Rückblick: Trading News vom 31. August bis 14. September 2017

IQ Option ErfahrungenIn den USA brachte zunächst der Hurrikan Harvey schwere Verwüstungen in Texas mit sich; kurz danach fegte „Irma“ über die Karibik und Florida hinweg. Neben den schweren Unwettern hält der Konflikt mit Nordkorea die USA weiter in Atem. Nach erneuten Raketentests verhängte die UN weitere Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang. Unter anderem wurden die Öllieferungen nach Nordkorea beschränkt. Unterdessen konnten US-Präsident Donald Trump und der US-Kongress eine Einigung im Schuldenstreit finden und damit die Zahlungsunfähigkeit der Regierung vermeiden. Man konnte sich auf eine Zwischenfinanzierung bis zum 15. Dezember 2017 einigen. In Deutschland steuert der Wahlkampf zwischen Martin Schulz und Angela Merkel langsam auf den Endspurt zu. Umfragen sehen die CDU deutlich vor der SPD, dahinter kämpfen die FDP, die Linke, die Grünen und die AfD um Platz drei. Mitten im Wahlkampf fand in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel der zweite Diesel-Gipfel statt. Vertreter von Städten und Gemeinden sowie Vertreter der Automobilindustrie einigten sich darauf, den Kommunen weitere 500 Millionen Euro im Kampf gegen die Luftverschmutzung zur Verfügung zu stellen. Ein weiterer Gipfel soll nach der Bundestagswahl folgen.

Inhaltsverzeichnis

  • Wirtschaft
  • GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

Wirtschaft

EU

Plan für Verwaltungsreform in Griechenland

Die griechische Regierung stellte Ende August einen auf drei Jahre angelegten Plan zur Reform der Verwaltung des Landes vor. So soll die Verwaltung effektiver werden, staatliche Angestellte sollen besser qualifiziert werden, Personal mit digitale Kenntnissen eingestellt und Mitarbeiter dort eingesetzt werden, wo sie wirklich benötigt werden. Auch gegen die Vetternwirtschaft will die Regierung vorgehen. Das Ziel ist es, dass bis 2020 alle Behörden und öffentliche Verwaltungen unabhängig und entpolitisiert sein sollen. Die Reform der öffentlichen Verwaltung gehört zu den Hauptforderungen der internationalen Geldgeber. Darüber hinaus zeigte sich Ministerpräsident Alexis Tsipras zuletzt optimistischer bezüglich der Wirtschaft des Landes. Ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr von fast zwei Prozent sei realistisch. Damit würde die Wirtschaft ähnlich stark wachsen wie die deutsche Wirtschaft.

Griechenland plant neue Anleihe

Außerdem ist aus griechischen Regierungskreisen zu hören, dass das Land innerhalb der nächsten sieben Monate wieder Geld am Kapitalmarkt aufnehmen will. Dazu soll die aktuelle Überprüfungsrunde des Hilfspakets bis Januar abgeschlossen sein. Im Juli hatte Griechenland zum ersten Mal seit der Schuldenkrise wieder Geld am Kapitalmarkt aufgenommen. Die Emission galt auch als Test, ob das Land in Zukunft wieder ohne Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm zurechtkommen kann.

Aufstockung des Diesel-Fonds

Wirtschaft und Handwerk stehen der Aufstockung des Diesel-Fonds für Kommunen positiv gegenüber. Laut Martin Wansleben, dem Chef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), gingen die Ergebnisse des zweiten Diesel-Gipfels in die richtige Richtung. Kommunen und Wirtschaft könnten vor Ort viel dafür tun, um die Luftqualität zu verbessern, aber dennoch weiterhin einen effektiven Lieferverkehr zu ermöglichen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich mit Bürgermeistern und Ministerpräsidenten darauf geeignet, den Diesel-Fonds um 500 Millionen Euro auf nun eine Milliarde Euro aufzustocken. Nach der Bundestagswahl ist ein weiterer Gipfel geplant.

