Rückblick: Trading News vom 27. April bis 11. Mai 2017

IQ Option ErfahrungenEmmanuel Macron ist neuer französischer Präsident. Er setzte sich in der Stichwahl deutlich gegen Marine Le Pen, der Kandidatin des rechtspopulistischen Front National, durch. Die Wahl des sozialliberalen, europafreundlichen ehemaligen Wirtschaftsministers sorgte für Erleichterung an den Märkten und unter den europäischen Politikern. Am Tag nach der Wahl startete der DAX mit einem Rekordstand, fiel aber später wieder.

Inhaltsverzeichnis

  • Wirtschaft
  • Geld- und Währungspolitik
  • Markttechnische Betrachtung

Wirtschaft

Europa

Industrie in Europa mit gutem Start ins zweite Quartal

Die Industrie in der Eurozone ist zu Beginn des zweiten Quartals so stark gewachsen wie seit sechs Jahren nicht mehr. Im April konnten sich die Unternehmen in Europa über mehr Aufträge freuen und produzierten auch mehr. Darüber hinaus konnten mehr Jobs geschaffen werden als im März. Dies geht aus Zahlen des Instituts IHS Markit hervor, dass 3.000 Unternehmen befragte. Der Einkaufsmanagerindex stieg um 0,5 Prozent auf 56,7 Punkte. Dies ist der höchste Stand seit Mitte des Jahres 2011. Ein Indexstand von mehr als 50 Prozent bedeutet hier Wachstum. Unternehmen profitieren derzeit von einem niedrigen Eurokurs sowie einer steigenden Binnen- und Exportnachfrage. Auch die lockere Geldpolitik der EZB mit sehr niedrigen Zinsen sorgt für Aufwind.

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Starker Jahresauftakt der Chemieindustrie

Auch in Deutschland gibt es gute Zahlen aus der Industrie. So konnte der Chemie-Branchenverband VCI seine Umsatzerwartung für das laufende Jahr nach oben korrigieren und rechnet nun mit einem Plus von 3,5 Prozent auf 191,2 Milliarden Euro. Noch im März ging man nur von einer Steigerung um 1,5 Prozent aus. Zudem ist laut VCI-Präsident Kurt Bock die Stimmung in der Branche zur Zeit gut. Allerdings kann nicht garantiert werden, dass die steigende Nachfrage und die positive Margenentwicklung von Dauer sein wird. Konjunkturelle und politische Unsicherheiten könnten den Aufschwung dämpfen. Der Branchenverband rechnet damit, dass in diesem Jahr die Preise für Chemikalien und Pharmazeutika um 2,5 Prozent steigen werden.

Bitcoin auf Rekordhoch

Die Digitalwährung Bitcoin befindet sich erneut auf Höhenflug. Nun stieg der Kurs auf 1.484 US-Dollar. Noch im März sank der Bitcoin-Kurs unter 1.000 Dollar, nachdem die US-Börsenaufsicht SEC einen geplanten Indexfonds ablehnte. Dieser erste Indexfonds für Bitcoin sollte Investitionen in die Digitalwährung für breite Anlegermassen zugänglich machen. Der Börsenbetreiber Bats stellte jedoch einen Antrag bei der SEC zur Überprüfung des Fonds. Nun können noch bis zum 15. Mai Stellungnahmen für oder gegen die Zulassung des Winklevoss Bitcoin Trust eingereicht werden.

BaFin verbietet riskante Hebelprodukte

Die BaFin hat den Verkauf besonders riskanter Hebelprodukte an Privatanleger verboten. Dies betrifft CFDs mit einer Nachschusspflicht. Diese dürfen nun nicht mehr angeboten werden. Die Begründung der BaFin ist, dass Privatanleger das mit diesen Finanzprodukten verbundene Risiko nicht abschätzen könnten. Das Verlustrisiko umfasst nicht nur den Kapitaleinsatz, sondern kann das eingesetzte Kapital um ein Vielfaches übersteigen. Damit verbot die BaFin erstmals eine ganze Gruppe von Finanzprodukten und nutzt zudem ihre neuen Kompetenzen im Bereich Verbraucherschutz. Schon seit einigen Monaten war ein mögliches Verbot von Differenzkontrakten mit Nachschusspflicht im Gespräch. Anbieter dieser CFDs müssen nun innerhalb von drei Monaten ihre Produkte oder Geschäftsmodelle anpassen. Einige Anbieter haben bereits angekündigt, in Zukunft CFDs ohne Nachschusspflicht anzubieten.

Schäuble sieht gute Chancen für Freigabe von Griechenland-Hilfen

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble schätzt die Chance, dass bald weitere Hilfsgelder für Griechenland freigeben werden, als sehr hoch ein. Wenn sich die griechische Regierung an die Vereinbarungen halte, könnten die europäischen Finanzminister am 22. Mai die Überprüfung abschließen. Danach könnten zeitnah weitere Gelder freigeben werden. Schäuble sagte, dass je länger dies dauere, umso mehr würden Märkte und Wirtschaft verunsichert. Die Regierung in Athen hat zugesagt, die Renten der wirtschaftlichen Lage anzupassen und das Steuersystem zu verbessern.

