Handelsausblick für die zweite Januarwoche

BDSwiss Erfahrungen
Das Jahr 2016 liegt hinter uns und wir starten in ein neues Jahr, dass durchaus turbulent werden könnte. Direkt am 20. Januar steht in den USA die Amtseinführung des neuen Präsidenten an. Im Jahresverlauf warten dann unter anderem Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland auf uns. Diese politischen Unsicherheiten werden sich wohl weltweit auch auf die Wirtschaft und Börsenkurse auswirken.

 

 

GELD- UND WÄHRUNGSPOLITIK

EU

Banken starten mit gleichbleibenden Kapitalvorgaben ins neue Jahr

Die Mindestquote des harten Kernkapitals (CET 1) der von der EZB-Aufsicht direkt überwachten Kreditinstitute liegt im Durchschnitt bei 10,1 Prozent, wie die EZB am Jahresende bekannt gab. Im vergangenen Jahr wurden die 123 größten Banken der Eurozone im Rahmen des „Supervisory Review and Evaluation Process” (SREP) geprüft. Danach erhielten die Banken neue Mindestkernkapitalquoten, die auch 2017 konstant bleiben.

Boom beim Wohnungsbau in Deutschland hält an

Von Januar bis Oktober 2016 wurde in Deutschland der Bau von 308.700 Wohnungen genehmigt. Dies entspricht einem Zuwachs von 23,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Eine höhere Zahl gab es zuletzt 1999. Vor allem Wohnungen in Mehrfamilienhäusern waren 2016 gefragt. Hier wurden knapp 27 Prozent mehr Genehmigungen erteilt als in den ersten zehn Monaten 2015. Den stärksten Zuwachs registrierte das Statistische Bundesamt allerdings für Wohnungen in Wohnheimen, zu denen auch Flüchtlingsunterkünfte zählen. Hier wurden 140,3 Prozent mehr Anträge gestellt als 2015.

Französische Wirtschaftsflaute

Die französische Wirtschaft spürt zunehmend die Folgen der schwächelnden Tourismusbranche und der zahlreichen Streiks in den vergangenen Monaten. Die Tourismusbranche leidet vor allem unter den Folgen der Terroranschläge in Paris und Nizza. Dazu kamen im letzten Jahr Ernteausfälle bei Getreide und Wein. Daher rechnet das nationale Statistikamt Insee für 2016 nur mit einem Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent, obwohl sich die Wirtschaft gegen Jahresende noch einmal etwas erholt hat.

Italien bereitet sich auf Bankenrettung vor

Die italienische Regierung reagiert auf die Krisensituation der Banken und leitete vor Weihnachten erste konkret Schritten für eine Rettungsaktion ein. So soll das Parlament der Freigabe von 20 Milliarden Euro zur Stabilisierung des Bankensektors zustimmen. Dieses Geld könnte die Liquidität im Finanzsystem sichern und die zum Teil sehr dünne Kapitaldecke einiger Banken aufstocken. Besonders das Bankhaus Monte dei Paschi di Siena ist weiterhin in den Schlagzeilen und dringend auf Hilfe angewiesen. Nach Angaben der EZB benötigt die Bank 8,8 Milliarden Euro frisches Kapital. Der italienische Staat wird wohl mit 6,6 Milliarden Euro die Bank unterstützten. Diese Maßnahme ist allerdings durchaus umstritten und könnte zudem politische Konsequenzen nach sich ziehen.

Kaufkraft der Briten geschwächt

In Großbritannien geht man davon aus, dass die Abwertung des Pfunds nach dem Brexit-Votum zu weiter steigenden Preisen führen wird. Dies wird sich wiederum auf die Kaufkraft der Verbraucher auswirken. Bislang hat die britische Wirtschaft die Folgen der Abstimmung zum EU-Verbleib besser überstanden, als zuvor befürchtet. Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor lag im Dezember auf einem überraschend guten Stand von 56,2 Punkten. Dies war der höchste Stand seit beinahe eineinhalb Jahren. Schon ein Stand von 50 Punkten zeigt ein Wachstum an. Damit hilft der Dienstleistungssektor der britischen Wirtschaft dabei, den Abschwung gut zu überstehen. Trotz dieser guten Nachrichten blicken Ökonomen wenig zuversichtlich auf das neue Jahr. Viele Experten erwarten nur noch ein Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent. Dies wäre nur etwa halb soviel wie 2016.