Rabatte für Pkw

Die Hersteller reagieren ihrerseits mit Rabatten und Umtauschprämien für Dieselautos auf die derzeitige Situation und kurbeln damit die Nachfrage an. Im August wurden 3,5 Prozent mehr Neuwagen zugelassen als im August 2016. Der Absatz von Dieselfahrzeugen brach erneut ein, Benziner konnten dagegen zulegen.

Diesel in Europa weiterhin wichtig

Nach Einschätzung des Branchenverbandes VDA wird Diesel in Europa weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Die Autoindustrie will trotz des aktuellen Dieselskandals und möglichen Fahrverboten an der Technologie festhalten. Vor allem bei LKWs werde der Selbstzünder noch lange gebraucht, sagte VDA-Chef Matthias Wissmann zum Auftakt der IAA. Er hält das Ende des Diesels zudem für eine strategisch falsche Antwort. Der Branchenverband sieht das Problem gesundheitsschädlicher Emissionen mit den Beschlüssen der beiden Dieselgipfel gelöst. Dort hatten sich die Hersteller zu Software-Updates verpflichtet. Eine Nachrüstung der Hardware lehnt die Automobilindustrie aus Kostengründen weiterhin ab.

Personaldebatte beim VDA

Mitten im Dieselskandal kommt beim Verband der Automobilindustrie VDA auch noch eine Personaldebatte auf. In einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) wurde über die bevorstehende Ablösung von VDA-Präsident Matthias Wissmann spekuliert. BMW, Daimler und Volkswagen wiesen diese Meldung jedoch zurück. Der frühere Bundesverkehrsminister Wissmann steht seit 2007 an der Spitze des VDA und wurde erst im November 2016 für zwei Jahre wiedergewählt.

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Maschinenbauer auf Rekordkurs

Im Juli konnten sich die Maschinenbauer in Deutschland laut dem Branchenverband VDMA über ein Plus von zehn Prozent bei den Auftragseingängen freuen. Auch das Inlandsgeschäft entwickelte sich sehr positiv. Die Branche blickt sehr optimistisch in die Zukunft. In diesem Jahr könnte die Produktion um drei Prozent auf mehr als 210 Milliarden Euro steigen und damit einen Rekord erreichen. In den USA und China, den wichtigsten Auslandsmärkten der Branche, sei die Nachfrage laut VDMA-Präsident Carl Martin Welcker im ersten Halbjahr gestiegen. Auch das Russland-Geschäft habe sich wieder stabilisiert.

Starker Euro

Der Euro stieg kürzlich zum ersten Mal seit Anfang 2015 über 1,20 Dollar. Seit Anfang 2017 stieg der Eurokurs um rund 15 Prozent. Dies hat zur Folge, dass deutsche Produkte in anderen Währungsgebieten wie den USA teurer werden. Die deutsche Wirtschaft exportiert rund 40 Prozent seiner Waren in andere Euroländer. Hier wirkt sich somit der Wechselkurs nicht aus. Außerdem stammen etwa 60 Prozent der Importe aus Ländern außerhalb des Euroraums. Hier hat die Kursentwicklung positive Folgen, denn die Importe werden billiger. Wechselkursrisiken lassen sich zudem für die Unternehmen recht gut absichern. Der Eurokurs wertet derzeit so deutlich auf, da vermehrt auf eine Eindämmung der Geldflut durch die EZB spekuliert wird. Dazu kommt, dass US-Präsident Donald Trump bislang seine angekündigten Steuersenkungen und Konjunkturprogramme nicht in die Tat umsetzen konnte.

Deutsche Exporteure trotz Euro-Aufwertung gelassen

Dem aktuellen Aufschwung des Euros sehen die deutschen Exporteure gelassen entgegen. Laut Anton Börner, dem Präsidenten des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) komme die deutsche Wirtschaft mit der aktuellen Situation gut zurecht. Für die europäischen Nachbarn mit einer weniger wettbewerbsfähigen Wirtschaft sieht Börner dagegen Schwierigkeiten.