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USA

Trump hält vorerst an Nafta-Abkommen fest

US-Präsident Donald Trump will vorerst am Freihandelsabkommen Nafta festhalten. Der mexikanische Präsident Enrique Pena Nieto und sein kanadischer Kollege Justin Trudeau hätten ihn darum gebeten, das Abkommen nicht aufzukündigen, sondern neu auszuhandeln. Trump habe diesem zugestimmt, allerdings unter der Bedingung, dass die USA das Abkommen aufkündigen werden, wenn kein fairer Deal für alle erzielt würde. Laut dem US-Präsidialamt sollen die Neuverhandlungen bald beginnen. Zuvor gab es Überlegungen, per Dekret aus dem Nafta-Abkommen auszusteigen. Schon im Wahlkampf drohte Trump mit dem Ausstieg aus dem Abkommen, dass seit mehr als 20 Jahren besteht. Aus seiner Sicht ist insbesondere Mexiko dafür verantwortlich, dass in den USA Arbeitsplätze verloren gehen.

Verbote für Offshore-Bohrung von Öl und Gas in Frage gestellt

US-Präsident Donald Trump will überprüfen lassen, ob vor der US-Küste mehr Öl- und Gasbohrungen möglich sind. Dies geht aus einem Dekret des US-Präsidenten hervor. Das Innenministerium hat nun die Aufgabe, einen Plan neu zu bewerten, der vorgibt, wo derartige Offshore-Bohrungen erlaubt sind. Damit geht Trump gegen umweltpolitische Aktivitäten seines Vorgängers vor. Kurz vor Ende seiner Amtszeit hatte Barack Obama Bohrungen in großen Teilen der arktischen Gewässer und im Atlantik verboten. Zudem wurde die Erschließung neuer Öl- und Gasfelder in einem Fünf-Jahres-Plan festgelegt. Trump will außerdem rückgängig machen, dass ein Teil der arktischen Gewässer, in denen große Öl- und Gasvorkommen vermutet werden, für Bohrungen gesperrt sind. Die technischen und logistischen Anforderungen für solche Bohrungen sind jedoch sehr hoch. Weltweit nur wenige Unternehmen in der Lage, diese überhaupt durchzuführen und schrecken zum Teil vor den Kosten zurück.

US-Wirtschaft büßt an Tempo ein

Die US-Wirtschaft ist seit dem Amtsantritt Donald Trumps so schwach gewachsen wie seit drei Jahren nicht mehr. Zwischen Januar und März lag das Bruttoinlandsprodukt bei nur 0,7 Prozent. Experten hatten mit 1,2 Prozent gerechnet. Ende 2016 wuchs die US-Wirtschaft noch um 2,1 Prozent. Zudem ist der Konsum so schwach wie seit sieben Jahren nicht mehr. Ökonomen warnen allerdings davor, die Zahlen überzubewerten und wiesen auf statistische Verzerrungen hin.

Schwacher US-Konsum

Die US-Verbraucher gaben in März weniger Geld aus als zuvor prognostiziert. Der private Konsum in den USA stagnierte damit. Inflationsbereinigt stiegen die Konsumausgaben im März zwar um 0,3 Prozent an, zuvor sanken sie aber zwei Monate in Folge. Auch der Arbeitsmarkt in den USA schwächelt leicht. Im April wurden so wenig neue Mitarbeiter eingestellt wie seit sechs Monaten nicht mehr. Es entstanden zwar 177.000 neue Arbeitsplätze, aber im Vormonat waren es noch 255.000.

Trump kündigt Senkung der Unternehmenssteuern an

Vor kurzem kündigte US-Präsident Trump an, die Unternehmenssteuern von 35 Prozent oder mehr auf 15 Prozent zu senken. Laut Finanzminister Steven Mnuchin würde sich dies selbst tragen. Eine Gegenfinanzierung sei daher nicht notwendig. Experten gehen allerdings von einem Einnahmeausfall beim Fiskus aus, die zur Folge haben werden, dass der Schuldenberg der USA weiter steige. Wenn die Steuerreform jedoch erfolgreich ist, könnte dies die geplanten Pläne der Fed zur Erhöhung des Leitzinses beeinflussen.

US-Leitzins bleibt konstant

Bei ihrer Sitzung Anfang Mai beließ die US-Notenbank Fed den Leitzins zunächst bei einer Marge von 0,75 und einem Prozent. Dennoch hält sich die Notenbank die Möglichkeit offen, im Juni den Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr zu erhöhen. In dem geringen Wirtschaftswachstum zu Jahresbeginn sieht die Fed keine Gefahr. Dies sei wohl nur vorübergehend. Für die Zukunft erwartet die Fed weiterhin ein moderates Wirtschaftswachstum und einen stabilen Arbeitsmarkt. Darüber hinaus dürfte die Inflation mittelfristig an den Zielwert von zwei Prozent herankommen. Auch die Entwicklung an den Finanzmärkten schätzt die Fed positiv ein. Der Dollar und die Renditen an den Anleihemärkten sind gefallen. Zudem haben sich die Aktienmärkte sehr positiv entwickelt. Wenn vor allem der Arbeitsmarkt im Mai stabil bleibt, ist eine Zinserhöhung bei der Fed-Sitzung am 14. Juni wahrscheinlich.