Jeder fünfte Anleger erwartet Zerfall der Eurozone

Die Investmentberatung Sentix teilte vor Weihnachten mit, dass nur noch 21,8 Prozent der Anleger einen Zerfall der Eurozone erwarten. Diese Prozentzahl sagt aus, welcher Anteil der Anleger damit rechnet, dass mindestens ein Land innerhalb der nächsten zwölf Monate aus der Währungsunion aussteigt. Ende November lag der Prozentsatz noch bei 24 Prozent. Weiterhin ist Italien das Sorgenkind der Anleger. Nicht nur die angeschlagene Bank Monte dei Paschi sondern auch Euro-Kritiker wie die Fünf-Sterne-Bewegung bereiten den Anlegern Sorgen.

Griechenland: Spritpreise auf vielen Inseln in die Höhe geschossen

Seit Jahresbeginn gelten in Griechenland zwei neue Steuersätze. Die Steuer auf Kraftstoff wurde im ganzen Land erhöht. Darüber hinaus wird auf den meisten Inseln seit dem 1. Januar der reguläre Mehrwertsteuersatz von 24 Prozentpunkte erhoben. Zuvor galt auf vielen Inseln ein um 30 Prozent reduzierter Steuersatz. Nur Inseln wie Lesbos oder Samos profitieren weiterhin von diesem ermäßigten Mehrwertsteuersatz, das sie sehr stark von der Flüchtlingskrise betroffen sind.

Diese beiden Steuererhöhungen ließen zu Jahresbeginn vor allem die Spritpreise auf vielen griechischen Inseln in die Höhe schnellen. Beispielsweise kostete ein Liter Sprit auf Mykonos zu Beginn der ersten Woche des Jahres 1,80 Euro. Diesel-Fahrer bezahlten vor der Steuererhöhung rund 1,02 Euro pro Liter. Nun müssen sie im Schnitt 1,22 Euro ausgeben. Auf der Insel Amorgos lag der Dieselpreis sogar bei 1,53 pro Liter.

West-Ost-Gefälle bei Lebenshaltungskosten

Laut einer Studie des gewerkschaftsnahen WSI-Instituts unterscheiden sich die Lebenshaltungskosten in Ost- und Westeuropa deutlich. In der Schweiz zahlt man für vergleichbare Waren und Dienstleistungen knapp 60 Prozent mehr als in Deutschland. Auch in Skandinavien, Irland und Luxemburg liegen die Preise deutlich höher. Dagegen sind die Lebenshaltungskosten in Mazedonien, Bulgarien, Albanien und Serbien sehr gering. Ein in Deutschland verdienter Euro ist dort mehr als doppelt soviel Wert. Und auch in Osteuropa sind die Preise für die Dinge des alltäglichen Lebens immer noch vergleichsweise gering. So kostet ein Kilo Reis in Ungarn nur etwa halb soviel wie beim einem Discounter in Deutschland. Vor allem arbeitsintensive Dienstleistungen sind in Osteuropa besonders günstig. So zahlt man für einen Männerhaarschnitt in Polen lediglich 4,10 Euro.

Inflation in Deutschland auf höchstem Stand seit 2013

Aufgrund von steigenden Energiepreisen, vor allem dem hohen Ölpreis, kosteten Waren und Dienstleistungen im Dezember in Deutschland laut dem Statistischen Bundesamt im Schnitt 1,7 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Im Vormonat lag die Jahresteuerung noch bei 0,8 Prozent. Auf das Jahr gerechnet stiegen die Verbraucherpreise allerdings 2016 nur um 0,5 Prozent. Im Jahr 2015 waren es 0,3 Prozent.