Helaba rechnet mit mindestens 8.000 britischen Bankern

Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) rechnet damit, dass in den nächsten Jahren in Folge des Brexits mindestens 8.000 Banker aus London nach Frankfurt am Main umsiedeln werden. Gertraud Traud, die Chefvolkswirtin der Helaba, geht davon aus, dass mindestens 50 Prozent der Finanzjobs, die aus London abwandern, nach Frankfurt verlegt werden. Bis Ende 2019 rechnet man in Frankfurt am Main mit einem Beschäftigungsanstieg von vier Prozent. Damit wären 65.000 Mitarbeiter in der Frankfurter Finanzbranche beschäftigt. Diese Zahl liegt dann wieder auf dem Niveau vor der Finanzkrise.

15 weltweit agierende Großbanken haben bereits einen Umzug von London nach Frankfurt angekündigt. Andere Institute haben sich dagegen noch nicht festgelegt. Auch Dublin, Paris, Amsterdam und Luxemburg kommen infrage. Experten zufolge wird jede Bank 200 bis 300 Arbeitsplätze von London in andere europäischen Länder verlegen.

Steigende Inflation in Großbritannien

Die Inflation in Großbritannien stieg im August unerwartet stark und war mit 2,9 Prozent so hoch wie seit vier Monaten nicht mehr. Damit liegt die Inflation weit über der Zwei-Prozent-Marke der britischen Notenbank. Das schwache Pfund lässt die Preise im Land ebenfalls steigen. Dennoch wird davon ausgegangen, dass die BoE ihr niedriges Zinsniveau beibehält.

Österreichische Jahrhundert-Anleihe

Österreich bringt eine hundertjährige Anleihe auf den Markt. Damit will die Alpenrepublik mindestens eine Milliarde Euro von Anlegern einnehmen. Die Anleihe wäre die erste dieser Art in der Eurozone. Bislang wurden nur privat platzierte, kleiner Anleihen mit einer derart langen Laufzeit angeboten. Aus diesem Grund ist die Transaktion besonders spannend. Die Anleihe soll am Kapitalmarkt öffentlich platziert werden. Dabei wird das Land von bekannten Banken wie Goldman Sachs und der Société Générale unterstützt. Laut den beteiligten Banken liegt das Interesse schon jetzt bei über sechs Milliarden Euro. Das Papier soll „Benchmark“-Größe haben und damit mit einem Volumen von mindestens einer Milliarde Euro auf dem Markt kommen. Die Rendite könnte bei 2,1 Prozent liegen. Einen Termin, wann die Jahrhundert-Anleihe auf den Markt kommt, gibt es bislang noch nicht.

Junker schlagt Euro für alle EU-Länder vor

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Junker fordert, dass alle EU-Staaten dem Euroraum beitreten. Junker sagte, dass die Gemeinschaftswährung die einheitliche Währung der gesamten EU sein sollte. Ein sogenanntes „Euro-Vorbereitungsinstrument“ solle den Nicht-Euro-Staaten mit technischer und finanzieller Hilfe unterstützen. Bereits zuvor hatte EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger angekündigt, dass Bulgarien dem Euro beitreten wolle.

Banken strichen 50.000 Arbeitsplätze in der EU

Im letzten Jahr bauten die Banken in Europa etwa 50.000 Arbeitsplätze ab. Die Gründe dafür sind die derzeit sehr niedrigen Zinsen und der Trend zum Online-Banking. Laut der Europäischen Bankenvereinigung wurden 9.100 Filialen geschlossen. Mit 2,8 Millionen Mitarbeitern sind bei den europäischen Banken so wenig Menschen beschäftigt wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Zahl der Schließungen ging zuletzt nach oben. Andere Banken versuchen sich mit Zusammenschlüssen über Wasser zu halten. 2016 gab es in der EU knapp 6.600 Banken und damit sechs Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor.

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USA

Dudley für schrittweise Zinserhöhung

Fed-Mitglied William Dudley plädiert für eine schrittweise Erhöhung der Zinsen. Die Fed sollte ihren eingeschlagenen Weg fortsetzen, auch wenn die Inflation derzeit noch unter dem Zielwert von zwei Prozent liegt. Dudley erwartet zudem, dass die US-Konjunktur sich weiterhin positiv entwickelt. Er wiederholte jedoch nicht seine drei Wochen zuvor abgegebene Einschätzung, dass noch in diesem Jahr eine weitere Zinserhöhung folgen werde.