US-Dienstleister wachsen

Im April konnten die US-Dienstleister überraschend ihr Wachstumstempo erhöhen. Der Index für den Dienstleistungssektor stieg von 55,2 auf 57,5 Prozent. Dies geht aus einer Firmen-Umfrage des Institute for Supply Management (ISM) hervor. Ein Wert von mehr als 50 Punkte steht für Wachstum.

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Geld- und Währungspolitik

Geldflut der EZB erreicht Unternehmens

Die Geldflut der EZB kommt langsam bei den Unternehmen an. Im März vergaben Banken 2,3 Prozent mehr Kredite an Unternehmen als im Vorjahreszeitraum. An Privathaushalte wurden 2,4 Prozent mehr Kredite vergeben als im März 2016. Zudem legte die wichtige Geldmenge M3 im März um 5,3 Prozent zu. Hierunter fallen unter anderem Bargeld, Gelder auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere und Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren. Eine stark anwachsende Geldmenge deutet unter Volkswirten jedoch auf eine potenzielle Inflationsgefahr hin.

Langer Weg zum Inflationsziel

Experten sind der Ansicht, dass es noch Jahre dauern wird, bis die EZB ihr Inflationsziel erreicht hat. Beobachter schätzen, dass die Inflation in der Eurozone erst im Jahr 2021 bei 1,8 Prozent liegen wird und damit die EZB ihr Inflationsziel von zwei Prozent langsam erreicht. Für das laufende Jahr erwarten die Experten eine Inflation von 1,6 Prozent. Ihre Prognose für das Wachstum in der Eurozone hoben die Experten auf 1,7 Prozent an. Diese Angaben gehen aus einer Umfrage unter Experten hervor, die jedes Vierteljahr von der EZB zu Inflations- und Wachstumsprognosen befragt werden.

Geldmarkt-Referenzsatz der EZB

Aufgrund von fehlgeschlagenen Reformversuchen in der Finanzbranche und Manipulationen denkt die EZB über einen eigenen Geldmarkt-Referenzsatz nach. In manchen Situationen könne dieser als alternativer Referenzwert dienen. Eine geplante Überarbeitung der Methode zur Festsetzung des Euribor-Referenzzines ist vor einigen Tagen gescheitert. Der Euribor ist ein Referenzzins, an dem sich unter anderem Zinsen für Kredite orientieren. Der Euribor-Referenzsatz wird täglich vom Europäischen Geldmarkt Institut (EMMI) veröffentlicht. Das Institut wollte eine neue Methode zur Festlegung des Referenzsatzes entwickeln, die auf Markttransaktionen basieren sollte. Bislang basiert der Euribor auf Bankangaben. Testläufe hätten die neue Methode im aktuellen Marktumfeld aber als nicht praktikabel erwiesen. Im letzten Jahr geriet der Euribor in die Schlagzeilen, nachdem Manipulationen an ihm bekannt wurden. Diese Zinsmanipulationen, auch am Referenzzinssatz Libor, führte zu Milliardenstrafen für zahlreiche Banken, darunter auch die Deutsche Bank.

Weitere Zinssenkungen bei SNB möglich

Die Schweizer Notenbank SNB sieht Spielraum für weitere Zinssenkungen. Wie SNB-Präsident Thomas Jordan sagte, werde die Notenbank ihren geldpolitischen Spielraum auch in Zukunft nutzen. Der Negativzins könne bei Bedarf weiter abgesenkt werden oder man könne zusätzliche Devisen kaufen. Die SNB sieht den Schweizer Franken weiterhin als überbewertet an und versucht ihn mit Negativzinsen von derzeit minus 0,75 Prozent und Interventionen am Devisenmarkt zu schwächen. In der Praxis druckt die SNB Franken und kauft damit Fremdwährungen. Dies hat dazu geführt, dass die Notenbank zu einem Großinvestor wurde. An der Wall Street hält die Notenbank Beteiligungen an Unternehmen sowie zahlreiche Anleihen.

Markttechnische Betrachtung

 

Tageschart des DAX

Obwohl der deutsche Leitindex schon seit Wochen als überhitzt gilt, scheint es die Anleger nicht zu interessieren und so kommt es entgegen der Erwartungen vieler Analysten zu weiteren Kursgewinnen. Aktuell deckelt jedoch die Marke um 12770 Punkte. Hier resigniert der DAX seit nunmehr 4 Tagen und tritt auf der Stelle. Man könnte die vorletzte rote Tageskerze als Hanging Man ansehen und so von einer baldigen Trendumkehr ausgehen. Dafür sprechen würde auch das noch immer offene Gap bei 12.000 Punkten. Und so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir dieses Kursniveau noch einmal sehen werden. Mutige Anleger könnten diese Kurse jedoch nutzen und erste Short Positionen in Form von Fallen-Optionen aufbauen.

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