Absatzrekorde in der Autobranche

In den USA sorgte ein starker Dezember dafür, dass am Automarkt ein neuer Absatzrekord aufgestellt wurde. Laut des Marktforschungsinstituts Autodata wurden in den USA insgesamt 17,55 Millionen Autos ausgeliefert. Dies ist ein Plus von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und auch in Großbritannien war 2016 ein Rekordjahr für die Autobranche. Dort wurden laut dem Automobilverband SMMT im letzten Jahr 2,7 Millionen Autos verkauft. Dies waren 2,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

USA

Trump ohne Einfluss auf Fed-Entscheidung

Der Präsident der Fed in San Francisco, John Williams, sagte kürzlich, dass die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten bei der Entscheidung für eine Zinserhöhung keine Rolle gespielt habe. Zudem ließ er verlauten, dass auch die künftige Fiskalpolitik des neuen Präsidenten nur wenig Einfluss auf die aktuellen Prognosen der Notenbankchef habe. Die Gründe für die Zinserhöhung lagen damit wohl vor allem am Rückgang der Arbeitslosigkeit, dem Anstieg der Inflation und einer verbesserten Konjunktur.

Newstrading mit Binären Optionen

Nur zwei Zinserhöhungen 2017?

Derzeit überwiegt die Skepsis, dass in den USA im neuen Jahr tatsächlich drei Zinserhöhungen vorgenommen werden, wie es Notenbankchefin Janet Yellen im Dezember angekündigt hat. Die Märkte wirken nicht überzeugt. Derzeit herrscht in den USA eher Unsicherheit über das Tempo der Geldverknappung. Und auch über die Fiskalpolitik des neuen Präsidenten und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft wird derzeit noch eher spekuliert. Daher geht man vielerorts davon aus, dass im kommenden Jahr nur zwei Zinserhöhungen erfolgen werden.

US-Zinserhöhung früher als gedacht?

Zuletzt wurde auch darüber spekuliert, ob möglicherweise schneller als zunächst erwartet eine weitere Zinserhöhung der Fed anstehen könnte. Massive Konjunkturprogramme des neuen Präsidenten könnten diesen Schritt notwendig machen. Die Mitglieder der Fed sind derzeit der Ansicht, dass sich die US-Konjunktur besser entwickeln könnte, als bisher gedacht. Auch der Arbeitsmarkt entwickelt sich positiver als gedacht. Donald Trump kündigte im Wahlkampf an, eine billionenschweres Konjunkturprogramm auf den Weg zu bringen. Dies könnte die Inflation nach oben treiben und die US-Wirtschaft überhitzen. Dem könnte die Fed möglicherweise mit einer aggressiveren Zinspolitik entgegenwirken.

Stiftung Warentest rät von US-Staatsanleihen ab

Nach der Erhöhung des Leitzinses in den US rät die Stiftung Warentest deutschen Sparern davon ab, in US-Staatsanleihen zu investieren. Die Anleihen bringen zwar hohe Zinsen, allerdings in Dollar gerechnet. Damit sind die Währungsrisiken im Vergleich zum Zinsgewinn sehr hoch. Der Dollar erreichte direkt nach der Zinsentscheidung der Fed ein 14-Jahres-Hoch. Wenn der Dollar weiter steigt, kann dies für europäische Anleger rasch einen deutlichen Wertverlust mit sich bringen.

GELDPOLITIK

Geldflut der EZB erreicht Wirtschaft

Im November 2016 vergaben die Banken im Euroraum 2,2 Prozent mehr Darlehen an Unternehmen als im Vorjahr. Privathaushalten wurden 1,9 Prozent mehr Kredite gewährt. Damit erreicht die Geldflut der EZB langsam die Unternehmen der Währungsgemeinschaft. Die Vergabe von mehr Krediten ist eines der Ziele des Staatsanleihen-Kaufprogramms der EZB.