Fed-Vize Fischer überraschend zurückgetreten

Stanley Fischer, der Vize-Chef der Fed, ist überraschend zurückgetreten. Fischer wurde von Barack Obama zum stellvertretenden Fed-Vorsitzenden ernannt. Seine Amtszeit war noch bis zum Juni kommenden Jahres geplant. Vor einiger Zeit hatte Fischer die US-Regierung vor einer Rücknahme der Bankenregulierung gewarnt. US-Präsident Donald Trump kann die Spitze der Fed nun früher als erwartet umbauen.

Cohn wird wohl nicht Fed-Vorsitzender

Lange galt Donald Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn als Top-Favorit als Nachfolger von Janet Yellen an der Spitze der Fed. Doch nach seiner Kritik am Präsidenten nach dessen Äußerungen zu den rassistischen Ausschreitungen in Charlottesville wird sich Trump wohl für einen anderen Kandidaten entscheiden, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Allem Anschein nach nimmt Trump dem als gemäßigten Liberalen geltenden Cohn dessen Kritik übel. Nun scheint es wieder möglich, dass Janet Yellen eine weitere Amtszeit an der Spitze der Fed bleiben könnte. Im Falle einer Ablösung Yellens gelten derzeit der ehemalige Gouverneur der Fed, Kevin Warsh, und John Taylor, Ökonom an der Universität Standford, als Top-Favoriten.

GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

EZB kauft so wenige Bundesanleihen wie noch nie

Im August erwarb die EZB nur Bundesanleihen und andere deutsche Schuldentitel mit einem Wert von 9,8 Milliarden Euro. Dies ist das geringste Volumen seit Beginn des Anleihen-Kaufprogramms 2015. Damit unterschritt die EZB schon den fünften Monat in Folge ihren Zielwert für Käufe von Bundesanleihen. Dafür erwarb die Zentralbank jedoch mehr italienische und französische Anleihen als vorgegebenen. Die EZB darf nur bis zu 33 Prozent einer einzelnen Staatsanleihe und höchstens 33 Prozent der ausstehenden Anleiheschulden eines Landes halten. Diese Vorgaben wird die EZB wohl überschreiten, wenn das Anleihen-Kaufprogramm im aktuellen Umfang fortgeführt wird.

Leitfaden für FinTechs

Die Bankenaufsicht der EZB will bald einen Leitfaden für den Umgang mit FinTechs herausgeben. Damit will die EZB auf die technologischen Veränderungen in der Finanzwelt reagieren. Laut Daniele Nouy, der Chef-Bankaufseherin der EZB, sollen die Richtlinien bald im Rahmen einer Konsultation veröffentlicht werden. Derzeit entstehen immer mehr junge, oft noch kleine Unternehmen, die mit innovativen Geschäftsmodellen und IT-Lösungen den traditionellen Banken Konkurrenz machen. Diese neuen Unternehmen könnten nur einzelne Dienstleistungen anbieten und nicht mehr den gesamten Aufgabenbereich traditioneller Banken abdecken.

Draghi zum steigenden Eurokurs

Lange schwieg EZB-Präsident Mario Draghi zur aktuellen Euroaufwertung. Nun äußerte er sich erstmals zu diesem Thema. Im Anschluss an die Zinssitzung in Frankfurt sagte er, dass die jüngsten Kursschwankungen des Euros Unsicherheit hervorrufen würden. Die EZB werde diese Volatilität im Auge behalten. Für Mario Draghi spielt der Wechselkurs bei Wachstum und Inflation eine große Rolle. Nach seinen Äußerungen stieg der Euro über die 1,20-Dollar-Marke. Aufgrund des starken Euros gab die EZB keinen weiteren Ausblick hinsichtlich ihres zukünftigen Kurses.

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