aus. Die amerikanische Konjunktur hat sich gut erholt, daher wird die Fed diese wohl nicht mehr so stark anschieben. Schon bald kann die Notenbank daher mit dem Abbau ihrer aufgeblähten Bilanz beginnen. Weiterhin geht man von einer entsprechenden Ankündigung im September aus. John Williams, der Leiter des Fed-Ablegers in San Francisco, sagte, dass die geldpolitische Sitzung im kommenden Monat ein passender Zeitpunkt für die Bekanntgabe des Bilanzabbaus sei. Williams machte allerdings keine Angaben dazu, wie stark die Bilanz schrumpfen soll.

Geld- und Währungspolitik

EZB-Sitzung im Juli

Auf ihrer Juli-Sitzung sprach die Europäische Zentralbank über ihre Leitzinsen und Anleihenkäufe. Im Anschluss sagte EZB-Chef Mario Draghi, dass sich die Wirtschaft in der Eurozone endlich kräftig erhole. Wenn nun auch die Löhne und Preise ansteigen, bewege sich die Wirtschaft in Richtung der Zielwerte der Zentralbank. In der Eurozone konnte die Wirtschaftsleistung im ersten Halbjahr um 0,6 Prozent zulegen. Zudem kündigte er an, dass sich der EZB-Rat voraussichtlich im Herbst über die Zukunft der aktuellen Geldpolitik unterhalten werde. Derzeit liegt der Fokus der Notenbank noch immer auf der niedrigen Inflation.

Nach Ansicht von Experten, die regelmäßig von der Zentralbank befragt werden, wird die EZB auch in den kommenden Jahren ihr Inflationsziel verfehlen. Eine Umfrage unter Experten ergab, dass die EZB erst 2022 mit einer Teuerungsrate von 1,8 Prozent annähernd ihre Zielmarke von zwei Prozent erreichen werde. Für 2017 erwarten die Experten nur eine Inflationsrate von 1,5 Prozent.

Neuer Referenzzins in der Schweiz

Bisher bezog sich die Schweizerische Notenbank bei ihrer Geldpolitik auf den 3-Monats-Libor, doch die britische Finanzmarktaufsicht will den Interbanken-Zinssatz bis Ende 2021 abschaffen. Der Grund ist, dass der Zinssatz unter anderem durch Manipulationen zu einem schlechten Ruf gekommen ist. Daher ist die SNB derzeit auf der Suche auf einer Alternative. Auf dem 3-Monats-Libor basiert der Zins für unbesicherte dreimonatige Frankenkredite, die Banken untereinander vergeben. Daneben existiert in der Schweiz seit 2009 der sogenannte Saron. Dieser bezieht sich auf besicherte Kredite mit Laufzeiten von einer Nacht bis zu einem Jahr. Möglicherweise könnte der Saron der neue Leitzinssatz für die SNB werden. Die EZB spielt mit dem Gedanken, einen eigenen Geldmarkt-Referenzsatz zu entwickeln. Eine Überarbeitung des Euribor-Referenzzinssatzes war vor kurzem gescheitert.

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