Schweizer Notenbank stellt sich auf turbulentes Jahr ein

Die Schweizerische Notenbank (SNB) erwartet ein turbulentes Jahr und damit möglicherweise neue Probleme durch einen Anstieg des Franken. Die SNB rechnet mit Schwierigkeiten aufgrund der hohen Verschuldung einiger Staaten, die bislang undurchsichtige Amtsführung des neuen US-Präsidenten Donald Trump sowie den Wahlen in Deutschland und Frankreich. Diese Ereignisse könnten Verwerfungen an den Devisenmärkten zur Folge haben. Die SNB will daher den überbewerteten Franken schwächen und damit die Schweizer Wirtschaft unterstützten. Daher hielt die SNB zuletzt auch an ihrer expansiven Geldpolitik fest und schloss auch Zinssenkungen nicht aus.

Weiterhin liegt in der Schweiz der Referenzzins Dreimonats-Libor bei minus 1,25 bis minus 0,25 Prozent. Für Sichteinlagen bei der Notenbank ab einer bestimmten Höhe müssen die Schweizer Banken weiterhin einen Strafzins von 0,75 Prozent zahlen. Diese Kosten sind jedoch eine starke Belastung für die eidgenössischen Banken. Die SNB verfolgt damit das Ziel, den Franken für Investoren unattraktiv zu machen. Zudem setzt die SNB auf Interventionen am Devisenmarkt.

BDSwiss Website

Die BDSwiss Website – der Broker ermöglicht den Handel diverser Rohstoffe

Schweden überprüft Zentralbank-Politik

Erstmals seit mehr als 20 Jahren überprüft Schweden seine Zentralbank-Politik und denkt über eine Reform nach. Dafür wurde im Dezember ein Untersuchungsausschuss eingesetzt. Es soll vor allem geprüft werden, ob die älteste Notenbank der Welt gegen zukünftige Finanzkrisen gewappnet ist. Der Untersuchungsausschuss soll die Ziele und Instrumente der Zentralbank untersuchen und auch die Unabhängigkeit der Zentralbank wird unter die Lupe genommen. Mit einem Ergebnis rechnet man Mitte 2019. Dieses könnte die Ausrichtung der Notenbankpolitik in den kommenden Jahrzehnten vorgeben. Die schwedische Riksbank steht seit einiger Zeit in der Kritik, vor allem da die Inflationsrate unter der Zielmarke von zwei Prozent stagniert.

Markttechnische Betrachtung der Märkte

 

Tageschart des Dax

Im Tageschart des Dax kann man deutlich erkennen, dass der aktuelle Anstieg ohne nennenswerte Korrektur verlaufen ist. Allen politischen Lagen zum Trotz stieg der deutsche Leitindex seit Dezember des letzten Jahres auf mittlerweile 11.600 Punkte. Legt man die Fibonacci-Retracements an den aktuellen Kursverlauf, so sieht man, dass eine Korrektur bis zum 62er durchaus möglich wäre. Denn hier liegt die Obergrenze der letzten Seitwärtsbewegung und nicht selten werden solche Marken gern noch einmal von oben getestet. Halten diese Marken, so gelten sie als besonders zäher Widerstand. An dieser Marke würden sich Call Optionen geradezu anbieten. Sollte der Kurs auf dem aktuellen Niveau korrigieren, so können spekulative Anleger zwei mal profitieren. Denn Trader von Binären Optionen könnten auf aktuellen Niveau mit Put Optionen auf eine baldige Korrektur setzen und an eben genannter Marke mit Call Optionen von den anschließend steigenden Kursen profitieren.

 

 

Noch mehr interessante Beiträge für Sie aus unserer Redaktion:

"Trading für Anfänger"
Gratis
Downloaden

Das Wissenspaket für den
Einstieg ins Trading.
Achtung - das EBook gibt es
nur für kurze Zeit kostenlos.
Bitte geben Sie einen Namen ein
Bitte geben Sie eine gültige eMail an
Auch interessant: